11 Tipps gegen Hausstaubmilben – So erkennst und bekämpfst du Symptome der Hausstauballergie dauerhaft

Lesezeit | 4 Minuten | Basierend auf Erkenntnissen aus der Wissenschaft 

Die Augen jucken, die Nase läuft und das Atmen fällt schwer. Besonders schlimm sind die Symptome spät Abends oder früh Morgens nach dem Aufstehen. Viele Allergiker kennen das leider nur zu gut. Das Bizarre an der Sache? Mit dem Schuldigen teilen Sie sich die Betroffen oftmals das eigene Bett. Die Rede ist natürlich von der Hausstaubmilbe. Bis zu 1,5 Millionen Milben können sich auch in Deinem Bett aufhalten.

Laut Forsa Umfrage für die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) sind ca. 30 % aller Deutschen Allergiker.  Mit bloßem Auge sind sie kaum zu erkennen, denn die Tierchen sind nicht größer als 0,1 bis 0,5 Millimeter. Dennoch können die kleinen Tierchen große Probleme verursachen. Jeder der das ganze Jahr über mit den Beschwerden zu kämpfen hat, weiß wovon wir sprechen.

Doch was hilft wirklich bei einer Hausstauballergie? Erfahre alles, was du über die Hausstaubmilbe wissen musst und vor allem wie Du die Plagegeister inklusive verschnupfter Nase wieder los wirst. 

Die Hausstaubmilbe im Überblick

Die Hausstaubmilbe gehört zur Gattung der Spinnentiere. Sie sind überall dort zu finden wo sich auch Menschen und Tiere wohlfühlen, denn Sie ernähren sich hauptsächlich vonHautschuppen und Schimmelpilzen. Das heimische Bett bietet durch seine hohe Luftfeuchtigkeit von bis zu 80% und seiner angenehm warmen Temperatur zwischen 25 und 30 Grad den idealen Wohnort.

Gebräuchliche Bezeichnung:

Milbe, Hausstaubmilbe (Dermatophagoides )

Größe:

Hausstaubmilben sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, da sie nur 0,1- 0,5 Millimeter groß werden.

Gewohnheiten und Lebensraum:

Milben überleben bis auf wenige Ausnahmen nicht im Freien. Die optimalen Lebensbedingungen finden sie in Haus und Wohnung. Die Mehrheit der im Haus lebenden Hausstaubmilben befindet sich im Bett (sowohl in der Matratze als auch auf dem Oberbett, in Decken und Kissen). Die Hausstaubmilbe produziert ca. 20 kügelchen Kot pro Tag.

Natürliche Feinde:

Milbe Cheyletus, Silberfische und der Bücherskorpion

Alter:

Abhängig von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit können die Tierche bis zu 100 Tage alt werden.

Woher kommen Hausstaubmilben?

Im Gegensatz zu Bettwanzen oder Läusen, die in Ihr Zuhause eingeschleppt werden können, kommen Milben natürlicherweise in unserer Umgebung vor. Das Vorkommen von Milben in der eigenen Wohnung ist daher keinesfalls ein Anzeichen mangelnder Hygiene.

Hausstaubmilben bevorzugen Orte mit hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen. Ideale Überlebensbedingungen finde die Milben dort wo viele Hautschuppen zu finden sind. Zu Ihren Lieblingsorten zählen Matratzen, Bettzeug, Kissen, Teppiche oder auch Kuscheltiere.

Hausstaubmilbenallergie – Die Allergie, Symptome und Ihre Auslöser

Umgangssprachlich wird oft von der sogenannten Hausstauballergie gesprochen. Tatsächlich lösen weder der Hausstaub noch die Milben an sich die Allergie aus. Milben selbst sind grundsätzlich harmlos, sie übertragen keine Krankheiten und beißen auch nicht. Problematisch sind Ihre Hinterlassenschaften also der Milbenkot. Dieser sorgt für eine verstopfte Nase, juckende Augen und Niesanfälle.

Sobald der Kot der Milbe trocknet, zerfällt er in seine Einzelteile und vermischt sich mit dem Hausstaub. Ein kleine Bewegung reicht aus, um den Hausstaub inklusive Milbenkot aufzuwirbeln. Wird der Staub nun von uns eingeatmet, löst er die bekannten Beschwerden aus.

