Lexikon-Eintrag
Buchsbaumzünsler Cydalima perspectalis
Schnellnavigation
Taxonomie
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Crambidae
Gattung
Cydalima
Art
Cydalima perspectalis
Wissenschaftlicher Name
Cydalima perspectalis (Walker, 1859)
Akzeptierter Name
Einleitung
Der **Buchsbaumzünsler** (*Cydalima perspectalis*) ist ein Schmetterling aus der Familie der Crambidae, der ursprünglich in den gemäßigten und subtropischen Regionen Ostasiens verbreitet ist.[1][2] Historisch wurde die Art unter Synonymen wie *Glyphodes perspectalis*, *Palpita perspectalis* oder *Diaphania perspectalis* klassifiziert.[1] In Europa, Vorderasien und Nordamerika tritt der Falter als invasive Spezies auf, deren Larven durch massiven Fraß an Buchsbäumen (*Buxus*) erhebliche ökonomische und ökologische Schäden verursachen.[1][3]
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Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Name & Einordnung
Der heute gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Cydalima perspectalis* (Walker, 1859).[1][2] Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1859 durch den britischen Entomologen Francis Walker, der den Falter ursprünglich als *Phakellura perspectalis* klassifizierte. Als Typuslokalität für das beschriebene weibliche Exemplar wurde Nordchina festgehalten. Im Laufe der taxonomischen Geschichte wurde die Art mehrfach umgruppiert, weshalb in der Literatur Synonyme wie *Glyphodes perspectalis*, *Palpita perspectalis* und *Diaphania perspectalis* existieren. Diese nomenklatorischen Änderungen resultieren teilweise aus phylogenetischen Revisionen, welche die Gattungen *Neoglyphodes* und *Sisyrophora* mit *Cydalima* synonymisierten. Die Gattung *Cydalima* (Lederer, 1863) selbst umfasst neun anerkannte Arten, deren Verbreitung auf Asien beschränkt ist.[1] Systematisch wird *Cydalima perspectalis* der Familie der Crambidae sowie der Unterfamilie Spilomelinae zugeordnet.[1][2] International ist die Art im englischen Sprachraum als „box tree moth“ bekannt.[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Imagines von *Cydalima perspectalis* erreichen eine Flügelspannweite von 35 bis 45 mm und weisen einen überwiegend weißen Körper mit braunem Kopf und Abdomen auf.[1][3] Die häufig vorkommende helle Morphe zeichnet sich durch weiße Flügel mit einem breiten, unregelmäßigen dunkelbraunen Rand entlang der Säume aus. Charakteristisch ist ein deutlicher weißer Fleck oder Streifen in der Diskoidalzelle der Vorderflügel, der oft von einem irisierenden goldbraunen oder violetten Schimmer begleitet wird.[3] Eine seltenere melanistische Form erscheint vollständig braun, wobei kleine weiße Punkte oder Streifen auf den Vorderflügeln erkennbar bleiben.[1][3] Die Antennen sind fadenförmig (filiform), wobei Männchen kurze Zilien besitzen und Weibchen dünnere, weniger bewimperte Antennen aufweisen. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich bei den etwas kleineren Männchen, die Haarbüschel am hinteren Ende des Abdomens und oft ausgedehntere braune Zeichnungen besitzen.[3] Die runden bis abgeflachten Eier sind etwa 1 mm groß und werden in überlappenden Gelegen von 5 bis 20 Stück auf den Blattunterseiten abgelegt.[1][5] Anfangs blassgelb bis grünlich-gelb und transparent, werden sie mit der Zeit undurchsichtiger und entwickeln kurz vor dem Schlupf einen schwarzen Punkt, der die Kopfkapsel der Larve darstellt. Frisch geschlüpfte Larven sind grünlich-gelb mit glänzend schwarzer Kopfkapsel und messen etwa 1 bis 2 mm.