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Lexikon-Eintrag

Japanisches Blutgras Imperata cylindrica

Japanisches Blutgras

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Liliopsida (Liliopsida)
Ordnung Poales (Poales)
Familie Poaceae
Gattung Imperata
Art Imperata cylindrica
Wissenschaftlicher Name Imperata cylindrica (L.) Raeusch.
Akzeptierter Name

Einleitung

Das Japanische Blutgras (*Imperata cylindrica*), international häufig als Cogongrass bezeichnet, ist eine ausdauernde, rhizombildende Pflanzenart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Ursprünglich in den Tropen und Subtropen Asiens sowie Afrikas beheimatet, hat sich das Gras weltweit verbreitet und gilt aufgrund seiner aggressiven Verdrängung heimischer Flora als eines der bedeutendsten invasiven Unkräuter.[1] Während die Wildform in der Land- und Forstwirtschaft massive Schäden verursacht, werden bestimmte Kultivare wie 'Red Baron' als Zierpflanzen genutzt.[2]

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Fakten (kompakt)

- Die Blütenstände bilden sich als fedrige, silbrig-weiße, zylindrische Rispen aus, die eine Länge von 7 bis 30 Zentimetern erreichen. - Eine einzelne Pflanze besitzt das Potenzial, jährlich bis zu 3.000 Samen zu produzieren. - Ein spezifisches morphologisches Detail ist der behaarte Kragen an der Basis der Blattspreite. - In der Ethnomedizin wird die Art aufgrund enthaltener Phytochemikalien wie Flavonoide und Terpenoide zur Behandlung von Fieber und Dysenterie verwendet. - Traditionelle Nutzungen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet umfassen die Verwendung als Biokraftstoff sowie als Material zum Dachdecken. - Der auf den Philippinen gebräuchliche Name "Cogon" leitet sich vom Tagalog-Begriff "kugon" ab, der sich auf die Nutzung als Dachstroh bezieht. - In Indien ist die Pflanze unter dem Sanskrit-Namen "Darbha" bekannt und wird in alten vedischen Texten für rituelle Zwecke erwähnt. - Regionale asiatische Trivialnamen umfassen unter anderem "Alang-alang" (Indonesien, Malaysia) und "Bai mao" (China).[7]

Name & Einordnung

Der gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Imperata cylindrica* (L.) Raeusch. Das Basionym der Erstbeschreibung durch Carl von Linné ist *Lagurus cylindricus*, während *Imperata arundinacea* Cirillo als ein relevantes historisches Synonym gilt. Systematisch wird die Spezies der Gattung *Imperata* (Blutgräser) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae) zugeordnet.[1] Infraspezifische Taxa wie *Imperata cylindrica* var. *koenigii* oder var. *major* wurden in der Vergangenheit abgegrenzt, werden heute jedoch häufig taxonomisch mit der Nominatform zusammengefasst.[1] Im deutschsprachigen Raum hat sich die Bezeichnung Japanisches Blutgras etabliert, die oft spezifisch für rotlaubige Zierformen wie die Sorte 'Red Baron' verwendet wird.[1][3] International ist der englische Trivialname Cogongrass geläufig, dessen Etymologie auf das Tagalog-Wort „kugon“ zurückgeht. In der südostasiatischen Heimatregion sind die Namen Alang-alang (Indonesien) und Lalang (Malaysia) verbreitet, die teilweise durch historische koloniale Einflüsse in andere Sprachen übernommen wurden. In Indien ist die Pflanze unter dem Sanskrit-Namen Darbha bekannt und findet bereits in alten vedischen Texten Erwähnung. Weitere relevante regionale Bezeichnungen umfassen Kunai grass in Papua-Neuguinea, Blady grass in Australien sowie Paillotte im französischen Sprachraum.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Das Japanische Blutgras (*Imperata cylindrica*) ist ein ausdauerndes Gras, das Wuchshöhen von 0,6 bis 1,5 Metern erreicht und durch aggressive Rhizombildung dichte, kreisförmige Bestände bildet. Die aufrechten Halme wachsen büschelig aus der Basis, sind glatt und im oberen Bereich nur spärlich beblättert. Die überwiegend grundständigen Blätter sind linear und flach, erreichen Längen von 50 bis 100 Zentimetern sowie Breiten von 1 bis 2,5 Zentimetern.[1] Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist die deutlich außermittig verlaufende, weiße Mittelrippe auf der Blattspreite.[1][3] Aufgrund des hohen Siliziumgehalts sind die Blattränder scharf gesägt und die Textur steif, wobei die Blattspitzen spitz zulaufen. Die Blattscheiden überlappen sich an der Basis und sind kahl bis behaart, während am Übergang zur Spreite eine gefranste, häutige Ligula sitzt. Das unterirdische System besteht aus robusten, cremefarbenen Rhizomen mit schuppigen Blättern und kurzen Internodien, die bis zu einem Meter tief in den Boden eindringen können. Der Blütenstand ist eine 5 bis 30 Zentimeter lange, zylindrische Rispe, die durch lange, seidige Haare an den gepaarten Ährchen ein fedriges, silberweißes Erscheinungsbild erhält. Die Pflanzen produzieren bis zu 3.000 Samen pro Individuum, die keine Dormanz aufweisen und durch den Wind verbreitet werden. Bei Keimlingen beginnt die Rhizomentwicklung bereits im Stadium des dritten oder vierten Blattes.[1] Die im Gartenbau verbreitete Sorte 'Red Baron' unterscheidet sich durch eine auffällige rote Färbung des Laubes von der Wildform.[2] Zur Abgrenzung von ähnlichen Arten dient primär die Kombination aus der asymmetrischen Mittelrippe, dem fehlenden Stängelblatt im oberen Bereich und den aggressiven, schuppigen Rhizomen.[1][3]

