Mücken bekämpfen

Wer die Menschen nach den lästigsten Insekten befragt, dürfte in den meisten Fällen vor allem eine Antwort erhalten: Mücken. Speziell in den Sommermonaten haben wir in Deutschland mit den kleinen „Biestern“ richtig hart zu kämpfen, denn nur allzu gerne stechen die Mücken in der untergehenden Sonne ihre hilflosen Opfer. Die gute Nachricht: Mücken bekämpfen ist auf verschiedenen Wegen möglich und funktioniert heutzutage sogar ganz ohne chemische Zusatzmittel und Gifte. Wie genau, haben wir im Folgenden aufgeführt. Zusätzlich dazu wollen wir uns aber auch einmal etwas näher mit dem ungeliebten Begleiter der Sommertage beschäftigen.

Mücken: Was muss ich über die Tiere wissen?

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der bisher in seinem Leben das Glück hatte, noch nie auf eine Mücke getroffen zu sein. Das Aussehen ist daher grundlegend bekannt, auch wenn es zwischen den einzelnen Unterarten der Mücken noch einmal deutliche Unterschiede geben kann. In der Regel handelt es sich aber um enorm schlanke bzw. zarte Tieren, die mit fadenförmigen und vielgliedrigen Fühlern ausgestattet sind. Zusätzlich dazu besitzt die Mücke lange und dünne Beine. Insgesamt gibt es rund 45 Familien, wobei alle Familien der Mücken zur Klasse der Insekten und da zur Ordnung der Zweiflügler gehören. In Deutschland, aber auch in Österreich oder der Schweiz ist die Stechmücke die bekannteste Vertreterin ihrer Art. Gleichzeitig werden aber auch immer wieder exotische Mückenarten importiert – zum Beispiel durch den Import von verschiedenen Waren.

Hierdurch kommen oftmals gefährliche Mückenarten in die europäischen Regionen, die möglicherweise Krankheitserreger übertragen können. Hierzu gehören beispielsweise die asiatische Buschmücke, die Tigermücke oder die Gelbfiebermücke. Die hier heimischen Mückenarten wiederum sind ungefährlich und tragen in der Regel keine Krankheitserreger in sich. Ohnehin kann nicht jede Mücke einen Krankheitserreger transportieren. Aber dazu im weiteren Verlauf mehr. Erst einmal sicherlich interessant zu wissen ist, dass die Stechmücken in Österreich als Gelsen bezeichnet werden. Im fränkischen Raum wiederum wird oftmals von Schnaken gesprochen. Das sorgt oftmals für Verwirrungen, denn die Schnaken sind ebenfalls ein Insekt. Anders als die Stechmücke, gehören die Schnaken jedoch nicht zu den Blutsaugern.

Nahrungsmittel und Ernährung: Was zieht Mücken an?

Mückenarten wie die Stechmücke ernähren sich vor allem von menschlichem Blut. Dieses ist für das Überleben der Tiere von enormer Bedeutung – und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur das eigene Leben wird so gesichert, sondern auch das Leben des möglichen Nachwuchses. Bei den Stechmücken ist es nämlich so, dass die Weibchen nach der Befruchtung durch ein Männchen zwingend eine Blutmahlzeit zu sich nehmen müssen. Andernfalls ist nicht genug Protein im Körper vorhanden, um Eier bilden zu können. Die männlichen Stechmücken wiederum saugen kein Blut, sondern können sich nur von freiliegenden Flüssigkeiten ernähren und diese Aufsaugen. Die eigenen Stechborsten sind im Vergleich zu den Weibchen verkürzt und somit nicht für einen Stich geeignet.

Abgesehen vom Blut stehen auf dem Speiseplan der Mücken aber zum Beispiel auch zuckerhaltige Pflanzensäfte, die von Männchen und Weibchen aufgenommen werden können. Am liebsten wird hier auf Nektar zurückgegriffen, da dieser ausreichend Kohlenhydrate und damit genügend Energie für die kleinen Insekten liefert.

Welchen Zweck erfüllen Mücken in der Natur?

