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Lexikon-Eintrag

Tausendgueldenkraut Centaurium erythraea

Tausendgueldenkraut

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Gentianales (Gentianales)
Familie Gentianaceae
Gattung Centaurium
Art Centaurium erythraea
Wissenschaftlicher Name Centaurium erythraea Rafn
Akzeptierter Name

Einleitung

*Centaurium erythraea*, bekannt als Echtes Tausendgüldenkraut, ist eine krautige, meist zweijährige Pflanze aus der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Die Art ist heimisch in den gemäßigten Zonen Europas, Nordafrikas und Westasiens und hat sich in Teilen Nord- und Südamerikas, Australiens und Neuseelands eingebürgert. Traditionell wird das Tausendgüldenkraut in der Volksmedizin zur Anregung der Verdauung und zur Behandlung von Verdauungsstörungen eingesetzt. Der Gattungsname *Centaurium* leitet sich vom griechischen Zentauren Chiron ab, dem die Entdeckung der medizinischen Eigenschaften der Pflanze zugeschrieben wird.[1]

Fakten (kompakt)

- *Centaurium erythraea* ist eine krautige Pflanze, die typischerweise als zweijährige Pflanze wächst, aber unter bestimmten Bedingungen auch als einjährige Pflanze auftreten kann. - Die Art bevorzugt gut durchlässige, kalkhaltige Böden und volle Sonne. - *Centaurium erythraea* kann in vitro als Modell für das Studium der Pflanzenmorphogenese dienen.[14] - Die oberirdischen Teile von *C. erythraea* sind reich an sekundären Metaboliten wie Secoiridoiden, Xanthonen und Flavonoiden.[14] - In der traditionellen europäischen und mediterranen Volksmedizin wurden die oberirdischen Teile von *C. erythraea* als Bittertonikum zur Anregung der Verdauung, zur Behandlung von Dyspepsie, Gelbsucht und Leberbeschwerden verwendet, oft zubereitet als Infusionen oder Tinkturen.[14] - Wissenschaftliche Studien unterstützen die antioxidativen Eigenschaften von *C. erythraea* und zeigen eine Aktivität zur Abwehr freier Radikale in Infusionen, die vor oxidativem Stress schützen können. - Extrakte von *Centaurium erythraea* haben gastroprotektive Wirkungen gegen Geschwüre und antidiabetisches Potenzial gezeigt, indem sie die Funktion der Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse verbessern und Hyperglykämie in Tiermodellen reduzieren. - Obwohl *Centaurium erythraea* in moderaten Dosen im Allgemeinen als sicher gilt, kann eine übermäßige Anwendung aufgrund seiner harntreibenden Wirkung Nebenwirkungen wie Nierenreizungen verursachen. - Das Artepitheton *erythraea* leitet sich vom griechischen Wort *erythros* ab, was "rot" bedeutet. - Typusexemplare, die mit dem Namen verbunden sind, werden in den Royal Botanic Gardens, Kew, aufbewahrt, darunter K000438598 und K000438597.[14]

