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Lexikon-Eintrag
Wasserspinat Ipomoea aquatica
Schnellnavigation
Taxonomie
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Solanales (Solanales)
Familie
Convolvulaceae
Gattung
Ipomoea
Art
Ipomoea aquatica
Wissenschaftlicher Name
Ipomoea aquatica Forssk.
Akzeptierter Name
Einleitung
Der **Wasserspinat** (*Ipomoea aquatica*), regional auch als Kangkong bekannt, ist eine kriechende, semi-aquatische Pflanze aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae).[1][2] Ursprünglich in den Tropen und Subtropen der Alten Welt beheimatet, wird die Art weltweit als schnellwüchsiges Blattgemüse kultiviert, gilt jedoch in Regionen wie den USA aufgrund ihrer massenhaften Ausbreitung in Gewässern als invasives Unkraut.[2] Von der nah verwandten Süßkartoffel (*Ipomoea batatas*) unterscheidet sie sich primär durch ihre Anpassung an Feuchtgebiete und die hohlen Stängel, die den Auftrieb im Wasser ermöglichen.[1][2]
Wasserspinat Bilder und Fotos von echten Sichtungen
8 AufnahmenSaisonalität und Nachfragetrend
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Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Fakten (kompakt)
- Die pfeilförmigen (sagittaten) Blätter erreichen eine Länge von 5 bis 15 Zentimetern sowie eine Breite von 2 bis 6 Zentimetern. - Der Gattungsname *Ipomoea* setzt sich aus den griechischen Begriffen „ips“ (Holzwurm) und „homoios“ (ähnlich) zusammen, was auf den wurmartigen, windenden Wuchs anspielt. - Ernährungsphysiologisch liefert der Wasserspinat neben Protein auch Vitamin A und C, Eisen, Kalzium sowie Riboflavin. - Mit über 600 Arten stellt *Ipomoea* die größte Gattung innerhalb der Familie der Windengewächse (*Convolvulaceae*) dar. - Phylogenetische Untersuchungen mittels nukleärer ribosomaler ITS- und Waxy-Gensequenzen ordnen die Art der monophyletischen Kerngruppe der Gattung zu. - Innerhalb der Ordnung Solanales bilden die Windengewächse eine gemeinsame Klade mit Familien wie den Nachtschattengewächsen (*Solanaceae*). - *Ipomoea aquatica* weist eine ähnliche Chromosomenzahl auf wie die eng verwandte Süßkartoffel (*Ipomoea batatas*).[9]
Name & Einordnung
Der gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Ipomoea aquatica* und wurde im Jahr 1775 von Peter Forsskål begründet. Ursprünglich wurde die Pflanze unter dem Basionym *Convolvulus aquaticus* beschrieben, bevor sie aufgrund morphologischer und phylogenetischer Erkenntnisse in die Gattung *Ipomoea* überführt wurde.[1] Zu den bekannten historischen Synonymen zählen *Convolvulus repens* Vahl, *Ipomoea reptans* Poir. sowie *Batatas abyssinica* A. Rich., wobei insgesamt etwa 20 heterotypische Namen als konspezifisch gelten. Der Gattungsname *Ipomoea* leitet sich aus den griechischen Begriffen "ips" (Holzwurm) und "homoios" (ähnlich) ab, was auf den wurmartig windenden Wuchs vieler Arten dieser Gattung anspielt. Das lateinische Art-Epitheton *aquatica* verweist auf die bevorzugten aquatischen oder semi-aquatischen Habitate der Pflanze. Phylogenetische Untersuchungen positionieren *Ipomoea aquatica* innerhalb der monophyletischen Kerngruppe der Gattung *Ipomoea*, die zur Familie der Convolvulaceae (Windengewächse) gehört. Eine nahe Verwandte ist die kultivierte Süßkartoffel (*Ipomoea batatas*), mit der sie eine ähnliche Chromosomenzahl teilt.[2] Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung Wasserspinat etabliert. International sind englische Trivialnamen wie "Water spinach" oder "Swamp cabbage" verbreitet, wobei letzterer auf das Vorkommen in Sümpfen hindeutet. In Südostasien spiegeln Namen wie "Kangkong" (Tagalog/Indonesisch) oder "Rau muống" (Vietnamesisch) die kulturelle Bedeutung wider. Chinesische Bezeichnungen wie "Ong choy" (Kantonesisch) bedeuten übersetzt "hohles Gemüse" und beziehen sich auf die Morphologie der Stängel.