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Lexikon-Eintrag

Margeriten Leucanthemum vulgare

Margeriten

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Asterales (Asterales)
Familie Asteraceae
Gattung Leucanthemum
Art Leucanthemum vulgare
Wissenschaftlicher Name Leucanthemum vulgare Lam.
Akzeptierter Name

Einleitung

Leucanthemum vulgare, gemeinhin als Wiesen-Margerite bekannt, ist eine rhizombildende, ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ursprünglich in Europa und den gemäßigten Zonen Westasiens beheimatet, hat sich die Art weltweit verbreitet und tritt in Regionen wie Nordamerika, Australien und Neuseeland oft als invasiver Neophyt auf, der dichte Monokulturen bildet und die heimische Biodiversität gefährden kann.[1] Historisch wurde die Pflanze häufig unter dem Synonym Chrysanthemum leucanthemum klassifiziert, bevor sie aufgrund morphologischer und phylogenetischer Merkmale fest in die Gattung Leucanthemum eingeordnet wurde.[1][2]

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Fakten (kompakt)

- Die Blütenköpfe setzen sich spezifisch aus 15 bis 30 weißen Zungenblüten zusammen, die einen Kern aus 400 bis 500 gelben Röhrenblüten umschließen. - *Leucanthemum vulgare* bevorzugt Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,9 und 7,0. - Die Art weist eine Toleranz gegenüber Trockenheit sowie leichtem Frost auf. - Neben den bekannten Verbreitungsgebieten ist die Pflanze auch in Teilen von Afrika und Südamerika naturalisiert. - Traditionell wurde die Pflanze in pflanzlichen Heilmitteln gegen Beschwerden wie Asthma eingesetzt. - Ökologisch fungiert die Art als Wirtspflanze für Bodenpathogene, insbesondere für Nematoden. - Das lateinische Art-Epitheton *vulgare* leitet sich von *vulgāris* ab, was „gewöhnlich“ oder „weit verbreitet“ bedeutet. - Die Hüllblätter unterhalb des Blütenkopfes sind in mehreren Reihen angeordnet und zeichnen sich durch eine dunkelgrüne Färbung mit blassen oder gefransten Rändern aus. - Die gebildeten Früchte (Achänen) sind zylindrisch oder keilförmig, besitzen eine höckrige Oberfläche und erreichen eine Länge von 1,3 bis 2,2 mm. - Taxonomisch gehört die Art zur Klasse der Magnoliopsida und der Ordnung der Asterales.[11]

Name & Einordnung

Die Art *Leucanthemum vulgare* wurde im Jahr 1778 formal von Jean-Baptiste Lamarck beschrieben.[1] Die Gattung *Leucanthemum* selbst wurde bereits 1754 von Philip Miller aufgestellt, wobei *L. vulgare* als Typusart fungiert. Historisch wurde die Pflanze in älteren Klassifikationen häufig unter dem Synonym *Chrysanthemum leucanthemum* geführt, bevor sie aufgrund morphologischer und phylogenetischer Evidenz fest der eigenständigen Gattung *Leucanthemum* zugeordnet wurde. Der Gattungsname leitet sich aus den altgriechischen Wörtern *leukós* (weiß) und *ánthos* (Blüte) ab, was auf die markanten weißen Zungenblüten des Blütenkopfes anspielt. Das Art-Epitheton *vulgare* entstammt dem Lateinischen *vulgāris* für „gewöhnlich“ oder „verbreitet“ und reflektiert das abundante Vorkommen im ursprünglichen eurasischen Verbreitungsgebiet.[1] Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Wiesen-Margerite gebräuchlich.[2] International ist die Art im Englischen weitläufig als „oxeye daisy“ bekannt. Historische oder regionale Trivialnamen umfassen Bezeichnungen wie „Moon Daisy“ oder „Maudlinwort“, wobei letzterer auf eine mittelalterliche Assoziation mit Maria Magdalena verweist. Systematisch gehört die Art zur Familie der Asteraceae (Korbblütler).[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Leucanthemum vulgare* ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die als Hemikryptophyt wächst und aufrechte Stängel mit einer Wuchshöhe von meist 30 bis 90 cm erreicht.[1][2] Die Stängel sind in der Regel unverzweigt oder nur spärlich verzweigt, kahl bis spärlich behaart und weisen oft eine gefurchte oder kantige Struktur auf.[2] Unterirdisch bildet die Art flache, verzweigte Rhizome, die eine vegetative Ausbreitung und die Entstehung dichter Kolonien ermöglichen.[1] Im ersten Jahr entwickelt die Pflanze eine grundständige Blattrosette aus löffelförmigen, gestielten Blättern, die 5 bis 13 cm lang und grob gezähnt oder gelappt sind.[1][5] Die wechselständig angeordneten Stängelblätter sind hingegen sitzend, schmaler und lanzettlich geformt, wobei sie nach oben hin an Größe abnehmen. Die Blütenstände bestehen aus einzelnen, endständigen Körbchen (Capitula) mit einem Durchmesser von 2,5 bis 5 cm.[2] Jedes Köpfchen setzt sich aus 15 bis 30 weißen Zungenblüten am Rand und einem dichten Zentrum aus 400 bis 500 gelben, röhrenförmigen Scheibenblüten zusammen.[1] Unterhalb des Blütenkorbs befinden sich Hüllblätter in mehreren Reihen, die dunkelgrün gefärbt sind und helle oder gefranste Ränder besitzen. Die Früchte sind 1,3 bis 2,2 mm lange Achänen, die zylindrisch oder keilförmig geformt und mit tuberkelartigen Strukturen versehen sind. Eine einzelne Pflanze kann unter optimalen Bedingungen bis zu 26.000 Samen produzieren, die primär durch den Wind verbreitet werden.[1] Zur Unterscheidung von ähnlichen Arten dienen oft die spezifischen Blattmerkmale und das Fehlen eines Pappus an den Früchten.[2] Im Vergleich zu Zuchtformen wie der Shasta-Margerite (*Leucanthemum* × *superbum*) bleibt *L. vulgare* in der Regel kleiner und besitzt weniger üppige Blütenköpfe.[1]