Egal, ob im Kinderzimmer, Schlafzimmer, dem Bad oder auch nur auf dem Balkon: Menschen empfinden die Mücken in der Regel immer als störend. In der Natur jedoch sind die kleinen Insekten, genau wie andere Schädlinge und Parasiten auch, enorm wichtig. Diese dienen zum Beispiel als Nahrungsmittel für viele andere Tiere und würden bei einem Aussterben somit dafür sorgen, dass auch für andere Lebewesen wichtige Nahrungsquellen verloren gehen würden. Darüber hinaus sind Parasiten in gleicher Weise dafür zuständig, das Gleichgewicht an Wirtstieren in einem passenden Rahmen zu halten. Immer wieder kommt es zum Beispiel bei anderen Tieren zu tödlichen Infektionen durch einen Mückenstich, wodurch die Größe der Population „kontrolliert“ werden kann. Obwohl die Mücken also vollkommen unzweifelhaft für die Menschen enorm belästigend sind, haben sie definitiv ihre Daseinsberechtigung. Wie jedes andere Lebewesen auch.

Können Mücken Krankheiten übertragen?

Auch in Europa ist es tatsächlich nicht ausgeschlossen, dass eine Krankheit durch eine Mücke übertragen werden kann. Allerdings müssen hierfür gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. So ist es erforderlich, dass die Mücke selbst von dem jeweiligen Erreger infiziert wurde. Dieser muss sich in der Mücke vermehren und gleichzeitig in die Speicheldrüse des Tieres gelangen. Erst wenn das der Fall ist, kann die Stechmücke mit einem Stich die Bakterien, Viren und Krankheitserreger an den Menschen übergeben.

In Deutschland und anderen Teilen Mitteleuropas hält sich das Infektionsrisiko durch einen Mückenstich allerdings stark in Grenzen, in anderen Ländern der Erde sieht dies anders aus. So sind speziell die tropischen Regionen unseres Kontinents enorm gefährdet. Hier übertragen Mücken Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber, das Zika-Virus oder Gelbfieber. Und im schlimmsten Fall können derartige Infektionen zum Beispiel zum eigenen Tod oder auch zu Fehlbildungen beim ungeborenen Nachwuchs führen.

Mücken fernhalten: Darauf ist zu achten

Das Mücken bekämpfen ranken sich in Deutschland noch immer zahlreiche Mythen. Erst einmal wichtig ist hierbei zu wissen, was genau eine Region für Mücken überhaupt interessant macht, bzw. was dafür sorgt, dass diese den Weg in diese Region auf sich nehmen. Und genau da sind wir auch schon beim ersten Irrglauben gelandet. Die meisten Menschen halten nämlich zum Beispiel das Licht für einen entscheidenden Faktor. Aus diesem Grund wird beispielsweise immer schön das Licht gedämmt, wenn ein paar Stunden in der Abendluft im Außenbereich verbracht werden sollen. Tatsächlich ist das Licht für die Tiere aber vollkommen irrelevant. Wir Menschen bekommen diesen Eindruck lediglich dadurch, dass in der Dämmerung ohnehin mehr Mücken unterwegs sind als tagsüber.

Doch wie finden die Mücken ihre Ziele dann? Hierfür sorgen in erster Linie die Körperdüfte (Schweiß, Ammoniak, Fettsäuren etc.) der Menschen, gleichzeitig aber auch das ausgeatmete Kohlenstoffdioxid. Dieses wird von den Mücken erkannt, anschließend macht diese sich dann auf den Weg, ihren Blutwirt zu finden. Sollte die Mücke in einer gewissen Nähe zum Blutwirt sein, entnimmt das Tier dem Duftgeruch laut wissenschaftlichen Untersuchungen zudem auch Informationen zur genauen Entfernen des Wirts, zur Größe, zur Struktur oder dessen Form. Ebenfalls wichtig sind im Nahbereich zum Wirt für das Tier zudem die Körperwärme und verschiedene visuelle Hinweise. Übrigens: Sollte ein großer Mückenschwarm entdeckt werden, ist das nicht immer gleichbedeutend mit einer bevorstehenden Mückenplage. Stattdessen paaren sich viele Mückenarten auf diese Art und Weise.

Hausmittel als Mückenschutz: Natürlich Mücken und Schnaken vertreiben

Heutzutage gibt es verschiedene Mittel, mit denen sich Mücken bekämpfen lassen. Oftmals reichen schon ein paar kleine Mittel und Tricks aus, um wieder ungestört im Freien das Essen im Sonnenuntergang genießen zu können oder einfach mal ein paar Minuten im Garten zu entspannen. Da es aber natürlich Unterschiede zwischen der Bekämpfung im Innenraum und der Bekämpfung in den Außenbereichen gibt, haben wir die verschiedenen Mittel im Folgenden einmal getrennt betrachtet.

