Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden
Lexikon-Eintrag

Siebenpunkt Marienkäfer Coccinella septempunctata

Siebenpunkt Marienkäfer
Geringes Risiko Nützling Lästling Kann beißen Physische Gefahr

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Käfer (Coleoptera)
Familie Coccinellidae
Gattung Coccinella
Art Coccinella septempunctata
Wissenschaftlicher Name Coccinella septempunctata Linnaeus, 1758
Akzeptierter Name

Einleitung

Der **Siebenpunkt-[Marienkäfer](/pages/lexikon/asiatischer-marienkaefer)** (*Coccinella septempunctata*) ist ein mittelgroßer [Käfer](/pages/lexikon/kafer) aus der Familie der [Marienkäfer](/pages/lexikon/asiatischer-marienkaefer) (Coccinellidae), der ursprünglich in der Paläarktis beheimatet ist.[1][2] Charakteristisch für die Art sind die orange-roten Flügeldecken mit sieben schwarzen Punkten, die in einem spezifischen Muster angeordnet sind.[1] Aufgrund seines hohen Verzehrs von [Blattläusen](/pages/lexikon/blattlause) wird er landwirtschaftlich als Nützling geschätzt, gilt jedoch in eingeführten Gebieten wie Nordamerika als invasive Art, die heimische [Marienkäfer](/pages/lexikon/asiatischer-marienkaefer) verdrängen kann.[1][2]

Kurze Videos

Aus der Silberkraft Community, aufgenommen mit OpenInsect

Community-Analyse

OpenInsect
35
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der Silberkraft Community
Zuletzt am 08.06.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Fakten (kompakt)

- *Coccinella septempunctata*, bekannt als Siebenpunkt-[Marienkäfer](/pages/lexikon/asiatischer-marienkaefer), ist ein mittelgroßer räuberischer [Käfer](/pages/lexikon/kafer) aus der Familie der [Marienkäfer](/pages/lexikon/asiatischer-marienkaefer) (Coccinellidae). - Adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) sind 5,2–8,6 mm lang und 4,0–6,6 mm breit, mit einem ovalen, stark konvexen Körper. - Die Flügeldecken (Elytren) sind orangerot und tragen sieben schwarze Punkte: drei auf jeder Flügeldecke und einen hinter dem Schildchen (Scutellum). - Die Art ist heimisch in der Paläarktis (Europa und Asien) und Nordafrika.[1] - Sie wurde seit Mitte des 20. Jahrhunderts zur biologischen Schädlingsbekämpfung nach Nordamerika und in andere Gebiete eingeführt. - Sowohl die Larven als auch die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) fressen hauptsächlich [Blattläuse](/pages/lexikon/blattlause) (Aphididae). - Ein Larve kann während ihrer Entwicklung typischerweise 200 bis 300 [Blattläuse](/pages/lexikon/blattlause) fressen. - Adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) können unter optimalen Bedingungen täglich mehrere hundert [Blattläuse](/pages/lexikon/blattlause) fressen.[1] - Die Entwicklung von *C. septempunctata* erfolgt durch vollständige Metamorphose, die die Stadien Ei, Larve, Puppe und Adult umfasst. - Die Lebensdauer vom Ei bis zum adulten Tier beträgt unter günstigen Bedingungen etwa 4–6 Wochen. - Weibchen legen 200–1000 spindelförmige, orange-gelbe Eier in Gruppen von 10–30 in der Nähe von Blattlauskolonien ab. - Die Larven durchlaufen vier Stadien (Instars) und erreichen eine Länge von 7–8 mm. - Adulte Käfer überwintern an geschützten Orten wie Laubstreu oder Gebäuden. - Die Art bewohnt verschiedene Lebensräume, darunter landwirtschaftliche Flächen, Grasland, Gärten und Sümpfe vom Meeresspiegel bis zu 1.500 m Höhe.[1]

Namen & Einordnung (kurz)