Name & Einordnung

*Centaurium erythraea* ist eine Pflanzenart aus der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Die gültige wissenschaftliche Bezeichnung ist *Centaurium erythraea* Rafn. Der Name wurde 1800 von Carl Gottlob Rafn in *Danmarks og Holsteens Flora* veröffentlicht. Carl Linnaeus beschrieb die Art ursprünglich 1753 als *Gentiana centaurium* in *Species Plantarum*. Christiaan Hendrik Persoon übertrug sie 1805 als *Erythraea centaurium* (L.) Pers in die Gattung *Erythraea*. *Erythraea centaurium* (L.) Pers. und *Centaurium latifolium* (Sm.) Druce sind bemerkenswerte Synonyme. Der Gattungsname *Centaurium* leitet sich vom griechischen Mythos des Zentauren Chiron ab, der der Überlieferung nach die medizinischen Eigenschaften der Pflanze entdeckte. Das Artepitheton *erythraea* stammt vom griechischen Wort *erythros* für „rot“ und bezieht sich auf die Blütenfarbe.[1] Im Deutschen ist die Pflanze unter anderem als Tausendgüldenkraut bekannt.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Centaurium erythraea*, auch bekannt als Echtes Tausendgüldenkraut, ist eine zwei- oder kurzlebig ausdauernde krautige Pflanze. Sie wächst als aufrechte Pflanze und erreicht typischerweise eine Höhe von 10 bis 50 cm. Die Stängel sind glatt und kahl, oft unverzweigt im unteren Bereich und verzweigt im oberen Bereich. Die Pflanze entwickelt sich aus einer Pfahlwurzel mit faserigen Seitenwurzeln, die ihren aufrechten Wuchs unterstützt. Die Blätter sind gegenständig und einfach. Die Grundblätter bilden im ersten Jahr eine Rosette; diese sind elliptisch bis spatelförmig-verkehrt eiförmig, 15–70 mm lang und 5–20 mm breit, mit abgerundeten bis spitz zulaufenden Spitzen und sitzenden oder kurz gestielten Basen. Die Stängelblätter sind kleiner, 1–4 cm lang, lanzettlich bis linealisch, graugrün und sitzend, in 4–6 Paaren entlang des Stängels angeordnet. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, wobei die Blütenstände kompakte, zymöse, dolden- oder schirmtraubenförmige Gruppen bilden, die 7–15 cm breit sind. Die Blüten sind röhrenförmig und radiärsymmetrisch, rosa-lavendelfarben bis rötlich, 10–17 mm lang und 0,5–1,5 cm breit. Die Krone ist 4–10 mm lang und zu fünf Lappen verwachsen, die 5–6,5 mm lang und stumpf sind. Der Kelch ist 5–6 mm lang mit linealen Lappen, die etwa halb bis dreiviertel so lang sind wie die Kronröhre, und die Blütenstiele sind unter 1 mm lang. Nach der Bestäubung produziert die Pflanze zylindrische, papierartige Kapseln, die 7–15 mm lang sind und sich öffnen, um zahlreiche kleine, kugelförmige Samen mit einem Durchmesser von etwa 0,25 mm mit papillös-netzartigen Oberflächen freizusetzen. Die Samen reifen von August bis Oktober und ermöglichen die Vermehrung in den folgenden Jahreszeiten. Es gibt eine beträchtliche Umweltplastizität in der Wuchsform, insbesondere als Reaktion auf die Habitatbedingungen. Die Pflanzenhöhe variiert merklich und reicht von Zwergformen mit einer Höhe von nur 1,4 cm an exponierten maritimen Klippen und trockenen Gebieten bis hin zu größeren Individuen, die in geschützteren kontinentalen Habitaten eine Höhe von bis zu 43,8 cm erreichen. Die Blütenfarbe variiert von blassrosa bis intensiv rosaviolett, wobei gelegentlich auch weiße Formen vorkommen, was zur ästhetischen Vielfalt der Art in natürlichen Umgebungen beiträgt. Die Gesamt-Kronenlänge und die Blütenblattlänge sind in sympatrischen Populationen auf dem europäischen Festland größer als in Populationen in Großbritannien. Polyploidie treibt die morphologische Variation in Wildpopulationen weiter an, wobei diploide (2n=20) Formen in den Mittelmeerregionen vorherrschen und tetraploide (2n=40) Rassen auf den Britischen Inseln häufig vorkommen. Tetraploide Pflanzen produzieren oft robustere Triebe mit größeren Zellen im Vergleich zu Diploiden, was zu Unterschieden in der Gesamtstärke und Form unter natürlichen Bedingungen führt.[1]