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Ipomoea aquatica ist eine semi-aquatische, ausdauernde krautige Pflanze, die als kriechende oder schwimmende Ranke wächst und dichte Matten auf Wasseroberflächen bilden kann. Die hohlen, sukkulenten Stängel erreichen typischerweise Längen von 2 bis 3 Metern, können unter optimalen Bedingungen jedoch über 20 Meter lang werden. Sie sind meist kahl oder spärlich behaart, führen einen milchigen Latexsaft und variieren in der Färbung von Grün bis Rötlich. Durch das hohle Gewebe besitzen die Stängel Auftrieb, was der Pflanze die Anpassung an schwimmende oder emerse Lebensweisen ermöglicht. Die wechselständigen, einfachen Laubblätter sind glatt und hellgrün gefärbt, wobei sie an 3 bis 14 cm langen Blattstielen sitzen. Die Blattspreite ist charakteristisch pfeilförmig (sagittat) oder lanzettlich geformt und misst 5 bis 15 cm in der Länge sowie 2 bis 6 cm in der Breite. An der Basis der Blätter befinden sich oft zwei Lappen, die ebenfalls zur Lichtaufnahme in halb untergetauchten Positionen beitragen. Die trichterförmigen, zwittrigen Blüten stehen einzeln oder in kleinen Gruppen von ein bis drei in achselständigen Zymen. Die Krone ist weiß bis blasslila gefärbt, erreicht einen Durchmesser von 3 bis 5 cm und eine Länge von 4 bis 10 cm. Die Blüten öffnen sich typischerweise kurz am Morgen. An den Knoten der Stängel bilden sich im Wasser oder feuchten Boden faserige Adventivwurzeln, die der Pflanze Stabilität verleihen. Nach der Bestäubung entwickeln sich runde oder ovale Kapseln mit einem Durchmesser von etwa 1 cm, die ein bis vier Samen enthalten. Die Samen sind klein, dreiseitig und breit elliptisch bis eiförmig, mit einer Länge von 4,5 bis 5,5 mm. Ihre Färbung variiert von hell- bis dunkelrotbraun oder dunkelgrau, wobei sie durch Hohlräume schwimmfähig sind und über das Wasser verbreitet werden.[2] Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu verwandten terrestrischen Arten wie der Süßkartoffel (*Ipomoea batatas*) sind die hohlen Stängel und die spezifische Anpassung an Feuchtgebiete.[1]
Beschreibung
Ipomoea aquatica ist eine halbaquatische, krautige Kletterpflanze aus der Familie der Windengewächse (*Convolvulaceae*), die sich durch ihre spezialisierte Anpassung an Feuchtgebiete auszeichnet.[5][2] Im Gegensatz zu ihrer terrestrischen Verwandten, der Süßkartoffel (*Ipomoea batatas*), hat die Art hohle Stängel entwickelt, die ihr das Schwimmen auf Wasseroberflächen ermöglichen.[1][2] In ihrem natürlichen Lebensraum, der flache Teiche, Sümpfe und überschwemmte Felder umfasst, bildet die Pflanze dichte, schwimmende Matten, wobei die Stängel Längen von 3 bis über 20 Metern erreichen können. Diese Stängel sind flexibel, enthalten einen milchigen Latexsaft und bewurzeln sich freizügig an den Knoten, sobald sie Kontakt mit Wasser oder feuchtem Boden haben.[2] Eine zentrale anatomische Besonderheit ist das ausgeprägte Aerenchym (hohes Gewebe) im Inneren der Sprossachsen, das nicht nur für Auftrieb sorgt, sondern auch die Sauerstoffversorgung der Wurzeln in anaeroben Substraten sicherstellt.[6][2] Die wechselständigen Blätter sind typischerweise pfeilförmig (sagittat) oder lanzettlich geformt und ragen über die Wasseroberfläche hinaus, um die Photosynthese zu optimieren.[2][4] Historisch wurde die Art 1775 von Peter Forsskål zunächst als *Convolvulus aquaticus* beschrieben, bevor sie aufgrund morphologischer Merkmale in die Gattung *Ipomoea* überführt wurde.