[5] Reife Raupen erreichen eine Länge von bis zu 40 mm und besitzen einen hellgrünen Körper, der von dicken schwarzen und dünnen weißen Längsstreifen gezeichnet ist.[1][5] Auf der Dorsalseite sind schwarz umrandete Warzen oder Flecken sichtbar, zudem tragen ältere Stadien helle weiße Borsten. Die Puppen sind 15 bis 20 mm lang und befinden sich in weißen Seidenkokons, die zwischen Blättern oder Zweigen gesponnen werden. Anfangs grünlich mit dunkelbraunen Streifen, färbt sich die Puppe im Verlauf der Entwicklung braun, wobei kurz vor dem Schlupf das Flügelmuster des Adulttieres durch die Hülle sichtbar wird.[5]
Beschreibung
*Cydalima perspectalis* ist ein zur Familie der Crambidae gehörender Kleinschmetterling, der ursprünglich in den gemäßigten und subtropischen Regionen Ostasiens beheimatet ist. Die Art wurde erstmals 1859 durch den britischen Entomologen Francis Walker unter dem Namen *Phakellura perspectalis* wissenschaftlich beschrieben, wobei ein weibliches Exemplar aus Nordchina als Holotypus diente.[3] Taxonomisch wird sie heute der Unterfamilie Spilomelinae und der Gattung *Cydalima* zugeordnet, die neun ausschließlich in Asien verbreitete Arten umfasst.[2] Die Imagines erreichen eine Flügelspannweite von 35 bis 45 Millimetern und zeichnen sich durch einen überwiegend weißen Körper mit braunem Kopf und Abdomen aus. Charakteristisch für die häufigste Farbvariante sind die weiß schimmernden Flügel, die von einem breiten, dunkelbraunen Rand gesäumt werden und einen markanten weißen Fleck in der Vorderflügel-Diskoidalzelle aufweisen. Daneben existiert eine melanistische Morphe, deren Flügel vollständig braun gefärbt sind und lediglich kleine weiße Punkte oder Streifen zeigen. Bei frischen Exemplaren ist oft ein irisierender Glanz in Gold- und Violetttönen auf der Flügeloberfläche zu erkennen, der im Feld als Erkennungsmerkmal dient. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich in der Körpergröße und Färbung: Männchen sind meist etwas kleiner, besitzen stärkere braune Zeichnungselemente und tragen am Hinterleibsende auffällige Haarbüschel. Zudem verfügen Männchen über fein bewimperte (ciliate) Antennen, während diese bei Weibchen dünner und glatter ausgeprägt sind, was unter dem Mikroskop zur Geschlechtsbestimmung genutzt werden kann.[1] Der Lebenszyklus beginnt mit der Ablage von linsenförmigen, etwa 1 mm großen Eiern, die in dachziegelartigen Gelegen von 5 bis 20 Stück auf den Blattunterseiten platziert werden. Diese sind anfangs blassgelb und transparent, lassen jedoch kurz vor dem Schlupf die schwarze Kopfkapsel der Larve als dunklen Punkt erkennen. Die Larvalentwicklung verläuft über 5 bis 7 Stadien, wobei die Raupen von anfänglich 1–2 mm auf bis zu 40 mm Länge heranwachsen. Junge Larven sind gelblich-grün mit glänzend schwarzem Kopf und fressen zunächst minierend an der Blattunterseite, wodurch ein typischer "Fensterfraß" entsteht, bei dem die obere Epidermis intakt bleibt. Ältere Raupen entwickeln eine aposematische Warnfärbung mit leuchtend grünem Körper, breiten schwarzen sowie feinen weißen Längsstreifen und charakteristischen schwarzen Warzen, die weiß umrandet sind. Diese Färbung korreliert mit ihrer physiologischen Anpassung, giftige Alkaloide wie Cyclovirobuxin aus den Wirtspflanzen (*Buxus* spp.) zu sequestrieren, was sie für viele Fressfeinde ungenießbar macht. Spätere Larvenstadien weisen zudem helle Borsten entlang des Körpers auf, die sie von den unbehaarten Larvenstadien unterscheiden. Die Verpuppung erfolgt in einem lockeren Gespinst aus weißer Seide zwischen Blättern und Zweigen, wobei die Puppe selbst 15 bis 20 mm misst. Während der Metamorphose verfärbt sich die Puppe von Grün zu Braun, und kurz vor dem Schlupf wird das Flügelmuster der Imago durch die Hülle sichtbar.[2] In gemäßigten Breiten überwintert die Art als Jungraupe (meist 3. oder 4. Stadium) in einem schützenden Hibernaculum aus zusammengesponnenen Blättern, was ihr das Überleben bei Temperaturen bis zu -30°C ermöglicht.[2]
