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Lexikon-Eintrag

Gemeine Ackerschnecke Deroceras reticulatum

Gemeine Ackerschnecke
Lästling

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Weichtiere (Mollusca)
Klasse Schnecken (Gastropoda)
Ordnung Stylommatophora (Stylommatophora)
Familie Agriolimacidae
Gattung Deroceras
Art Deroceras reticulatum
Wissenschaftlicher Name Deroceras reticulatum (O.F.Müller, 1774)
Akzeptierter Name

Einleitung

*Deroceras reticulatum*, auch bekannt als Graue Ackerschnecke oder Milchschnecke, ist eine Art kleiner, luftatmender, landbewohnender Lungenschnecken innerhalb der Familie Agriolimacidae. Diese Schneckenart gilt als bedeutender Schädling in der Landwirtschaft, da sie sich von lebenden Pflanzengeweben wie Keimlingen, Blättern und Knollen von Nutzpflanzen wie Erdbeeren, Kartoffeln, Salat und Winterweizen ernährt.[1] Ursprünglich in Europa beheimatet, wurde *D. reticulatum* weltweit verbreitet und hat sich in vielen gemäßigten und subtropischen Klimazonen etabliert.[1] Jüngste molekulare Studien haben gezeigt, dass *D. reticulatum* Teil eines kryptischen Artenkomplexes ist, der *D. invadens* und *D. panormitanorum* umfasst, die aufgrund morphologischer Ähnlichkeit historisch zusammengefasst wurden, sich aber seit 2021 durch genetische und subtile anatomische Unterschiede unterscheiden.[1]

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Zuletzt am 21.06.2026
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Fakten (kompakt)

- *Deroceras reticulatum* misst typischerweise 35–50 mm in der Länge, mit einem blassen Körper, der von weiß oder cremefarben bis grau oder braun reicht und oft dunklere graue oder schwarze Markierungen aufweist. - Der Mantel bedeckt etwa die Hälfte der Körperlänge und weist konzentrische Furchen auf, die ein unverwechselbares "Fingerabdruck"-Muster bilden. - Der gekielte Schwanz trägt längliche Schleimkanäle; der klare Schleim wird milchig und dickflüssiger, wenn die Schnecke gestört wird.[4] - *D. reticulatum* bevorzugt feuchte, feinkörnige Böden in Gärten, auf landwirtschaftlichen Feldern und in gestörten Lebensräumen, wo es während der wärmeren Monate am aktivsten ist und seinen Höhepunkt im Spätsommer und Herbst erreicht.[4] - Biologisch gesehen ist *D. reticulatum* zwittrig, wobei Individuen während der Paarung einen charakteristischen "Hochzeitstanz" aufführen, bevor sie Dutzende von Eiern legen, die in 3–4 Wochen schlüpfen. - Erwachsene sterben typischerweise im Herbst, während Jungtiere überwintern, um den Kreislauf fortzusetzen. - Es frisst auch verrottende organische Stoffe, Pilze, tote Schnecken und Regenwürmer. - Es dient als Zwischenwirt für Parasiten wie den Rattenlungenwurm (*Angiostrongylus cantonensis*) und kann möglicherweise Pflanzenpathogene übertragen. - Die Bekämpfung umfasst oft kulturelle Praktiken, Köder oder biologische Bekämpfungsmittel wie den Nematoden *Phasmarhabditis hermaphrodita*. - *Deroceras reticulatum* wurde ursprünglich 1774 von Otto Friedrich Müller unter dem Namen *Limax reticulatus* in seinem Werk *Vermium terrestrium et fluviatilium* beschrieben.[4] - Jüngste molekulare Studien haben ergeben, dass *D. reticulatum* Teil eines kryptischen Artenkomplexes ist, zu dem *D. invadens* und *D. panormitanorum* gehören, die historisch zusammengefasst wurden.[4]