Beschreibung

*Centaurium erythraea*, bekannt als Echtes Tausendgüldenkraut, ist eine krautige, meist zweijährige Pflanze aus der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Sie zeichnet sich durch ihre aufrechten Stängel aus, die eine Höhe von 8 bis 50 cm erreichen können. Die Pflanze wächst typischerweise in trockenen Graslandschaften, auf kalkhaltigen Böden und in gestörten Bereichen wie Weiden und Feldern. Ihre Anpassungsfähigkeit ermöglicht es ihr, sowohl als einjährige als auch als zweijährige Pflanze zu existieren, abhängig von den jeweiligen Umweltbedingungen. Die Blätter sind gegenständig angeordnet und elliptisch bis lanzettlich geformt, mit einer Länge von 8 bis 70 mm.[14] Im ersten Jahr bildet *C. erythraea* eine basale Blattrosette aus. Die Blüten sind klein, röhrenförmig und meist rosa bis rot gefärbt, mit fünf verwachsenen Blütenblättern und einer Länge von 4,5 bis 8 mm. Die Blüten sind zu endständigen, zymösen Blütenständen zusammengefasst, die einen Durchmesser von 7 bis 15 cm erreichen können. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Insekten wie Bienen und Fliegen, obwohl die Pflanze auch selbstfertil ist.[14] Nach der Blütezeit entwickelt *C. erythraea* trockene Kapseln, die zahlreiche kleine, kugelförmige Samen enthalten. Die Samen reifen von August bis Oktober und ermöglichen die Vermehrung in den folgenden Saisons. Die Art bevorzugt gut durchlässige, kalkhaltige Böden und volle Sonne. Sie ist oft an vom Menschen gestörten Standorten zu finden, was zu ihrem invasiven Potenzial in neuen Gebieten beiträgt. Die oberirdischen Teile der Pflanze sind reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Secoiridoiden, Xanthonen und Flavonoiden. Diese Inhaltsstoffe sind die Grundlage für die traditionelle und potenzielle moderne Verwendung der Pflanze.[14] In der europäischen und mediterranen Volksmedizin werden die oberirdischen Teile von *C. erythraea* traditionell als Bittermittel zur Anregung der Verdauung, zur Behandlung von Verdauungsstörungen, Gelbsucht und Lebererkrankungen verwendet. Die Anwendung erfolgt oft in Form von Aufgüssen oder Tinkturen. Wissenschaftliche Studien belegen die antioxidativen Eigenschaften der Pflanze, die auf ihre Fähigkeit zur Abwehr freier Radikale zurückzuführen sind. Extrakte der Pflanze haben in Tiermodellen gastroprotektive und antidiabetische Wirkungen gezeigt.[14]

Verhalten

Über das Verhalten von *Centaurium erythraea* liegen nur wenige Informationen vor. Die Bestäubung von *C. erythraea* erfolgt hauptsächlich durch Insekten wie Bienen und Fliegen. Die Pflanze ist selbstfertil, wird aber primär durch Insekten bestäubt. Die Samen werden durch die sich öffnenden Kapseln freigesetzt und durch den Wind verbreitet, was die Kolonisierung neuer Standorte ermöglicht.[3]