Für diejenigen unter Ihnen, die es etwas genauer wissen wollen:

Die Betroffenen reagieren dabei auf ein Allergen das sich im Milbenkot befindet. Die allergischen Reaktionen werden dadurch hervorgerufen, das der Körper überempfindlich auf in der Regel harmlose Substanzen reagiert. Beim ersten Kontakt mit dem Allergen reagiert der Körper noch nicht allergisch. Allerdings hat er sich die verdächtige Substanz gemerkt. Beim zweiten Kontakt geht der Körper nun in den Verteidigungsmodus über. Er will sich vor der vermeintlich gefährlichen Substanz schützen, daher bildet der Körper Antikörper, also Abwehrstoffe. Diese verursachen die Ausschüttung von Histamin. Histamin ist der Auslöser vieler allergischer Reaktionen wie z.B. Hautrötungen oder eben auch eine laufende Nase.

Typische Symptome für eine Hausstauballergie

Aufgrund der Symptome wird die Hausstauballergie oftmals mit einer Erkältung oder Heuschnupfen verwechselt. Die Symptome treten verstärkt nachts und morgens nach dem Aufstehen auf, da Allergiker hier am intensivsten und längsten den Allergenen auf der Matratze ausgesetzt sind.

Zu den häufigsten Symptomen einer Hausstauballergie zählen:

  • Husten
  • Niesanfälle
  • Schnupfen
  • Juckreiz der Augen
  • Kopfschmerzen

Am schlimmste ist die Belastung laut Deutschem Allergie– und Asthmabund (DAAB) zwischen Mai und Oktober. Auch wenn danach durch verstärktes Heizen die Luftfeuchtigkeit abnimmt, ist immer noch eine große Menge an Kot verfügbar, daher ist die Allergie im Herbst meistens am intensivsten.

Im schlimmsten Fall kann sich aus einer einfache Hausstauballergie Asthma entwickeln. Daher ist es wichtig frühzeitig vorzubeugen.

11 Tipps gegen Hausstaubmilben

Zur Behandlung der akuten Symptome, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Neben kurzfristigen therapeutischen Maßnahmen und Medikamenten, solltest du langfristig die Milbenbelastung reduzieren. Hierfür ist es notwendig an den Ursachen für die starke Milbenbelastung zu arbeiten und sofort effektive Gegenmaßnahmen im Alltag einzuleiten. Auch wenn sich Milben nie komplett aus der eigenen Wohnung vertreiben lassen, so können bestimmte Maßnahmen doch dazu beitragen den Bestand drastisch zu senken.

Hier findest du eine Auswahl wirksamer Sofortmaßnahmen

  1. Waschen auch Kuscheltiere bei 60 Grad oder lege diese für 24 Stunden in das Eisfach. Dadurch sterben die darin enthaltenen Milben ab.
  2. Halte die Luftfeuchtigkeit und die Zimmertemperatur im Schlafzimmer möglichst niedrig, dadurch bremst du die Vermehrung der Milben.
  3. Bei einer Hausstauballergie solltest du deine Wohnung stets gut lüften (2- 3 Mal am Tag Stoßlüften).
  4. Um nicht unnötig noch mehr Hausstaub aufzuwirbeln solltest du keine Klimaanlagen oder Ventilatoren verwenden.
  5. Schaffen Sie sich alle 5-7 Jahre eine neue Matratze an.
  6. Allergiker sollten ihre Matratze zudem mindestens 1 Mal im Jahr einer ordentlichen  Matratzenreinigung unterziehen.
  7. Verwende Encasings (speziellen Milbenschutz für Matratzen). Ausführliche Informationen findest Du weiter unten.
  8. Wasche Deine Bettwäsche mindestens alle 2 Wochen bei 60 Grad. Nur so sterben die Milben wirklich ab. Verwende immer das Normal- und nicht das Kurzprogramm.
  9. Decke deine Matratze tagsüber nicht zu. Die Wärme und Luftfeuchtigkeit verstärkt die Milbenbildung.
  10. Daher solltest du ebensowenig eine Tagesdecke verwenden.
  11. Verzichte im Schlafzimmer auf Staubfänger wie Gardinen, Kuscheltiere im Bett oder Teppiche.