Name & Einordnung

Die Genetzte Ackerschnecke, wissenschaftlich als *Deroceras reticulatum* bekannt, gehört zur Familie der Agriolimacidae. Sie wurde ursprünglich 1774 von Otto Friedrich Müller als *Limax reticulatus* beschrieben. Die Typuslokalität befindet sich in Fridrichsdal nahe Kopenhagen, Dänemark. Im Laufe der Zeit wurde die Art mehrfach umklassifiziert, was zu verschiedenen wissenschaftlichen Synonymen führte. Zu den wichtigsten Synonymen zählen *Agriolimax reticulatus*, *Agriolimax agrestis*, *Deroceras agreste*, *Limax agrestis* und *Limax tunicata*, sowie *Agriolimax drymonius* und *Limax drymonius*. Die Gattung *Deroceras* wurde 1820 von Constantine Samuel Rafinesque aufgestellt. Der Gattungsname *Deroceras* leitet sich von den griechischen Wörtern 'dero' (Hals) und 'keras' (Horn) ab und bezieht sich vermutlich auf die Form der Fühler dieser Schnecken. Der Artname *reticulatum* bedeutet „genetzt“ und bezieht sich auf das netzartige Muster auf dem Mantel der Schnecke.[1] Molekulare Studien haben gezeigt, dass *D. reticulatum* Teil eines kryptischen Artenkomplexes ist, der auch *D. invadens* und *D. panormitanorum* umfasst. Diese Arten wurden aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten lange Zeit zusammengefasst, unterscheiden sich aber genetisch und in subtilen anatomischen Details. Gebräuchliche Namen für *Deroceras reticulatum* sind Graue Ackerschnecke, Graue Gartenschnecke und Milchschnecke. Im landwirtschaftlichen Kontext wird sie oft einfach als Ackerschnecke bezeichnet.[1] Regionale Variationen betonen ihre Lebensraumpräferenzen, wie z. B. Graue Gartenschnecke im Gartenbau.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Gemeine Ackerschnecke (*Deroceras reticulatum*) ist eine kleine, luftatmende Landlungenschnecke aus der Familie der Agriolimacidae. Adulte Exemplare erreichen eine Länge von 40 bis 60 mm im lebenden Zustand, wobei konservierte Exemplare 25 bis 30 mm messen. Der Körper ist schlank und länglich. Die Grundfärbung variiert von blass-cremefarben, fleischfarben bis hellbraun, oft mit einem netzartigen Muster aus dunkelbraunen Flecken, Punkten oder Streifen auf dem Mantel und der Körperoberfläche. Die Sohle ist blass oder cremefarben. Selten weisen Exemplare eine schwärzliche Pigmentierung mit ausgeprägter Punktierung auf. Der Mantel bedeckt etwa ein Drittel bis zwei Fünftel der Körperlänge, ist oval und weist konzentrische Grate auf, die einem "Fingerabdruck" ähneln. Das Zentrum des Mantels befindet sich leicht rechts von der Mittellinie. Die Schnecke besitzt keine auffällige äußere Schale, sondern nur eine kleine, innere, rudimentäre Kalkplatte. Am Hinterende des Körpers befindet sich ein kurzer, stumpfer Kiel. Unter normalen Bedingungen produziert die Schnecke einen dünnen, farblosen Schleim, der die Bewegung erleichtert und einen grundlegenden Schutz bietet. Bei Reizung wird diese Absonderung milchig-weiß und klebrig, was die Abwehr- und Haftfunktionen verstärkt.[1] *D. reticulatum* ähnelt äußerlich anderen *Deroceras*-Arten, kann aber durch ihre milchige Schleimreaktion bei Störung unterschieden werden. Die Art ist ein Zwitter, der sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane besitzt. Das Fortpflanzungssystem umfasst einen fleischigen Penis in Form eines unregelmäßigen Sacks, der oft durch eine tiefe seitliche Einschnürung in zwei Teile geteilt ist. Mit dem Penis verbunden ist eine variable Penialdrüse, die aus fingerartigen Anhängen oder Ästen mit Drüsenpapillen besteht, sowie ein großer, konischer Stimulator (Sarcobelum) mit einer schmalen Basis, der während der Balz zur Übertragung von Sekreten vorsteht. Das Verdauungssystem umfasst eine Radula, ein flexibles, bandartiges Organ, das mit Reihen winziger, nach hinten gerichteter Zähne zum Raspeln und Schaben von Nahrungsmaterial ausgekleidet ist. Das Atmungssystem, das für Lungenschnecken charakteristisch ist, besteht aus einer vaskularisierten Lunge innerhalb der Mantelhöhle, die durch ein Pneumostom auf der rechten Seite des Mantels für den atmosphärischen Gasaustausch zugänglich ist. Unterhalb des Mantels befindet sich eine kleine, plattenartige innere Schalenrest, die oval und abgeflacht ist und keine Windungen aufweist.[1]