Ökologie

*Centaurium erythraea* gedeiht in offenen, gestörten Habitaten wie Grasland, Wiesen, an Straßenrändern und in Küstendünen, wo sie als Pionierpflanze nährstoffarme, sandige oder lehmige Böden besiedelt. Die Pflanze bevorzugt gut durchlässige Bedingungen mit einem Boden-pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 und toleriert leicht saure bis alkalische Substrate, meidet jedoch schattige oder wassergesättigte Umgebungen, die ihr Wachstum hemmen.[6] In ihren Ökosystemen spielt *C. erythraea* eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung von Bestäubern, indem sie nektarreiche Blüten bereitstellt, die Bienen und Schwebfliegen anziehen und so zur Artenvielfalt in gestörten Gebieten beitragen. Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich durch Selbstbestäubung, ergänzt durch Insekten, wobei windverbreitete Samen aus aufspringenden Kapseln die Besiedlung neuer Standorte ermöglichen. Die Keimung erfolgt typischerweise im Frühjahr unter kühlen, variablen Temperaturen, was zu jährlichen Populationskohorten führt, die mit dem Störungsgrad schwanken.[6] Die Art dient als Nahrungsquelle für spezialisierte Samenfresser wie die Federmotte *Stenoptilia zophodactylus*.[6][2] Es sind keine größeren Mykorrhiza-Assoziationen dokumentiert.[6]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Centaurium erythraea*, auch bekannt als Echtes Tausendgüldenkraut, ist in erster Linie für seine medizinischen Eigenschaften bekannt und wird traditionell als Bittermittel zur Förderung der Verdauung eingesetzt. Es wird nicht als Schädling, Lästling oder Nützling im herkömmlichen Sinne betrachtet, sondern findet Anwendung in der traditionellen und modernen Medizin. Die Pflanze hat antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften.[3] In der traditionellen europäischen Medizin wurde *C. erythraea* zur Behandlung von Fieber, Verdauungsstörungen und als Mittel gegen Schlangenbisse eingesetzt. Moderne Anwendungen umfassen die Linderung von leichten Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Appetitlosigkeit.[3] Obwohl *C. erythraea* im Allgemeinen als sicher gilt, kann übermäßiger Konsum aufgrund seiner harntreibenden Wirkung zu Nierenreizungen führen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Pflanze Allergien auslöst oder als Vektor für Krankheiten dient. Da *Centaurium erythraea* keine Schäden verursacht, sind keine spezifischen Präventionsmaßnahmen erforderlich. Die Pflanze wird in der Regel in der freien Natur gesammelt oder für pharmazeutische Zwecke angebaut. Die Kultivierung zur Maximierung des Gehalts an Secoiridoiden für standardisierte pflanzliche Zubereitungen wird durch agronomische Studien optimiert, die sich auf die Bodenbedingungen und den Erntezeitpunkt konzentrieren.[3] Es gibt keine spezifischen Monitoring-Methoden, die für *C. erythraea* relevant sind, da es sich nicht um eine invasive Art oder einen Schädling handelt. Die Pflanze wird aufgrund ihrer medizinischen Eigenschaften geschätzt, und ihr Vorhandensein wird in der Regel nicht als Problem betrachtet. Daher sind keine Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich.[3] Die Forschung hat gezeigt, dass Extrakte aus *Centaurium erythraea* in der Lage sind, das Wachstum von *Propionibacterium acnes* zu hemmen, was auf ein Potenzial bei der Behandlung von Akne hindeutet. Pflanzenextrakthydrolysate, die *Centaurium erythraea* enthalten, können antimikrobielle Eigenschaften haben und in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln verwendet werden.[6] Die Pflanze fällt nicht unter Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Obwohl *Centaurium erythraea* traditionell für medizinische Zwecke genutzt wird, gibt es auch Aspekte, die für bestimmte Wirtschaftszweige relevant sind.[2] Extrakte aus *Centaurium erythraea* werden in einigen Patenten als Bestandteil von Akne-Behandlungen genannt, was für die Kosmetikindustrie von Bedeutung ist. So hemmt eine natürliche Zusammensetzung mit *Centaurium erythraea* das Wachstum von *Propionibacterium acnes* und wirkt entzündungshemmend. Des Weiteren finden sich Hinweise auf die Verwendung von Pflanzenextrakthydrolysaten, einschließlich *Centaurium erythraea*, in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln aufgrund ihrer antimikrobiellen Eigenschaften. Diese Hydrolysate, die durch die Behandlung mit Mineralsäuren gewonnen werden, zeigen antibakterielle, entzündungshemmende und antiallergische Wirkungen und könnten in der Prophylaxe und Behandlung von Infektionen eingesetzt werden. Die genannten Anwendungen könnten eine wirtschaftliche Bedeutung in den Bereichen Kosmetik und Hygiene haben.[6]

