Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden
Was fressen Engerlinge: Der ultimative Guide zu Nahrung und Schäden
April 13, 2026 Patricia Titz

Was fressen Engerlinge: Der ultimative Guide zu Nahrung und Schäden

Wenn sich im Garten plötzlich braune Flecken im Rasen ausbreiten oder junge Pflanzen ohne ersichtlichen Grund welken, ist die Ursache oft tief im Verborgenen zu finden. Engerlinge, die Larven der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), leben unter der Erdoberfläche und führen dort ein gefräßiges Dasein. Doch die Frage „Was fressen Engerlinge?“ lässt sich nicht mit einem einzigen Satz beantworten. Während einige Arten als gefürchtete Schädlinge die Wurzeln von Nutzpflanzen und Zierrasen vernichten, leisten andere als nützliche Humusbildner im Kompost einen wertvollen Beitrag zum Ökosystem. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über die Ernährungsgewohnheiten der verschiedenen Arten, wie Sie Schädlinge von Nützlingen unterscheiden und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um Ihren Garten zu schützen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nahrungsquellen: Die meisten schädlichen Engerlinge fressen lebende Pflanzenwurzeln, während nützliche Arten totes organisches Material (Humus, Kompost) bevorzugen [1][12].
  • Hauptschädlinge: Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer verursachen durch Wurzelfraß massive Schäden an Rasen und Gehölzen [2][4].
  • Nützlinge: Die Larven des Rosenkäfers und des Nashornkäfers fressen ausschließlich abgestorbenes Material und sind wertvolle Helfer im Garten [12][29].
  • Schadbild: Typisch sind gelbe Flecken im Rasen, welkende Pflanzen und Sekundärschäden durch Vögel oder Wildschweine, die den Boden aufwühlen [4][8].
  • Entwicklungsdauer: Je nach Art fressen die Larven zwischen einem und fünf Jahren im Boden, bevor sie sich verpuppen [8][27].

Was sind Engerlinge eigentlich?

Der Begriff „Engerling“ ist ein Trivialname für die Larven der Käferfamilie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Systematisch gehören sie zur Ordnung der Käfer (Coleoptera) [3]. Ihr Name leitet sich vermutlich von ihrer charakteristischen C-förmigen Krümmung ab, die sie im Ruhezustand oder bei Gefahr einnehmen. Morphologisch zeichnen sie sich durch einen weichen, meist weißlich bis gelblichen Körper, eine harte, braune Kopfkapsel mit kräftigen Beißwerkzeugen (Mandibeln) und drei deutlich erkennbare Beinpaare am Brustabschnitt aus [6][10].

Interessanterweise ist das Nahrungsspektrum innerhalb dieser Familie extrem breit gefächert. Während wir im Garten meist nur die wurzelfressenden Arten als „Engerlinge“ wahrnehmen, gehören zur selben Familie auch nützliche Mistkäfer, deren Larven sich von Dung ernähren, oder die imposanten Nashornkäferlarven, die in Sägemehlhaufen oder Kompost leben [1][27]. Die Unterscheidung ist für Gärtner essenziell, da eine falsche Bekämpfung geschützte Nützlinge treffen kann.

Was fressen Engerlinge im Detail? Wurzeln vs. Humus

Die Ernährung der Engerlinge lässt sich grob in zwei Kategorien unterteilen: phytophag (pflanzenfressend) und saprophag (von totem Material lebend). Diese Unterscheidung bestimmt, ob ein Engerling im Garten als Schädling oder als Nützling eingestuft wird.