Beschreibung

Die Gemeine Ackerschnecke, wissenschaftlich als *Deroceras reticulatum* bekannt, ist eine kleine, luftatmende Landlungenschnecke aus der Familie der Agriolimacidae. Diese Art zeichnet sich durch ihren schlanken, länglichen Körper aus, der im lebenden Zustand eine Länge von 40 bis 60 mm erreichen kann, wobei konservierte Exemplare etwa 25 bis 30 mm messen. Die Grundfarbe des Körpers variiert von blasscreme über fleischfarben bis hellbraun, oft mit einem netzartigen Muster aus dunklen Flecken, Punkten oder Streifen versehen. Dieses retikuläre Muster ist besonders auf dem Mantel ausgeprägt, der etwa ein Drittel bis zwei Fünftel der Körperlänge bedeckt und konzentrische Grate aufweist, die einem Fingerabdruck ähneln. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist der kurze, stumpfe Kiel am Schwanzende, der die Fortbewegung unterstützt. Bei normaler Aktivität produziert die Schnecke ein dünnes, farbloses Sekret, das die Bewegung erleichtert und einen grundlegenden Schutz bietet. Bei Reizung wird dieses Sekret jedoch milchig weiß und klebrig, was eine verstärkte Abwehr- und Haftfunktion ermöglicht. *Deroceras reticulatum* ist nachtaktiv und kann unter günstigen Bedingungen bis zu 12 Meter pro Nacht zurücklegen. Als Zwitter besitzt *Deroceras reticulatum* sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane, wobei die Kreuzbefruchtung während der Paarung im Vordergrund steht. Das Fortpflanzungssystem umfasst einen fleischigen Penis, der oft in zwei Teile geteilt ist, mit einer variablen Penialdrüse und einem großen, konischen Stimulator. Das Verdauungssystem beinhaltet eine Radula, ein zungenartiges Organ mit winzigen, nach hinten gerichteten Zähnen zum Abkratzen von Nahrung. Die Atmung erfolgt über eine vaskularisierte Lunge in der Mantelhöhle, die über ein Pneumostom auf der rechten Seite des Mantels zugänglich ist. Unterhalb des Mantels befindet sich ein kleiner, plattenartiger Schalenrest. Ursprünglich in der Westpaläarktis beheimatet, hat sich *Deroceras reticulatum* durch menschliche Vermittlung weltweit verbreitet und Populationen in gemäßigten und subtropischen Klimazonen etabliert. Sie bevorzugt offene, gestörte Gebiete wie Felder, Gärten, Wiesen und Parks und meidet dichte Wälder und trockene Zonen. Diese Art ist ein Allesfresser, der sich hauptsächlich von frischen Blättern, Früchten, Sämlingen und saftigen Pflanzenteilen ernährt, aber auch Pilze und gelegentlich Detritus konsumiert. Die Gemeine Ackerschnecke ist ein bedeutender Schädling in der Landwirtschaft, der Schäden an Getreide, Gemüse und Früchten verursacht.[1]

Verhalten

Die Genetzte Ackerschnecke (*Deroceras reticulatum*) ist überwiegend nachtaktiv und an feuchte Lebensbedingungen gebunden. Tagsüber zieht sie sich unter Steine, Pflanzenmaterial oder in die oberen Bodenschichten zurück. Mit Ausnahme von Frostperioden sind die Schnecken das ganze Jahr über aktiv. Unter normalen Bedingungen produziert die Schnecke einen dünnen, farblosen Schleim, der die Bewegung erleichtert und einen grundlegenden Schutz bietet. Bei Reizung wird diese Absonderung milchig-weiß und klebrig, was die Abwehr- und Klebefunktionen verstärkt.[1] *D. reticulatum* kann unter günstigen Bedingungen bis zu 12 Meter pro Nacht zurücklegen. Sie kann durch ihren milchigen Schleim, der bei Störung entsteht, von anderen *Deroceras*-Arten unterschieden werden.[1] Um Fressfeinde abzuschrecken, sondert *D. reticulatum* bei Bedrohung einen milchigen, klebrigen Schleim ab, der Angriffe von Laufkäfern behindert und deren Fähigkeit, die Schnecke zu greifen oder zu fressen, verringert. Zusätzlich graben sich die Tiere tagsüber in Bodenspalten ein oder verstecken sich unter Trümmern, um die Exposition zu minimieren, während ihre hauptsächlich nächtliche Aktivität die Begegnungen mit tagaktiven Fressfeinden weiter einschränkt.[1]