[1][2] Die trichterförmigen Blüten sind zwittrig und variieren in der Farbe von Weiß bis Hellviolett, wobei sie sich charakteristischerweise nur kurz am Morgen öffnen.[5] Da die Pflanze hermophroditisch ist, gibt es keine getrennten Geschlechter; die Befruchtung erfolgt sowohl durch Selbstbestäubung (60–65 %) als auch durch Insekten wie Bienen. Der Lebenszyklus variiert stark je nach Klimazone: In den Tropen wächst *Ipomoea aquatica* ausdauernd perennierend, während sie in gemäßigten Breiten aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit als einjährige Pflanze agiert.[2] Die Entwicklung aus dem Samen beginnt mit der Keimung innerhalb von 7 bis 10 Tagen unter feuchten Bedingungen, wobei die Samen schwimmfähig sind und so über das Wasser verbreitet werden.[2][6] Neben der generativen Vermehrung breitet sich die Art sehr effizient vegetativ durch abbrechende Stängelfragmente aus, die neue Kolonien gründen. Ökologisch fungiert die Art in ihren nativen Habitaten als wichtiger Bestandteil der Ufervegetation, kann jedoch in fremden Ökosystemen durch ihre dichte Mattenbildung den Lichteinfall für submerse Pflanzen blockieren.[2]
Verhalten
Ipomoea aquatica zeigt ein opportunistisches Ausbreitungsverhalten, indem die hohlen Stängel kriechend oder schwimmend wachsen und an den Knotenpunkten frei wurzeln, um sich in feuchten Substraten zu verankern.[2][1] In aquatischen Lebensräumen aggregiert die Art zu dichten, schwimmenden Matten, die durch Beschattung und schnelle Nährstoffaufnahme einheimische Vegetation verdrängen können. Ein ausgeprägtes Regenerationsvermögen ermöglicht es der Pflanze, nach mechanischer Beschädigung oder Ernte aus verbleibenden Knoten innerhalb weniger Wochen neue Triebe zu bilden.[2] Die Ausbreitung erfolgt primär hydrochor, wobei die schwimmfähigen Samen und vegetativen Stängelfragmente über das Wasser transportiert werden, um neue Standorte zu besiedeln.[6][2] Das reproduktive Verhalten wird durch die Photoperiode beeinflusst, da es sich um eine quantitative Kurztagpflanze handelt, die unter verkürzten Tageslängen zur Blütenbildung angeregt wird.[5] Die Blüten zeigen eine tagesperiodische Rhythmik und öffnen sich kurzzeitig am Morgen, um Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge anzulocken. In ihren dichten Beständen interagiert die Pflanze mit der Fauna, indem sie Mikrohabitate für aquatische Organismen wie Schnecken und Schutzräume für Insekten bereitstellt. Physiologisch zeichnet sich Ipomoea aquatica durch die Fähigkeit aus, Schwermetalle wie Cadmium und Blei in ihren Geweben zu akkumulieren, was sie für die Phytoremediation nutzbar macht.[2]
Ökologie
Als semi-aquatische Pflanze besiedelt *Ipomoea aquatica* bevorzugt Süßwasserhabitate wie flache Teiche, Sümpfe und überschwemmte Felder in tropischen und subtropischen Regionen.[2][1] Die Art ist an sauerstoffarme Substrate angepasst und gedeiht in nicht stagnierendem Wasser oder wassergesättigten Böden, wobei hohle Stängel den Auftrieb und die Sauerstoffversorgung sichern. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet bildet die Pflanze Mikrohabitate, die Lebensraum für aquatische Organismen wie Schnecken und Insekten bieten. Die Bestäubung der trichterförmigen Blüten erfolgt primär durch Bienen und Schmetterlinge, die Nektar sammeln und so die genetische Vielfalt fördern, obwohl auch Selbstbestäubung möglich ist.[2] Die Ausbreitung geschieht vorwiegend durch Hydrochorie, da sowohl die Samen als auch vegetative Stängelfragmente schwimmfähig sind und durch Wasserströmungen verdriftet werden.