Zu Inhalt springen
Schimmel und Temperatur: Bei welcher Temperatur stirbt Schimmel?
Januar 10, 2026 Philipp Silbernagel

Schimmel und Temperatur: Bei welcher Temperatur stirbt Schimmel?

Unsere Videos zum Thema Schimmel

Schimmel im Hotelzimmer - Was tun?
Schimmel im Hotelzimmer - Was tun?
Silberfische sind ein Warnsignal für Feuchtigkeit & Schimmel. Silberfische erkennen & loswerden!
Silberfische sind ein Warnsignal für Feuchtigke...
Schluss mit Schimmel! 👋 Mit diesem Spray wirst du Schimmel effektiv und langfristig los!
Schluss mit Schimmel! 👋 Mit diesem Spray wirst ...
Schimmel im Bad? 🦠 So wendest du den Schimmelentferner von Silberkraft sicher und richtig an!
Schimmel im Bad? 🦠 So wendest du den Schimmelen...
Schimmel oder Stockflecken? 😳 So erkennst du den Unterschied 👉 Tipps zur Entfernung & Vorbeugung!
Schimmel oder Stockflecken? 😳 So erkennst du de...
3️⃣ Anzeichen für Feuchtigkeitsprobleme in der Wohnung – Kondenswasser, Silberfische, Schimmel & Co.
3️⃣ Anzeichen für Feuchtigkeitsprobleme in der ...
Schimmel in der Wohnung? So wirst du  schnell & sicher Schimmelfrei! ✅
Schimmel in der Wohnung? So wirst du schnell &...
Richtig Lüften im Winter! ❄️ So vermeidest du Schimmel in deiner Wohnung und zu hohe Heizkosten! ✅
Richtig Lüften im Winter! ❄️ So vermeidest du S...
Silberfische können ein Zeichen für Schimmel in der Wohnung sein! 🆘 Schimmel entfernen? So geht‘s!
Silberfische können ein Zeichen für Schimmel in...

Schimmel im Wohnraum ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern eine ernstzunehmende Gefahr für die Bausubstanz und die Gesundheit der Bewohner. Viele Betroffene stellen sich die Frage, ob man dem Pilzbefall nicht einfach mit extremer Hitze oder Kälte beikommen kann. Reicht es aus, die Heizung voll aufzudrehen oder befallene Gegenstände in die Gefriertruhe zu legen? Die Antwort ist komplexer, als man zunächst vermuten mag. Schimmelpilze sind wahre Überlebenskünstler, die sich über Jahrmillionen an widrigste Umweltbedingungen angepasst haben. In diesem Artikel beleuchten wir wissenschaftlich fundiert, bei welchen Temperaturen Schimmelpilze tatsächlich absterben, warum "tot" nicht gleichbedeutend mit "ungefährlich" ist und welche Maßnahmen wirklich helfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wachstumsbereich: Die meisten Schimmelpilze wachsen in einem Temperaturbereich von 0 °C bis ca. 50 °C, wobei das Optimum oft um die 30 °C liegt.
  • Hitze: Das Myzel (Pilzgeflecht) stirbt meist ab ca. 50–60 °C ab. Die Sporen sind jedoch wesentlich widerstandsfähiger und benötigen oft Temperaturen über 70–80 °C oder feuchte Hitze zur Inaktivierung.
  • Kälte: Einfrieren tötet Schimmel in der Regel nicht ab. Die Pilze fallen in eine Kältestarre (Dormanz) und wachsen bei steigenden Temperaturen weiter.
  • Gesundheitsgefahr: Auch abgetötete Schimmelpilze und Sporen enthalten weiterhin Allergene und Toxine, die gesundheitsschädlich wirken können.
  • Thermotoleranz: Einige gefährliche Arten, wie Aspergillus fumigatus, können selbst bei Temperaturen bis zu 50 °C noch wachsen und überleben höhere Temperaturen besser als andere Arten.
  • Sanierung: Die bloße Abtötung reicht nicht aus; die Biomasse muss vollständig entfernt werden.