1. Phytophage Engerlinge: Die Wurzelfresser

Diese Gruppe umfasst die für Gärtner und Landwirte problematischen Arten. Sie ernähren sich von den lebenden Wurzeln verschiedenster Pflanzen. Dabei ist ihr Appetit oft nicht wählerisch, doch es gibt Vorlieben [27]:

  • Gräser: Besonders die Larven des Gartenlaubkäfers und des Junikäfers sind auf die Wurzeln von Rasengräsern spezialisiert [1][13].
  • Gehölze: Maikäfer-Engerlinge fressen bevorzugt an den Wurzeln von Laubbäumen wie Eichen, Buchen oder Obstbäumen, verschmähen aber auch Nadelhölzer wie Kiefern nicht [10][21].
  • Kulturpflanzen: In Gärten werden oft Wurzeln von Erdbeeren, Kartoffeln, Rüben und verschiedenen Zierpflanzen befallen [8][27].

Der Fraß an den Wurzeln führt dazu, dass die Pflanzen kein Wasser und keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. Bei starkem Befall lässt sich die Grasnarbe oft wie ein Teppich vom Boden abheben [4].

2. Saprophage Engerlinge: Die Humusbildner

Diese Larven sind die „Regenwürmer unter den Käfern“. Sie fressen ausschließlich abgestorbenes organisches Material und wandeln es in wertvollen Humus um [12].

  • Kompost und Mulm: Rosenkäferlarven finden sich fast ausschließlich in Komposthaufen oder in verrottendem Holz (Mulm) [12][29].
  • Totholz: Nashornkäferlarven sind auf stark zersetztes Holz oder Sägemehl spezialisiert [27].
Wichtiger Hinweis: Rosenkäferlarven fressen keine lebenden Wurzeln! Wenn Sie Engerlinge im Kompost finden, handelt es sich fast immer um diese nützlichen Helfer, die zudem unter Naturschutz stehen [12][29].

Die wichtigsten Arten und ihre spezifische Nahrung

Um zu verstehen, was Engerlinge fressen, muss man die jeweilige Art betrachten. Die Lebenszyklen und Fressphasen unterscheiden sich erheblich.

Der Maikäfer (Melolontha melolontha)

Die Larven des Maikäfers haben einen Entwicklungszyklus von drei bis fünf Jahren [8][10]. Im ersten Jahr ernähren sie sich hauptsächlich von Humusstoffen im Boden. Erst ab dem zweiten Jahr (L2-Stadium) und besonders im dritten Jahr (L3-Stadium) wechseln sie zu kräftigen Pflanzenwurzeln [10][27]. Sie fressen an den Wurzeln von Gräsern, Kräutern und besonders intensiv an jungen Bäumen. Ein einziger Engerling im dritten Stadium kann durch seinen enormen Appetit eine junge Pflanze komplett zum Absterben bringen [21].

Der Junikäfer (Amphimallon solstitiale)

Junikäfer-Engerlinge benötigen meist zwei Jahre für ihre Entwicklung [8][27]. Sie sind primär Rasenschädlinge. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus den Wurzeln von Gräsern. Da sie oft in großen Gruppen auftreten, können sie ganze Rasenflächen innerhalb kurzer Zeit vernichten [13][20].

Der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola)

Diese Art hat einen sehr kurzen, einjährigen Zyklus [1][8]. Die Larven schlüpfen im Hochsommer und beginnen sofort mit dem Fraß an den Wurzeln der Gräser. Die Hauptschadenszeit liegt zwischen Ende Juli und Oktober [1]. Da sie sehr flach unter der Grasnarbe fressen (ca. 5–16 cm tief), ist der Schaden an Rasenflächen hier besonders offensichtlich [1].

Der Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Wie bereits erwähnt, fressen Rosenkäferlarven totes Material. Sie sind oft in Komposthaufen zu finden, wo sie Pflanzenreste zersetzen [12][29]. Ein interessantes Merkmal zur Unterscheidung: Rosenkäfer-Engerlinge bewegen sich auf einer glatten Oberfläche auf dem Rücken fort, während Maikäfer-Larven in Seitenlage kriechen [12][27].

