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Schimmel in Silikonfugen entfernen
Januar 4, 2026 Philipp Silbernagel

Schimmel in Silikonfugen entfernen

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Es beginnt meist unscheinbar: Ein kleiner schwarzer Punkt in der Ecke der Dusche oder am Rand der Badewanne. Doch was als kleiner optischer Makel anfängt, entwickelt sich schnell zu einem hartnäckigen Problem. Schimmel in Silikonfugen ist eines der häufigsten Ärgernisse in deutschen Badezimmern und Küchen. Anders als auf glatten Fliesen lässt sich der Pilz hier oft nicht einfach wegwischen, da er tief in das weiche Material eindringt. Doch warum befällt der Schimmel ausgerechnet das Silikon? Welche Gesundheitsrisiken bestehen wirklich? Und vor allem: Wie werden Sie ihn dauerhaft los? In diesem umfassenden Ratgeber tauchen wir tief in die Materie ein, basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Richtlinien von Experten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ursache: Hohe Feuchtigkeit (>80%) und organische Ablagerungen (Seifenreste, Hautschuppen) machen Silikonfugen zum idealen Nährboden.
  • Gesundheit: Schimmelpilze können Allergien auslösen und bei immungeschwächten Personen zu Infektionen führen.
  • Reinigung vs. Austausch: Oberflächlicher Befall kann oft mit 70-80%igem Alkohol gereinigt werden; tief eingedrungener Schimmel erfordert den kompletten Austausch der Fuge.
  • Prävention: Regelmäßiges Lüften, Trocknen der Fugen nach dem Duschen und die Vermeidung von stehendem Wasser sind essenziell.
  • Expertenrat: Bei großflächigem Befall (>0,5 m²) sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.

Warum schimmelt es ausgerechnet in der Silikonfuge?

Um das Problem an der Wurzel zu packen, müssen wir verstehen, was Schimmelpilze zum Wachsen benötigen. Es sind im Wesentlichen drei Faktoren: Feuchtigkeit, Temperatur und Nährstoffe. Das Badezimmer bietet hierfür oft das perfekte Mikroklima.

Der Faktor Feuchtigkeit und Temperatur

Schimmelpilze sind Überlebenskünstler, aber sie haben klare physikalische Grenzen. Laut den Richtlinien der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA) ist die dem Schimmelpilz zur Verfügung stehende Feuchtigkeit das entscheidende Kriterium für das Wachstum[1]. Diese Verfügbarkeit wird als Wasseraktivität (aw-Wert) beschrieben. Für die meisten im Innenraum relevanten Schimmelpilze beginnt das Wachstum ab einer relativen Luftfeuchte von ca. 80% an der Oberfläche des Materials[1]. In einer Dusche wird dieser Wert regelmäßig überschritten.

Hinzu kommt die Temperatur. Der optimale Wachstumsbereich für viele Schimmelpilze liegt bei etwa 30°C, wobei Wachstum bereits ab 0°C und bis zu 50°C möglich ist[1]. Das warme, feuchte Klima nach dem Duschen ist also ein regelrechter Brutkasten.

Silikon als Nährboden? Das Substrat-Problem

Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Schimmelpilze sich vom Silikon selbst ernähren. Das ist nur die halbe Wahrheit. Moderne Sanitärsilikone sind oft mit fungiziden (pilzhemmenden) Mitteln ausgestattet. Diese waschen sich jedoch mit der Zeit aus. Entscheidender ist, was auf der Fuge liegt. Das WTA-Merkblatt unterscheidet Substrate in verschiedene Gruppen. Während reine mineralische Baustoffe (Substratgruppe II) kaum Nährstoffe bieten, gehören Materialien mit biologisch verwertbaren Substraten zur Substratgruppe I[1].

Eine Silikonfuge im Bad wird durch Seifenreste, Hautschuppen, Haare und Shampoo-Rückstände schnell zu einem Substrat der Gruppe I. Diese organischen Verschmutzungen bilden, selbst wenn sie mikroskopisch klein sind, den perfekten Nährboden für die Auskeimung von Sporen[1]. Ist der Pilz erst einmal auf diesem Biofilm gewachsen, können seine Hyphen (Wurzeln) in das weiche Silikon eindringen, wodurch eine oberflächliche Reinigung unmöglich wird.

Wichtig zu wissen

Selbst "pilzhemmendes" Sanitärsilikon bietet keinen dauerhaften Schutz. Die Wirkstoffe werden durch Wasser und Reinigungsmittel mit der Zeit ausgespült. Sobald sich ein Biofilm aus Seifenresten gebildet hat, wächst der Schimmel auf diesem Film, unabhängig davon, was darunter liegt.

Gesundheitliche Risiken durch Schimmel im Bad

Schwarze Fugen sehen nicht nur unschön aus, sie können auch die Gesundheit belasten. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg weist darauf hin, dass Schimmelpilze auf verschiedene Weise wirken können: allergen, toxisch und infektiös[2].

