Fakten (kompakt)
- Die ungeschälten, getrockneten Wurzeln von *Glycyrrhiza glabra* werden nach 3-4 Jahren geerntet und zu Extrakten verarbeitet, die weltweit in Lebensmitteln, Getränken, Tabakwaren, Kosmetika und Pharmazeutika verwendet werden. - Süßholz wird seit über 4.000 Jahren in der traditionellen Medizin in alten ägyptischen, griechischen, römischen, chinesischen und ayurvedischen Systemen zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, Verdauungsstörungen und Entzündungen eingesetzt. - Seine therapeutische Wirkung beruht auf bioaktiven Verbindungen wie Flavonoiden (wie Glabridin und Liquiritigenin), Polysacchariden und Glycyrrhizin, die entzündungshemmende, antimikrobielle, antivirale und antioxidative Wirkungen zeigen. - Klinische Studien belegen die Wirksamkeit von Süßholz bei der Behandlung von Magengeschwüren (bis zu 90 % Erfolgsrate in einigen Studien) und Infektionen der oberen Atemwege. - Süßholz wird heute kommerziell in Regionen wie Italien, Spanien, der Türkei, China und Indien angebaut. - Übermäßiger Konsum von Süßholz, das Glycyrrhizin enthält (über 20 Gramm täglich), kann zu Pseudoaldosteronismus führen, der durch Bluthochdruck, Ödeme und Hypokaliämie gekennzeichnet ist. - Deglycyrrhizinisiertes Süßholz (DGL) wird in Nahrungsergänzungsmitteln bevorzugt, um Nebenwirkungen zu minimieren. - Süßholz wird auch als natürlicher Ersatz für künstliche Süßstoffe verwendet. - Süßholz ist nicht einmal gelegentlich für Menschen mit Nierenproblemen zu empfehlen, da es potenzielle Risiken birgt, darunter Wasser-Natrium-Retention (die Ödeme und Bluthochdruck verursacht), Hypokaliämie (die zu Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen führt) und eine erhöhte Nierenbelastung, die den Zustand verschlimmern oder den Rückgang bei Patienten mit eingeschränkter Funktion wie chronischer Nierenerkrankung beschleunigen kann.[7] - Der englische Begriff „liquorice“ stammt aus dem späten 13. Jahrhundert und leitet sich vom anglofranzösischen „lycorys“ oder altfranzösischen „licoresse“ ab, die wiederum vom spätlateinischen „liquiritia“ stammen.[7] - In der modernen Verwendung gibt es unterschiedliche Schreibweisen in den englischen Dialekten: „liquorice“ wird im britischen und Commonwealth-Englisch bevorzugt, während das amerikanische Englisch „licorice“ bevorzugt, eine Vereinfachung, die im 19. Jahrhundert entstand. - Die Benennung der Pflanze wurde von alten Handelsrouten geprägt, wobei das arabische „as-sūṣ“ (السوس) auf semitische Wurzeln zurückgeht, die in A belegt sind.[7]
*Glycyrrhiza glabra* L., allgemein bekannt als Süßholz, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Der Gattungsname *Glycyrrhiza* stammt aus dem Altgriechischen „γλυκύρριζα“ (glykyrrhiza), einer Zusammensetzung aus „γλυκύς“ (glykys, „süß“) und „ῥίζα“ (rhiza, „Wurzel“), was auf die Süße der Wurzel hinweist. Der englische Begriff „liquorice“ leitet sich vom anglofranzösischen „lycorys“ oder altfranzösischen „licoresse“ ab, die wiederum vom spätlateinischen „liquiritia“ abstammen. Diese lateinische Form ist eine Verballhornung des antiken griechischen „γλυκύρριζα“.[1] Im britischen und Commonwealth-Englisch wird „liquorice“ bevorzugt, während im amerikanischen Englisch im 19. Jahrhundert die vereinfachte Form „licorice“ entstand. Im Deutschen ist die Pflanze als Süßholz bekannt. In China wird die Pflanze „gān cǎo“ (甘草), wörtlich „süßes Kraut“, genannt.[1] *Glycyrrhiza glabra* wurde von Carl Linnaeus im Jahr 1753 erstbeschrieben.[2]
