Lexikon-Eintrag

Western Flower Thrips Frankliniella occidentalis

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Western Flower Thrips (Frankliniella occidentalis), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Thysanoptera
Familie
Thripidae
Gattung
Frankliniella
Art
Frankliniella occidentalis

Wissenschaftlicher Name Frankliniella occidentalis (Pergande, 1895)

Überblick

Einleitung

Frankliniella occidentalis, im Deutschen als Kalifornischer Blütenthrips oder Western Flower Thrips bezeichnet, ist eine polyphage Fransenflüglerart aus der Familie der Thripidae.1 Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Art hat sich in den letzten Jahrzehnten weltweit ausgebreitet und gilt als bedeutender Schädling sowie Vektor von Tospoviren im Pflanzenbau.12 Neben ihrer phytophagen Ernährungsweise tritt sie zudem als Bestäuber und Fressfeind auf.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Art ist resistent gegen die in Deutschland aktuell noch im Erdbeeranbau zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Abamectin und Lambda-Cyhalothrin.
  • Die Vorderflügel sind lang, hell gefärbt und tragen dunkle Borsten.
  • Wissenschaftliche Nachweise belegen Vorkommen in Aserbaidschan, wo im Juni 2016 in Baku Exemplare an Cucumis sativus nachgewiesen wurden.
  • Im Libanon wurde die Art unter anderem im Horsh Ehden Reserve sowie im Tannourine Reserve nachgewiesen.4

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Weibchen von Frankliniella occidentalis erreichen eine Körpergröße von 1,3–1,9 mm und weisen eine gelblich bis bräunliche Grundfärbung auf. Exemplare, die das Tospovirus übertragen, sind überwiegend dunkelgelb gefärbt und an den mittigen Tergiten durch Flecken gekennzeichnet. Das zweite sowie das sechste bis achte Antennensegment sind braun gefärbt, während die Segmente drei bis fünf eine gelbe Färbung zeigen und erst zur Spitze hin bräunlich werden. Auf dem dritten und vierten Antennensegment befindet sich jeweils ein charakteristischer, gegabelter Sinneskegel. Die Beine sind einheitlich gelblich gefärbt, weisen jedoch vereinzelt dunklere Flecken auf. Die langen Vorderflügel sind hell gestaltet und tragen auffällige, dunkle Borsten. Männchen unterscheiden sich vom Weibchen durch eine generelle hellere Färbung und eine geringere Körpergröße.1 Bezüglich der Färbungsmodalitäten variiert die Art insgesamt von nahezu durchgehend braunen bis hin zu gelben Formen, wobei die Ausprägung möglicherweise durch die Temperatur während des Puppenstadiums beeinflusst wird. Die häufigste Form an Kulturpflanzen ist weitgehend gelb und besitzt charakteristische hellbraune Markierungen medial auf jedem Abdominaltergit.3 Belastbare Daten zu Eiern, Larvenstadien und Puppen abseits der allgemeinen Körper- und Färbungsmerkmale liegen im Rahmen der vorliegenden Quelle nicht vor.13 Eine Verwechslung ist insbesondere mit anderen Fransenflüglerarten möglich, wobei die spezifische Antennenfärbung und die gegabelten Sinneskegel wichtige Bestimmungsmerkmale darstellen.1

