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Mehlmilbe Acarus siro

Mehlmilbe
Medium Risk Allergenic Can bite Physical Hazard Can sting Beneficial

Taxonomy

Kingdom Tiere (Animalia)
Phylum Gliederfüßer (Arthropoda)
Class Spinnentiere (Arachnida)
Order Hornmilben (Sarcoptiformes)
Family Acaridae
Genus Acarus
Species Acarus siro
Scientific Name Acarus siro Linnaeus, 1758
Accepted Name

Einleitung

Die Mehlmilbe (*Acarus siro*) ist eine weltweit verbreitete Art aus der Familie der Acaridae, die primär als wirtschaftlich bedeutender Vorratsschädling an Getreideprodukten, Trockenfrüchten und Käse auftritt. Historisch oft unter dem Synonym *Tyroglyphus farinae* beschrieben, besiedelt die Art bevorzugt kühle, feuchte Lagerstätten und verursacht durch Fraß sowie Kontamination mit Allergenen erhebliche Schäden. Abzugrenzen ist sie von morphologisch ähnlichen Vertretern wie *Tyrophagus*-Arten oder *Acarus farris* durch mikroskopische Merkmale der Beinborsten.[1] In der biologischen Schädlingsbekämpfung findet *Acarus siro* zudem Verwendung als Futterwirt für die Massenzucht von nützlichen Raubmilben.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Acarus siro* erfolgt sexuell, wobei Weibchen nach der Paarung Spermien speichern und im Laufe ihres 42- bis 51-tägigen Lebens bis zu 800 Eier ablegen können. Die Eiablagerate ist temperaturabhängig und erreicht unter optimalen Bedingungen Spitzenwerte von 28 bis 29 Eiern pro Tag. Der Entwicklungszyklus verläuft über das Ei, die sechsbeinige Larve sowie die Stadien Protonymphe, Deutonymphe und Tritonymphe bis zum achtbeinigen Adulttier. Unter idealen Bedingungen bei 20–25 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 75–85 % dauert die Entwicklung vom Ei bis zur Imago lediglich 9–10 Tage. Bei kühleren Temperaturen verlangsamt sich dieser Prozess erheblich, sodass eine Generation bei 4 °C bis zu 78 Tage benötigen kann. Eine physiologische Besonderheit ist das fakultative Hypopus-Stadium, eine widerstandsfähige, nicht fressende Form der Deutonymphe, die bei Stressfaktoren wie Nahrungsmangel oder Trockenheit (unter 50 % Luftfeuchte) gebildet wird. Dieses Dauerstadium ermöglicht durch Phoresie an Insekten die Verbreitung in neue Lebensräume und das Überdauern ungünstiger Umweltbedingungen, bis sich die Verhältnisse bessern. Ernährungsphysiologisch sind Larven und Adulte auf feuchte, pilzbewachsene Substrate angewiesen, wobei sie primär den Getreidekeimling und das von Schimmelpilzen (*Aspergillus*, *Penicillium*) befallene Endosperm fressen. Intaktes Mehl wird seltener direkt als Hauptnahrungsquelle genutzt, da die Milben für ihre Entwicklung eine Substratfeuchte von über 13,4 % benötigen. Zu den natürlichen Feinden zählen räuberische Milben wie *Cheyletus eruditus* und *Cheyletus malaccensis*, die Populationen in Lagerstätten signifikant dezimieren können.[1] Aufgrund ihrer Eignung als Beutetier wird *Acarus siro* in der biologischen Schädlingsbekämpfung zudem gezielt als Futterwirt für die Massenzucht von Nützlingen wie *Amblyseius swirskii* eingesetzt.[2]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    22.06.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

EP-2232986-A3 Biological Unbekannt

Milbenzusammensetzung, deren Zucht und Verfahren zur Anwendung der Zusammensetzung in biologischen Bekämpfungssystemen

Agrobio S L (2010)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt eine biologische Zusammensetzung zur Schädlingsbekämpfung, die jedoch Acarus siro nicht als Ziel, sondern als Hilfsmittel nutzt. Die Kernidee ist die Zucht von Raubmilben (z.B. Amblyseius montdorensis) unter Verwendung von Acarus siro als Futterwirt (factitious host). Diese Methode ermöglicht eine stabile Massenzucht und Verteilung der Nützlinge für den Einsatz in kommerziellen Kulturen wie Tomaten. Acarus siro dient hier also als essentielle Nahrungsquelle, um die Population der Raubmilben aufrechtzuerhalten.

ES-2345593-A1 Biological Unbekannt

Zusammensetzung von Materialien, Verfahren zu deren Zucht und Verwendung einer solchen Zusammensetzung in biologischen Bekämpfungsprogrammen

Agrobio S L (2009)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Ähnlich wie im vorangegangenen Patent wird hier Acarus siro als Futterwirt für die Zucht der Raubmilbe Amblyseius swirskii eingesetzt. Das Patent beschreibt das Verfahren zur gemeinsamen Zucht und die daraus resultierende Zusammensetzung für biologische Kontrollprogramme. Die Innovation liegt in der Nutzung der Mehlmilbe als effektive Nahrungsquelle, um die Raubmilbenpopulation vor dem Ausbringen im Feld zu stärken. Es handelt sich um eine Anwendung zur Nützlingsförderung, nicht zur direkten Bekämpfung der Mehlmilbe selbst.

DE-4114980-A1 Chemical Unbekannt

Bekämpfung von allergieauslösenden Milben - insbesondere in Teppichen, Möbeln und Matratzen, umfassend die Sättigung des Lebensraums mit Mentholdampf

Wolf Joachim Dipl Ing (1991)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt eine Methode zur direkten Bekämpfung von Milben, einschließlich Acarus siro, mittels Mentholdampf. Trägermaterialien werden mit Menthol imprägniert und in befallenen Bereichen wie Teppichen oder Matratzen platziert, um eine tödliche Konzentration in der Luft zu erreichen. Die Methode ist besonders effektiv gegen Hausstaub- und Vorratsmilben und bietet eine Alternative zu synthetischen Akariziden, da sie für Menschen und Haustiere weniger schädlich ist. Acarus siro wird spezifisch als einer der bekämpfbaren Zielorganismen genannt.

GB-1318560-A Biological Unbekannt

Milbenantigen, Verfahren zu seiner Herstellung und Verfahren zu seiner Verwendung in der Therapie

Mundipharma AG (1970)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Das Patent betrifft die medizinische Nutzung von Acarus siro zur Herstellung von Antigenen. Es wird ein Verfahren beschrieben, um Proteine aus der Milbe zu extrahieren, die dann zur Diagnose von Allergien oder zur Desensibilisierungstherapie verwendet werden. Obwohl es keine Methode zur Bekämpfung der Milbe im landwirtschaftlichen Sinne ist, ist es relevant für das Verständnis der biologischen Eigenschaften und der allergenen Wirkung von Acarus siro. Die Innovation liegt in der Aufreinigung spezifischer Antigene für pharmazeutische Zwecke.