Ökologie

*Deroceras reticulatum* bewohnt hauptsächlich offene, gestörte Gebiete wie Felder, Gärten, Wiesen, Straßenränder und Parks und meidet dichte Wälder und trockene Zonen. Sie ist am häufigsten in landwirtschaftlichen Umgebungen wie Ackerland, Gemüsefeldern und Grasland anzutreffen, wo sie instabile, vom Menschen veränderte Umgebungen bevorzugt. Tagsüber sucht die Schnecke Schutz unter Steinen, Laubstreu, Trümmern oder in Erdspalten, um Austrocknung zu vermeiden. Ihre nächtliche Aktivität verstärkt sich bei feuchten Bedingungen, insbesondere nach Regenfällen, wenn die Bodenfeuchtigkeit 25 % übersteigt. Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Populationen unter unterschiedlichen Bodenfeuchtigkeitsbedingungen instabile räumliche Ansammlungen bilden, was die Verteilung auf den Feldern beeinflusst. Die Art gedeiht in gemäßigten Klimazonen mit optimalen Temperaturen von 10–20 °C und hoher Luftfeuchtigkeit, was bei günstigen Bedingungen eine ganzjährige Fortpflanzung ermöglicht. Während längerer Trockenperioden wird sie inaktiv und verharrt an geschützten Orten oder bei Frost, obwohl sie kurzzeitige Kälteexposition besser verträgt als viele ihrer Artgenossen.[1] Als synanthroper Organismus ist *D. reticulatum* stark mit vom Menschen veränderten Landschaften verbunden, insbesondere mit landwirtschaftlichen Monokulturen, wo feuchte, geschützte Nischen das Populationswachstum fördern. Die Schnecke ist ein Allesfresser, wobei die Ernährung hauptsächlich aus dem Verzehr frischer Blätter, Früchte, Sämlinge und saftiger Pflanzenteile besteht, ergänzt durch Pilze und gelegentlichen Abbau von totem Pflanzenmaterial oder Pilzen. Sie kann sich auch an Aas oder kannibalistischem Verhalten beteiligen und sich von toten Schnecken, Regenwürmern oder anderen kleinen Wirbellosen ernähren, wenn diese verfügbar sind.[1] Zur Abwehr von Fressfeinden sondert *D. reticulatum* bei Bedrohung einen milchigen, klebrigen Schleim ab, der Angriffe von Laufkäfern behindert und deren Fähigkeit, die Schnecke zu greifen oder zu fressen, verringert.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Deroceras reticulatum*, auch bekannt als Graue Ackerschnecke, ist ein bedeutender Schädling in der Landwirtschaft, der Schäden an Keimlingen und Früchten von Getreide, Raps, Gemüse, Mais, Sojabohnen und Grassamen verursacht. Die Schnecken raspeln an den Pflanzen, was zu Narben, Löchern und zerfetzten Blättern führt, was oft zu reduzierten Pflanzenbeständen und Ernteausfällen führt. Darüber hinaus können sie Pflanzenpathogene übertragen und Schleimspuren hinterlassen, die die Ausbreitung von Krankheiten fördern und die Schäden an den Feldfrüchten noch verstärken.[1] Weltweit werden die Schäden durch Schnecken, einschließlich *D. reticulatum*, auf mehrere Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt. In Großbritannien könnten unkontrollierte Schneckenbefälle zu jährlichen Verlusten von über 100 Millionen Pfund im Ackerbau führen, hauptsächlich durch Raps und Winterweizen. In Nordamerika verursacht die Art Schäden in Millionenhöhe in der Grassamenproduktion und reduziert die Erträge in Direktsaat-Mais- und Sojabohnenfeldern. Das Management von *Deroceras reticulatum* basiert hauptsächlich auf integrierten Schädlingsbekämpfungsstrategien (IPM), die kulturelle, chemische, biologische und Überwachungstechniken kombinieren, um die Schäden an den Feldfrüchten zu minimieren und gleichzeitig die Umweltauswirkungen zu reduzieren. Kulturelle Methoden umfassen Fruchtfolge mit Nichtwirtspflanzen, die den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens und die Rückstände reduzieren können. Bodenbearbeitungspraktiken wie flaches Eggen können Schnecken der Austrocknung und Fressfeinden aussetzen und so die Dichte in Feldern mit hohem Rückstand deutlich senken. In Gärten können physische Barrieren wie Kupferband um die Pflanzenbasen Schnecken abschrecken. Chemische Bekämpfungsmittel zielen auf adulte Schnecken ab und sind am wirksamsten, wenn sie nach Regenfällen während der Hauptaktivitätszeit in der Nacht ausgebracht werden. Molluskizide wie Metaldehyd verursachen