Verhalten
Die adulten Falter von *Cydalima perspectalis* zeigen ein aktives Flugverhalten mit einer natürlichen Ausbreitungsrate von etwa 5 bis 10 Kilometern pro Jahr, wobei auch Distanzflüge von über 30 Kilometern möglich sind.[1][2] Zur Partnerfindung nutzen Männchen eine ausgeprägte Chemotaxis und reagieren auf weibliche Sexualpheromone, die primär aus einer Mischung von (Z)-11-Hexadecenal und (E)-11-Hexadecenal bestehen.[2] Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen in überlappenden Clustern auf den Blattunterseiten, was den Eigelegen eine visuelle Tarnung gegen Fressfeinde bietet.[4] Frisch geschlüpfte Larven zeigen ein verborgenes Fraßverhalten, indem sie die untere Blattepidermis minieren und die obere Schicht intakt lassen, was als Fensterfraß bezeichnet wird. Ältere Larvenstadien ändern dieses Verhalten hin zu offenem Skelettierfraß und dem Benagen von Rinde, was zum Ringeln (Girdling) von Zweigen führen kann.[5] Als effektive chemische Abwehrstrategie sequestrieren die Raupen toxische Alkaloide wie Cyclovirobuxin aus den Wirtspflanzen, wodurch sie für viele Prädatoren ungenießbar werden. Zur Überwinterung spinnen sich die Larven im dritten oder vierten Stadium in seidene Hibernacula zwischen Blättern ein und treten in eine durch Photoperiode und Temperatur gesteuerte Diapause.[2] Die Verpuppung findet ebenfalls in einem schützenden Gespinstkokon statt, der oft zwischen Blättern und Zweigen angelegt wird.[3]
Ökologie
Als monophager Herbivor besetzt *Cydalima perspectalis* eine enge ökologische Nische, die primär auf Pflanzen der Gattung *Buxus*, insbesondere *Buxus sempervirens* und *Buxus microphylla*, spezialisiert ist. Obwohl die Larven stark auf Buchsbaum angewiesen sind, können sie bei Nahrungsmangel auch Sekundärwirte wie *Euonymus alatus*, *Ilex purpurea* oder *Murraya paniculata* nutzen, wenngleich die Entwicklung dort weniger effizient verläuft.[1] Eine wesentliche Anpassung im Nahrungsnetz ist die Sequestrierung toxischer Alkaloide (z. B. Cyclovirobuxin) aus den Wirtspflanzen, die den Larven als chemische Verteidigung dienen. Trotz dieser Einlagerung von Giftstoffen werden die Raupen im invasiven Verbreitungsgebiet von Vögeln wie Meisen und Sperlingen sowie von Insekten wie der Asiatischen Hornisse (*Vespa velutina*) und Wespen prädiert.[2] Die Regulation durch Parasitoide ist in Europa mit Parasitierungsraten oft unter 20 % deutlich geringer als im nativen Areal, wobei Tachiniden wie *Exorista larvarum* und *Compsilura concinnata* als Gegenspieler auftreten.[2][3] Im ursprünglichen asiatischen Habitat besiedelt der Falter feuchte, temperierte bis subtropische Wälder mit Buchsbaum-Unterwuchs in Höhenlagen bis zu 1500 Metern.[2] In invasiven Gebieten führt der Kahlfraß in natürlichen Buchsbaumwäldern zum Verlust assoziierter Biodiversität, da zahlreiche spezialisierte Pilze, Flechten und Invertebraten von der Wirtspflanze abhängen.[5] Durch das intensive Fressen an der Rinde (Ringelung) wird der Saftstrom unterbrochen, was bei starkem Befall innerhalb von zwei bis drei Jahren zum Absterben der Pflanze führt.