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Lexikon-Eintrag

Halmfliegen Loswerden Thaumatomyia notata

Halmfliegen Loswerden
Lästling

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Zweiflügler (Diptera)
Familie Chloropidae
Gattung Thaumatomyia
Art Thaumatomyia notata
Wissenschaftlicher Name Thaumatomyia notata (Meigen, 1830)
Akzeptierter Name

Einleitung

Die Halmfliege (*Thaumatomyia notata*) ist eine Fliegenart aus der Familie der Chloropidae, die fast in der gesamten Paläarktis verbreitet ist.[1][2] Die rund zwei Millimeter großen Imagines ernähren sich von Nektar und Honigtau, während die im Boden lebenden Larven räuberisch Wurzelläuse vertilgen. Bekannt ist die Art besonders durch ihr massenhaftes Auftreten im Herbst, wenn sie Gebäude zur Überwinterung aufsucht und dort durch Verschmutzungen als Lästling auftritt.[1]

Fakten (kompakt)

- Zur chemischen Bekämpfung der Art werden Kontaktinsektizide wie Pyrethrum oder synthetische Pyrethroide eingesetzt. - Für Populationen, die bereits in den Dachstuhl eingedrungen sind, empfiehlt sich die Applikation der Insektizide im Kaltnebelverfahren. - Da die Fliegen über Jahre hinweg dieselben Gebäude aufsuchen, sind bauliche Maßnahmen wie das Abdichten von Rissen in der Fassade oder defekten Fensterrahmen zwingend erforderlich. - Das Verhalten, Gebäude zur Überwinterung aufzusuchen, teilt die Halmfliege mit der Stallfliege (*Musca autumnalis*).[1]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Bezeichnung der Art lautet *Thaumatomyia notata*. Die Erstbeschreibung wird dem Autor Meigen im Jahr 1830 zugeschrieben.[1][2] Systematisch wird die Spezies innerhalb der Klasse der Insekten (Insecta) der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) zugeordnet. Innerhalb dieser Ordnung gehört *Thaumatomyia notata* zur Familie der Chloropidae.[2] Im deutschsprachigen Raum wird die Art als Halmfliege bezeichnet.[1] Der taxonomische Status des Namens gilt als akzeptiert.[2] Charakterisiert wird die Art als kleine Fliege, die unter anderem durch drei schwarze Längsstreifen auf dem gelben Bruststück definiert ist.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Halmfliege (*Thaumatomyia notata*) ist eine kleine Fliegenart, die eine Körpergröße von rund zwei Millimetern erreicht. Der Körper der adulten Tiere erscheint weitgehend unbehaart. Ein wesentliches Bestimmungsmerkmal ist die Färbung des Bruststücks (Thorax). Dieser weist eine gelbglänzende Grundfärbung auf. Auf dem Rücken des Thorax verlaufen drei schwarze, glänzende Längsstreifen, die sich vom gelben Untergrund abheben. Die Färbung der Augen variiert abhängig vom Zustand des Individuums. Bei lebenden Exemplaren sind die Augen grün gefärbt. Nach dem Tod der Fliegen verfärben sich die Augen dunkel. Die Larven dieser Art leben im Boden und unterscheiden sich dadurch im Habitat von den adulten Tieren. Wissenschaftlich wurde die Art im Jahr 1830 von Meigen beschrieben. Hinsichtlich des Überwinterungsverhaltens ähnelt die Halmfliege der Stallfliege (*Musca autumnalis*), welche ebenfalls Gebäude aufsucht, jedoch eine andere Morphologie aufweist.[1]