Dehydration und Tod, bieten aber Risiken für Nichtzielorganismen. Eisen(III)-phosphat-basierte Köder stellen eine sicherere Alternative dar, die den Fraß stoppt und zum Verhungern führt, mit geringerer Toxizität für Wildtiere. Die Verwendung von Metaldehyd ist in der Europäischen Union seit 2020 und im Vereinigten Königreich seit 2022 für die landwirtschaftliche Nutzung im Freien verboten. Die biologische Schädlingsbekämpfung umfasst den Einsatz von Nützlingen wie dem parasitischen Nematoden *Phasmarhabditis hermaphrodita*, der Schnecken infiziert und innerhalb von 7–21 Tagen zum Tod führt. Räuberische Laufkäfer und Kurzflügelkäfer werden gefördert, indem der Einsatz von Breitbandinsektiziden minimiert, die Artenvielfalt der Feldfrüchte erhöht und Zwischenfrüchte verwendet werden. Auch domestiziertes Geflügel wie Enten oder Hühner können zur Schneckenbekämpfung eingesetzt werden. Die Entwicklung von systemischen biologischen Molluskiziden wird derzeit erforscht, um nachhaltige, umweltfreundliche Alternativen zu chemischen Bekämpfungsmitteln zu schaffen. Das Monitoring ist unerlässlich, um rechtzeitig eingreifen und Populationsschwellenwerte beurteilen zu können. Unterschlupffallen und mit Bier gefüllte Fallgrubenfallen werden verwendet, um die Aktivität zu erfassen und zu quantifizieren, was bei der Identifizierung von Hotspots hilft. Integrierte Ansätze, die diese Taktiken kombinieren, haben eine bis zu 80-prozentige Reduktion der Schneckenschäden gezeigt, während gleichzeitig die Abhängigkeit von Chemikalien minimiert und die nützliche Fauna erhalten bleibt.[1] Bioaktive Peptide, die von Neuropeptiden aus Schnecken und Insekten abgeleitet sind, können ebenfalls zur Abwehr von Ackerschnecken eingesetzt werden.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Gemeine Ackerschnecke (*Deroceras reticulatum*) ist ein bedeutender Schädling in der Landwirtschaft, der insbesondere Keimlinge und Früchte von Getreide, Raps, Gemüse, Mais, Sojabohnen und Grassamen durch ihre raspelnde Fraßtätigkeit schädigt. Diese Fraßschäden verursachen Narben, Löcher und zerfetzte Blätter, was oft zu einer Reduktion des Pflanzenbestands und Ernteverlusten führt. Die Schnecke überträgt zudem Pflanzenpathogene und hinterlässt Schleimspuren, die die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen und somit die Schäden an den Kulturen noch verstärken können. Besonders stark sind die Schäden in kühlen, feuchten Frühjahren und in Direktsaat-Feldern mit hohem Pflanzenrückstand, da diese Bedingungen die Aktivität und das Überleben der Schnecken fördern.[1] Weltweit werden die Schäden durch Schnecken, einschließlich *D. reticulatum*, auf mehrere Milliarden Dollar jährlich geschätzt. In Großbritannien könnten unkontrollierte Schneckenpopulationen zu jährlichen Verlusten von über 100 Millionen Pfund im Ackerbau führen, hauptsächlich durch Raps und Winterweizen. In Nordamerika verursacht die Art Schäden in Millionenhöhe in der Grassamenproduktion, beispielsweise im Willamette Valley in Oregon, und reduziert die Erträge in Direktsaat-Mais- und Sojabohnenfeldern im mittleren Atlantik, wo jährlich etwa 20 % der Direktsaatflächen betroffen sind.[1] In Australien stellt *D. reticulatum* eine erhebliche Bedrohung für Raps und andere Gartenbaukulturen in den südlichen, niederschlagsreichen Gebieten dar, wobei bereits geringe Schneckendichten zu Ernteausfällen führen können.[1] Die Bekämpfung von *D. reticulatum* ist daher von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Es wurden bioaktive Peptide entwickelt, die von Neuropeptiden aus Schnecken und Insekten abgeleitet sind, um die Gemeine Ackerschnecke abzuwehren oder zu bekämpfen. Diese Peptide können in Ködermaterialien integriert, direkt auf Pflanzen gesprüht oder durch genetisch veränderte Pflanzen exprimiert werden. Eine weitere Methode zur biologischen Schädlingsbekämpfung ist die Verwendung von *Phasmarhabditis*-Nematoden in Kombination mit spezifischen Bakterien, welche die Pathogenität und das Wachstum der Nematoden steigern und somit eine umweltfreundliche Lösung für landwirtschaftliche Anwendungen bieten.[3]