[2][6] *Ipomoea aquatica* akkumuliert Stickstoff und Phosphor aus dem Wasser, was kurzfristig der Eutrophierung entgegenwirken kann, jedoch bei der Zersetzung dichter Matten zu erneuter Nährstofffreisetzung und Sauerstoffmangel führt. In nicht-nativen Gebieten bildet die Art dichte Schwimmmatten, die einheimische Vegetation durch Beschattung verdrängen und die Lichtdurchlässigkeit der Gewässer drastisch reduzieren. Diese massiven Bestände können die lokale Hydrologie verändern, indem sie den Wasserfluss in Kanälen und Gräben behindern und Sedimentationsmuster beeinflussen.[2] Zu den natürlichen Gegenspielern zählen Blattläuse, die Vergilbungen verursachen, sowie Minierfliegen und der Pilz *Cercospora ipomoeae*, der die Cercospora-Blattfäule auslöst.[2][8] Die ökologische Nische wird durch eine hohe Frostempfindlichkeit begrenzt, da Temperaturen unter 10 °C zu Schäden führen, während optimales Wachstum bei 25–30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit stattfindet.[2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die ökologische und ökonomische Bedeutung von *Ipomoea aquatica* ist ambivalent: Während sie in Asien als wichtiges Grundnahrungsmittel und Viehfutter kultiviert wird, gilt sie in den USA und Teilen Australiens als invasives Unkraut („noxious weed“).[2] Das hohe Schadpotenzial in nicht-heimischen Ökosystemen resultiert aus der Bildung dichter, schwimmender Matten, die heimische Pflanzen verdrängen, den Lichteinfall blockieren und die Biodiversität reduzieren. Diese massiven Bestände können zudem den Wasserfluss in Bewässerungskanälen behindern und die Sedimentation verändern, was Navigationsprobleme verursacht.[6][2] Gesundheitlich ist die Pflanze aufgrund ihres Gehalts an Vitamin A, C und Eisen sowie antidiabetischer Wirkstoffe relevant, birgt jedoch Risiken durch Oxalate, die Nierensteine begünstigen können.[5][2] Bei Anbau in belasteten Gewässern fungiert *Ipomoea aquatica* als Vektor für bakterielle Pathogene oder akkumuliert Schwermetalle wie Cadmium und Blei, was sie zugleich für die Phytoremediation von Abwässern nutzbar macht.[3][2] Im landwirtschaftlichen Anbau zeigen sich Befallsanzeichen durch Blattläuse und Minierfliegen sowie Blattflecken durch den Pilz *Cercospora ipomoeae*, der zu vorzeitiger Alterung der Pflanze führt.[2][7] Präventionsmaßnahmen umfassen in regulierten Gebieten wie Florida strenge Importverbote und Genehmigungspflichten für die Kultivierung in geschlossenen Systemen, um ein Entweichen in natürliche Feuchtgebiete zu verhindern.[2] Zur Bekämpfung invasiver Bestände werden physikalische Methoden wie die manuelle Entfernung oder der Einsatz von Herbiziden genutzt, während im Gemüsebau Integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) mit natürlichen Fressfeinden bevorzugt wird.[2][5] Rechtliche Aspekte in der EU beinhalten Grenzwerte für Nitratgehalte, um gesundheitliche Risiken wie Methämoglobinämie beim Verzehr zu minimieren.[5]
Wirtschaftliche Bedeutung
*Ipomoea aquatica* ist weltweit eine bedeutende Nutzpflanze, die als schnell wachsendes Blattgemüse zur Ernährungssicherheit und zum Lebensunterhalt von Kleinbauern in tropischen Regionen beiträgt.[2][1] Unter semi-aquatischen Bedingungen ermöglicht die Pflanze hohe Erträge von 40 bis 60 Tonnen pro Hektar, wobei durch wiederholte Ernten jährliche Gesamterträge von 20 bis 40 Tonnen realisierbar sind.[4][2] Neben der menschlichen Ernährung dient die Art als kostengünstiges Futter für Vieh wie Schweine, Rinder und Geflügel, da die Blätter in der Trockenmasse 20–30 % Rohprotein enthalten. Außerhalb des nativen Verbreitungsgebiets verursacht die Art jedoch wirtschaftliche Schäden, indem sie dichte Matten bildet, die Bewässerungssysteme verstopfen und die Schifffahrt in Kanälen behindern können. Aufgrund dieser Risiken wird *Ipomoea aquatica* in den USA als „Federal Noxious Weed“ gelistet und ist in Bundesstaaten wie Florida als verbotene Wasserpflanze der Klasse I eingestuft, deren Besitz streng reguliert ist.