Mücken im Haus bekämpfen

In den eigenen vier Wänden gibt es viele Möglichkeiten, einen stabilen Schutz vor den Mücken zu errichten. Hierzu gehört zum Beispiel ein Mückennetz, welches einfach über das eigene Bett gelegt werden kann. Alternativ eignen sich Fliegengitter, die dann allerdings engmaschig genug gestrickt sein müssen, um auch die Mücken vom Eindringen in den Wohnbereich oder die Küche abzuhalten. Ebenfalls empfehlenswert ist es, mit verschiedenen Düften wie Lavendel, Zitrus oder Eukalyptus zu arbeiten. Diese verwirren die Mücken nicht nur, sondern sorgen gleichzeitig auch dafür, dass die Tiere die Umgebung ohnehin eher meiden. Ebenfalls zusätzliche Verwirrung schafft übrigens auch das Anschalten eines Ventilators. In diesem Fall können die Mücken den Ursprung des Geruchs nicht mehr richtig ordnen und werden ihren Blutwirt somit auch nicht ansteuern können.

In den eigenen Räumen ist es zudem ratsam, Schweißgeruch zu verhindern, da auch dieser die Mücken anzieht. Eine Dusche kann hier Abhilfe schaffen, allerdings nur kurzfristig. Darüber hinaus empfehlen wir, auf süße Parfums oder zu stark parfümierte Cremes und Duschgels zu verzichten. Auch diese sorgen durch ihren süßlichen Geruch dafür, dass die Mücken angelockt werden. Zusätzlich können übrigens auch fleischfressende Pflanzen eine Abhilfe schaffen und sind dazu auch noch sehr interessant anzusehen.

Mücken im Außenbereich bekämpfen

Ist das eigene Haus oder die eigene Wohnung mückenfrei, ist das schon einmal die „halbe Miete“. Allerdings verbringen wir gerade in den Sommermonaten auch viel Zeit im Außenbereich und so sollten auch hier Vorkehrungen zum Mückenschutz getroffen werden. Finden sich beispielsweise ein Wasserfass oder eine Regentonne im Garten, sollten diese regelmäßig geleert und gesäubert werden. Insbesondere die Säuberung ist hier noch einmal enorm wichtig, da ansonsten noch immer Eier in der Tonne zu finden sein könnten. Diese entwickeln sich im weiteren Verlauf zu Mückenlarven, aus denen sich dann wiederum Mücken entwickeln. Durch eine Säuberung der Tonne wird dieser Prozess also vorzeitig gestoppt.

Ebenso helfen auch im Garten verschiedene Pflanzen wie Tomaten, Lavendel oder Minze dabei, die Mücken vom eigenen Grundstück fernzuhalten. Wem das noch nicht ausreicht, sind auch hier ätherische Öle wie Zedernholz oder Eukalyptus zu empfehlen. Wer beispielsweise einen Gartenteich besitzt, kann zudem auf natürliche Fressfeinde der Mücken setzen und Frösche oder Goldfische aussetzen. Profi-Tipp: Deutet sich ein akutes Mückenproblem an, kann auch ein wenig gemahlener Kaffee hilfreich sein. Dieser wird auf eine feuerfeste Unterlage gelegt und anschließend angezündet. Der Duft vertreibt die Mücken, gleichzeitig empfinden die meisten Menschen den Geruch als sehr angenehm.

Mückenspray als Universal-Lösung

Sowohl für den Innenbereich als auch für den Außenbereich geeignet ist das Mückenspray. Dieses hat mit alten Produkten aus der Vergangenheit allerdings nicht mehr viel gemeinsam und kann vor allem als natürliches Abwehrmittel bezeichnet werden. Chemie, ein Mückengift oder andere Zusatzstoffe kommen hier nicht zum Einsatz, stattdessen beruht das Spray einzig und allein auf biologischen und natürlichen Bestandteilen. Der große Vorteil liegt somit vor allem im Schutz der Mücken, denn diese werden nicht getötet, sondern lediglich vertrieben. Und wie wir schon festgestellt haben, ist das für die Umwelt enorm wichtig. Darüber hinaus liegt ein weiterer Vorteil der natürlichen Basis darin, dass das Spray auch für Menschen und Haustiere vollkommen ungefährlich ist. Sie müssen sich also keine Sorgen um die eigene Gesundheit oder die Gesundheit des Nachwuchses machen.

Wer die Wirkung des Sprays optimal entfalten möchte, sollte es allerdings nicht bei einer einfachen Anwendung belassen. Stattdessen sollte das Spray in regelmäßigen Abständen versprüht werden. Tipp: Gerade im Innenbereich kann das Spray wunderbar zum Beispiel beim Staubwischen genutzt werden. So wird es nicht nur reinlicher in den eigenen vier Wänden, sondern es wird gleichzeitig auch noch ein effektiver Schutz gegen die Mücken aufgebaut. Das Spray funktioniert übrigens nicht nur als Schutz gegen die Stechmücken, sondern auch gegen andere Mückenarten – wie zum Beispiel die Obstmücken, die aber besser unter dem Namen Fruchtfliegen bekannt sind.