*Glycyrrhiza glabra*, bekannt als Süßholz, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die typischerweise eine Höhe von 1–2 Metern erreicht. Die Pflanze hat aufrechte, behaarte Stängel, die aus einem ausgedehnten unterirdischen Wurzelsystem entstehen und eine mehrstämmige, klumpenbildende Wuchsform bilden. Das Wurzelsystem ist robust und ausgedehnt und besteht aus einer primären Pfahlwurzel, die tief in den Boden eindringen kann, oft mehr als 1 Meter tief, zusammen mit verzweigten seitlichen Wurzeln und horizontalen Rhizomen, die sich bis zu 1–2 Meter weit erstrecken können. Diese Rhizome haben eine braune, runzelige Außenseite und eine leuchtend gelbe, faserige Innenseite, die im frischen Zustand weich und flexibel ist. Die oberirdischen Teile der Pflanze tragen wechselständig angeordnete, gefiederte Blätter an den Stängeln, wobei jedes Blatt 7–15 cm lang ist und aus 9–17 eiförmigen bis lanzettlichen Blättchen besteht, die jeweils 2–5 cm lang und auf der Unterseite behaart sind. Die Blüten sind schmetterlingsartig und ähneln denen der Duftwicke; sie erscheinen in achselständigen Trauben oder Ähren, die 4–10 cm lang sind und 10 oder mehr Blüten enthalten. Die Blütenfarbe variiert von blassblau bis violett, sie sind 1–1,5 cm lang und blühen im Sommer, typischerweise von Juni bis August. Nach der Bestäubung bildet die Pflanze längliche, rötlich-braune Hülsenfrüchte, die 1–3 cm lang und 4–5 mm breit sind und jeweils 2–5 nierenförmige Samen enthalten. Die Wurzeln werden nach 3-4 Jahren geerntet. Die Pflanze überdauert den Winter, wobei die oberirdischen Teile absterben, während das Wurzelsystem unterirdisch erhalten bleibt. Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich über Samen, die vor der Aussaat 24 Stunden lang eingeweicht werden müssen, um die Keimung zu verbessern, oder vegetativ über die Teilung von Rhizomen oder Wurzelstecklingen im zeitigen Frühjahr.[3]
*Glycyrrhiza glabra*, bekannt als Süßholz, ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie zeichnet sich durch ihre vielseitige Nutzung in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie aus. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum, Südeuropa, Nordafrika und Teilen Asiens. Sie wächst als mehrstämmige Pflanze und erreicht eine Höhe von bis zu einem Meter. Die Blätter sind gefiedert und die Blüten haben eine blassblaue bis violette Farbe. Im natürlichen Lebensraum bevorzugt *Glycyrrhiza glabra* trockene, offene Buschlandschaften, Steppen, Halbwüsten und feuchte Gräben in der Nähe von Bächen oder in salzhaltigen Gebieten. Sie gedeiht in tiefen, fruchtbaren, sandigen oder lehmigen Böden mit guter Drainage und einem pH-Wert zwischen 6,0 und 8,0. Die Pflanze ist in der Lage, Stickstoff durch Symbiose mit *Rhizobium*-Bakterien zu fixieren, was zu ihrer Persistenz in geeigneten Umgebungen beiträgt. Die Wurzeln von *Glycyrrhiza glabra* enthalten Glycyrrhizin, ein Triterpen-Saponin, das für den intensiven süßen Geschmack verantwortlich ist. Glycyrrhizin ist etwa 50-mal süßer als Saccharose und macht 5-9 % des Trockengewichts der Wurzel aus. Die ungeschälten, getrockneten Wurzeln werden nach 3-4 Jahren geerntet und zu Extrakten verarbeitet, die weltweit in Lebensmitteln, Getränken, Tabakprodukten, Kosmetika und Pharmazeutika verwendet werden. Historisch wurde Süßholz seit über 4.000 Jahren in der traditionellen Medizin im alten Ägypten, Griechenland, Rom, China und in ayurvedischen Systemen zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, Verdauungsstörungen und Entzündungen eingesetzt. Seine therapeutische Wirkung beruht auf bioaktiven Verbindungen wie Flavonoiden, Polysacchariden und Glycyrrhizin, die entzündungshemmende, antimikrobielle, antivirale und antioxidative Wirkungen zeigen. Klinische Studien belegen seine Wirksamkeit bei der Behandlung von Magengeschwüren und Infektionen der oberen Atemwege. Heute wird Süßholz kommerziell in Regionen wie Italien, Spanien, Türkei, China und Indien angebaut. Die globale Produktion konzentriert sich auf seine Rolle in Süßwaren und als natürliche Alternative zu künstlichen Süßstoffen. Allerdings wird deglycyrrhizinisiertes Süßholz (DGL) in Nahrungsergänzungsmitteln bevorzugt, um Nebenwirkungen zu minimieren. Übermäßiger Konsum von Süßholz, das Glycyrrhizin enthält, kann zu Pseudoaldosteronismus führen, der durch Bluthochdruck, Ödeme und Hypokaliämie gekennzeichnet ist.[1]
Es liegen keine Informationen zum Verhalten von *Glycyrrhiza glabra* in den Quellen vor.