Beschreibung

*Imperata cylindrica* ist ein ausdauerndes, rhizombildendes Süßgras, das sich durch seinen aggressiven Wuchs und die Fähigkeit auszeichnet, dichte, monotypische Bestände zu bilden, die andere Pflanzenarten verdrängen. Im natürlichen Lebensraum sowie auf gestörten Flächen entwickelt die Art aufrechte Halme, die typischerweise Höhen von 0,6 bis 1,5 Metern erreichen und in dichten Horsten wachsen. Ein markantes Erkennungsmerkmal im Feld ist die dezentral verlaufende, weißliche Mittelrippe der langen, schmalen Blattspreite, die bis zu einem Meter Länge erreichen kann. Die Blattränder sind aufgrund einer hohen Einlagerung von Siliziumdioxid mikroskopisch fein gesägt und extrem scharf, was der Pflanze einen effektiven Fraßschutz gegen Herbivoren verleiht. Anatomisch ist die Art durch ein massives Netzwerk aus zähen, schuppigen Rhizomen charakterisiert, die bis zu 60 % der gesamten Pflanzenbiomasse ausmachen und bis zu 1,2 Meter tief in den Boden eindringen können. Diese unterirdischen Kriechtriebe besitzen extrem harte Spitzen, die es ihnen ermöglichen, selbst verdichtete Böden oder die Wurzeln anderer Pflanzen zu durchdringen.[1] Der Lebenszyklus beginnt im Frühjahr mit einem schnellen vertikalen Wachstum, wobei die Rhizomentwicklung bei Sämlingen bereits im 3. oder 4. Blattstadium einsetzt. Die sexuelle Fortpflanzung erfolgt über zylindrische, silbrig-weiße Rispen, die 7 bis 30 cm lang werden und durch ihre feine Behaarung eine effektive Windausbreitung der Samen über Distanzen von 15 bis 100 Metern ermöglichen. Ökologisch fungiert *Imperata cylindrica* als Pyrophyt: Die Pflanze fördert durch die Ansammlung trockener, leicht entflammbarer Biomasse heiße Feuer, überlebt diese jedoch dank ihrer geschützten Rhizome und treibt oft schon 40 Tage nach einem Brand wieder kräftig aus.[1] Im Vergleich zur wilden Form, die meist rein grün ist, zeichnen sich Zuchtformen wie die Sorte 'Red Baron' durch eine intensive Rotfärbung der Blätter aus und werden im Gartenbau verwendet, wobei diese oft weniger invasiv sind.[2] Die Art toleriert ein breites Spektrum an Bodenbedingungen, von nährstoffarmen Sandböden bis hin zu sauren Substraten, und geht symbiotische Beziehungen mit Mykorrhizapilzen ein, um die Nährstoffaufnahme zu optimieren.[1]