[2] Die invasiven Bestände verdrängen native Vegetation und verändern die Hydrologie von Feuchtgebieten, was kostspielige Bekämpfungsmaßnahmen durch manuelle Entfernung oder Herbizideinsatz erfordert.[6][2] Einen positiven wirtschaftlichen Nutzen bietet die Pflanze hingegen in der Phytoremediation, da sie Schwermetalle wie Blei und Cadmium effizient aus Abwässern filtert und Entfernungsraten von 50–70 % erreichen kann.[2][8] In Aquakultursystemen kann unkontrolliertes Wachstum jedoch den Betrieb stören, weshalb physische Barrieren und Überwachung notwendig sind, um ökonomische Verluste zu vermeiden.[2]
Biologie & Lebenszyklus
Ipomoea aquatica ist eine semi-aquatische, krautige Pflanze, die in tropischen Klimaten als ausdauernde Staude wächst, in gemäßigten Zonen jedoch aufgrund fehlender Frosttoleranz einen einjährigen Lebenszyklus aufweist. Die vegetative Entwicklung verläuft rasant, wobei die hohlen, schwimmfähigen Stängel Längen von über 3 Metern erreichen und an den Nodien im Wasser oder feuchten Substrat adventive Wurzeln bilden. Unter optimalen Bedingungen ist die Pflanze bereits 5 bis 7 Wochen nach der Keimung erntereif.[2] Die generative Vermehrung wird durch die Photoperiode gesteuert, da es sich um eine quantitative Kurztagspflanze handelt, die bei verkürzten Tageslängen (unter 12 Stunden) und warmen Temperaturen zur Blüte kommt.[2][5] Die trichterförmigen Blüten sind zwittrig und nutzen sowohl Selbstbestäubung (ca. 60–65 %) als auch Fremdbestäubung durch Insekten wie Bienen zur Fertilisation. Nach der Befruchtung bildet eine Einzelpflanze etwa 175 bis 245 Samen aus, die in runden Kapseln heranreifen. Die Samen besitzen eine harte Schale und sind durch Hohlräume schwimmfähig, was eine effektive Ausbreitung über das Wasser (Hydrochorie) ermöglicht. Die Keimung erfolgt bei ausreichender Feuchtigkeit innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Die Samenviabilität bleibt unter kontrollierten Lagerbedingungen für mindestens sechs Monate erhalten. Physiologisch ist die Art an Temperaturen zwischen 20 °C und 35 °C angepasst, mit einem Wachstumsoptimum bei 25–30 °C. Temperaturen unter 10 °C verursachen Kälteschäden, während Frost zum Absterben der Pflanze führt. Hinsichtlich der Ernährung fungiert *Ipomoea aquatica* als Starkzehrer, der effizient Stickstoff und Phosphor aus eutrophierten Gewässern oder schlammigen Substraten akkumuliert. Diese Nährstoffaufnahme erfolgt über ein feines Wurzelsystem, das an sauerstoffarme Bedingungen im Sediment angepasst ist.[2] Zu den biotischen Mortalitätsfaktoren zählen Schädlinge wie Blattläuse und Minierfliegen, die das Blattwerk schädigen und das Wachstum hemmen. Pilzliche Pathogene wie *Cercospora ipomoeae* verursachen die Cercospora-Blattfleckenkrankheit und können innerhalb von 20 bis 30 Tagen eine vorzeitige Seneszenz auslösen.[7]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Ipomoea aquatica* umfasst die tropischen und subtropischen Regionen der Alten Welt, insbesondere Südostasien, Südchina, Indien und Sri Lanka.[1] Archäologische Funde in Vietnam belegen die dortige Nutzung der Art bereits für den Zeitraum von 2000 bis 1000 v. Chr..[2] Durch historische Handelsrouten und Migration gelangte die Pflanze im 14. Jahrhundert nach Afrika und im 17. Jahrhundert nach Amerika, sodass sie heute eine pantropische Verbreitung aufweist.