Biologische Grundlagen: Temperatur und Wachstum

Um zu verstehen, wie man Schimmelpilze durch Temperatur bekämpfen kann, muss man zunächst verstehen, unter welchen Bedingungen sie gedeihen. Schimmelpilze gehören zu den eukaryotischen Mikroorganismen. Ihr Lebenszyklus besteht aus dem vegetativen Wachstum (Auskeimung und Myzelbildung) und der reproduktiven Phase (Sporulation). Jeder dieser Prozesse ist temperaturabhängig.

Der ideale Temperaturbereich

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Pilzwachstum vor allem in einem Temperaturbereich von 0 °C bis 50 °C stattfindet[1]. Innerhalb dieses Spektrums hat jede Pilzspezies ihr eigenes Optimum. Für viele in Gebäuden vorkommende Arten liegt die optimale Wachstumstemperatur bei etwa 30 °C. Dies erklärt, warum Schimmel in beheizten Wohnräumen, die oft Temperaturen zwischen 20 °C und 25 °C aufweisen, hervorragende Bedingungen vorfindet, sofern genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.

Die biochemischen Prozesse im Pilz, wie die Enzymaktivität, sind direkt an die Temperatur gekoppelt. Unterhalb des Optimums verlangsamt sich der Stoffwechsel, oberhalb des Optimums beginnen hemmende Einflüsse zu wirken, bis hin zur Denaturierung der Proteine (Enzyme), was schließlich zum Hitzetod führt[1].

Thermotolerante Pilze: Eine besondere Gefahr

Nicht alle Schimmelpilze reagieren gleich empfindlich auf Wärme. Es gibt sogenannte thermotolerante Arten, die auch bei Temperaturen wachsen können, die für andere Organismen bereits tödlich wären. Ein prominentes und medizinisch hochrelevantes Beispiel ist Aspergillus fumigatus. Dieser Pilz kann in einem Temperaturbereich von 12 °C bis 50 °C wachsen und überlebt auch kurzzeitig höhere Temperaturen[2].

Diese Eigenschaft macht Aspergillus fumigatus besonders gefährlich für den Menschen. Da unsere Körpertemperatur bei ca. 37 °C liegt, findet dieser Pilz in der menschlichen Lunge ideale Wachstumsbedingungen vor, was bei immungeschwächten Personen zu schweren systemischen Infektionen (Aspergillosen) führen kann[3]. Solche Pilze sind in die Risikogruppe 2 nach der Biostoffverordnung eingestuft und erfordern bei der Sanierung besondere Schutzmaßnahmen.

Warnung: Hitzeschock kann Sporenflug auslösen

Versuchen Sie niemals, Schimmelbefall an einer Wand mit einem Föhn oder Heizlüfter "auszutrocknen" oder "abzutöten". Durch den starken Luftstrom werden Milliarden von Sporen im ganzen Raum verteilt. Zudem kann der plötzliche Hitzestress dazu führen, dass der Pilz als Überlebensstrategie schlagartig noch mehr Sporen produziert und freisetzt.

Bei welcher Temperatur stirbt Schimmel durch Hitze?

Die Frage nach der tödlichen Temperatur muss differenziert betrachtet werden. Wir unterscheiden hierbei zwischen dem aktiven Pilzgeflecht (Myzel) und den Fortpflanzungsorganen (Sporen).

Absterben des Myzels

Das vegetative Myzel, also der eigentliche Pilzkörper, besteht aus fadenförmigen Zellen (Hyphen). Diese sind vergleichsweise empfindlich gegenüber Hitze. Temperaturen ab ca. 50 °C bis 60 °C führen bei den meisten mesophilen Arten (die mittlere Temperaturen bevorzugen) zur Denaturierung der Zelleiweiße und damit zum Absterben des Organismus[1]. Eine Einwirkzeit von etwa 30 bis 60 Minuten ist hierbei oft erforderlich, um sicherzugehen, dass das Material durchdrungen wurde.

Die Widerstandskraft der Sporen

Viel problematischer sind die Sporen. Schimmelpilzsporen sind Überlebenskapseln. Sie besitzen dicke Zellwände, die oft Melanine eingelagert haben, um sie vor UV-Strahlung und Austrocknung zu schützen[3]. Diese Schutzmechanismen machen sie auch gegen Hitze extrem widerstandsfähig.