Allergien und Reizungen

Das häufigste Gesundheitsrisiko ist die allergene Wirkung. Grundsätzlich sind alle Schimmelpilze geeignet, Allergien hervorzurufen[2]. In Deutschland reagieren etwa 5% der Bevölkerung allergisch auf Schimmelpilze. Die Symptome reichen von Schnupfen und Niesen über Bindehautentzündungen bis hin zu asthmatischen Beschwerden[2]. Besonders tückisch: Allergene sind nicht nur an lebende Sporen gebunden, sondern können auch von abgestorbenen Pilzteilen oder dem umgebenden Staub ausgehen[2].

Infektionsgefahr

Für gesunde Menschen ist das Infektionsrisiko gering. Anders sieht es jedoch bei Personen mit geschwächtem Immunsystem aus (z.B. nach Transplantationen, Chemotherapie oder bei AIDS). Hier können bestimmte Schimmelpilze, wie der häufig vorkommende Aspergillus fumigatus, schwere Infektionen der Lunge oder anderer Organe verursachen[2]. Die Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 460) stufen Aspergillus fumigatus in die Risikogruppe 2 ein, was bedeutet, dass er Krankheiten beim Menschen hervorrufen kann[3]. Auch andere Arten wie Aspergillus flavus fallen in diese Kategorie[3].

Toxische Wirkungen (Mykotoxine)

Einige Schimmelpilze produzieren Stoffwechselprodukte, die giftig wirken können, sogenannte Mykotoxine. Ein bekanntes Beispiel ist Stachybotrys chartarum, der starke Toxine bildet. Zwar wächst dieser Pilz bevorzugt auf zellulosehaltigen Materialien (wie Gipskarton oder Tapeten) und seltener direkt auf Silikon, doch kann er im Badezimmerumfeld durchaus vorkommen, wenn Feuchtigkeit hinter die Fliesen in die Wand gelangt[1][2]. Die TRBA 460 weist darauf hin, dass die Aufnahme von Mykotoxinen über die Atemluft möglich ist und gesundheitliche Beschwerden auslösen kann[3].

Diagnose: Ist es wirklich Schimmel?

Nicht jede Verfärbung ist sofort gefährlicher Schimmel. Manchmal handelt es sich um Bakterienfilme (oft rötlich oder schleimig) oder einfache Stockflecken. Echter Schimmel in Silikonfugen zeigt sich meist durch:

  • Schwarze, punktförmige oder flächige Verfärbungen.
  • Eine pelzige oder samtige Oberfläche (wenn der Befall frisch ist).
  • Einen muffigen, erdigen Geruch im Raum.

Um sicherzugehen, kann eine Materialprobe untersucht werden. Dabei wird zwischen oberflächlichem Befall und Tiefenschäden unterschieden. Wenn der Pilzbewuchs tief in das Material geht – was bei Silikonfugen oft der Fall ist – muss der Schaden einer höheren Schadenskategorie zugeordnet werden[2]. Ein einfacher "Wischtest" reicht hier oft nicht aus.

Maßnahmen zur Entfernung: Reinigen oder Erneuern?

Die entscheidende Frage bei Schimmel in Silikonfugen lautet: Sitzt er nur oben drauf oder ist er schon eingewachsen? Die Sanierung muss das Ziel haben, die Schimmelpilze vollständig zu entfernen, da auch abgetötete Pilze noch allergene Wirkungen haben können[2].

1. Oberflächlicher Befall: Reinigung

Ist der Befall noch ganz frisch und lässt sich mechanisch abwischen, kann eine Desinfektion ausreichen. Das Landesgesundheitsamt empfiehlt für glatte Oberflächen eine Reinigung mit Wasser und Haushaltsreiniger[2]. Zur Desinfektion hat sich 70-80%iger Ethylalkohol (Ethanol) bewährt. Vorsicht: Essig ist auf vielen Baustoffen (insbesondere kalkhaltigen Fugenmörteln neben dem Silikon) kontraproduktiv, da er neutralisiert wird und organische Nährstoffe zurücklässt, die das Pilzwachstum sogar fördern können[2].

2. Eingewachsener Befall: Erneuerung der Fugen

Wenn sich die schwarzen Punkte nicht abwischen lassen, ist das Myzel (das Wurzelgeflecht des Pilzes) bereits in das weiche Silikon eingedrungen. Da Silikon ein poröses Material sein kann, ist eine oberflächliche Reinigung hier wirkungslos. Chemikalien wie Chlorbleiche bleichen den Pilz oft nur (machen ihn unsichtbar), töten ihn aber im Inneren nicht zuverlässig ab und entfernen nicht die allergene Biomasse. Die Expertenempfehlung ist hier eindeutig: Befallene poröse Materialien, die nicht gereinigt werden können, müssen entfernt werden[2].