Porträt

Beschreibung

Frankliniella occidentalis, im deutschen Sprachraum als Kalifornischer Blütenthrips bekannt, ist eine polyphage Fransenflüglerart aus der Familie der Thripidae, die sich in den letzten 25 Jahren nahezu weltweit ausgebreitet hat. Ursprünglich lag der Verbreitungsschwerpunkt der Art im Südwesten der USA.1 Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1895 durch Pergande unter der ursprünglichen Bezeichnung Euthrips occidentalis.2 Neben ihrer Rolle als bedeutender Pflanzenschädling agiert die Art in bestimmten Kulturpflanzen wie der Gartenbohne und der Zwiebel auch als Bestäuber. Zudem tritt sie in manchen Kontexten als Fressfeind von Raubmilben auf.1 Die Art ist als effizienter Vektor für das Tomatenbronzefleckenvirus (Tomato spotted wilt virus, TSWV) bekannt. Im internationalen Schnittblumenhandel gehört Frankliniella occidentalis gemeinsam mit Thrips tabaci zu den am häufigsten angetroffenen Thripenarten. Die weltweite Verschleppung erfolgte primär über den Handel mit Schnittblumen und Stecklingen, insbesondere durch Chrysanthemen-Lieferungen.2 Die Vermehrung erfolgt überwiegend über arrhenotoke Parthenogenese, wobei die Mehrzahl der Individuen weiblich ist. Die Entwicklung zeigt eine starke Abhängigkeit von den herrschenden Temperaturen.1 Morphologisch variiert die Körperfarbe von fast durchgehend braun bis gelb, wobei die Farbausprägung möglicherweise durch die Temperatur während des Puppenstadiums beeinflusst wird.2 Weibliche Exemplare erreichen eine Körperlänge von 1,3–1,9 mm und zeigen eine gelbliche bis bräunliche Grundfärbung. Individuen, die als Virenüberträger fungieren, weisen meist eine dunkelgelbe Färbung sowie Flecken auf den mittigen Tergiten auf. Das zweite sowie das sechste bis achte Antennensegment sind braun gefärbt, während die Segmente drei bis fünf gelblich sind und erst zur Spitze hin in ein Bräunlich übergehen. Auf dem dritten und vierten Antennensegment befindet sich jeweils ein charakteristischer gegabelter Sinneskegel. Die Beine sind abgesehen von dunkleren Flecken gelblich gefärbt, und die langen Vorderflügel sind hell mit dunklen Borsten besetzt. Männliche Exemplare sind im Vergleich zu den Weibchen generell etwas kleiner und helllicher gefärbt.1 Jüngste Untersuchungen zeigen, dass der Komplex des Western Flower Thrips mindestens zwei strukturell identische Zwillingsarten umfasst.2 Belastbare Detaildaten zu den larvalen Entwicklungsstadien außerhalb der allgemeinen Temperaturabhängigkeit liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Systematik

Name & Einordnung

Frankliniella occidentalis wurde im Jahr 1895 von Theodore Pergande als Euthrips occidentalis wissenschaftlich beschrieben und stammte ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika.21 Später wurde die Art in die Gattung Frankliniella überführt.1 Aufgrund taxonomischer Revisionen existieren zahlreiche Synonyme, darunter Euthrips tritici californicus Moulton, 1911, Frankliniella nubila Treherne, 1924 sowie Frankliniella dahliae Moulton, 1948. Im deutschen Sprachraum ist die Art geläufig als Kalifornischer Blütenthrips bekannt.2 International wird sie im Englischen primär als Western Flower Thrips bezeichnet.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Frankliniella occidentalis ist eine polyphage Fransenflüglerart, deren Vermehrung stark temperaturabhängig ist. Die Mehrzahl der Individuen besteht aus Weibchen, die sich überwiegend per arrhenotoker Parthenogenese fortpflanzen.1 Die Körperfärbung der Weibchen variiert von gelblich bis bräunlich und ist möglicherweise bis zu einem gewissen Grad von der Pupationstemperatur abhängig.2 Männchen treten seltener auf und sind generell kleiner sowie heller gefärbt als die Weibchen.1 Als phytophage Art ernährt sich Frankliniella occidentalis von Pflanzenmaterial und gilt weltweit als bedeutender Schädling im Kulturpflanzenanbau.2 Neben der pflanzlichen Ernährung fungiert die Art zudem als Fressfeind von Raubmilben. In landwirtschaftlichen Kulturen tritt das Insekt unter anderem als Bestäuber der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) und der Zwiebel (Allium cepa) auf. Belastbare quantitative Daten zur genauen Dauer einzelner Entwicklungsstadien, zu spezifischen Mortalitätsfaktoren sowie zu exakten physiologischen Parametern wie der Kältetoleranz fehlen in der aktuellen Datenlage für diese Art weitgehend.1 Die Art besiedelt weltweit Ackerland, Markt Gärten, Gärten, Parkanlagen sowie Gewächshäuser. Die globale Verbreitung erfolgt primär durch den internationalen Handel mit Schnittblumen und Vermehrungsmaterial, insbesondere von Chrysanthemen.2 Dabei ist Frankliniella occidentalis als Vektor für schädliche Tospoviren, wie das Tomatenbronzefleckenvirus (TSWV), von wirtschaftlicher Bedeutung.12 In Anbaugebieten wie dem Erdbeeranbau erweist sich die Bekämpfung als schwierig, da Resistenzen gegen zugelassene Pflanzenschutzmittelwirkstoffe wie Abamectin und Lambda-Cyhalothrin vorliegen.1