Schützt die eigene Ernährung vor Mückenstichen?

Es halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass die eigene Ernährung maßgeblich dafür verantwortlich ist, ob eine Person von einer Mücke gestochen wird oder nicht. Das ist allerdings nicht richtig. Anders als der Volksglaube meint, helfen Vitamin-Tabletten, Knoblauch, Zwiebeln und Co. nicht dabei, die Mücken effektiv von sich fernhalten zu können. Derartige Produkte werden zwar oftmals mit diesem Argument verkauft, allerdings findet sich wissenschaftlich kein Beleg für die These. Stattdessen ist es so, dass in Untersuchungen auch diese Personen gleichermaßen oft von Mücken gestochen wurden wie Personen, die keinen Knoblauch oder keine Vitamin-Tabletten zu sich genommen haben.

Was bringen Pflanzen gegen Mücken?

Auch bei den Pflanzen zur Mückenabwehr ist zumindest nicht ganz klar, wie gut die Effektivität hier beurteilt werden kann. Stiftung Warentest ist zum Beispiel zu dem Ergebnis gekommen, dass Pflanzen wie Tomaten, Rosmarin, Zitronengras oder Lavendel keinerlei Einflüsse darauf haben, ob sich eine Mücke dieser Region nährt. Damit widerspricht die Stiftung Warentest allerdings vielen anderen Stiftungen und Hobby-Gärtnern, die schon seit vielen Jahren auf diesen Weg setzen. Ob erfolgreich oder nicht: Optisch kann der Garten durch die Pflanzen sicherlich auf jeden Fall aufgewertet werden.

Wie entscheiden Mücken eigentlich, wen sie stechen?

Im Prinzip entscheiden die Mücken nach Lust und Laune, welche Person sie stechen. Manche Menschen können also enorm viel Glück haben und werden zum Beispiel bei einer gemütlichen Runde im Garten von den fliegenden „Nervensägen“ gänzlich in Ruhe gelassen. Andere Personen haben vielleicht Pech und gehen mit gleich mehreren Mückenstichen nach Hause. Die Entscheidung fällt bei der Mücke innerhalb von wenigen Augenblicken. Sie entscheidet ganz einfach danach, welcher Körper für sie attraktiver bzw. interessanter riecht – und dort wird dann zugeschlagen. Somit ist auch der alte Spruch vom süßen Blut als Ursache für einen Mückenstich zumindest teilweise wahr. Immerhin ist die Zusammensetzung des Blutes entscheidend dafür, wie attraktiv dieses Ziel für die Mücke ist. Es lässt sich aber mit Sicherheit sagen, dass nahezu jeder Mensch in seinem Leben mindestens einmal von einer Mücke gestochen wird.

Ich wurde gestochen: Was kann ich jetzt tun?

Wer sich nicht den ganzen Sommer hindurch verstecken möchte, der geht immer ein gewisses Risiko ein, von einer Mücke erwischt zu werden. Allerdings besteht kein Grund zur Panik, denn in aller Regel ist der Mückenstich nur mit einem juckenden Gefühl verbunden. Dennoch empfiehlt es sich, möglichst schnell zu reagieren und die betroffene Stelle zum Beispiel mit kaltem Wasser oder einer Kompresse gekühlt wird. Darüber hinaus kann Essig bzw. Apfelessig auf der Stelle dafür sorgen, dass der Juckreiz gelindert wird. Hierfür sollte die Substanz aber möglichst zeitnah nach dem Einstich aufgebracht werden. Wer zusätzlich auf „Nummer Sicher“ gehen möchte, erhitzt einen Löffel oder hält die betroffene Stelle unter heißes Wasser. Ab einer Temperatur von 45 Grad werden nämlich die Eiweißproteine im Mückengift zerstört. Der eigene Speichel ist ebenfalls ein effektives Mittel gegen den Mückenstich und sorgt unter anderem für eine Kühlung der betroffenen Stelle.

Wichtig: Auch wenn der Juckreiz enorm stark sein sollte, sollte das Kratzen unbedingt vermieden werden. Hierdurch kann es im schlimmsten Fall zu Narben kommen. Sollten die Folgen des Stichs zum Beispiel einen allergischen Schock oder eine ähnlich starke Reaktion auslösen, ist zudem umgehend ein Arzt aufzusuchen.

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