Verhalten

Imperata cylindrica zeigt ein aggressives Ausbreitungsverhalten durch ein ausgedehntes Rhizomnetzwerk, das sich lateral über 3 Meter ausdehnen und bis zu 1,2 Meter tief in den Boden eindringen kann. Zur Sicherung des Territoriums setzt die Pflanze chemische Kampfstoffe ein (Allelopathie), indem sie über Wurzelexsudate phenolische Verbindungen wie Ferulasäure und p-Cumarsäure absondert. Diese chemischen Signale hemmen die Keimung und das Wurzelwachstum benachbarter Pflanzenarten, wobei die Biomasse von Konkurrenten wie Aristida stricta um über 35 % reduziert werden kann. Als passive Abwehrstrategie gegen Herbivoren lagert das Gras hohe Konzentrationen von Silizium (bis zu 2,68 % des Trockengewichts) in die Zellwände der Epidermis ein. Diese Mineralisierung führt zu einer steifen, scharfkantigen Blattstruktur, die die Fressbarkeit und Verdaulichkeit für Weidetiere drastisch herabsetzt. Das Gras modifiziert aktiv seine Umgebung, indem es durch Ansammlung ölhaltiger, trockener Biomasse intensive Feuer mit Temperaturen bis zu 458 °C begünstigt. Nach Bränden zeigt Imperata cylindrica eine schnelle Regenerationsreaktion, bei der Rhizome innerhalb von 40 Tagen neue Triebe bis zu einer Höhe von 1,2 Metern bilden.[1] Um in nährstoffarmen Böden zu überleben, geht die Art symbiotische Interaktionen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, welche die Aufnahme von Phosphor verbessern.[2] Die Ausbreitung erfolgt opportunistisch über den Wind, der Samen über Distanzen von 10 bis 20 Kilometern transportieren kann, sowie durch vegetative Fragmentierung der Rhizome.[1]