Biologie & Lebenszyklus

*Centaurium erythraea*, auch bekannt als Echtes Tausendgüldenkraut, ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Die Pflanze wächst mit aufrechten Stängeln, die eine Höhe von 8–50 cm erreichen. Die Blätter sind gegenständig angeordnet, elliptisch bis lanzettlich und 8–70 mm lang.[3] *C. erythraea* ist selbstfertil, wird aber hauptsächlich von Insekten wie Bienen und Fliegen bestäubt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. Die Blüten sind klein, röhrenförmig, rosa bis rot und 4,5–8 mm lang, mit fünf verwachsenen Blütenblättern. Die Blütenstände bilden endständige, kompakte, zymöse, dolden- oder schirmtraubenförmige Gruppen von 7–15 cm Durchmesser. Nach der Bestäubung entwickelt die Pflanze zylindrische, papierartige Kapseln von 7–15 mm Länge, die sich öffnen und zahlreiche kleine, kugelförmige Samen mit einem Durchmesser von etwa 0,25 mm freisetzen. Die Samen reifen von August bis Oktober und ermöglichen die Vermehrung in den folgenden Saisons.[3] Im ersten Jahr bildet *C. erythraea* eine Blattrosette, bevor sie im zweiten Jahr blüht, Samen bildet und abstirbt. Die Art zeigt eine entwicklungsbedingte Plastizität und kann je nach Umweltbedingungen als einjährige oder zweijährige Pflanze wachsen. Die Pflanze bevorzugt gut durchlässige, kalkhaltige Böden und volle Sonne. Sie keimt typischerweise im Frühjahr bei kühlen, wechselhaften Temperaturen. Die Samen werden durch den Wind verbreitet. Die Pflanze spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Bestäubern, indem sie nektarreiche Blüten bereitstellt, die Bienen und Schwebfliegen anziehen.[3] Die Samen von *C. erythraea* können durch Federmotten wie *Stenoptilia zophodactylus* gefressen werden.[3]

Vorkommen & Lebensraum

*Centaurium erythraea*, auch bekannt als Echtes Tausendgüldenkraut, ist heimisch in den gemäßigten Zonen Europas, Nordafrikas und Westasiens. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Azoren und Skandinavien im Norden bis zum Mittelmeerraum im Süden und umfasst verschiedene Regionen wie das Baltikum, Großbritannien und den Balkan. In Westasien kommt die Art im Kaukasus, in Anatolien (Türkei), im Iran, im Irak, in der Region Levante, in Palästina und im Jemen bis nach Pakistan auf dem indischen Subkontinent vor. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet umfasst auch Nordafrika, von Marokko und Algerien bis Tunesien. *Centaurium erythraea* wurde außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingeführt und ist in Teilen Nordamerikas eingebürgert, insbesondere entlang der Ost- und Westküste, von British Columbia bis Kalifornien im Westen und von Nova Scotia bis Virginia im Osten, einschließlich Binnenlandstandorten in Staaten wie Montana und Ohio.[13] Die Art wurde im 19. Jahrhundert erstmals in Nordamerika nachgewiesen. Etablierte Populationen gibt es auch in Neuseeland auf der Nord- und Südinsel sowie in Australien (einschließlich New South Wales, Queensland und Northern Territory) und in Teilen Südamerikas wie Argentinien und Brasilien.[13] In ihren neuen Verbreitungsgebieten hat sich *C. erythraea* hauptsächlich an gestörten Standorten wie Straßenrändern und Feldern eingebürgert. Dort gilt sie in bestimmten Kontexten als invasiv, so auch in einigen Feuchtwiesen in Nordamerika und in Schutzgebieten wie dem Haleakala-Nationalpark in Hawaii.[13] Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass die Einschleppung wahrscheinlich durch Schiffsballast oder landwirtschaftliche Mittel im 19. Jahrhundert erfolgte, was ihre Ausbreitung in gemäßigten Regionen begünstigte. *Centaurium erythraea* gedeiht an offenen, gestörten Standorten wie Grasland, Wiesen, Straßenrändern und Küstendünen, wo sie als Pionierpflanze nährstoffarme, sandige oder lehmige Böden besiedelt. Die Pflanze bevorzugt gut durchlässige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 und toleriert leicht saure bis alkalische Substrate, meidet jedoch schattige oder staunasse Umgebungen, die ihr Wachstum hemmen.[13] Weltweit ist *C. erythraea* weit verbreitet und häufig, was dem IUCN-Status „Least Concern“ entspricht, obwohl lokale Populationen in Europa aufgrund von Habitatverlusten durch landwirtschaftliche Intensivierung und Urbanisierung zurückgehen.[13]

Saisonalität & Aktivität

*Centaurium erythraea* blüht von Juni bis September. Die Samen reifen von August bis Oktober. Die Keimung erfolgt typischerweise im Frühjahr bei kühlen, wechselhaften Temperaturen. Die Art kann als ein- oder zweijährige Pflanze auftreten, abhängig von den Umweltbedingungen. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Insekten wie Bienen und Fliegen. Die Samen werden durch Wind aus den aufspringenden Kapseln verbreitet, was die Besiedlung neuer Standorte ermöglicht. Die jahreszeitlichen Populationen schwanken mit dem Grad der Störung.[3] Das öffentliche Interesse an *Centaurium erythraea*, gemessen am Suchinteresse, zeigt saisonale Spitzen im Juni.[4]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    24.11.2025