Warum fressen Engerlinge so viel? Der Lebenszyklus

Der enorme Hunger der Engerlinge ist biologisch notwendig. Die Larven müssen während ihrer Zeit im Boden genügend Energie speichern, um die Metamorphose zum Käfer zu bewältigen und als adultes Tier flugfähig zu sein. Die meisten Blatthornkäfer fressen als Imagines (ausgewachsene Käfer) nur noch sehr wenig oder führen lediglich einen sogenannten Reifungsfraß an Blättern durch [10][27].

Besonders kritisch ist das dritte Larvenstadium (L3). In dieser Phase wachsen die Tiere am schnellsten und benötigen die meiste Energie. Beim Maikäfer fällt diese Phase oft in das Jahr vor dem großen Flugjahr, weshalb Schäden zyklisch auftreten [21]. Die Larven wandern je nach Jahreszeit vertikal im Boden: Im Winter ziehen sie sich in frostfreie Schichten bis zu 80 cm Tiefe zurück, im Frühjahr steigen sie zur Nahrungsaufnahme wieder in die wurzelreichen oberen Schichten auf [1][10].

Schadbilder: Woran erkennt man den Fraß?

Da man die Engerlinge selbst selten sieht, muss man auf die Symptome achten, die ihr Fraß verursacht:

  1. Welkeerscheinungen: Pflanzen lassen trotz ausreichender Bewässerung die Blätter hängen, da die Wurzelmasse reduziert ist [4].
  2. Gelbe Flecken im Rasen: Der Rasen stirbt stellenweise ab. Diese Stellen lassen sich oft leicht mit der Hand herausziehen [13][27].
  3. Sekundärschäden: Vögel (Krähen, Stare), Igel, Dachse oder Wildschweine graben den Boden oder Rasen um, um an die eiweißreichen Larven zu gelangen [4][8][21]. Oft ist dieser „Umgrabeschaden“ optisch schlimmer als der eigentliche Wurzelfraß.
  4. Wachstumshemmung bei Gehölzen: Junge Bäume treiben im Frühjahr schlecht aus oder sterben im Sommer plötzlich ab [21].

Prävention: Wie man den Hunger der Engerlinge stoppt

Vorbeugung ist der beste Schutz. Da die Käferweibchen ihre Eier bevorzugt in lockere, sonnige und lückige Böden ablegen, können gezielte Maßnahmen den Befall verhindern [1][4]:

  • Dichte Grasnarbe: Ein gut gepflegter, dichter Rasen erschwert den Käfern die Eiablage [1][4].
  • Schnitthöhe: Während der Flugzeit der Käfer (Mai bis Juli) sollte der Rasen nicht zu kurz gemäht werden [1][4].
  • Bewässerung: Gezieltes Wässern während der Flugzeit kann die Bodenoberfläche kühlen und für die Eiablage weniger attraktiv machen [1].
  • Netze: Über wertvollen Beeten können während der Flugzeit engmaschige Netze gespannt werden, um die Käfer an der Eiablage zu hindern [10][29].

Bekämpfung: Wenn der Schaden bereits da ist

Sollten Sie feststellen, dass Engerlinge Ihre Pflanzen fressen, gibt es verschiedene Ansätze zur Bekämpfung. Chemische Mittel sind im Hausgarten heute kaum noch zugelassen und oft wirkungslos gegen die tief im Boden lebenden Larven [2][16].

Biologische Bekämpfung mit Nematoden

Die effektivste Methode gegen Gartenlaubkäfer und Junikäfer ist der Einsatz von nematodenhaltigen Präparaten (z. B. Heterorhabditis bacteriophora). Diese mikroskopisch kleinen Fadenwürmer dringen in die Engerlinge ein und töten sie mithilfe eines Bakteriums ab [1][4][16]. Der ideale Zeitpunkt für die Ausbringung ist der Spätsommer (August/September), wenn die Larven noch jung und empfindlich sind [1][16].

Mechanische Bekämpfung

Durch intensives Fräsen oder Umgraben des Bodens können die Larven mechanisch vernichtet oder an die Oberfläche befördert werden, wo sie von Vögeln gefressen werden [8][27]. Dies ist besonders bei Neuanlagen von Rasenflächen sinnvoll.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Fressen Engerlinge auch Wurzeln von Unkraut?