Biologie & Lebenszyklus

*Deroceras reticulatum*, auch bekannt als Graue Ackerschnecke, ist ein simultaner Hermaphrodit, der sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane besitzt. Die Schnecken bevorzugen die Kreuzbefruchtung, Selbstbefruchtung ist jedoch selten möglich. Die Paarung beinhaltet eine längere Phase des gegenseitigen Streichelns mit einer speziellen Struktur, dem Sarcobelum, oft begleitet von Schleimproduktion, was zu einem wechselseitigen Spermienaustausch über ineinander verschlungene Penisse führt. Die Paarung findet typischerweise nachts unter günstigen Bedingungen statt, das ganze Jahr über, aber mit Höhepunkten im Frühjahr und Herbst in gemäßigten Regionen. Nach der Paarung legen die adulten Schnecken Eier in Gelegen von 30–50 Stück, die im feuchten Boden oder unter organischen Rückständen vergraben werden. Ein einzelnes Individuum kann im Laufe seines Lebens bis zu 400–500 Eier in mehreren Gelegen produzieren. Die Eier sind klein, kugelförmig und anfangs durchscheinend, werden aber mit zunehmender Reife weiß. Unter optimalen Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen schlüpfen sie in 2–4 Wochen, der Schlupf kann sich jedoch über mehrere Monate erstrecken, wenn die Eier im Spätherbst gelegt werden. Die Jungtiere ähneln nach dem Schlüpfen Miniaturausgaben der Erwachsenen, sind aber viel kleiner (anfangs 1–10 mg). Sie durchlaufen ein schnelles Wachstum, vor allem im Frühjahr und Sommer, wenn die Bedingungen eine aktive Nahrungsaufnahme unterstützen.[1] In gemäßigten Zonen vollendet *D. reticulatum* typischerweise zwei Generationen pro Jahr, wobei die erste im Frühjahr aus überwinterten Eiern schlüpft und die zweite aus im Sommer gelegten Eiern, die im Spätsommer schlüpfen. Die maximale Lebensdauer beträgt etwa ein Jahr, danach altern die adulten Tiere und sterben nach der Fortpflanzung oder mit dem Einsetzen des ersten Frosts. Die Überwinterung erfolgt als ungeschlüpfte Eier oder ruhende Jungtiere, die in Bodenschlupfwinkeln in einen Ruhezustand eintreten und im Frühsommer wieder auftauchen. Auch adulte Tiere können milde Winter überleben, vermehren sich aber selten nach der Überwinterung. Die Wachstumsraten werden stark von Temperatur und Nahrungsverfügbarkeit beeinflusst, wobei wärmere, feuchte Bedingungen die Entwicklung vom Neugeborenen zum geschlechtsreifen Adulten (über 100 mg) in 3–6 Monaten beschleunigen. Die omnivore Ernährung, einschließlich Pilze und verrottendes Pflanzenmaterial, unterstützt ein effizientes Jugendwachstum über alle Stadien hinweg. Die Schnecken sind an feuchte Lebensbedingungen gebunden und überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ziehen sich die Genetzten Ackerschnecken unter Steine, Pflanzenmaterial oder in die oberen Bodenschichten zurück. Mit Ausnahme von Frostperioden sind die Schnecken das ganze Jahr über aktiv. Die Genetzte Ackerschnecke verhält sich recht ortstreu und entfernt sich zur Nahrungsaufnahme meist nicht weiter als 1,5 m von ihrem Tagesversteck.[1]