Lebensweise

Ökologie

Frankliniella occidentalis nimmt als polyphage Fransenflüglerart eine vielschichtige Rolle im Ökosystem ein, da sie sowohl als pflanzenfressender Schädling als auch als Vektor für das Tospovirus fungiert.1 Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen wie Baumwollfeldern tritt die Art schädigend auf1, wobei sie in Gewächshäusern sowie im internationalen Schnittblumenhandel zu den invasiven Hauptschädlingen gehört.2 Neben ihrer phytophagen Ernährungsweise agiert die Art zudem als Fressfeind der Raubmilben. Darüber hinaus übernimmt Frankliniella occidentalis in bestimmten Kulturen wie der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) und der Zwiebel (Allium cepa) die Funktion eines Bestäubers.1 Als Habitate besiedelt die Art bevorzugt Ackerland, Markt Gärten, kultivierte Bereiche von Gärten und Parks sowie Gewächshäuser. Die Entwicklung der Populationen ist stark temperaturabhängig, was unter anderem auch die Körperfärbung beeinflussen kann.2 Belastbare quantitative Daten zu weiteren mikroklimatischen Anforderungen fehlen in den Quellen weitgehend.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Frankliniella occidentalis liegt im westlichen Nordamerika, insbesondere im Südwesten der USA, wo die Art ursprünglich auf Baumwollfeldern und in natürlichen Habitaten vorkam. In den 1980er Jahren begann eine rasante, weltweite Ausbreitung der Art, weshalb sie heute nahezu global verbreitet ist. Diese globale Dispersion wurde primär durch den internationalen Handel mit Schnittblumen und Vermehrungsmaterial begünstigt. Besondere Bedeutung hatte hierbei der Transport von Chrysanthemen-Stecklingen, die oft millionenfach verfrachtet wurden. In Europa und auch in Deutschland hat sich der Schädling flächendeckend etabliert. Als typische Habitate besiedelt die Art Ackerland, Marktgärten sowie gärtnerisch genutzte Flächen in Parks. Darüber hinaus stellt das Habitat in Gewächshäusern weltweit einen zentralen Lebensraum dar, in dem die Art ganzjährig persistieren kann. Das Wirtsspektrum ist extrem polyphag und umfasst neben zahlreichen Kulturpflanzen auch wilde Blütenpflanzen. In Siedlungsbereichen ist Frankliniella occidentalis regelmässig in Gewächshäusern, Gärten und Innenräumen anzutreffen. Nach aktuellen Nachweisen ist die Art zudem in verschiedenen Regionen Vorderasiens wie Aserbaidschan und dem Libanon nachgewiesen. Belastbare Daten zur genauen Vertikalverbreitung in Gebirgsregionen fehlen in der Primärliteratur weitgehend.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    09.07.2024

