Die Arten der Gattung *Lactuca* weisen diverse Lebenszyklen auf, die von einjährigen (annuellen) Pflanzen bis zu zweijährigen (biennen) und ausdauernden Formen reichen. Die kultivierte *Lactuca sativa* und ihr wilder Vorfahre *Lactuca serriola* wachsen meist als Annuelle oder Winterannuelle, die nach der Keimung rasch vegetativ wachsen, blühen und anschließend seneszenzbedingt absterben. Bienne Arten bilden im ersten Jahr eine basale Rosette und speichern Energie in Wurzeln, bevor sie nach einer Kälteperiode (Vernalisation) im zweiten Jahr schossen (Bolting). Die Entwicklung beginnt mit der Achäne (Samen), die keine primäre Dormanz aufweist, jedoch bei Temperaturen über 25–30 °C in eine hitzeinduzierte Thermodormanz eintreten kann, welche durch Licht oder Hormone wie Gibberelline gebrochen wird. Das physiologische Optimum für das vegetative Wachstum liegt im kühlen Bereich von 15–25 °C; höhere Temperaturen lösen Stress aus und beschleunigen den Übergang in die reproduktive Phase.[1] Die Fortpflanzung erfolgt primär sexuell, wobei Wildarten oft selbstinkompatibel sind, um genetische Vielfalt zu sichern, während *L. sativa* überwiegend selbstkompatibel und autogam ist. Die Bestäubung ist entomophil durch Insekten wie Bienen und Schwebfliegen, unterstützt durch Protandrie (Vormännlichkeit), bei der die Pollenausschüttung vor der Narbenreife erfolgt. Eine einzelne Pflanze kann abhängig von den Umweltbedingungen bis zu 100.000 Samen produzieren, die meist mittels eines federartigen Pappus durch den Wind (Anemochorie) verbreitet werden. Als C3-Pflanzen sind sie bei moderaten Temperaturen effizient, reagieren jedoch auf Trockenstress mit Stomataschluss, um die Transpiration zu minimieren. *Lactuca*-Arten bevorzugen gut durchlässige, lehmige Böden mit einem pH-Wert von 6 bis 8 und gehen Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, welche die Aufnahme von Phosphor und Stickstoff verbessern.[1] Zusätzlich können endophytische Bakterien wie *Rahnella* spp. Stickstoff fixieren und die Stresstoleranz der Pflanzen erhöhen. Zu den natürlichen Feinden zählen Herbivoren wie Blattläuse (*Myzus persicae*) und Schmetterlingslarven, die Fraßschäden an den Blättern verursachen.[1] Als chemische und physikalische Abwehr produzieren die Pflanzen in spezialisierten Milchröhren einen klebrigen Latex, der bittere Sesquiterpenlactone (z. B. Lactucin) enthält und Insekten immobilisieren kann.[1] Signifikante Mortalitätsfaktoren sind pilzliche Pathogene, insbesondere der Falsche Mehltau (*Bremia lactucae*) sowie Erreger von Wurzelfäule wie *Pythium* und *Rhizoctonia*.[1][4]