Während das Myzel bei 60 °C abstirbt, können viele Sporen diese Temperaturen überstehen. Um Sporen sicher abzutöten (zu sterilisieren), sind oft Temperaturen weit über 70 °C, teilweise bis zu 100 °C oder höher notwendig, idealerweise in Kombination mit Feuchtigkeit (feuchte Hitze ist effektiver als trockene Hitze). In der Praxis bedeutet dies, dass eine einfache Erwärmung einer Wandfläche selten ausreicht, um das Problem dauerhaft zu lösen, da die Sporen im Porenraum des Putzes überleben und bei erneuter Feuchtigkeit sofort wieder auskeimen[1].

Kälte und Einfrieren: Ein Trugschluss

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Frost den Schimmel tötet. Dies ist falsch. Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen (0 °C), stellen Schimmelpilze ihr Wachstum ein. Die biochemischen Prozesse kommen fast vollständig zum Erliegen. Diesen Zustand nennt man Dormanz oder Kältestarre[1].

Sobald die Temperaturen jedoch wieder steigen, erwacht der Pilz "aus dem Winterschlaf" und wächst weiter, sofern Feuchtigkeit und Nährstoffe vorhanden sind. Das Einfrieren von befallenen Textilien oder Büchern stoppt zwar temporär die Zerstörung des Materials, ist aber keine Sanierungsmethode. Die Sporen bleiben auch bei tiefen Minustemperaturen über Jahre hinweg keimfähig. Dies ist eine wichtige Überlebensstrategie der Pilze in der Natur, um den Winter zu überdauern.

Warum "toter" Schimmel immer noch gefährlich ist

Selbst wenn es gelingt, den Schimmelpilz durch Hitzebehandlung (z.B. Heißluftverfahren bei der Dachstuhlsanierung) abzutöten, ist das Problem aus gesundheitlicher Sicht nicht gelöst. Dies ist ein entscheidender Aspekt, der in der Diskussion oft vernachlässigt wird.

Allergene Potenz bleibt erhalten

Die allergene Wirkung von Schimmelpilzen geht von Proteinen auf der Oberfläche der Sporen und des Myzels aus. Diese Proteine verlieren ihre allergene Struktur durch einfaches Abtöten oft nicht. Auch tote Sporen und abgestorbene Zellwandbestandteile (wie Glukane) können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen, von Schnupfen und Augenreizen bis hin zu schwerem Asthma[3]. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg weist ausdrücklich darauf hin, dass eine bloße Abtötung nicht ausreicht, da auch von abgetöteten Pilzen allergische und reizende Wirkungen ausgehen[3].

Mykotoxine sind hitzestabil

Viele Schimmelpilze produzieren unter Stressbedingungen (und Hitze ist Stress) Giftstoffe, sogenannte Mykotoxine. Bekannte Beispiele sind Aflatoxine (von Aspergillus flavus) oder Satratoxine (von Stachybotrys chartarum). Diese Gifte sind chemisch sehr stabil und oft extrem hitzeresistent. Sie werden durch Temperaturen, die den Pilz töten, meist nicht zerstört. Sie haften an den Sporen und Staubpartikeln und können über die Atemluft aufgenommen werden[3]. Daher gilt in der Fachwelt der Grundsatz: Schimmel muss entfernt, nicht nur abgetötet werden.

Experten-Tipp: Sanierung bedeutet Entfernung

Eine fachgerechte Sanierung zielt immer auf die vollständige Entfernung der Biomasse ab. Bei glatten Oberflächen (Glas, Metall, Fliesen) reicht oft das Abwaschen. Bei porösen Materialien (Tapeten, Gipskarton, Holz) ist eine oberflächliche Behandlung meist unzureichend, da das Myzel tief eingedrungen ist. Befallene poröse Materialien müssen in der Regel ausgebaut und entsorgt werden[3].

Waschen von Textilien: Reichen 60 Grad?

Ein häufiges Problem im Haushalt ist schimmelbefallene Kleidung oder Bettwäsche. Reicht eine normale 60-Grad-Wäsche aus, um den Schimmel unschädlich zu machen?