Der Siebenpunkt-[Marienkäfer](/pages/lexikon/asiatischer-marienkaefer) (*Coccinella septempunctata*) gehört zur Familie der [Marienkäfer](/pages/lexikon/asiatischer-marienkaefer) (Coccinellidae) und wurde 1758 von Carl von Linné unter diesem Namen erstbeschrieben.[2][3] Der Gattungsname entstammt dem lateinischen *coccineus* (scharlachrot), während sich das Art-Epitheton *septempunctata* aus *septem* (sieben) und *punctata* (gepunktet) zusammensetzt. Zu den historischen Synonymen zählen *Coccinella 7-punctata* sowie *Coccinella divaricata*.[2] Innerhalb der Art werden neben der Nominatform auch Unterarten wie *C. s. brucki* oder *C. s. algerica* differenziert.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) von *Coccinella septempunctata* sind mittelgroß, typischerweise 5,2 bis 8,6 mm lang und besitzen eine ovale, stark gewölbte Körperform.[3] Der Kopf ist schwarz mit zwei weißen Punkten nahe den Augen, während das ebenfalls schwarze Halsschild (Pronotum) zwei weiße seitliche Flecken aufweist.[3][1] Charakteristisch sind die orangeroten Deckflügel (Elytren), die exakt sieben schwarze Punkte tragen.[1] Diese sind in einem Muster angeordnet, bei dem sich je drei Punkte auf einem Deckflügel befinden und ein gemeinsamer Punkt zentral hinter dem Schildchen (Scutellum) liegt. Die Beine sowie die Körperunterseite sind schwarz gefärbt. Ein Sexualdimorphismus ist nur schwach ausgeprägt, wobei Männchen meist etwas kleiner sind und feine Haare am letzten Hinterleibssegment aufweisen.[3] Die Larven sind langgestreckt und erinnern in ihrer Form an kleine Alligatoren, mit einem abgeflachten Körper und drei Beinpaaren. Spätere Larvenstadien sind dunkelgrau bis schwarz gefärbt, weisen orangefarbene oder gelbliche Flecken auf und sind mit verzweigten Dornen besetzt. Im letzten der vier Larvenstadien erreichen sie eine Länge von 7 bis 8 mm. Die Puppen sind etwa 6 mm groß, unbeweglich und zeigen eine orange Färbung mit schwarzen Flecken, während sie an Pflanzenteilen angeheftet sind. Frisch geschlüpfte Adulte haben zunächst weiche, blasse Deckflügel, die erst innerhalb von Stunden aushärten und die typische rote Farbe annehmen.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Coccinella septempunctata besitzt eine hohe ökonomische Bedeutung als Nützling im biologischen Pflanzenschutz, da adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) und Larven täglich hunderte [Blattläuse](/pages/lexikon/blattlause) vertilgen. In landwirtschaftlichen Kulturen wie Baumwolle oder Soja kann der gezielte Einsatz die Schädlingspopulationen um 50 bis 90 % reduzieren.[1] Trotz dieses Nutzens wird die Art in Regionen, in die sie eingeführt wurde, kritisch betrachtet, da sie durch Konkurrenz und Prädation heimische Marienkäferarten verdrängt.[5][1] Ein spezifisches Schadbild entsteht im Weinbau, wenn Käferansammlungen während der Ernte in die Traubenverarbeitung gelangen. Die Tiere sondern bei Stress oder Verletzung über Reflexbluten Hämolymphe ab, die defensive Alkaloide wie Coccinellin enthält. Diese Substanzen können bereits in geringen Mengen Wein verunreinigen und verursachen einen als „Ladybird Taint“ bekannten Fehlgeschmack, der an grüne [Paprika](/pages/lexikon/paprika) oder Erdnüsse erinnert.[3] Historisch dokumentierte Massenvermehrungen führten zudem dazu, dass riesige Schwärme in urbane Gebiete eindrangen und Menschen durch Bisse irritierten.[6][2] Als klassischer Vorrats- oder Materialschädling ist C. septempunctata hingegen nicht relevant, da er sich weder von Textilien noch von gelagerten Lebensmitteln ernährt.[3] Präventive Maßnahmen im Agrarbereich zielen meist auf den Schutz der Art ab, etwa durch das Anlegen von Blühstreifen, die Nektar und Pollen als Ergänzungsnahrung bieten.[7] Gleichzeitig wird der Einsatz von Breitbandinsektiziden wie Neonicotinoiden vermieden, da diese letale Auswirkungen auf die Populationen haben und die biologische Schädlingskontrolle schwächen.[5]

