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Botrytis (Grauschimmel) Botrytis

Botrytis (Grauschimmel)

Taxonomie

Reich Pilze (Fungi)
Stamm Ascomycota (Ascomycota)
Klasse Leotiomycetes (Leotiomycetes)
Ordnung Helotiales (Helotiales)
Familie Sclerotiniaceae
Gattung Botrytis
Art Botrytis
Wissenschaftlicher Name Botrytis P.Micheli, 1729
Akzeptierter Name

Einleitung

*Botrytis* (Syn.: *Botryotinia*) ist eine kosmopolitische Gattung der Schlauchpilze (*Ascomycota*) innerhalb der Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten (*Sclerotiniaceae*).[1][2] Die Arten dieser Gattung leben als Parasiten und induzieren in den befallenen Pflanzenzellen die Apoptose, was zu einem fortschreitenden Zerfall des Gewebes führt.[1] Ein besonders bekannter Vertreter ist die Grauschimmelfäule (*Botrytis cinerea*), die als bedeutendes Phytopathogen unter anderem im Weinbau biochemische Veränderungen und erhebliche Ertragsverluste verursacht.[1][3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Gattung *Botrytis* zählt zur Formklasse der Fungi imperfecti, wobei die Vermehrung primär asexuell durch Konidien oder rein vegetativ erfolgt. Einige Arten haben die Fähigkeit zur geschlechtlichen Fortpflanzung bewahrt, während andere diese verloren haben. Bei den teleomorphen (sexuellen) Formen, die oft in die Gattung *Botryotinia* ausgegliedert werden, bilden sich aus schwarzen, innen weißen Sklerotien gestielte Fruchtkörper (Apothecien), in denen Ascosporen entstehen. Die asexuellen Konidien sitzen an verzweigten Trägern und werden durch den Wind verbreitet. Die Überwinterung erfolgt entweder als Myzel im Boden innerhalb faulender Pflanzenteile oder bei generativen Arten in Form von Sklerotien. Als Parasiten induzieren alle *Botrytis*-Arten in den befallenen Geweben der Wirtspflanzen Apoptose, was zum Zelltod und zur charakteristischen Fäule führt.[7] Physiologisch bewirkt die Infektion, insbesondere durch *Botrytis cinerea*, biochemische und strukturelle Veränderungen wie den Abbau von Chlorophyll und den Verlust der zellulären Integrität.[3][8] Die Anfälligkeit der Wirtspflanzen kann genetisch bedingt sein, wie beispielsweise durch das Gen *CsGRX4* bei Gurken, dessen Überexpression die Infektionsrate erhöht. Zu den natürlichen Gegenspielern und biologischen Kontrollorganismen zählen Bakterien wie *Bacillus subtilis* sowie Pilze wie *Purpureocillium lilacinum*, die eine hohe Pathogenität gegenüber *Botrytis* aufweisen.[5]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    13.01.2026

  • Cologne, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    13.01.2026

  • Deutschland

    27.11.2025

  • Friedrichsmilde, Arendsee, Saxony-Anhalt, Deutschland

    21.10.2025

  • Deutschland

    18.10.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-114097780-A Chemical Anmeldung

Verfahren zur Herstellung eines Bakterizids zur Hemmung von Botrytis cinerea und dessen Anwendung

University of Jilin (2021)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Die Erfindung beschreibt ein Verfahren, bei dem landwirtschaftliche Abfälle unter hohem Druck und hoher Temperatur verflüssigt werden. Die daraus gewonnene Flüssigkeit wirkt als Fungizid und hemmt Botrytis cinerea effektiv. Dies stellt eine umweltfreundliche Methode dar, die Abfallverwertung mit Pflanzenschutz kombiniert.

CN-113122552-A Biological Anmeldung

Gurken-Glutaredoxin-Gen CsGRX4 und dessen Anwendung auf die Anfälligkeit für Botrytis cinerea

University of Northwest A&F (2021)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Dieses Patent identifiziert das Gen CsGRX4 in Gurken, dessen Überexpression die Anfälligkeit der Pflanze für Botrytis cinerea erhöht. Es handelt sich primär um eine genetische Erkenntnis über den Infektionsmechanismus. Die Information ist wertvoll für die Züchtung resistenterer Pflanzen, indem dieses Anfälligkeits-Gen vermieden oder reguliert wird.

WO-2021258226-A1 Biological Anmeldung

Formulierung zur Bekämpfung von Botrytis cinerea, umfassend einen Bacillus subtilis Biokontroller und ein Adjuvans natürlichen Ursprungs

University of Autonoma DE Chile (2020)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird eine Formulierung, die das Bakterium Bacillus subtilis als biologischen Kontrollorganismus in Kombination mit einem natürlichen Hilfsstoff enthält. Diese Mischung ist speziell für den Einsatz im Weinbau, insbesondere bei Tafeltrauben, entwickelt worden. Sie dient sowohl der präventiven Behandlung als auch der direkten Bekämpfung von Infektionen durch Botrytis cinerea.

CN-109517848-A Biological Unbekannt

Herstellungsverfahren und Anwendung des Wirkstoffs DHIS gegen den Erreger Botrytis cinerea

University of Shenyang Agricultural (2018)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Es wird die Herstellung und Anwendung der Substanz DHIS (3,5-Dihydroxy-4-isopropyl-stilben) aus der Fermentation von leuchtenden Bakterien (Photorhabdus luminescens) beschrieben. Dieser biologische Wirkstoff zeigt eine hervorragende Wirksamkeit gegen Grauschimmel bei Gurken und Tomaten. Das Verfahren optimiert die Ausbeute und stabilisiert den Wirkstoff durch Antioxidantien für den praktischen Einsatz.

CN-106967613-A Biological Unbekannt

Purpureocillium lilacinum Stamm mit hoher Pathogenität gegenüber Botrytis cinerea und dessen Anwendung

Gardening Research Institute Henan Academy OF Agricultural Science, University of Huazhong Agricultural, Zhumadian Academy OF Agricultural Sciences (2017)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Es wird der Bakterienstamm Purpureocillium lilacinum pt362 vorgestellt, der eine hohe Pathogenität gegenüber Botrytis cinerea aufweist. Der Stamm zeichnet sich durch schnelle Kultivierung, hohe Sporenproduktion und gute Keimraten aus. Er dient als effizientes, ungiftiges biologisches Mittel zur Bekämpfung von Grauschimmel bei Tomaten.