Beschreibung

Die Halmfliege (*Thaumatomyia notata*) ist eine rund zwei Millimeter große, weitgehend unbehaarte Fliegenart, die wissenschaftlich im Jahr 1830 von Meigen erstbeschrieben wurde.[1] Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich über fast die gesamte Paläarktis südlich des 66. Breitengrades sowie über die Afrotropis und die Orientalis, wobei Massenauftreten insbesondere aus der Westpaläarktis und Mitteleuropa dokumentiert sind. Ein charakteristisches Merkmal adulter Tiere ist das gelbglänzende Bruststück (Thorax), auf dessen Rücken drei schwarze, glänzende Längsstreifen verlaufen. Bemerkenswert ist die Färbung der Augen, die bei lebenden Individuen grün erscheint, sich jedoch nach dem Tod des Tieres dunkel verfärbt. Während sich die adulten Fliegen von Nektar und Honigtau ernähren, besetzen die Larven eine völlig andere ökologische Nische. Die Larvenentwicklung findet im Boden statt, wo sie sich räuberisch von Wurzelläusen ernähren. Im Lebenszyklus der Art spielt das Überwinterungsverhalten eine zentrale Rolle: Im Spätsommer und Herbst sammeln sich die Fliegen an warmen, sonnigen Tagen in großer Zahl an Fassaden, um in Gebäude einzudringen. In diesen Winterquartieren findet jedoch keine Vermehrung statt. Ein spezifisches Verhaltensmuster ist die Standorttreue, da die Fliegen oft über Jahre hinweg immer wieder dieselben Gebäude zur Überwinterung aufsuchen. Nach dem Eindringen in Innenräume sterben die meisten Halmfliegen rasch ab, wobei die Ansammlungen toter Insekten wiederum als Nahrungsquelle für andere Arten wie Speckkäfer dienen können.[1]

Verhalten

Im Spätsommer und Herbst zeigen Halmfliegen (*Thaumatomyia notata*) ein ausgeprägtes Aggregationsverhalten. An sonnigen, warmen Tagen sammeln sie sich in großer Zahl an den Fassaden bestimmter Gebäude. Dieses Verhalten dient der Suche nach geeigneten Quartieren für die Überwinterung. Die Tiere dringen von dort aus häufig in Dachstühle oder direkt in Wohnräume ein. Bemerkenswert ist die Standorttreue der Populationen, die oft über Jahre hinweg immer wieder dieselben Gebäude aufsuchen. Innerhalb der Überwinterungsquartiere findet keine Fortpflanzung statt. Stattdessen sterben die meisten Individuen bereits kurz nach dem Eindringen in das Gebäude ab. Hinsichtlich der Ernährung sind die adulten Fliegen auf die Aufnahme von Nektar und Honigtau spezialisiert. Ein gänzlich anderes Verhalten zeigen die Larven, die im Boden leben. Diese ernähren sich dort räuberisch von Wurzelläusen.[1]