[4] Die Art zeigt eine hohe Toleranz gegenüber abiotischen Faktoren und überwintert als Larve in einem Diapause-Zustand, der Temperaturen bis zu -30 °C standhält.[3]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Cydalima perspectalis gilt als bedeutender invasiver Schädling, der massive ökonomische Schäden im Zierpflanzenbau verursacht und natürliche Buchsbaumbestände bedroht.[1] Während Junglarven durch Schabefraß an der Blattunterseite lediglich eine „Fensterung“ erzeugen, führen ältere Stadien zu Kahlfraß und entrinden Zweige, was die Nährstoffzufuhr unterbricht (Ringelung).[3] Unbehandelt kann dieser Befall bei Buxus-Arten innerhalb von zwei bis drei Jahren zum vollständigen Absterben der Pflanzen führen.[4] In betroffenen Ökosystemen wurde ein Rückgang wilder Buchsbaumbestände um über 95 % innerhalb von acht Jahren beobachtet, was die assoziierte Biodiversität gefährdet.[5] Frühe Befallsanzeichen sind Gespinste im Pflanzeninneren, angefressene Blätter sowie grüner Kot (Frass), der sich am Boden oder im Gespinst sammelt. Zur Überwachung der Flugaktivität männlicher Falter werden Pheromonfallen mit Lockstoffgemischen aus (Z)-11-Hexadecenal und (E)-11-Hexadecenal eingesetzt. Aufgrund des hohen Ausbreitungsrisikos bestehen in Regionen wie Nordamerika strenge Quarantänebestimmungen für den Handel mit Buxus-Pflanzen, um die Verschleppung einzudämmen.[2] Ein effektives Management folgt den Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes (IPM), der mechanische, biologische und chemische Maßnahmen kombiniert.[4] Mechanische Methoden umfassen das Absammeln der Raupen, den Rückschnitt befallener Pflanzenteile sowie deren fachgerechte Entsorgung durch Verbrennung oder Vergraben.[2] Im biologischen Pflanzenschutz hat sich der Einsatz des Bakteriums Bacillus thuringiensis var. kurstaki bewährt, das Fraßstopp und Absterben der Larven bewirkt.[2] Ergänzend zeigen entomopathogene Nematoden wie Steinernema carpocapsae oder Heterorhabditis bacteriophora in Tests hohe Mortalitätsraten bei den Larven.[5] Bei starkem Befall können Insektizide mit Wirkstoffen wie Spinosad oder Chlorantraniliprole gegen Junglarven eingesetzt werden, wobei Resistenzbildung vermieden werden muss. Obwohl heimische Vögel und Wespenarten Larven fressen, reicht der Prädationsdruck in neu besiedelten Gebieten oft nicht aus, um Massenvermehrungen natürlich zu regulieren.[2]
Wirtschaftliche Bedeutung
*Cydalima perspectalis* verursacht erhebliche ökonomische Schäden, vor allem im Zierpflanzenbau und in der Baumschulwirtschaft, durch Kahlfraß und das Absterben von Buchsbäumen (*Buxus* spp.). In den USA, wo Buchsbäume etwa 15 % des Umsatzes mit immergrünen Laubgehölzen ausmachen und einen Wert von rund 140 Millionen US-Dollar (Stand 2019) repräsentieren, stellt der Schädling eine massive finanzielle Bedrohung dar.[1] In einigen betroffenen Regionen Europas mussten Züchter bis zu 80 % ihrer Zierbuchsbaum-Bestände aufgrund wiederkehrender Ausbrüche vernichten oder aufgeben, was zu einer Marktverschiebung führte. Auch der Tourismus- und Freizeitsektor ist betroffen; so entstanden in England im Jahr 2021 direkte Kosten von etwa 15,4 Millionen Pfund durch Schäden in Gärten und notwendige Sanierungsmaßnahmen.[5] Historische Gartenanlagen und Kulturerbestätten, wie Ham House in London, verzeichnen gestiegene Ausgaben für den Ersatz zerstörter Hecken und intensivierte Pflegemaßnahmen.[1] Die staatliche Bekämpfung und Überwachung erfordert hohe Investitionen; so stellte der USDA APHIS im Haushaltsjahr 2025 über 1,1 Millionen US-Dollar spezifisch für Schutzprogramme und Erhebungen bereit.[2] Behördliche Quarantänemaßnahmen schränken zudem den zwischenstaatlichen Handel ein und verursachen zusätzliche Kosten für Produzenten durch vorgeschriebene Inspektionen und Behandlungen.[1] Neben direkten wirtschaftlichen Verlusten führt das Absterben wilder Buchsbaumbestände in Südeuropa zu ökologischen Folgekosten, da die fehlende Vegetation Bodenerosion an Hängen begünstigt.[5]
