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Schwärzepilz Cladosporium cladosporioides

Schwärzepilz

Taxonomie

Reich Pilze (Fungi)
Stamm Ascomycota (Ascomycota)
Klasse Dothideomycetes (Dothideomycetes)
Ordnung Capnodiales (Capnodiales)
Familie Cladosporiaceae
Gattung Cladosporium
Art Cladosporium cladosporioides
Wissenschaftlicher Name Cladosporium cladosporioides (Fresen.) G.A.de Vries
Akzeptierter Name

Einleitung

*Cladosporium cladosporioides* ist ein kosmopolitisch verbreiteter, dunkel pigmentierter Schimmelpilz aus der Familie der Davidiellaceae (bzw. Cladosporiaceae) und der Klasse der Dothideomycetes. Der vorwiegend saprophytisch auf verrottendem organischen Material und im Boden lebende Organismus tritt auch als opportunistischer Pflanzenschädling, etwa an Weinreben, sowie als relevantes Aeroallergen in Innenräumen auf. Die ursprünglich 1850 als *Penicillium cladosporioides* beschriebene Art gehört zu einem komplexen Artenverbund und lässt sich von der ähnlichen Spezies *Cladosporium herbarum* mikroskopisch durch schmalere Konidien und unregelmäßigere Verzweigungen abgrenzen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Cladosporium cladosporioides pflanzt sich ausschließlich asexuell fort, da bisher kein Teleomorph (sexuelles Stadium) für diese Art bekannt ist.[1][5] Der Lebenszyklus beginnt mit der Keimung einzelliger bis mehrzelliger Konidien, die typischerweise 3–6 × 1,5–3 μm messen und in fragilen, verzweigten akropetalen Ketten gebildet werden. Diese Sporen besitzen glatte bis leicht stachelige Wände und dunkle Hila, wobei sie bei günstigen Bedingungen vegetative, septierte Hyphen ausbilden, die tief in das Substrat eindringen. Das Myzel wächst langsam und bildet samtige bis pulvrige Kolonien, die auf Nährmedien wie Kartoffel-Dextrose-Agar nach 14 Tagen bei 25 °C einen Durchmesser von 60–78 mm erreichen.[1] Die Entwicklung ist stark temperaturabhängig; als psychrophiler Organismus liegt das Wachstumsoptimum zwischen 18 °C und 28 °C, wobei die Vitalität auch bei Temperaturen unter 0 °C erhalten bleibt. Im Vergleich zu verwandten Arten zeigt der Pilz besonders bei kühleren Temperaturen von 10–23 °C hohe Wachstumsraten.[5] Ernährungsphysiologisch agiert *C. cladosporioides* als Saprophyt, der mittels extrazellulärer Enzyme wie Cellulasen und Proteasen organisches Material und Pflanzenreste zersetzt. Bevorzugte Kohlenstoffquellen sind einfache Zucker wie Glukose und Laminarin, die ein effizientes Koloniewachstum ermöglichen. Der Pilz ist xerophil und xerotolerant, was ihm das Überleben bei geringer Wasseraktivität (a_w 0,85–0,88) durch osmotische Anpassung erlaubt. Eine physiologische Besonderheit ist die Produktion von Melanin, das unter UV-Einstrahlung zunimmt und Schutz gegen ionisierende Strahlung bietet, ohne die Wachstumsrate signifikant zu senken. Bei Umweltstress können Konidien in eine Dormanz eintreten, wobei eine erhöhte Katalase-Aktivität vor oxidativen Schäden schützt.[5] Obwohl primär saprophytisch, kann der Pilz als Endophyt in Pflanzensamen oder als opportunistischer Erreger auf geschwächten Wirtspflanzen wie Weinreben oder Erdbeeren auftreten.[1][5] In spezifischen Assoziationen fördern bestimmte Stämme das Wachstum von Tomatenpflanzen durch Wurzelkolonisierung und stärken deren Resistenz. Als natürlicher Feind von Insekten wirkt der Pilz unter bestimmten Bedingungen entomopathogen, beispielsweise gegen den Zitrusblattfloh *Diaphorina citri*.[3] Antagonistische Wechselwirkungen bestehen mit Bakterien wie *Streptomyces diastatochromogenes*, deren Metabolite das Hyphenwachstum von *C. cladosporioides* hemmen können.[3]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-112760237-B Biological Erteilt

Cladosporium cladosporioides Stamm mit starker Pathogenitaet gegen Diaphorina citri

(2021)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Hier wird Cladosporium cladosporioides nicht als Schaedling, sondern als Nuetzling (Biokontrollmittel) eingesetzt. Der spezifische Stamm ist hoch pathogen fuer den Zitrusblattfloh (Diaphorina citri) und dient dessen biologischer Bekaempfung.

CN-112640918-B Biological Erteilt

Anwendung von Streptomyces-Metaboliten gegen Dendrobium-Krankheiten

(2020)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Metabolite aus der Fluessigfermentation von Streptomyces diastatochromogenes hemmen das Hyphenwachstum von Cladosporium cladosporioides (Blattfleckenkrankheit). Es dient als biologisches Fungizid fuer Dendrobium-Pflanzen.

CN-112195108-A Biological Anmeldung

Cladosporium cladosporioides Stamm MS2 und dessen Anwendung

Institute OF Microbiology Guangxi Academy OF Agricultural Sciences (2020)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt den neuen Stamm MS2 von Cladosporium cladosporioides. Dieser Stamm wird nicht bekaempft, sondern als nuetzlicher Organismus eingesetzt, um das Pflanzenwachstum zu foerdern und die bakterielle Welke bei Tomaten zu verhindern. Er kolonisiert die Wurzeln und staerkt die Resistenz der Pflanze.

WO-2021096449-A1 Monitoring Unbekannt

Haut-Prick-Testmaterial zur Diagnose von Schimmelpilzallergien

Cukurova University of Rektorlugu (2019)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die Herstellung von Testmaterialien fuer Allergietests aus Extrakten von Cladosporium cladosporioides und anderen Schimmelpilzen. Es ist relevant fuer die Diagnose von Allergien, die durch diesen Organismus ausgeloest werden, beschreibt aber keine Bekaempfung.

CN-110438017-B Biological Erteilt

Cladosporium cladosporioides Stamm LJ1 und dessen Anwendung

(2019)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Der Stamm LJ1 wird zur Praevention der Bananenwelke eingesetzt und foerdert das Wachstum von Tomaten- und Dendrobium-Setzlingen. Der Pilz wird als nuetzliches Agens in der Landwirtschaft verwendet.