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Lexikon-Eintrag
Kippleibameise Crematogaster scutellaris
Schnellnavigation
Taxonomie
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Formicidae
Gattung
Crematogaster
Art
Crematogaster scutellaris
Wissenschaftlicher Name
Crematogaster scutellaris (Olivier, 1792)
Akzeptierter Name
Einleitung
*Crematogaster scutellaris*, auch bekannt als Kippleibameise, ist eine Ameisenart aus der Familie der Formicidae (Ameisen) [PDF: kippleibameise-crematogaster-scutellaris]. Die Art gehört zur Unterfamilie Myrmicinae (Knotenameisen) [PDF: kippleibameise-crematogaster-scutellaris]. Ihren deutschen Namen erhielt *Crematogaster scutellaris* aufgrund ihres charakteristischen Abwehrverhaltens, bei dem sie ihren Hinterleib wie ein Skorpion nach vorne klappt [PDF: kippleibameise-crematogaster-scutellaris].
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Fakten (kompakt)
- Die Kippleibameise (*Crematogaster scutellaris*) wurde erstmals 1792 von Guillaume-Antoine Olivier beschrieben. - *Crematogaster* ist eine Gattung innerhalb der Familie der Ameisen (Formicidae). - Die Kippleibameise gehört zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera).[1]
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name der Kippleibameise ist *Crematogaster scutellaris* (Olivier, 1792). Die Art gehört zur Familie der Ameisen (Formicidae) und zur Gattung *Crematogaster*. Innerhalb der Ameisen wird *Crematogaster scutellaris* der Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae) zugeordnet, da der mittlere Körperabschnitt durch zwei Stielchenglieder mit dem Hinterleib (Gaster) verbunden ist. Ihren deutschen Namen erhielt *Crematogaster scutellaris* aufgrund des charakteristischen Abwehrverhaltens dieser Art, bei der sie ihren Hinterleib wie ein Skorpion nach vorne klappt und ein Wehrsekret aus der Stachelspitze absondert. Im Spanischen wird *Crematogaster scutellaris* als 'hormiga de los alcornoques' bezeichnet, da sie ihre Nester häufig in der Rinde von Korkeichen anlegt (alcornoques = Kork).[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Arbeiterinnen von *Crematogaster scutellaris* erreichen eine Körperlänge von 3,5 bis 5,5 Millimeter. Die Weibchen sind mit acht bis zehn Millimetern deutlich größer als die Arbeiterinnen. Die Männchen werden vier bis fünf Millimeter lang. *Crematogaster scutellaris* gehört wie die Pharaoameise (*Monomorium pharaonis*) in die Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae), da der mittlere Körperabschnitt durch zwei Stielchenglieder mit dem Hinterleib (Gaster) verbunden ist. Die 11-gliedrigen Antennen enden mit einer dreigliedrigen Fühlerkeule. Zur Spitze hin werden die Antennenglieder immer dunkler. Die Beine sind dunkelbraun gefärbt. Die Fühler der Männchen haben zwölf Antennenglieder. Außerdem besitzen männliche Kippleibameisen drei Ocellen oder Punktaugen auf dem Scheitel.[1]
Beschreibung
Die Kippleibameise, *Crematogaster scutellaris*, ist eine Ameisenart aus der Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae). Ihren deutschen Namen verdankt sie ihrem charakteristischen Abwehrverhalten, bei dem sie ihren Hinterleib wie ein Skorpion nach vorne klappt. Aus der Stachelspitze tritt dann ein Wehrsekret aus, mit dem die Ameise ihre Gegner beschmieren kann. Die Arbeiterinnen von *Crematogaster scutellaris* erreichen eine Körperlänge von 3,5 bis 5,5 Millimetern, während die Weibchen mit acht bis zehn Millimetern deutlich größer werden. Die Männchen sind mit vier bis fünf Millimetern etwas kleiner. Männliche Kippleibameisen besitzen drei Punktaugen (Ocellen) auf dem Scheitel. Die 11-gliedrigen Antennen der Arbeiterinnen enden in einer dreigliedrigen Fühlerkeule, wobei die Antennenglieder zur Spitze hin dunkler werden. Die Beine sind dunkelbraun gefärbt. Im spanischen Sprachraum wird *Crematogaster scutellaris* als "hormiga de los alcornoques" bezeichnet, da sie ihre Nester häufig in der Rinde von Korkeichen anlegt.[1]