Ökologie

Imperata cylindrica ist an tropische und subtropische Klimate angepasst und zeigt optimales Wachstum bei Tagestemperaturen von 25–35 °C sowie Jahresniederschlägen zwischen 750 und 5000 mm. Die Art bevorzugt offene, sonnige Standorte und toleriert ein breites Spektrum an Bodenbedingungen, insbesondere saure (pH 4,5–6,5) und nährstoffarme Substrate. Um in solchen marginalen Umgebungen zu gedeihen, geht das Gras symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen wie *Funneliformis mosseae* ein, welche die Nährstoffaufnahme verbessern. Als aggressiver Konkurrent bildet die Pflanze dichte Monokulturen, die durch Ressourcenmonopolisierung die native Vegetation verdrängen und die Biodiversität reduzieren. Unterstützt wird diese Dominanz durch Allelopathie, wobei Wurzelexsudate chemische Verbindungen wie Palmitin- und Linolsäure freisetzen, die das Wachstum benachbarter Arten wie *Aristida stricta* hemmen. Eine zentrale ökologische Rolle spielt die Förderung von Feuerregimes; die Ansammlung silikatreicher, leicht entzündlicher Biomasse führt zu intensiven Bränden mit Temperaturen bis zu 458 °C. Während Konkurrenten durch das Feuer unterdrückt werden, regeneriert sich *Imperata cylindrica* rasch aus seinem geschützten Rhizomnetzwerk. Für Herbivoren ist das Gras aufgrund des hohen Silikatgehalts und niedrigen Proteinwerten von oft unter 12 % eine minderwertige Futterquelle. Die dichten Bestände verschlechtern zudem die Habitatqualität für bodenbrütende Vögel und andere Wildtiere, indem sie offene Unterholzstrukturen beseitigen.[1] Zu den natürlichen Feinden zählen Pilzpathogene wie der Rostpilz *Puccinia imperatae* sowie der spezifisch wirkende Pilz *Bipolaris imperatae*, der als potenzielles Mykoherbizid erforscht wird.[1][3] Auch stängelbohrende Insekten wie die Motte *Emmalocera* spp. und die Fliege *Atherigona* spp. nutzen die Pflanze als Wirt, beeinträchtigen etablierte Populationen jedoch meist nur geringfügig.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Imperata cylindrica* wird global als eines der schädlichsten Unkräuter eingestuft und in den USA als "Federal Noxious Weed" geführt, da es heimische Ökosysteme massiv bedroht. Die Art bildet dichte Monokulturen, die durch aggressive Wurzelkonkurrenz und Allelopathie die Biodiversität verringern und landwirtschaftliche Erträge um bis zu 96 % reduzieren können. Ein signifikantes Risiko stellt die Veränderung des Feuerregimes dar, da die silikatreiche, trockene Biomasse extrem heiße Brände mit Temperaturen bis zu 458 °C begünstigt, was die Regenerationsfähigkeit heimischer Arten überfordert. Ökonomisch verursacht das Gras immense Schäden, wobei allein in Florida jährliche Kosten von rund 35 Millionen Dollar für Bekämpfung und Produktionsausfälle in der Forstwirtschaft entstehen. Charakteristische Befallsanzeichen sind kreisförmige Bestände und Blätter mit einer dezentralen weißen Mittelrippe, deren scharfe, silikathaltige Ränder bei Kontakt Schnittverletzungen verursachen können.[1] Die Ausbreitung erfolgt primär durch Rhizomfragmente in kontaminierter Erde oder an Maschinen, weshalb die Reinigung von Geräten und Transportverbote zentrale Präventionsmaßnahmen darstellen.[1][5] Eine mechanische Bekämpfung durch Mähen allein ist meist ineffektiv, da die Pflanze rasch aus dem unterirdischen Rhizomnetzwerk regeneriert, welches über 60 % der Gesamtbiomasse ausmacht. Chemisch hat sich der Einsatz systemischer Herbizide wie Glyphosat oder Imazapyr bewährt, die idealerweise im Spätsommer appliziert werden, um die Wirkstoffe in die Wurzeln zu leiten.[3] Integrierte Managementansätze (IPM), die Bodenbearbeitung oder Feuer mit Herbiziden und anschließender Revegetation durch Konkurrenzpflanzen kombinieren, zeigen die nachhaltigsten Erfolge.[3][2] Im Bereich der biologischen Kontrolle wird unter anderem der Pilz *Bipolaris imperatae* als potenzielles Mykoherbizid erforscht, jedoch sind in den USA bislang keine biologischen Agentien für die Freisetzung zugelassen.[3][1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Wirtschaftlich zählt *Imperata cylindrica* zu den weltweit schädlichsten Unkräutern, das insbesondere in der Forst- und Landwirtschaft massive Verluste verursacht. In Florida werden die jährlichen Kosten auf 35 Millionen US-Dollar beziffert, wobei der Großteil auf direkte Bekämpfungsmaßnahmen und Produktivitätsverluste im Holzsektor entfällt.[1] In stark befallenen landwirtschaftlichen Gebieten kann die invasive Ausbreitung Ertragseinbußen bei Nutzpflanzen von bis zu 96 % bewirken.[5] Für die Viehwirtschaft ist das Gras aufgrund seines hohen Siliziumgehalts und niedrigen Nährwerts problematisch, da es die Futterqualität mindert und Weideflächen entwertet.[1][2] Zudem erhöht die Ansammlung leicht entzündlicher Biomasse die Intensität von Waldbränden, was zu erheblichen Schäden an Holzbeständen führt.[1] Demgegenüber steht die traditionelle Nutzung in Südostasien und Afrika, wo die Pflanze als langlebiges Material für Dachbedeckungen, Matten und Korbwaren dient.[2][1] Industrielles Potenzial wird in der Papierherstellung als Zellstoffquelle sowie in der Nutzung als Bioenergiepflanze mit hohen Biomasseerträgen gesehen.[1][6] Im Gartenbau werden sterile Zuchtformen wie 'Red Baron' kommerziell vertrieben, während patentierte biologische Ansätze, etwa auf Basis des Pilzes *Bipolaris imperatae*, neue Wege in der kostenintensiven Bekämpfung aufzeigen.[2][3]