Ökologie

Die adulten Imagines von *Thaumatomyia notata* nutzen Nektar und Honigtau als Nahrungsquelle. Die Larven hingegen besetzen eine andere ökologische Nische: Sie leben im Boden und ernähren sich räuberisch von Wurzelläusen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Paläarktis, Afrotropis und Orientalis, wobei Massenvermehrungen spezifisch aus der Westpaläarktis und Mitteleuropa dokumentiert sind. Zur Überwinterung suchen die Tiere im Herbst Gebäude auf, wobei sie sonnige, warme Fassaden bevorzugen. Innerhalb dieser anthropogenen Strukturen findet keine Fortpflanzung statt, jedoch kehren die Populationen oft über Jahre hinweg zu denselben Überwinterungsquartieren zurück. Da die Fliegen oft in großer Zahl kurz nach dem Eindringen in die Gebäude verenden, entstehen Ansammlungen toter Biomasse. Diese Kadaver dienen im Nahrungsnetz als Ressource für Aasfresser und locken dadurch Speckkäfer an, was eine sekundäre ökologische Interaktion innerhalb der befallenen Gebäude darstellt.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Halmfliege (*Thaumatomyia notata*) tritt in Gebäuden primär als Lästling auf, indem sie diese im Spätsommer und Herbst in großer Zahl zur Überwinterung aufsucht. Obwohl in den Innenräumen keine Vermehrung stattfindet, verursachen die Fliegen beträchtliche wirtschaftliche Schäden durch die massive Verunreinigung von Oberflächen mit Kot. Ein Großteil der eingedrungenen Individuen stirbt rasch ab, wobei die entstehenden Mengen an toten Fliegen sekundäre Schädlinge wie Speckkäfer anlocken können. In schweren Fällen kann der Befall die Vermietbarkeit oder den Verkauf von Immobilien beeinträchtigen. Da die Tiere oft über Jahre hinweg dieselben Gebäude anfliegen, sind bauliche Präventionsmaßnahmen wie das Abdichten von Rissen in der Fassade und die Reparatur defekter Fensterrahmen essenziell. Zur chemischen Bekämpfung werden Kontaktinsektizide wie Pyrethrum oder synthetische Pyrethroide eingesetzt, die idealerweise präventiv auf die Fassade gesprüht werden, um das Eindringen zu verhindern. Für bereits in Dachstühle eingedrungene Populationen empfiehlt sich die Applikation von Insektiziden im Kaltnebelverfahren.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Relevanz der Halmfliege (*Thaumatomyia notata*) resultiert primär aus ihrem massenhaften Auftreten als Lästling in Gebäuden. Im Herbst suchen die Fliegen zur Überwinterung Bauwerke auf und verursachen in Wohnungen beträchtliche Schäden durch Verschmutzungen mit Kot. Da die meisten Individuen nach dem Eindringen rasch verenden, entstehen in Zwischenböden oder Dachstühlen große Mengen an toten Insektenkörpern. Diese Kadaveransammlungen locken wiederum materialzerstörende Sekundärschädlinge wie Speckkäfer an, was das Schadensausmaß vergrößert. Für Eigentümer können gravierende finanzielle Einbußen entstehen, da stark befallene Objekte unter Umständen nicht mehr vermietet oder verkauft werden können. Ein spezifisches Problem stellt die Ortstreue der Populationen dar, die oft über Jahre hinweg dieselben Gebäude befallen. Dies erzwingt wiederkehrende Ausgaben für Bekämpfungsmaßnahmen, etwa durch den Einsatz von Kontaktinsektiziden an Fassaden oder Kaltnebelverfahren. Zudem werden Investitionen in bauliche Maßnahmen notwendig, um Eintrittspforten wie Risse im Mauerwerk oder undichte Fensterrahmen zu verschließen. Demgegenüber steht ein positiver Aspekt in der Landwirtschaft und im Gartenbau: Die im Boden lebenden Larven von *Thaumatomyia notata* ernähren sich räuberisch von Wurzelläusen. Durch diese Prädation können sie zur natürlichen Regulation dieser Pflanzenschädlinge beitragen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Halmfliege (*Thaumatomyia notata*) ist eine rund zwei Millimeter große, weitgehend unbehaarte Fliegenart, deren Bruststück eine gelbglänzende Grundfärbung mit drei schwarzen Längsstreifen aufweist. Bei lebenden Individuen sind die Augen grün gefärbt, während sie sich bei toten Tieren dunkel verfärben. Die Ernährungsgewohnheiten der Art variieren stark je nach Entwicklungsstadium. Während die adulten Halmfliegen Nektar und Honigtau aufnehmen, entwickeln sich die Larven im Boden. Dort ernähren sie sich räuberisch von Wurzelläusen.[1] Das Verbreitungsgebiet umfasst fast die gesamte Paläarktis südlich des 66. Breitengrades sowie die Afrotropis und Orientalis, wobei Massenauftreten besonders aus Mitteleuropa bekannt sind. Im Lebenszyklus der Imagines spielt die Überwinterung eine zentrale Rolle, wofür sie im Herbst Gebäude aufsuchen. Dieses Aggregationsverhalten zeigt sich an sonnigen, warmen Tagen im Spätsommer an Fassaden. Innerhalb der Überwinterungsquartiere findet keine Fortpflanzung statt. Die Tiere zeigen eine hohe Standorttreue und kehren über Jahre hinweg zur Überwinterung in dieselben Gebäude zurück. Nach dem Eindringen in Innenräume sterben die meisten Individuen jedoch rasch ab. Die resultierenden Mengen an toten Fliegen können als Nahrungsquelle für Aasfresser wie Speckkäfer dienen.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet von *Thaumatomyia notata* erstreckt sich über fast die gesamte Paläarktis südlich des 66. Breitengrades. Darüber hinaus ist die Art auch in den biogeographischen Regionen der Afrotropis und der Orientalis vertreten. Trotz dieser weiten globalen Verbreitung sind dokumentierte Massenauftreten bisher primär auf die Westpaläarktis beschränkt, wobei ein deutlicher Schwerpunkt in Mitteleuropa liegt. Der natürliche Lebensraum der Larven befindet sich im Erdreich. In diesem Habitat ernähren sich die Larvenstadien räuberisch von Wurzelläusen. Die adulten Fliegen nutzen in der Vegetation Nektar und Honigtau als Nahrungsquelle. Im Herbst verlagert sich der Aufenthaltsort der Tiere signifikant, da sie gezielt Gebäude zur Überwinterung aufsuchen. Dieses Verhalten äußert sich im Spätsommer durch große Ansammlungen an sonnigen, warmen Tagen an Hausfassaden. Nach dem Eindringen in Dachstühle oder Wohnräume findet in diesen anthropogenen Winterquartieren jedoch keine Fortpflanzung statt. Charakteristisch für *Thaumatomyia notata* ist zudem eine ausgeprägte Standorttreue, da die Populationen oft über Jahre hinweg immer wieder dieselben Gebäude zur Überwinterung nutzen.[1]