  • Kalkofensteg, 86971 Peiting, Deutschland

    10.08.2023

  • Frankfurt-Riedberg, Frankfurt am Main, Deutschland

    20.08.2022

  • Erden, Deutschland

    15.11.2021

  • Neuenheimer Feld, 69 Heidelberg-Handschuhsheimer Feld, Germany

    19.11.2020

Daten: iNaturalist

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivität und Entwicklung von Frankliniella occidentalis ist stark temperaturabhängig. Belastbare detailspezifische Daten zur genauen Generationsfolge pro Jahr oder spezifischen Überwinterungsstadien im Freiland fehlen in der Primärliteratur weitgehend für viele Regionen, jedoch ist die Art in Gewächshäusern ganzjährig aktiv. Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland zeigt deutliche saisonale Peaks im Juli mit einem Mittelwert von 4,55, während in den Wintermonaten Januar und Februar kaum Suchanfragen registriert werden. Dies korreliert mit den warmen Sommermonaten, in denen Freilandpopulationen und Erntebefälle kulminieren. In den Wintermonaten sinkt das Suchinteresse auf Minima ab, was auf eine reduzierte Freilandaktivität oder das Überdauern in geschützten Kulturräumen hinweist. Im November ist ein sekundärer Anstieg des Suchinteresses mit einem Mittelwert von 0,95 zu verzeichnen. Weitere Daten zur tageszeitlichen Aktivität oder exakten Schwarmflugzeiten sind in den wissenschaftlichen Standardquellen nicht systematisch belegt. Bisher ist die Art primär als ganzjähriger Schädling im globalen Gewächshausanbau dokumentiert.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Frankliniella occidentalis gilt als bedeutender landwirtschaftlicher Schädling und weltweit verbreiteter Vektor für das Tomatenbronzefleckenvirus (TSWV) sowie andere Tospoviren.12 Durch seine polyphage Ernährungsweise verursacht der Schädling erhebliche Ernteverluste im Kulturpflanzenanbau, insbesondere im weltweiten Gewächshaus- und Erdbeeranbau.13 Neben Schäden durch Saugtätigkeit und Vektorübertragung tritt die Art auf Baumwollfeldern im Südwesten der USA schädigend auf, während sie in anderen Kontexten auch als Fressfeind von Raubmilben oder als Bestäuber von Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) und Zwiebel (Allium cepa) beobachtet wurde. Die Bekämpfung gestaltet sich äußerst schwierig, da Populationen im Erdbeeranbau bereits Resistenzen gegen die in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Abamectin und Lambda-Cyhalothrin aufweisen.1 Die Art wird zudem als der häufigste Thrips im internationalen Schnittblumenhandel eingestuft. Die globale Verschleppung erfolgt primär über Vermehrungsmaterial wie Chrysanthemenstecklinge sowie über Schnittblumen.3 Belastbare Daten zu spezifischen, darüber hinausgehenden physikalischen oder biologischen Bekämpfungsmaßnahmen außerhalb der genannten Resistenzen fehlen in den vorliegenden Quellen.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Frankliniella occidentalis gilt weltweit als bedeutender invasiver Schädling im Gewächshausanbau und im internationalen Schnittblumenhandel.12 Auf den Baumwollfeldern im Südwesten der USA tritt die Art ebenfalls als Schädling auf.1 Neben direkten Frassschäden ist die Übertragung des Tospovirus (Familie Bunyaviridae) von wirtschaftlicher Relevanz, wodurch zahlreiche Hauptkulturen geschädigt werden.12 Die Art breitet sich rasch über Vermehrungsmaterial wie Chrysanthemen-Stecklinge aus, wobei einzelne Lieferungen oft mehr als eine Million Stecklinge umfassen.2 Im Erdbeeranbau stellt Frankliniella occidentalis einen nur schwer zu bekämpfenden Schädling dar. Dabei erschwert eine Resistenz gegen die in Deutschland noch zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Abamectin und Lambda-Cyhalothrin die Kontrolle. Auf der anderen Seite zeigt die Art auch positive ökonomische beziehungsweise ökologische Aspekte als Fressfeind von Raubmilben sowie als Bestäuber der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) und der Zwiebel (Allium cepa).1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Frankliniella_occidentalis
  2. gbif.org/species/8351995
  3. doi.org/10.1046/j.1365-2311.2003.00517.x
  4. Literaturzusammenfassung: Frankliniella occidentalis