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Fugenerneuerung

  1. Vorbereitung: Sorgen Sie für gute Belüftung. Tragen Sie persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, Mundschutz FFP2, Schutzbrille), um das Einatmen von Sporen zu vermeiden[2].
  2. Entfernen: Schneiden Sie das alte Silikon mit einem Cuttermesser oder Fugenhai vollständig heraus. Achten Sie darauf, die Abdichtung hinter der Fuge nicht zu beschädigen.
  3. Reinigung: Entfernen Sie alle Silikonreste (evtl. mit Silikonentferner). Saugen Sie die Fuge gründlich aus (am besten mit einem Staubsauger mit HEPA-Filter)[2].
  4. Desinfektion: Behandeln Sie die offene Fuge mit 70-80%igem Alkohol (Isopropanol oder Ethanol), um verbliebene Sporen abzutöten. Lassen Sie alles gut ablüften und trocknen.
  5. Verfugen: Ziehen Sie die neue Fuge mit einem hochwertigen Sanitärsilikon (fungizid ausgestattet). Achten Sie darauf, dass keine Hohlräume entstehen, in denen sich Wasser sammeln kann.

Prävention: So bleibt das Silikon sauber

Die beste Sanierung bringt nichts, wenn die Ursachen nicht behoben werden. Da die Verfügbarkeit von Feuchtigkeit das entscheidende Kriterium für das Wachstum ist[1], muss hier angesetzt werden.

Richtiges Lüften

Nach dem Duschen muss die feuchte Luft schnellstmöglich aus dem Raum. Stoßlüften (Fenster ganz auf für 5-10 Minuten) ist effektiver als Kipplüften. Ziel ist es, die relative Luftfeuchte dauerhaft unter 60-70% zu halten, da unterhalb von 70% kaum Schimmelwachstum in Gebäuden auftritt[1].

Abziehen und Trocknen

Nutzen Sie nach jedem Duschen einen Abzieher für die Wände und trocknen Sie die Silikonfugen mit einem Tuch ab. Wo kein Wasser steht, kann kein Schimmel wachsen. Dies entzieht den Sporen die notwendige Wasseraktivität (aw-Wert)[1].

Reinigung

Regelmäßiges Reinigen entfernt den Biofilm aus Seifenresten und Hautschuppen. Damit entziehen Sie dem Pilz die Nahrungsgrundlage (Substratgruppe I)[1].

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist schwarzer Schimmel im Bad immer gefährlich?

Nicht jeder schwarze Fleck ist hochgiftig, aber Schimmelpilze stellen grundsätzlich ein hygienisches Problem dar und sollten aus Vorsorgegründen nicht toleriert werden[2]. Besonders Arten wie Aspergillus fumigatus oder Stachybotrys chartarum (seltener auf Silikon, eher auf Tapeten) können gesundheitsschädlich sein. Eine Entfernung ist daher immer ratsam.

Kann ich Schimmel einfach überstreichen?

Nein. Das Überstreichen oder reine "Drübersilikonieren" beseitigt die Ursache nicht. Der Schimmel wächst unter der neuen Schicht weiter und kann das neue Material schnell wieder durchdringen. Zudem bleibt die allergene Biomasse erhalten.

Hilft Essig gegen Schimmel?

Experten raten davon ab. Auf vielen Untergründen (Kalk, Fugenmörtel) wird die Säure neutralisiert. Zudem bietet Essig organische Nährstoffe, die das Pilzwachstum später sogar fördern können[2]. Alkohol (70-80%) ist die bessere Wahl.

Wann muss ich einen Fachmann rufen?

Wenn der Befall größer als 0,5 m² ist oder wenn der Verdacht besteht, dass der Schimmel durch bauliche Mängel (z.B. undichte Rohre in der Wand) verursacht wird, sollte ein Sachverständiger hinzugezogen werden[2]. Auch wenn gesundheitliche Beschwerden auftreten, ist professionelle Hilfe ratsam.

Warum kommt der Schimmel trotz Putzen wieder?

Wenn der Schimmel immer wiederkehrt, ist meist die Ursache nicht behoben. Oft liegt es an dauerhaft zu hoher Luftfeuchtigkeit, mangelnder Lüftung oder daran, dass der Pilz tief im Material sitzt und durch oberflächliches Putzen nicht erreicht wird. In diesem Fall hilft nur das Herausschneiden der Fuge.

Fazit

Schimmel in Silikonfugen ist ein Signal Ihres Badezimmers, dass das Verhältnis von Feuchtigkeit und Belüftung nicht stimmt. Während oberflächliche Sporen oft noch abgewischt werden können, ist bei tief sitzenden schwarzen Verfärbungen der Austausch der Fuge unumgänglich. Dies ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern aktiver Gesundheitsschutz, da Schimmelpilze Allergien und bei Risikogruppen Infektionen auslösen können[2][3]. Mit der richtigen Prävention – Lüften, Abziehen, Reinigen – können Sie Ihre neuen Fugen jedoch lange schimmelfrei halten. Handeln Sie frühzeitig, um größere Schäden und Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Quellen und Referenzen

  1. WTA Merkblatt E-6-3: Rechnerische Prognose des Schimmelpilzwachstumsrisikos, Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V., 2023.
  2. Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg: Schimmelpilze in Innenräumen – Nachweis, Bewertung, Qualitätsmanagement, Stuttgart, 2004 (überarbeitet).
  3. Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 460: Einstufung von Pilzen in Risikogruppen, Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS), Ausgabe Juli 2016 (geändert 2023).

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