Biologie & Lebenszyklus

Die Entwicklung von *Coccinella septempunctata* verläuft über eine vollständige Metamorphose, die Ei-, Larven-, Puppen- und Adultstadien umfasst.[2] Unter günstigen Bedingungen dauert der gesamte Zyklus vom Ei bis zum erwachsenen [Käfer](/pages/lexikon/kafer) etwa 30 bis 40 Tage, was in wärmeren Regionen bis zu fünf Generationen pro Jahr ermöglicht. Die Weibchen legen zwischen 200 und 1.000 spindelförmige, orangegelbe Eier in Clustern von 10 bis 30 Stück direkt in der Nähe von Blattlauskolonien ab, um die Nahrungsgrundlage der Nachkommen zu sichern.[1] Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach etwa drei bis fünf Tagen bei 25 °C, während kühlere Temperaturen diese Phase deutlich verlängern können.[2] Die alligatorähnlichen Larven durchlaufen vier Larvenstadien (Instare) und wachsen innerhalb von 10 bis 30 Tagen rasch von 1–2 mm auf 7–8 mm heran.[2][1] Während ihrer Entwicklung vertilgt eine einzelne Larve zwischen 200 und 300 [Blattläuse](/pages/lexikon/blattlause), wobei sie auch [Thripse](/pages/lexikon/thripse), Weiße [Fliegen](/pages/lexikon/fliegen) oder Insekteneier erbeutet.[1] Das letzte Larvenstadium befestigt sich an einem Substrat und verpuppt sich für 3 bis 12 Tage, woraufhin der erwachsene [Käfer](/pages/lexikon/kafer) mit zunächst weichen, blassen Flügeldecken schlüpft.[2] Auch die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) leben räuberisch und können täglich Hunderte von [Blattläusen](/pages/lexikon/blattlause) fressen, ergänzen ihre Diät bei Beutemangel jedoch mit Pollen und Nektar.[1][3] Die Adulten überwintern in einem Diapause-Zustand an geschützten Orten wie Laubstreu oder Gebäuden und nehmen im Frühjahr ihre Reproduktionsaktivität wieder auf.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Coccinella septempunctata* umfasst die Paläarktis und erstreckt sich über Europa, Nordafrika sowie weite Teile Asiens bis nach Japan.[3] Durch menschliche Einfuhr zur biologischen Schädlingsbekämpfung ist die Art inzwischen auch in Nordamerika, Südamerika und Südafrika weit verbreitet und etabliert.[1] *Coccinella septempunctata* besiedelt diverse Lebensräume der gemäßigten Zonen, darunter Grasland, Mischwälder, landwirtschaftliche Nutzflächen sowie Gärten und Parks. Das Vorkommen reicht vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von 1.500 Metern, wobei krautige Vegetation mit hohem Blattlausbefall als Primärhabitat dient.[2] Die [Käfer](/pages/lexikon/kafer) bevorzugen Temperaturen zwischen 15 °C und 30 °C und meiden extreme Trockengebiete oder Tundren.[3] Zur Überwinterung suchen die Adulttiere geschützte Orte wie Laubstreu auf, dringen aber gelegentlich auch in Gebäude ein.[1] Beobachtungsdaten zeigen, dass es bei günstigen Witterungsbedingungen zu massenhaften Ansammlungen oder Schwärmen kommen kann.[4]