Biologie & Lebenszyklus

Imperata cylindrica ist ein ausdauerndes Gras, dessen Lebenszyklus durch aggressives klonales Wachstum und hohe Samenproduktion geprägt ist. Die vegetative Vermehrung erfolgt primär über ein massives Rhizomnetzwerk, das oft mehr als 60 % der gesamten pflanzlichen Biomasse ausmacht. Diese unterirdischen Ausläufer besitzen eine hohe Regenerationskraft, wobei bereits Fragmente von 1 cm Länge neue Pflanzen hervorbringen können. Ein einzelner Rhizomknoten vermag unter günstigen Bedingungen innerhalb von sechs Wochen bis zu 350 neue Triebe zu generieren. Die sexuelle Fortpflanzung erfolgt über windbestäubte Blütenstände, die selbstinkompatibel sind und zwingend auf Fremdbestäubung angewiesen sind. Jede Pflanze kann jährlich bis zu 3.000 Samen produzieren, die kurz nach der Reife eine Keimfähigkeit von 80–90 % aufweisen. Die Samen besitzen keine primäre Dormanz und keimen bei optimalen Temperaturen von 25–30 °C innerhalb von 7 bis 14 Tagen. Im Boden behalten die Samen ihre Keimfähigkeit für 16 bis 24 Monate, was dem Gras eine opportunistische Besiedlung gestörter Habitate ermöglicht. Die Entwicklung verläuft rasch, wobei die Rhizombildung bereits im Stadium des dritten oder vierten Laubblattes einsetzt. Die Geschlechtsreife und erste Blüte werden typischerweise innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach der Keimung erreicht. In subtropischen Regionen erstreckt sich die Blütezeit von März bis Juni, während die Infloreszenzen in den Tropen ganzjährig erscheinen können. Das physiologische Wachstumsoptimum liegt bei Tagestemperaturen zwischen 25 °C und 35 °C, während das Wachstum unter 20 °C stagniert. Die Art zeigt eine begrenzte Kältetoleranz; anhaltende Temperaturen unter -4,5 °C über 24 Stunden wirken auf die Pflanze letal. Imperata cylindrica toleriert ein breites Spektrum an Bodenbedingungen, gedeiht jedoch besonders auf nährstoffarmen, sauren Substraten mit einem pH-Wert von 4,0 bis 7,5.[1] Zur Optimierung der Nährstoffaufnahme, speziell von Phosphor, geht die Pflanze Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen wie Funneliformis mosseae ein.[2] Eine physiologische Besonderheit ist die Einlagerung von Siliziumdioxid in die Blattepidermis (bis zu 2,68 % des Trockengewichts), was die mechanische Stabilität erhöht und Fressfeinde abschreckt. Zusätzlich sichert die Pflanze ihren Standort durch Allelopathie, indem Wurzeln Substanzen wie Ferulasäure exsudieren, welche die Keimung von Konkurrenten unterdrücken. Zu den natürlichen Gegenspielern zählen stängelbohrende Insekten der Gattungen Emmalocera und Atherigona sowie der Rostpilz Puccinia imperatae.[1] Auch der Pilz Bipolaris imperatae wurde als spezifischer Pathogen identifiziert, der das Wachstum der Art hemmen kann.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Imperata cylindrica* umfasst tropische und subtropische Regionen in Südostasien, Ostafrika, Indien, Nordaustralien sowie Teilen Mikronesiens, wo die Art seit Jahrtausenden in Savannen und Grasländern heimisch ist. Inzwischen hat sich das Gras pantropisch etabliert und ist in über 70 Ländern weltweit verbreitet, wobei es in vielen Gebieten als aggressives invasives Unkraut gilt. Die globale Ausbreitung wurde maßgeblich durch menschliche Aktivitäten gefördert; so gelangte die Pflanze 1912 versehentlich als Verpackungsmaterial für Zitrusfrüchte in die USA und wurde später gezielt zur Erosionskontrolle und als Futterpflanze angepflanzt. *Imperata cylindrica* bevorzugt warme Klimazonen mit Tagestemperaturen zwischen 25 und 35 °C und Jahresniederschlägen von 750 bis 5000 mm, toleriert jedoch auch Trockenphasen. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich in den Tropen vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von etwa 2500 bis 2700 Metern.[1] In gemäßigten Breiten, einschließlich Europa und der DACH-Region, ist die Art vorwiegend durch Zierformen wie 'Red Baron' (Japanisches Blutgras) bekannt, die im Gartenbau verwendet werden und oft steril sind, um eine invasive Ausbreitung zu verhindern.[2][1] Zu den bevorzugten natürlichen und anthropogenen Habitaten zählen offene, sonnige Störstellen wie Straßenränder, Waldränder, Dünen, Feuchtgebiete und degradierte landwirtschaftliche Flächen.[1] Die Pflanze zeigt eine hohe ökologische Toleranz und gedeiht auf nährstoffarmen, sauren Böden (pH 4,5–6,5) sowie auf sandigen oder lehmigen Substraten.[3][1] Dank eines robusten Rhizomsystems kann sie auch unter Bedingungen von Schattenstress, Salzgehalt und kurzzeitigen Überschwemmungen überdauern.[1] In Invasionsgebieten wie den südöstlichen USA bildet *Imperata cylindrica* dichte Monokulturen, die native Pflanzenarten verdrängen und die Biodiversität in Kiefernwäldern und auf Weideland signifikant reduzieren.[1][2] Zudem verändert das Gras in diesen Ökosystemen die Feuerregime, da die Ansammlung leicht entzündlicher Biomasse die Intensität und Frequenz von Bränden erhöht, was wiederum die eigene Ausbreitung begünstigt.[1][5]