Verhalten
*Crematogaster scutellaris* erhielt ihren deutschen Namen aufgrund ihres charakteristischen Abwehrverhaltens. Bei einer Bedrohung klappt die Ameise ihren Hinterleib wie ein Skorpion nach vorne. Aus der Stachelspitze tritt ein Wehrsekret aus, mit dem die Ameisen ihre Gegner beschmieren können. Die Arbeiterinnen verlassen das Nest zur Nahrungssuche bei Temperaturen zwischen 11°C und 40°C. Die Nahrungspalette von *Crematogaster scutellaris* ist vielseitig. Regelmäßig sammeln die Arbeiterinnen Honigtau von Blattläusen und anderen Pflanzensaftsaugern. Daneben werden auch kleinere und größere Arthropoden wie Blattläuse oder Schmetterlinge erbeutet. Sogar kleinere, tote Wirbeltiere werden als Nahrungsquelle genutzt.[1]
Ökologie
*Crematogaster scutellaris* sammelt regelmäßig Honigtau von Blattläusen und anderen Pflanzensaftsaugern. Daneben werden auch kleinere und größere Arthropoden wie Blattläuse oder Schmetterlinge erbeutet. Sogar kleinere, tote Wirbeltiere werden als Nahrungsquelle genutzt. In Südeuropa nistet *Crematogaster scutellaris* meist in Bäumen und Totholz, wo die Kolonien stabile Kartonnester errichten, ähnlich wie die Zweifarbige Wegameise (*Lasius emarginatus*). In der Rinde von Korkeichen (*Quercus suber*) legen die Tiere ebenfalls häufig Gänge und Brutkammern an. Die Kippleibameise legt ihre Nester auch im Dachgebälk von Gebäuden an. Hohlräume in Zweigen oder Holz, unter Rinde oder zwischen Mauerwerk werden zum Nestbau genutzt.[1]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Kippleibameise (*Crematogaster scutellaris*) kann als Materialschädling angesehen werden, wenn sie sich in verbautem Holz ansiedelt, beispielsweise im Dachstuhl eines Hauses.[1] Um eine Ansiedlung zu verhindern, sollten potenziellen Eintrittsstellen ins Gebäude abgedichtet werden. Zur Bekämpfung von *Crematogaster scutellaris* können Fraßköder eingesetzt werden. Da sich diese Ameisen sowohl von Honigtau als auch von Insekten ernähren, sind sowohl Zucker- als auch Proteinköder geeignet. Alternativ kann eine Heizluftbehandlung des befallenen Holzes durchgeführt werden, wobei das Holz für mindestens eine Stunde einer Temperatur von über 55°C ausgesetzt wird, um die Ameisen abzutöten. Auch die Injektion von Kontaktinsektiziden in das befallene Holz unter hohem Druck ist eine mögliche Bekämpfungsmaßnahme. Es wird empfohlen, zuerst die Anzahl der Arbeiterinnen mit Fraßködern zu reduzieren und anschließend die verbliebene Kolonie durch eine Heißluftbehandlung oder Kontaktinsektizide zu bekämpfen.[1]
Wirtschaftliche Bedeutung
Dort, wo sich eine Kolonie von *Crematogaster scutellaris* in verbautem Holz ansiedelt, wie zum Beispiel im Dachstuhl eines Hauses, müssen die Ameisen als Materialschädlinge angesehen werden.[1]
Biologie & Lebenszyklus
*Crematogaster scutellaris* gehört wie die Pharaoameise (*Monomorium pharaonis*) in die Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae), da der mittlere Körperabschnitt durch zwei Stielchenglieder mit dem Hinterleib (Gaster) verbunden ist. Die Arbeiterinnen von *Crematogaster scutellaris* erreichen eine Körperlänge von 3,5 bis 5,5 Millimeter. Die Weibchen werden mit acht bis zehn Millimetern deutlich größer als die Arbeiterinnen, während die Männchen vier bis fünf Millimeter lang werden. Die Fühler der Männchen haben zwölf Antennenglieder und drei Punktaugen auf dem Scheitel. Die 11-gliedrigen Antennen der Arbeiterinnen enden mit einer dreigliedrigen Fühlerkeule, wobei die Antennenglieder zur Spitze hin dunkler werden. Die Beine sind dunkelbraun gefärbt. Ihren deutschen Namen erhielt *Crematogaster scutellaris* aufgrund ihres charakteristischen Abwehrverhaltens: Bei Bedrohung wird der Hinterleib wie bei einem Skorpion nach vorne geklappt, wobei aus der Stachelspitze ein