  • Deutschland

    21.11.2025

  • Deutschland

    21.11.2025

  • Deutschland

    21.11.2025

  • Bensheim, 64625 Bensheim, Deutschland

    16.11.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-108392450-A Biological Unbekannt

Natürliche Zusammensetzung zur Akne-Entfernung und ihre Anwendung

Foshan Qianru Cosmetics Company Ltd. (2018)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft eine Zusammensetzung aus Extrakten von Patrinia villosa und Centaurium erythraea zur Behandlung von Akne. Die Kombination fördert die Durchblutung und den Hautstoffwechsel. Besonders relevant ist die Hemmung der Vermehrung von Propionibacterium acnes (Bakterienbekämpfung). Die Formulierung wirkt entzündungshemmend und unterstützt die schnelle Abheilung von Akne.

US-2012263805-A1 Chemical Unbekannt

Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel enthaltend Hydrolysate aus Pflanzenextrakten

Popp Michael, Bionorica SE (2010)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Die Erfindung beschreibt Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel, die Pflanzenhydrolysate enthalten, unter anderem aus Centaurium erythraea. Diese Mittel nutzen die antimikrobiellen Eigenschaften der hydrolysierten Pflanzenextrakte zur Bekämpfung von Keimen. Sie bieten eine natürliche Alternative zu rein chemischen Desinfektionsmitteln. Die Anwendung reicht von Haushaltsreinigern bis zu Desinfektionslösungen.

DE-102009011152-A1 Chemical Unbekannt

Neue Pflanzenextrakthydrolysate, z.B. aus Equiseti herba und/oder Juglandis folium, gewonnen durch hydrolytische Behandlung mit Mineralsäure

Bionorica AG (2009)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Beschrieben werden Hydrolysate aus verschiedenen Pflanzen, darunter Centaurium erythraea, die durch Behandlung mit Mineralsäuren gewonnen werden. Diese Hydrolysate zeigen antibakterielle, entzündungshemmende und antiallergische Wirkungen. Sie eignen sich zur Prophylaxe und Behandlung von Infektionen wie Rhinitis und Sinusitis. Das Verfahren verändert das phytochemische Profil der Extrakte für eine verbesserte Wirksamkeit.

EA-029396-B1 Chemical Unbekannt

Pflanzenextrakthydrolysate und diese enthaltende antibakterielle Mittel

Bionorica SE (2009)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Das Patent offenbart Hydrolysate aus einer Vielzahl von Pflanzen, darunter Centaurium erythraea, zur Verwendung als antibakterielle Mittel. Die Herstellung umfasst die Extraktion und anschließende Hydrolyse mit Mineralsäuren. Diese Präparate sind wirksam gegen bakterielle Infektionen und können in pharmazeutischen Produkten eingesetzt werden. Es wird eine Methode zur Gewinnung aktiver Wirkstoffe beschrieben.

Quellen & Referenzen

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:326619-2
  2. https://www.gbif.org/species/5414457
  3. https://gobotany.nativeplanttrust.org/species/centaurium/erythraea/
  4. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  5. http://www.theplantlist.org/tpl1.1/record/kew-2708639
  6. https://ucjeps.berkeley.edu/eflora/eflora_display.php?tid=18573
  7. http://floranorthamerica.org/Centaurium_erythraea
  8. https://botany.one/2023/08/the-hidden-cargo-that-brought-hundreds-of-plant-species-to-the-garden-state/
  9. https://phys.org/news/2011-11-survive-pollinators-european-herb-figured.html
  10. https://nwwildflowers.com/compare/?t=Centaurium%2Berythraea%2C%2BCentaurium
  11. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10412905.2009.9700181
  12. https://unitedplantsavers.org/materia-medica-monograph-centaury/
  13. https://amb-express.springeropen.com/articles/10.1186/s13568-025-01956-9
  14. Literaturzusammenfassung: Centaurium erythraea