[2] In der Neuen Welt hat sich die Art in tropischen Tiefländern etabliert und gilt in Teilen der USA, wie Florida, Hawaii und Kalifornien, als invasiv.[6] Auch in Australien ist *Ipomoea aquatica* in nördlichen und östlichen Feuchtgebieten, etwa in Queensland, verbreitet. In Europa beschränken sich Vorkommen weitgehend auf Gewächshäuser oder wärmere südliche Regionen, da die Pflanze frostempfindlich ist und bei Temperaturen unter 10 °C Schäden erleidet. In den gemäßigten Klimazonen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz kann die Art im Freiland nicht dauerhaft überwintern und wächst dort lediglich als einjährige Kulturpflanze.[2] Der typische natürliche Lebensraum umfasst Süßwasserhabitate wie flache Teiche, Sümpfe, Flussufer und überschwemmte Felder.[1] *Ipomoea aquatica* bevorzugt dabei nährstoffreiche, nicht stagnierende Gewässer mit einer Tiefe von wenigen Zentimetern oder vollständig wassergesättigte Böden.[2] Dank ihrer hohlen Stängel, die für Auftrieb sorgen, bildet die Pflanze auf der Wasseroberfläche dichte, schwimmende Matten.[6] Diese Matten können sich in schlammigen Substraten verwurzeln oder frei flutend wachsen, wodurch sie oft die Vegetation in Kanälen und Gräben dominieren. Häufig besiedelt der Wasserspinat anthropogen geprägte Standorte wie Entwässerungsgräben und saisonal überflutete Reisfelder.[2] Die Ausbreitung erfolgt in diesen Habitaten primär vegetativ durch Stängelfragmente, die in neuen Gewässerabschnitten schnell Wurzeln schlagen.[6] Jüngere Beobachtungen deuten auf eine zunehmende Ausbreitung in städtischen Wasserwegen subtropischer Zonen hin, begünstigt durch klimatische Veränderungen.[2]
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivität und das Wachstum von *Ipomoea aquatica* sind stark temperaturabhängig, wobei die Pflanze optimal in einem Bereich von 25 °C bis 30 °C gedeiht.[3] In tropischen und subtropischen Verbreitungsgebieten verhält sich die Art wie eine ausdauernde Staude, die ganzjährig wächst und kontinuierlich Biomasse produziert.[4] In gemäßigten Klimazonen hingegen fungiert der Wasserspinat als einjährige Pflanze, da er frostempfindlich ist und bei Temperaturen unter 10 °C sein Wachstum einstellt oder abstirbt.[2] Die Blütezeit wird photoperiodisch gesteuert, da es sich um eine quantitative Kurztagspflanze handelt, die unter verkürzten Tageslängen und warmen Bedingungen zur Blütenbildung angeregt wird.[5] Die trichterförmigen Blüten öffnen sich typischerweise nur kurzzeitig in den Morgenstunden, um die Bestäubung durch Insekten zu ermöglichen. Aufgrund der raschen physiologischen Entwicklung erreichen die Pflanzen unter günstigen Bedingungen bereits 30 bis 40 Tage nach der Pflanzung die Erntereife. Diese schnelle Generationsfolge ermöglicht in warmen Gebieten mehrere Anbauzyklen pro Jahr, wobei Samen in feuchter Umgebung innerhalb von 7 bis 10 Tagen keimen.[2] Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland spiegelt diese saisonale Verfügbarkeit wider und zeigt Spitzenwerte in den wärmeren Monaten Mai und August.[3]
Quellen & Referenzen
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:268410-1
- https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.28781
- https://tcpermaculture.com/site/2014/01/29/permaculture-plants-water-spinach-kangkong/
- https://worldcrops.org/crops/water-spinach/index.html
- https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/ppl.70257
- https://nas.er.usgs.gov/queries/FactSheet.aspx?speciesID=234
- https://apsjournals.apsnet.org/doi/10.1094/PDIS-10-16-1485-PDN
- https://scialert.net/fulltext/?doi=ijb.2008.123.129
- Literaturzusammenfassung: Ipomoea aquatica