Auch wenn sich Hausstaubmilben nie komplett verhindern lassen, so kann die Anzahl der Kot produzierenden Tierchen doch drastisch gesenkt werden. Im folgenden findest du zusätzliche Mittel die dir dabei helfen Hausstaubmilben garantiert zu reduzieren.

 Encasings

Sogenannte Encasings sind eines der wirkungsvollsten Mittel für Allergiker im Kampf gegen die lästige Hausstaubmilbenallergie. Doch was sind Encasings? Encasings sind besonders entwickelte Schutzhüllen für Allergiker. Die Überzüge sind so dicht gewebt, dass die Tiere sich nicht in der Matratze, dem Kissen oder Bettbezug einnisten können. Auch, Hautschuppen, die Hauptnahrungsquelle können durch das spezielle Material  nicht ins Matratzen innere gelangen. Die Schutzhülle wird einfach über die Matratze, das Kissen oder Bett gezogen. Darüber wird wie gewohnt die Bettdecke bezogen.

 

Ätherische Öle gegen Milben

Die Wirksamkeit von ätherischen Ölen deutet darauf hin, dass zur Bekämpfung von Hausstaubmilben beitragen können. 

Da viele Kunden und Betroffene von den Mitteln begeistert sind, wollen wir dir im Folgenden die vielversprechendsten Mittel vorstellen:

Niemöl oder auch Neemöl

Ein weiteres beliebtes Mittel ist sogenanntes Niemöl. Das pflanzliche Öl wird im Kaltpressverfahren aus den Samen des Niembaums gewonnen. Im Gegensatz zu anderen chemischen Wirkstoffen tötet Neemöl Milben nicht sofort. Vielmehr greift das Öl in den Hormonhaushalt der Tierchen ein und sorgt dafür, dass sie sich nicht mehr Fortpflanzen können.  Bei regelmäßiger Anwendung wird so der Milben Bestand inklusive Kotbällchen reduziert.

Wann macht die Behandlung mit Neemöl Sinn?

Die Behandlung mit Neemöl macht vor allem dann Sinn, wenn du einem starken Milbenbefall vorbeugen willst. Beim Kauf unbelasteter Matratzen, Kissen und Bettdecken lohnt sich der Einsatz von Niemöl von Anfang an. Wichtig ist es die Anwendung regelmäßig zu wiederholen.

Teebaumöl

Ein weiteres beliebtes Mittel gegen Hausstaubmilben ist Teebaumöl. Hierzu wird Teebaumöl mit Wasser vermischt und mit Hilfe einer Sprühflasche auf die Textilien aufgetragen. Teebaumöl soll die Milben zuverlässig abtöten.

Polei-Minze

Die Polei-Minze auch bekannt als Flohkraut zeigte sich in wissenschaftlichen Studien am wirkungsvollsten gegen Milben. Zur Anwendung kann das Öl mit Wasser vermengt werden und per Sprühflasche auf die Matratze aufgetragen werden. In Versuchen wurden bis zu 98% der Milben abgetötet.

Hinweis: Da die Poleiminze Pulegon enthält, das leberschädigend wirken kann, sollte die Minze nur für äußerliche Zwecke eingesetzt werden. Während der Schwangerschaft sollte auf die Anwendung mit Poleiminze verzichtet werden.

 

Fazit

Obwohl  Hausstaubmilben an sich nicht wirklich gefährlich sind, verursacht ihr Kot schwerwiegende Allergien. Eine Hausstaubmilbenallergie kann zu Dauerschnupfen, Atemnot und im schlimmsten Fall sogar zu Asthma führen.

Mit einfachen Maßnahmen wie Reduktion der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, kann auch die Anzahl der Kot produzierenden Milben reduziert werden. Allergiker sollten zudem nicht auf zusätzliche Mittel wie Encasings also Schutzhüllen für Matratzen und Betten verzichten. Denn eins ist klar: Von alleine werde die Tierchen nicht verschwinden. Vorbeugende Maßnahmen wie z.B. Milbensprays basierend auf natürlichen Wirkstoffen bilden die perfekte Ergänzung für den Start in ein Allergiefreies Leben.

Schlagwörter: hausstaubmilben, milben, symptome