Saisonalität & Aktivität

Als wärmeliebendes, ausdauerndes Gras (*warm-season perennial*) zeigt *Imperata cylindrica* sein optimales Wachstum bei Tagestemperaturen zwischen 25 und 35 °C, während die physiologische Aktivität unterhalb von 20 °C stagniert. Im Jahresverlauf setzt ein schnelles vertikales Wachstum im Frühjahr ein, gefolgt von einer Phase intensiver Rhizomentwicklung, die im späten Frühjahr und Sommer ihren Höhepunkt erreicht. Die Blütezeit variiert stark in Abhängigkeit von der Klimazone: Während in den Tropen ganzjährig Blütenstände gebildet werden können, beschränkt sich die Blüte in subtropischen Arealen typischerweise auf den Zeitraum von März bis Juni. Die Samen besitzen keine inhärente Dormanz und keimen bei optimalen Temperaturen von 25 bis 30 °C bereits innerhalb von 7 bis 14 Tagen. Gegenüber Kälte ist die Art empfindlich, da bereits eine 24-stündige Exposition gegenüber Temperaturen unter -4,5 °C letal wirken kann. Nach Störereignissen wie Bränden regeneriert sich die Pflanze extrem rasch und kann innerhalb von 40 Tagen wieder Wuchshöhen von 1,2 Metern erreichen. Aus managementtechnischer Sicht gelten der Spätsommer und Herbst als kritische Phasen, da Herbizidanwendungen in diesem Zeitraum die höchste Wirksamkeit zeigen.[1] Das öffentliche Interesse an der Pflanze spiegelt diesen biologischen Rhythmus wider, mit deutlichen Suchanfrage-Spitzen in den Monaten Mai und August sowie einem Minimum im Winter.[4]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Naturpark Neckartal-Odenwald, Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland

    22.07.2024

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

US-8278248-B1 Biological Erteilt

Mycoherbizid zur Bekämpfung von Japanischem Blutgras (Imperata cylindrica)

Muchovej James J, Onokplse Oghenekome U, Florida Agricultural And Mechanical University (2011)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die Verwendung des neu entdeckten Pilzes Bipolaris imperatae als Mycoherbizid. Dieser Pilz wirkt spezifisch gegen Imperata cylindrica (Japanisches Blutgras) und hemmt dessen Wachstum effektiv, ohne Nutzpflanzen zu schädigen. Die Innovation liegt in der biologischen Bekämpfungsmethode als Alternative zu chemischen Herbiziden. Es werden Verfahren zur Anwendung und Zusammensetzungen mit landwirtschaftlichen Trägerstoffen erläutert.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.invasivespeciesinfo.gov/terrestrial/plants/cogongrass
  2. https://hort.extension.wisc.edu/articles/japanese-bloodgrass-imperata-cylindrica-var-rubra/
  3. https://patents.google.com/patent/US8278248B1/en
  4. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  5. https://www.aphis.usda.gov/sites/default/files/2019-0083-0015-cogongrass-ea.pdf
  6. https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/simultaneous-saccharification-and-fermentation-of-alkali-pretreated-cogongrass-for-bioethanol-production/
  7. Literaturzusammenfassung: Imperata cylindrica