Schimmeltest Raumluft: So findest du heraus, ob deine Wohnung eine Schimmelquelle hat
Schimmelsporen sind überall – in der Außenluft genauso wie in gesunden Wohnungen. Ein Schimmeltest, der nur „Sporen gefunden“ meldet, hilft dir deshalb wenig. Entscheidend ist die Frage: Sind in deinem Raum mehr oder andere Schimmelpilze als draußen? Genau diesen Vergleich macht der Schimmeltest Raumluft mit Laboranalyse.
Wie der Test funktioniert
Du stellst eine Nährboden-Schale in den Raum, den du prüfen willst, und gleichzeitig eine zweite Schale nach draußen. Beide bleiben genau 2 Stunden geöffnet. In dieser Zeit sinken Schimmelsporen aus der Luft auf den Nährboden. Danach verschließt du die Schalen und schickst sie mit dem kostenlosen Rücksendeschein ins Labor. Dort werden sie bebrütet; aus jeder Spore, die keimfähig war, wächst eine Kolonie. Das Labor zählt die Kolonien und bestimmt, welche Schimmelgattungen gewachsen sind.
Warum der Außenluft-Vergleich so wichtig ist
Für Schimmel in Innenräumen gibt es keine gesundheitlich begründeten Grenzwerte. Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts bewertet Raumluftbefunde deshalb über den Vergleich mit der Außenluft: Liegen innen deutlich mehr Sporen vor als außen oder weicht die Zusammensetzung deutlich ab, ist eine Quelle im Raum wahrscheinlich. Ohne Außenluft-Probe lässt sich eine Koloniezahl kaum einordnen – deshalb ist sie bei uns immer dabei.
Welche Schimmelpilze ein Warnsignal sind
Typische Außenluftpilze wie Cladosporium oder Alternaria finden sich auch in Wohnungen ohne Schaden. Aufmerksam solltest du werden, wenn innen sogenannte Feuchteindikatoren auftauchen – Pilze wie Aspergillus versicolor oder Chaetomium, die bevorzugt auf durchfeuchtetem Material wachsen. Sie sprechen für einen Feuchteschaden. Einige Arten wie Stachybotrys geben ihre Sporen kaum an die Luft ab; sie findest du besser mit einem Oberflächentest.
Was der Test leisten kann – und was nicht
- Er zeigt dir, ob dein Raum im Vergleich zur Außenluft auffällig ist und welche Gattungen gewachsen sind.
- Er hilft dir zu entscheiden, ob sich ein Sachverständiger mit Ortstermin lohnt.
- Er liefert keine Sporenzahl pro Kubikmeter Luft – dafür fehlt bei offenen Schalen ein definiertes Luftvolumen.
- Er ist eine Momentaufnahme: Ein unauffälliges Ergebnis schließt verdeckten Schimmel nicht sicher aus.
- Er ist kein Gutachten und keine ärztliche Diagnose.
Das Umweltbundesamt empfiehlt für belastbare Messungen Verfahren, bei denen ein definiertes Luftvolumen angesaugt wird – durchgeführt von Fachleuten. Unser Test ist bewusst als einfacher Vorab-Check konzipiert: mit Außenluft-Vergleich, Laborbestimmung und einer ehrlichen Einordnung.
Für wen der Test sinnvoll ist
- wenn es muffig riecht, aber kein Schimmel zu sehen ist
- für Allergiker und für Schlaf- und Kinderzimmer
- nach einem Wasserschaden, wenn du wissen willst, ob die Raumluft auffällig ist
- vor dem Einzug oder Auszug, um den Zustand zu dokumentieren
Nach dem Ergebnis
Ist dein Raum auffällig, suchst du zuerst die Ursache: Schimmel braucht Feuchtigkeit. Prüfe die Luftfeuchte, kalte Außenwände, Fensterlaibungen und Bereiche hinter Möbeln. Kleine, oberflächliche Stellen bis 0,5 m² mit bekannter Ursache kannst du selbst entfernen; größere Schäden gehören in die Hände eines Fachbetriebs. In der Mietwohnung informierst du deinen Vermieter schriftlich – im Streitfall entscheidet in der Regel ein Sachverständigengutachten.