Buchsbaumzünsler Bilder und Fotos von echten Sichtungen
43 AufnahmenBiologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von *Cydalima perspectalis* vollzieht sich als vollständige Metamorphose und dauert bei optimalen Temperaturen von 20–25 °C etwa 30 bis 45 Tage.[2] In gemäßigten Regionen wie Europa und Nordamerika ist die Art multivoltin und bildet zwischen Mai und Oktober typischerweise zwei bis drei überlappende Generationen aus.[1] In subtropischen Gebieten sind aufgrund der wärmeren Bedingungen bis zu vier Generationen möglich.[2] Die Fortpflanzung beginnt kurz nach dem Schlupf der Imagines, wobei Weibchen Gelege von 5 bis 20 Eiern auf den Blattunterseiten platzieren und eine Gesamtfruchtbarkeit von 200 bis 300 Eiern erreichen. Die etwa 1 mm großen, blassgelben Eier entwickeln sich rasch und die Larven schlüpfen nach rund drei Tagen.[3] Die Larvalentwicklung umfasst fünf bis sieben Stadien (Instare) und dauert insgesamt 16 bis 24 Tage. Während frühe Stadien grünlich-gelb mit schwarzem Kopf erscheinen, weisen späte Instare eine Länge von bis zu 4 cm sowie ein hellgrünes Muster mit schwarzen und weißen Längsstreifen auf. Die Larven ernähren sich primär monophag von *Buxus*-Arten, wobei sie toxische Alkaloide wie Cyclovirobuxin aus der Wirtspflanze zur chemischen Abwehr sequestrieren.[2] Sekundäre Wirtspflanzen wie *Euonymus* oder *Ilex* werden nur fakultativ genutzt und ermöglichen keine gleichwertige Populationsentwicklung. Die Verpuppung erfolgt in einem weißen Gespinst zwischen Blättern oder Zweigen und dauert 9 bis 10 Tage.[3] Adulte Falter leben 1 bis 2 Wochen und verursachen keinen Fraßschaden, da sie sich auf die Eiablage konzentrieren.[2] Die Überwinterung erfolgt als Junglarve (meist 3. oder 4. Stadium) in einem Gespinst (Hibernaculum), das Temperaturen bis zu -30 °C standhält.[1] Diese Diapause wird durch verkürzte Photoperioden induziert und im Frühjahr bei Temperaturen über 8–12 °C beendet. Zu den natürlichen Feinden zählen generalistische Prädatoren wie die Asiatische Hornisse (*Vespa velutina*) und Vögel, wobei die Prädationsrate durch die eingelagerten Toxine eingeschränkt sein kann. Parasitoide wie die Raupenfliege *Exorista larvarum* befallen die Larven, erreichen in den Invasionsgebieten jedoch oft nur geringe Parasitierungsraten von unter 20 %.[2]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Cydalima perspectalis* liegt in Ostasien und umfasst China, Japan, Korea, Taiwan, den Fernen Osten Russlands sowie das nördliche Indien. In diesen Regionen besiedelt die Art gemäßigte bis subtropische Wälder mit einem Unterwuchs aus *Buxus*-Arten und kommt von Meereshöhe bis in Höhenlagen von etwa 1500 Metern vor.[2] Die Einschleppung nach Europa erfolgte vermutlich über den internationalen Handel mit infizierter Baumschulware; der erste Nachweis gelang 2007 im Südwesten Deutschlands (Weil am Rhein) sowie zeitgleich in den Niederlanden.[3] Von diesen Initialherden breitete sich der Falter rasant aus und ist mittlerweile in über 40 Ländern Europas, einschließlich der gesamten DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), sowie im Nahen Osten etabliert.