Saisonalität & Aktivität

Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) überwintern in geschützten Bereichen wie Laubstreu oder Gebäuden und nehmen ihre Aktivität im Frühling bei steigenden Temperaturen wieder auf.[1] Für die Entwicklung und Aktivität bevorzugt *Coccinella septempunctata* gemäßigte Temperaturen zwischen 15 °C und 30 °C. Je nach klimatischen Bedingungen und Breitengrad werden pro Jahr ein bis fünf Generationen ausgebildet, wobei der Zyklus vom Ei bis zum adulten Tier etwa vier bis sechs Wochen dauert. Aggregierte Daten zum Suchinteresse spiegeln diese Phänologie wider und zeigen eine deutliche Saisonalität mit einem Anstieg im Mai und einem Spitzenwert im Juni. In den Sommermonaten kann es, oft bedingt durch Hitzeperioden und Nahrungsknappheit, zu massenhaftem Auftreten und weiten Migrationsflügen kommen. Zum Ende der Vegetationsperiode begeben sich die Tiere für sechs bis neun Monate in eine reproduktive Diapause, um die kalte Jahreszeit zu überdauern.[2]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    18.01.2026

  • Zwätzen, Jena, Thüringen, Deutschland

    18.01.2026

  • Baden-Württemberg, Deutschland

    18.01.2026

  • Deutschland

    17.01.2026

  • Deutschland

    17.01.2026

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-109845733-B Pheromone Erteilt

Lockstoff für Marienkäfer als natürliche Feinde von Blattläusen

(2019)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft einen spezifischen Lockstoff, um Marienkäfer wie Coccinella septempunctata in landwirtschaftliche Flächen zu ziehen. Die Mischung besteht aus Sexualpheromonen, durch Blattläuse induzierten Pflanzenflüchtigen und Kairomonen (z.B. aus Honigtau). Dies ermöglicht eine gezielte Anlockung der Nützlinge zur biologischen Schädlingsbekämpfung.

CN-110720340-A Biological Unbekannt

Verfahren zur Vorbeugung und Bekämpfung von Blattläusen an Gewächshausgemüse

Guangxi Academy OF Specialty Crops (2019)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt eine integrierte Methode zur Blattlausbekämpfung, bei der Coccinella septempunctata aktiv als Nützling eingesetzt wird. Das Verfahren kombiniert den Anbau von Wermut als Lockpflanze, gelbe Leimtafeln und das gezielte Aussetzen der Marienkäfer. Durch diese Kombination wird die Populationsdichte von Blattläusen effektiv und ohne Pestizidrückstände reduziert.

CN-108224236-B Mechanical Erteilt

Haushaltslampe zum Fangen von Marienkäfern

(2018)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Das Patent stellt eine mechanische Vorrichtung in Form einer Lampe vor, die speziell zum Fangen von Coccinella septempunctata auf Balkonen oder im Haushalt konzipiert ist. Sie nutzt Licht und eine mechanische Konstruktion (Turbine/Getriebe), um die Käfer lebend zu fangen, während gleichzeitig Mücken getötet werden. Die gefangenen Marienkäfer sollen dabei helfen, kleinere Insekten zu vertilgen.

Quellen & Referenzen

  1. https://biocontrol.entomology.cornell.edu/predators/Coccinella.php
  2. https://www.gbif.org/species/4990191
  3. https://animaldiversity.org/accounts/Coccinella_septempunctata/
  4. https://www.telegraph.co.uk/news/2025/07/11/ladybirds-swarm-across-britain-in-biggest-plague-since-1976/
  5. https://www.frontiersin.org/journals/conservation-science/articles/10.3389/fcosc.2021.742036/full
  6. https://spiritof1976.co.uk/remembering-the-ladybird-invasion-of-1976/
  7. https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2664.12653