Wehrsekret austritt, mit dem die Ameisen ihre Gegner beschmieren können. Im spanischen wird *Crematogaster scutellaris* als hormiga de los alcornoques bezeichnet, da sie ihre Nester häufig in der Rinde von Korkeichen anlegt. *Crematogaster scutellaris* ist im gesamten Mittelmeergebiet und im Kaukasus verbreitet und kommt von Nordafrika bis nach Südtirol und in das Tessin vor. Vereinzelt wurden Kolonien auch in England, den Niederlanden, Deutschland und Österreich gefunden. Funde in Deutschland beruhen vermutlich auf Einschleppungen kleiner Kolonien, beispielsweise im Rheinland mit Pfirsich-, Kork- und Holzlieferungen. In Südeuropa nistet *Crematogaster scutellaris* meist in Bäumen und Totholz, wo die Kolonien stabile Kartonnester errichten. Die Tiere legen auch Gänge und Brutkammern in der Rinde von Korkeichen an. In den Mittelmeerländern nistet die Kippleibameise auch im Dachgebälk von Gebäuden. Zum Nestbau werden Hohlräume in Zweigen oder Holz, unter Rinde oder zwischen Mauerwerk genutzt. Laut Soulie liegt das Temperaturoptimum der Kippleibameise bei 25°C. Bei Temperaturen zwischen 11°C und 40°C verlassen die Arbeiterinnen das Nest zur Nahrungssuche. Die Nahrungspalette von *Crematogaster scutellaris* ist vielseitig: Regelmäßig sammeln die Arbeiterinnen Honigtau von Blattläusen und anderen Pflanzensaftsaugern. Daneben werden auch kleinere und größere Arthropoden wie Blattläuse oder Schmetterlinge erbeutet, und sogar kleinere, tote Wirbeltiere werden als Nahrungsquelle genutzt. In der Schweiz liegt die Schwärmzeit von *Crematogaster scutellaris* in den Monaten September und Oktober.[1]
Vorkommen & Lebensraum
*Crematogaster scutellaris*, auch bekannt als Kippleibameise, ist im gesamten Mittelmeergebiet und im Kaukasus verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordafrika bis nach Südtirol und ins Tessin. Vereinzelt wurden Kolonien auch in England, den Niederlanden, Deutschland und Österreich gefunden.[1] Es wird vermutet, dass Funde von *C. scutellaris* in Deutschland meist auf Einschleppungen kleiner Kolonien zurückzuführen sind. Die Art wird regelmäßig im Rheinland mit Pfirsich-, Kork- und Holzlieferungen eingeschleppt, ist aber in Deutschland bisher nicht heimisch geworden.[1] Allerdings wird *C. scutellaris* in der Roten Liste der gefährdeten Tiere geführt.[1] In Südeuropa nistet *C. scutellaris* meist in Bäumen und Totholz, wo die Kolonien stabile Kartonnester errichten. Häufig legt die Art ihre Nester auch in der Rinde von Korkeichen (*Quercus suber*) an, wo sie Gänge und Brutkammern baut. In den Mittelmeerländern nistet die Kippleibameise auch im Dachgebälk von Gebäuden. Zum Nestbau werden Hohlräume in Zweigen oder Holz, unter Rinde oder zwischen Mauerwerk genutzt. Die Kippleibameise bildet stabile und langjährige Kolonien. Das Temperaturoptimum der Art liegt bei 25°C. Arbeiterinnen verlassen das Nest zur Nahrungssuche bei Temperaturen zwischen 11°C und 40°C.[1] Die von Heller (2004) beschriebene Kolonie aus Laudenbach an der Bergstraße war bei Temperaturen ab ca. 10°C aktiv, und bei milder Witterung konnten die Tiere von Februar bis November im Freiland beobachtet werden.[1]
Saisonalität & Aktivität
Die Arbeiterinnen von *Crematogaster scutellaris* verlassen das Nest zur Nahrungssuche bei Temperaturen zwischen 11°C und 40°C. Eine Kolonie in Laudenbach an der Bergstraße zeigte Aktivität ab etwa 10°C. Bei milder Witterung konnten die Ameisen von Februar bis November im Freiland beobachtet werden. In der Schweiz liegt die Schwärmzeit von *Crematogaster scutellaris* in den Monaten September und Oktober.[1] Das öffentliche Interesse an der Kippleibameise, gemessen am Suchinteresse, zeigt saisonale Spitzen im März und September, während es im Februar und April gering ist.[2]
Quellen & Referenzen
- PDF: kippleibameise-crematogaster-scutellaris
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)