Vorkommen & Lebensraum

*Deroceras reticulatum*, auch bekannt als Genetzte Ackerschnecke, ist ursprünglich im westlichen Paläarktisraum beheimatet, der große Teile Europas, Nordafrikas und die Atlantischen Inseln umfasst. In Europa ist die Art in gemäßigten und mediterranen Regionen weit verbreitet, wird aber in den südöstlichen Teilen, insbesondere auf dem Balkan, seltener und fehlt in Griechenland und den bulgarischen Bergen. Auf den Britischen Inseln und in Irland gehört sie zu den häufigsten Landschnecken, während sie im nördlichen Skandinavien hauptsächlich in der Nähe menschlicher Siedlungen vorkommt. Die Ausbreitung der Art wird durch ihre Vorliebe für offene, kultivierte Lebensräume wie Grasland, Wiesen und Ackerflächen begrenzt, während dichte Waldgebiete gemieden werden.[1] Durch menschliche Aktivitäten wurde *D. reticulatum* weltweit in verschiedene Regionen eingeschleppt, wo sie sich hauptsächlich in gemäßigten und subtropischen Klimazonen etabliert hat. In Nordamerika ist sie weit verbreitet und kommt in weiten Teilen der Vereinigten Staaten (mit Ausnahme einiger Gebiete der südöstlichen Küstenebene) und im südlichen Kanada vor, insbesondere in landwirtschaftlichen und gestörten Lebensräumen. Die Art hat sich auch in Argentinien, Australien (wo sie in Anbaugebieten häufig vorkommt) sowie in Neuseeland, insbesondere in Weide- und Gartenflächen, etabliert. In Asien sind Einschleppungen in zentralen Regionen, einschließlich Teilen der ehemaligen UdSSR, sowie in Ländern wie der Türkei und Sri Lanka bekannt. Als Hauptursachen für die Einschleppung gelten der unbeabsichtigte Transport über Schiffe, kontaminierte Erde und der internationale Handel mit Pflanzen und Baumschulbeständen. Die ersten Nachweise in Nordamerika stammen aus dem Jahr 1891 in Kalifornien, wobei die anschließende rasche Ausbreitung mit dem Agrarhandel in Verbindung gebracht wird.[1] *D. reticulatum* ist heute eine etablierte invasive Art und ein bedeutender Schädling in gemäßigten Zonen weltweit und kommt häufig in von Menschen veränderten Landschaften wie landwirtschaftlichen Betrieben, Gärten und städtischen Randgebieten vor. In kälteren Randgebieten ihres eingeschleppten Verbreitungsgebiets ist sie hauptsächlich als Synanthrope auf geschützte, anthropogene Standorte beschränkt und meidet natürliche Lebensräume. *Deroceras reticulatum* bewohnt hauptsächlich offene, gestörte Gebiete wie Felder, Gärten, Wiesen, Straßenränder und Parks, während dichte Wälder und trockene Gebiete gemieden werden. Sie ist besonders häufig in Agrarlandschaften wie Ackerbaukulturen, Gemüsefeldern und Grasland, wo sie instabile, von Menschen veränderte Umgebungen gegenüber natürlichen bevorzugt. Tagsüber sucht die Schnecke Schutz unter Steinen, Laubstreu, Geröll oder in Erdspalten, um Austrocknung zu vermeiden. Die nachtaktive Aktivität verstärkt sich bei feuchten Bedingungen, insbesondere nach Regenfällen, wenn die Bodenfeuchtigkeit 25 % übersteigt. Die Art gedeiht in gemäßigten Klimazonen mit optimalen Temperaturen von 10–20 °C und hoher Luftfeuchtigkeit, was bei günstigen Bedingungen eine ganzjährige Fortpflanzung ermöglicht. Bei längeren Trockenperioden wird sie in geschützten Gebieten inaktiv oder überdauert in Kältestarre, wobei sie kurzzeitige Kälteexposition besser verträgt als viele andere Arten der Gattung.[1]