Wie bereits erwähnt, sterben vegetative Myzelien bei 60 °C ab. Die Sporen vieler Arten sind jedoch resistenter. Eine Wäsche bei 60 °C reduziert die Keimzahl zwar signifikant, sterilisiert die Wäsche aber nicht vollständig. Besonders widerstandsfähige Sporen können überleben. Zudem können Pigmente (Melanine) der Pilze hartnäckige Flecken (Stockflecken) hinterlassen, die auch durch Hitze nicht verschwinden, da es sich um Farbstoffe und nicht um lebende Organismen handelt.

Empfehlung: Wenn möglich, sollten befallene Textilien bei 90 °C (Kochwäsche) gewaschen werden. Dies tötet auch die meisten Sporen sicher ab. Bei empfindlichen Textilien, die keine hohen Temperaturen vertragen, ist die Verwendung von Wäsche-Desinfektionsspülern oder speziellen chlorfreien Bleichmitteln auf Sauerstoffbasis ratsam. Stark befallene Textilien, insbesondere Polster und Matratzen, lassen sich oft nicht zufriedenstellend sanieren und sollten aus gesundheitlichen Gründen entsorgt werden[3].

Alternativen zur Hitze: Chemische Bekämpfung

Da Temperatur allein oft keine praktikable Lösung für Wände und Möbel ist, greifen viele zu chemischen Mitteln. Hierbei ist die Wahl des Mittels entscheidend für Erfolg und Gesundheitsschutz.

  • Alkohol (Isopropanol/Ethanol): 70% bis 80%iger Alkohol ist ein effektives Mittel gegen Schimmel auf kleineren Flächen. Er wirkt, indem er den Pilzen Wasser entzieht und Proteine denaturiert. Wichtig: Alkohol verflüchtigt sich schnell und hinterlässt keine Rückstände, hat aber auch keine Depotwirkung. Er ist für trockene Flächen geeignet[3].
  • Wasserstoffperoxid: Ein starkes Oxidationsmittel, das Pilze und Sporen abtötet und gleichzeitig bleichend wirkt. Es zerfällt zu Wasser und Sauerstoff und ist daher umweltverträglich.
  • Essig: Oft als Hausmittel empfohlen, aber bei Schimmel auf kalkhaltigen Wänden (Putz, Beton) kontraproduktiv. Kalk neutralisiert die Säure, und der zurückbleibende organische Rest des Essigs dient dem Pilz sogar als Nährstoff[3].
  • Chlor: Sehr effektiv, aber gesundheitlich bedenklich (Reizung der Atemwege) und umweltschädlich. Sollte im Wohnraum vermieden werden.

Prävention durch Temperatursteuerung

Viel wichtiger als die Abtötung durch Temperatur ist die Nutzung der Temperatur zur Vorbeugung. Das Zusammenspiel von Temperatur und Feuchtigkeit ist der Schlüssel zur Schimmelvermeidung.

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft. Kühlt warme, feuchte Raumluft an einer kalten Außenwand ab, steigt die relative Luftfeuchtigkeit an dieser Stelle an. Erreicht sie 100%, kondensiert Wasser aus (Taupunkt). Doch schon bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80% an der Wandoberfläche (Wasseraktivität aw-Wert > 0,8) können fast alle Schimmelpilzarten wachsen[1]. Xerophile (trockenliebende) Pilze wie Aspergillus penicillioides oder Wallemia sebi wachsen sogar schon ab 65-70% relativer Feuchte[1].

Die Strategie: Heizen Sie alle Räume ausreichend (auch das Schlafzimmer nicht unter 16-18 °C auskühlen lassen), um die Wandoberflächentemperaturen oben zu halten. Lüften Sie regelmäßig (Stoßlüften), um die Feuchtigkeit abzutransportieren. Eine gleichmäßige Temperaturverteilung verhindert Kondensat und entzieht dem Schimmel die Lebensgrundlage.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich verschimmelte Bücher im Backofen retten?

Davon ist dringend abzuraten. Papier ist brennbar, und die Temperaturen, die nötig wären, um alle Sporen im Inneren des Buches abzutöten, würden das Papier beschädigen. Zudem wirbeln Sie beim Öffnen des Ofens Sporen auf. Wertvolle Bücher gehören in die Hände von Restauratoren (die oft mit Gammastrahlung arbeiten), weniger wertvolle sollten entsorgt werden.