Die Süßholzpflanze, *Glycyrrhiza glabra*, ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die in trockenen, offenen Buschlandschaften, Steppen, Halbwüsten und feuchten Gräben in der Nähe von Bächen oder in salzhaltigen Gebieten vorkommt. Sie bevorzugt tiefe, fruchtbare, sandige oder lehmige Böden mit guter Drainage und einem pH-Wert zwischen 6,0 und 8,0, toleriert aber auch leicht saure bis alkalische Bedingungen bis zu einem pH-Wert von 5,5. Schwere Lehmböden sind ungeeignet, da sie die Wurzelentwicklung behindern. Die oberirdischen Teile der Pflanze sind frostempfindlich und werden bei 0 °C beschädigt, aber die Wurzeln bleiben bis zu -15 °C winterhart.[4] *G. glabra* bildet natürliche Bestände in Ländern wie der Türkei, Griechenland und dem Irak und erstreckt sich über Eurasien von Südeuropa bis Pakistan und Nordwestindien in Höhenlagen von bis zu 1.300 m. Die Pflanze kann durch Symbiose mit *Rhizobium*-Bakterien Stickstoff fixieren, was zu ihrem Fortbestehen in geeigneten Umgebungen beiträgt.[4]
*Glycyrrhiza glabra*, bekannt als Süßholz, ist primär für seine kulinarische und medizinische Bedeutung bekannt, kann aber auch in bestimmten Kontexten eine Rolle im Schädlingsmanagement spielen. Süßholz selbst wird im Allgemeinen nicht als Schädling betrachtet, aber seine Inhaltsstoffe und Anwendungsbereiche können indirekte Auswirkungen haben. In der Landwirtschaft kann Süßholz als Fungizid eingesetzt werden, um Pflanzen vor Krankheitserregern im Boden zu schützen, was es zu einem Nützling in diesem Kontext macht. Extrakte in Konzentrationen von 0,5–1 % haben Wirksamkeit gegen Bodenpathogene wie *Phytophthora infestans* gezeigt. Allerdings kann übermäßiger Konsum von Süßholz, insbesondere der darin enthaltene Inhaltsstoff Glycyrrhizin, gesundheitliche Probleme verursachen. Übermäßiger Konsum kann zu Pseudoaldosteronismus führen, der durch Bluthochdruck, Ödeme und Hypokaliämie gekennzeichnet ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass die tägliche Aufnahme von Glycyrrhizinsäure aus Süßholz für Erwachsene 100 mg nicht überschreiten sollte. Süßholz kann auch allergische Reaktionen hervorrufen. In der Kosmetikindustrie wird Süßholzextrakt manchmal in Haarfarben verwendet, um allergische Reaktionen und Reizungen zu lindern. Im Hinblick auf die Prävention und Bekämpfung von Problemen im Zusammenhang mit Süßholz liegt der Schwerpunkt hauptsächlich auf der Regulierung des Konsums und der Vermeidung von Wechselwirkungen mit Medikamenten. Personen mit Nierenerkrankungen sollten Süßholz meiden, da es die Wassereinlagerung verschlimmern, den Elektrolythaushalt stören und die Nierenfunktion beeinträchtigen kann. In der Landwirtschaft können Anbaubedingungen wie gut durchlässige Böden und Fruchtfolge dazu beitragen, Wurzelfäule und andere Krankheiten zu verhindern, die Süßholzkulturen befallen können. In Bezug auf die integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) gibt es keine spezifischen IPM-Strategien für Süßholz selbst, aber bei der Verwendung von Süßholzextrakten als Fungizide oder andere landwirtschaftliche Anwendungen sollten IPM-Prinzipien befolgt werden, um negative Auswirkungen auf Nichtzielorganismen zu minimieren. Es gibt keine rechtlichen Aspekte wie Quarantäne- oder Meldepflichten im Zusammenhang mit Süßholz.[6]
Die wirtschaftliche Bedeutung von Süßholz (*Glycyrrhiza glabra*) ist vielfältig, insbesondere durch seine Nutzung in verschiedenen Industriezweigen. Die Wurzeln der Pflanze werden kommerziell angebaut und geerntet, wobei die globale Produktion auf etwa 180.000 Tonnen Wurzeln geschätzt wird (Stand 2024). Der globale Markt für Süßholzwurzeln wurde im Jahr 2025 auf 1,052 Milliarden USD geschätzt. Süßholz wird in der Süßwarenindustrie als natürliches Aroma verwendet und verleiht Süßigkeiten einen süßen und leicht bitteren Geschmack. In Großbritannien sind traditionelle Süßholzköstlichkeiten wie Allsorts und Lakritzschnecken beliebt. In den nordischen Ländern gibt es eine Variante mit gesalzenem Lakritz, bei der die Süße der Wurzel mit der Schärfe von Ammoniumchlorid kombiniert wird. Süßholzextrakt wird in der Tabakindustrie in Zigaretten verwendet, um den Geschmack zu verbessern und die Schärfe des Rauchs zu mildern. In der Kosmetik dient Süßholzextrakt als natürlicher Emulgator in Lotionen und Cremes. In der Landwirtschaft wird es als Fungizid eingesetzt, das gegen bodenbürtige Krankheitserreger wie *Phytophthora infestans* wirkt. Extrakte aus *Glycyrrhiza glabra* werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit über zwei Jahrtausenden verwendet. Die moderne pharmazeutische Industrie nutzt standardisierte Extrakte von Süßholz aufgrund ihrer reizmildernden Eigenschaften.[1]