Ja, Engerlinge sind oft Generalisten. Sie fressen an den Wurzeln fast aller Pflanzen, die sie im Boden finden, einschließlich Kräutern und Wildgräsern [27].

Können Engerlinge im Kompost meinen Garten zerstören?

Nein, in der Regel nicht. Engerlinge im Kompost sind meist Rosenkäferlarven, die nur totes Material fressen. Sie sind nützlich und sollten beim Ausbringen des Komposts geschont werden [12][29].

Wie viele Engerlinge pro Quadratmeter sind schädlich?

Die Schadschwelle liegt beim Maikäfer bei etwa 20–40 Larven pro Quadratmeter, beim Gartenlaubkäfer bereits ab ca. 100 Larven pro Quadratmeter [1][8][27].

Fressen Engerlinge auch im Winter?

Nein. Sobald die Bodentemperaturen sinken, stellen die Larven die Nahrungsaufnahme ein und wandern in tiefere, frostfreie Schichten zur Winterruhe [1][10].

Was fressen die erwachsenen Käfer?

Das ist unterschiedlich. Maikäfer fressen Blätter von Laubbäumen, Rosenkäfer fressen Pollen und Blütenblätter, und Junikäfer fressen oft gar nichts mehr oder nur sehr wenig Laub [10][13][27].

Fazit

Zu wissen, was Engerlinge fressen, ist der erste Schritt zu einem gesunden Garten. Während die wurzelfressenden Larven von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer ernsthafte Schäden an Rasen und Pflanzen verursachen können, sind die Larven des Rosenkäfers im Kompost nützliche Helfer. Eine genaue Bestimmung ist daher unerlässlich, bevor man Maßnahmen ergreift. Setzen Sie auf Prävention durch gute Bodenpflege und nutzen Sie bei Bedarf biologische Lösungen wie Nematoden, um das Gleichgewicht in Ihrem Garten zu bewahren. Haben Sie Engerlinge in Ihrem Garten entdeckt? Prüfen Sie genau, ob es sich um Schädlinge handelt, und handeln Sie gezielt!

Quellenverzeichnis

  1. Martin Bocksch: Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) - Biologie und Bekämpfung.
  2. Gisbert Zimmermann: Vorkommen und Bekämpfung der Maikäfer in Deutschland: Ein historischer Rückblick, 2004.
  3. Wikipedia: Blatthornkäfer (Scarabaeidae) - Merkmale und Systematik.
  4. Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: Informationen zum Pflanzenschutz - Gartenlaubkäfer.
  5. DSV Innovation: Das große Fressen - Engerling-Situation in Österreich, 2020.
  6. Weihenstephan-Triesdorf: Maikäfer und Engerlinge - Biologie und Wirtspflanzen.
  7. Biohelp: Unterscheidungshilfe für Engerlinge.
  8. LANUV NRW: Der Junikäfer - Tier des Monats Juni, 2012.
  9. Hermann Strasser: Biologisch gegen den Mai- und Gartenlaubkäfer, Universität Innsbruck.
  10. Josef H. Reichholf: Der Junikäfer in südostbayerischen Gärten, 2022.
  11. Landratsamt Karlsruhe: Der Wald-Maikäfer - Schädigung durch Engerlinge.
  12. LTZ Augustenberg: Der Junikäfer und seine Engerlinge - Hinweise zur Pflanzengesundheit, 2021.
  13. Inatura Fachberatung: Maikäfer und Engerlinge im Garten, 2012.

Weiterführende Artikel zum Thema

Schädlingsfrei mit Silberkraft

Schädlingsfrei mit gutem Gewissen!

Schädlingsfrei mit Silberkraft

Schädlingsfrei mit gutem Gewissen!
Aus 300+ Bewertungen
Alle Produkte