Stirbt Schimmel in der Sauna bei 90 Grad?

Ja, in einer Sauna, die regelmäßig auf 90 °C oder höher aufgeheizt wird, haben aktive Schimmelpilze auf den heißen Flächen kaum eine Chance. Allerdings finden sich in Saunen oft kühlere Bereiche (Bodennähe, hinter Bänken), wo es feucht bleibt und die Temperaturen im idealen Wachstumsbereich (20-40 °C) liegen. Dort kann Schimmel exzellent gedeihen.

Hilft Heißluftföhnen gegen Wand-Schimmel?

Nein. Sie erreichen damit zwar kurzzeitig hohe Temperaturen an der Oberfläche, aber die Hitze dringt selten tief genug in das Mauerwerk ein, um das Myzel vollständig abzutöten. Viel schlimmer ist jedoch, dass der Luftstrom die Sporen im ganzen Wohnraum verteilt und Sie so das Problem vergrößern und Ihre Gesundheit gefährden.

Kann ich Schimmel im Winter durch "Erfrieren" bei offenem Fenster töten?

Nein. Wie im Artikel beschrieben, fallen Schimmelpilze bei Kälte nur in eine Ruhephase. Sobald Sie das Fenster schließen und wieder heizen, wächst der Pilz weiter, oft sogar schneller durch die entstandene Kondensfeuchtigkeit beim Wiederaufwärmen.

Warum kommt der Schimmel nach der Behandlung mit Hitze wieder?

Weil meist die Ursache (Feuchtigkeit) nicht beseitigt wurde und tote Biomasse (der abgetötete Pilz) ein hervorragender Nährboden für neuen Schimmelbefall ist. Zudem überleben oft Sporen in tieferen Schichten.

Fazit

Die Vorstellung, Schimmel einfach durch Hitze oder Kälte "ausschalten" zu können, ist in der Praxis meist nicht umsetzbar oder sogar kontraproduktiv. Während Temperaturen über 60–70 °C das aktive Wachstum stoppen und Myzel abtöten können, bleiben die widerstandsfähigen Sporen oft intakt. Kälte bewirkt lediglich einen Wachstumsstopp, keine Abtötung.

Das wichtigste Erkenntnis für den Umgang mit Schimmel im Wohnraum ist: Toter Schimmel ist immer noch schädlicher Schimmel. Die allergenen und toxischen Eigenschaften bleiben auch nach dem Hitzetod bestehen. Eine effektive Schimmelbekämpfung erfordert daher immer die vollständige Entfernung des befallenen Materials (bei porösen Untergründen) oder eine gründliche Reinigung und Desinfektion (bei glatten Oberflächen), kombiniert mit der Beseitigung der Feuchtigkeitsursache. Temperaturmanagement durch richtiges Heizen und Lüften ist dabei das wichtigste Werkzeug der Prävention, nicht der Bekämpfung.

Quellen und Referenzen

  1. Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA), Merkblatt E-6-3: Rechnerische Prognose des Schimmelpilzwachstumsrisikos, 2023/D. (Daten zu Wachstumsbereichen, Isoplethen und Temperaturabhängigkeit).
  2. Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS), TRBA 460: Einstufung von Pilzen in Risikogruppen, Ausgabe Juli 2016 (geändert 2023). (Daten zu Thermotoleranz und Risikogruppen).
  3. Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, Schimmelpilze in Innenräumen – Nachweis, Bewertung, Qualitätsmanagement, Dezember 2004. (Daten zu Gesundheitseffekten, Sanierungsmethoden und Wirksamkeit von Desinfektion).
  4. Umweltbundesamt, Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden, 2017.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

Weiterführende Artikel zum Thema

>

Danke für Deinen Besuch!

Wir versuchen jeden Tag unsere Produkte nachhaltiger und besser für Dich zu machen. In unserem Shop findest du alle unsere Produkte. Klicke einfach auf den folgenden Button.

Danke für Deinen Besuch!

Wir versuchen jeden Tag unsere Produkte nachhaltiger und besser für Dich zu machen. In unserem Shop findest du alle unsere Produkte. Klicke einfach auf den folgenden Button.
Zum Silberkraft Shop