Saisonalität & Aktivität

Das saisonale Auftreten von *Thaumatomyia notata* ist durch ein ausgeprägtes Schwarmverhalten im Spätsommer und Herbst gekennzeichnet. An sonnigen und warmen Tagen versammeln sich die adulten Fliegen in dieser Zeit in großer Zahl an den Fassaden bestimmter Gebäude. Dieses Verhalten dient der Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit, da die Tiere aktiv nach geschützten Orten für die Überwinterung suchen. Sobald die Fliegen in das Innere von Gebäuden oder Dachstühlen eingedrungen sind, findet dort keine weitere Vermehrung statt. Stattdessen verharren die Tiere in den Winterquartieren, wobei ein großer Teil der Individuen bereits kurz nach dem Eindringen verendet. Die Art zeigt eine bemerkenswerte Ortstreue und kehrt oft über Jahre hinweg zur Überwinterung in dieselben Gebäude zurück. Während die Adulten vor allem im Herbst auffällig werden, leben die Larven während der Vegetationsperiode im Boden und ernähren sich dort räuberisch von Wurzelläusen. Die sichtbare Aktivität der erwachsenen Tiere konzentriert sich folglich auf die Migrationsphase zu den Winterquartieren vor dem Einsetzen der Kälte.[1]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Frankfurt-Süd, Deutschland

    13.12.2025

  • Frankfurt-Süd, Deutschland

    29.11.2025

  • Universität-Nord, 28359 Bremen, Deutschland

    27.11.2025

  • Hafentörn, Büsum, Schleswig-Holstein, Deutschland

    26.11.2025

  • Hamm, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    05.11.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. Dr. Martin Felke, Institut für Schädlingskunde: Halmfliege - Thaumatomyia notata
  2. GBIF Backbone Taxonomy. Thaumatomyia notata (Meigen, 1830). https://www.gbif.org/species/1493647
  3. Felke, M.: Halmfliege - Thaumatomyia notata. Institut für Schädlingskunde.