Saisonalität & Aktivität

*Deroceras reticulatum*, auch bekannt als Genetzte Ackerschnecke, ist überwiegend nachtaktiv und benötigt feuchte Lebensbedingungen. Tagsüber ziehen sich die Schnecken unter Steine, Pflanzenmaterial oder in die oberen Bodenschichten zurück. Mit Ausnahme von Frostperioden sind die Schnecken das ganze Jahr über aktiv. In gemäßigten Zonen können zwei Generationen pro Jahr auftreten: Die erste Generation schlüpft im Frühjahr aus überwinterten Eiern, die zweite im Spätsommer aus im Sommer abgelegten Eiern. Die maximale Lebensdauer beträgt etwa ein Jahr, wonach die adulten Tiere nach der Fortpflanzung oder mit dem Einsetzen des ersten Frosts sterben. Die Überwinterung erfolgt als nicht geschlüpfte Eier oder als inaktive Jungtiere in Verstecken im Boden. Diese Jungtiere werden im Frühsommer aktiv. Adulte Tiere können ebenfalls milde Winter überleben, sich aber selten nach der Überwinterung fortpflanzen. Die Paarung findet ganzjährig statt, erreicht aber in gemäßigten Regionen ihren Höhepunkt im Frühjahr und Herbst. Die Aktivität der *Deroceras reticulatum* ist stark von der Temperatur und der Nahrungsverfügbarkeit abhängig. Wärmere, feuchte Bedingungen beschleunigen die Entwicklung vom Jungtier zum geschlechtsreifen Tier.[1]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    13.01.2026

  • Stadtmitte, Merzig, 66663 Merzig, Deutschland

    21.12.2025

  • Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    16.12.2025

  • Rheinland-Pfalz, Deutschland

    10.12.2025

  • Leidersbach

    08.12.2026

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

US-2021084907-A1 Biological Anmeldung

Bioaktive Peptide mit schädlichen Auswirkungen auf Schadschnecken

US Agriculture, University of Oregon State (2020)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt die Entwicklung und Anwendung synthetischer Peptide, die von Neuropeptiden aus Schnecken und Insekten abgeleitet sind. Diese bioaktiven Substanzen werden eingesetzt, um Nacktschnecken, spezifisch die Gemeine Ackerschnecke (Deroceras reticulatum), abzuwehren oder zu bekämpfen. Die Peptide können in Ködermaterialien integriert, direkt auf Pflanzen gesprüht oder durch genetisch veränderte Pflanzen exprimiert werden. Die Innovation liegt in der Nutzung spezifischer biologischer Signalwege, um den Schädling physiologisch zu beeinträchtigen oder vom Fressen abzuhalten. Dies stellt eine zielgerichtete Alternative zu herkömmlichen chemischen Molluskiziden dar.

US-5527525-A Biological Erteilt

Biologische Bekämpfung von Weichtieren mit Nematoden und Bakterien, die das Wachstum und die Pathogenität von Nematoden fördern

Agricultural Genetics Company (1992)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Das Patent behandelt eine Methode zur biologischen Schädlingsbekämpfung unter Verwendung von Phasmarhabditis-Nematoden. Der Kern der Erfindung liegt in der Kultivierung dieser Nematoden zusammen mit spezifischen Bakterien, welche die Pathogenität (krankmachende Wirkung) und das Wachstum der Nematoden steigern. Diese optimierte Kombination wird gegen Weichtiere eingesetzt und ist explizit gegen Deroceras reticulatum wirksam. Die Methode bietet eine umweltfreundliche Lösung für landwirtschaftliche und gärtnerische Anwendungen, indem sie die natürlichen parasitären Eigenschaften der Nematoden verstärkt.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.85752
  2. https://molluscabase.org/aphia.php?p=taxdetails&id=819965
  3. https://patents.google.com/patent/US2021084907A1/en
  4. Literaturzusammenfassung: Deroceras reticulatum