[2][3] Die Ausbreitungsgeschwindigkeit wird auf 100 bis 155 Kilometer pro Jahr geschätzt, angetrieben durch die natürliche Flugleistung der Falter sowie den anthropogenen Pflanzentransport über große Distanzen. Außerhalb Europas wurden Populationen in der Türkei (2010), der Kaukasus-Region (2012) und Nordafrika (2018) dokumentiert. In Nordamerika wurde die Art erstmals 2018 in Ontario (Kanada) und 2021 im US-Bundesstaat New York entdeckt, mit anschließender Expansion in über zehn weitere Staaten bis zum Jahr 2025.[2] Primärer Lebensraum in den Invasionsgebieten sind anthropogen geprägte Areale wie Siedlungsbereiche, Parks, Friedhöfe und historische Gärten, in denen *Buxus* häufig als Zierpflanze kultiviert wird.[3] Zunehmend werden jedoch auch natürliche Bestände des Gewöhnlichen Buchsbaums (*Buxus sempervirens*) in Wäldern befallen, was insbesondere in Südeuropa und im Kaukasus zu einem massiven Rückgang wilder Populationen führt.[5] Als Wirtspflanzen dienen fast ausschließlich Arten der Gattung *Buxus*, wobei *Buxus sempervirens* und *Buxus microphylla* bevorzugt gefressen werden. Bei starkem Fraßdruck und Nahrungsmangel weichen die Larven gelegentlich auf Sekundärwirte wie *Euonymus alatus*, *Ilex purpurea* oder *Murraya paniculata* aus, die jedoch eine schlechtere Entwicklungsgrundlage bieten.[3] Die Art zeigt eine hohe klimatische Toleranz und überwintert in den gemäßigten Breiten als Junglarve in einem Gespinst, wobei Temperaturen bis zu -30 °C toleriert werden können.[2][5]
Saisonalität & Aktivität
In den gemäßigten Klimazonen Europas und Nordamerikas erstreckt sich die Aktivitätsphase von *Cydalima perspectalis* typischerweise von April oder Mai bis in den Oktober.[1][4] Die Art ist multivoltin und bildet in diesen Regionen meist zwei bis drei überlappende Generationen pro Jahr aus, während in wärmeren subtropischen Gebieten bis zu vier Generationen möglich sind. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist stark temperaturabhängig; bei optimalen Bedingungen von 20 bis 25 °C durchläuft der Falter einen kompletten Zyklus in etwa 30 bis 45 Tagen.[2] Die Larven entwickeln sich über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen durch fünf bis sieben Stadien, wobei aufgrund der Generationenfolge oft verschiedene Entwicklungsstadien gleichzeitig anzutreffen sind.[1] Die Flugzeiten der adulten Falter konzentrieren sich auf die Monate Mai bis September, können jedoch je nach Witterung bis in den Oktober reichen.[4] Adulte Tiere haben eine vergleichsweise kurze Lebensspanne von ein bis zwei Wochen.[1] Die Überwinterung erfolgt im Larvenstadium, vorwiegend als dritte oder vierte Larveninstanz, in einem schützenden Gespinst (Hibernaculum) zwischen Blättern oder an der Rinde. Diese Diapause wird im Herbst durch verkürzte Tageslängen und sinkende Temperaturen induziert.[2] Die überwinternden Larven weisen eine hohe Kältetoleranz auf und können Temperaturen bis zu -30 °C überstehen.[1] Im Frühjahr nehmen die Larven ihre Fraßaktivität wieder auf, sobald die Temperaturen einen Schwellenwert von etwa 8 bis 12 °C überschreiten. Zur Überwachung der männlichen Falter werden Pheromonfallen meist von April bis zum Herbst eingesetzt. Ergänzend dazu korrelieren Spitzen im öffentlichen Interesse und bei Meldungen häufig mit den Monaten Mai und August, was die Hauptaktivitätsphasen der Falter und Larven widerspiegelt.[2]
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