Beschreibung

Leucanthemum vulgare ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (*Asteraceae*), die als Hemikryptophyt überwintert und ursprünglich in Europa sowie den gemäßigten Zonen Westasiens beheimatet ist. Im natürlichen Lebensraum bildet die Art im ersten Jahr eine grundständige Blattrosette aus, bevor sie in den Folgejahren aufrechte, meist unverzweigte Stängel mit einer Wuchshöhe von 30 bis 90 Zentimetern entwickelt. Charakteristisch ist das gesellige Auftreten in offenen Graslandschaften, Weiden und an Wegrändern, wo die Pflanzen durch vegetative Vermehrung über Rhizome oft dichte, ausdauernde Kolonien bilden. Das optisch dominierende Merkmal sind die einzeln stehenden Blütenkörbchen (Capitula) an den Stängelspitzen, die sich aus 15 bis 30 weißen Zungenblüten und 400 bis 500 gelben Röhrenblüten zusammensetzen. Während das bloße Auge die strahlend weißen Zungenblüten als Schauapparat wahrnimmt, offenbart die mikroskopische Betrachtung die komplexe Struktur der inneren Röhrenblüten, die als eigentliche Fertilitätszentren fungieren. Eine wesentliche anatomische Anpassung ist das flache, verzweigte Rhizomsystem, das der Pflanze nicht nur die vegetative Ausbreitung ermöglicht, sondern auch als Speicherorgan dient, um Trockenperioden und leichten Frost zu überstehen. Chemisch schützt sich *Leucanthemum vulgare* durch die Produktion von Polyacetylenen und Thiophenen, die toxisch auf Insekten wirken und Fraßfeinde abschrecken.[1] Zudem lassen sich aus der Pflanze bioaktive Terpene extrahieren, die insektizide und bakterizide Eigenschaften aufweisen. Der Lebenszyklus ist durch eine enorme reproduktive Potenz gekennzeichnet: Unter optimalen Bedingungen kann eine einzelne Pflanze bis zu 26.000 Achänen produzieren, die primär durch den Wind verbreitet werden. Die Samen besitzen eine hohe Langlebigkeit im Boden, wobei Studien eine Keimfähigkeit von über 80 % nach sechs Jahren und vereinzelte Vitalität noch nach fast vier Jahrzehnten belegen. Da die Art selbststeril ist, ist sie für die Bestäubung zwingend auf Insektenvektoren angewiesen, wobei die auffälligen Zungenblüten die Anlockung von Bestäubern wie Käfern und Fliegen signifikant erhöhen. Historisch wurde die Art 1778 von Jean-Baptiste Lamarck formal beschrieben und gilt als Typusart der Gattung *Leucanthemum*, wobei sie sich taxonomisch klar von der früher gebräuchlichen Zuordnung zu *Chrysanthemum* unterscheidet. Der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Griechischen *leukós* (weiß) und *ánthos* (Blume) ab, was die markante florale Morphologie unterstreicht. Im Vergleich zu nahe verwandten Arten wie *Leucanthemum ircutianum* zeigt *Leucanthemum vulgare* in eingeführten Gebieten oft eine höhere Biomasseproduktion und invasiveres Verhalten, obwohl physiologische Präadaptationen minimal erscheinen.[1]

Verhalten

Das Verhalten von *Leucanthemum vulgare* ist durch vegetative Ausbreitung und spezifische Anpassungen an Umweltfaktoren geprägt. Die Pflanze zeigt ein ausgeprägtes Raumordnungsverhalten durch die Bildung flacher, verzweigter Rhizome, die eine laterale Ausbreitung und Koloniebildung ermöglichen.[1] Im ersten Lebensjahr bildet sie eine basale Rosette, bevor sie in den Folgejahren aufrechte Stängel zur Blütenbildung entwickelt.[2] Die Art reagiert phototaktisch positiv auf volle Sonneneinstrahlung, zeigt jedoch bei Beschattung eine plastische Reaktion, indem Ressourcen verstärkt in die Blütenproduktion statt in das vegetative Wachstum investiert werden.[1] Zur Sicherung der Fortpflanzung nutzt die selbststerile Pflanze visuelle Signale durch prominente weiße Zungenblüten, um Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Käfer anzulocken.[8][1] Diese Interaktion wird durch ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen verstärkt, wobei täglich über 1 μl Pollen pro Blütenkopf produziert werden kann.[1] Als chemische Abwehrstrategie gegen Insektenfraß synthetisiert *Leucanthemum vulgare* sekundäre Metaboliten wie Polyacetylene und Thiophene, die toxisch auf Herbivoren wirken.[5] Patentierte Untersuchungen bestätigen zudem, dass Extrakte der Pflanze insektizide und bakterizide Eigenschaften besitzen, was die aktive chemische Verteidigung unterstreicht.[2] Gegenüber großen Pflanzenfressern wie Rindern wirkt die Pflanze durch ihren bitteren Geschmack und die Reizung der Schleimhäute abschreckend, was zu einem selektiven Meidungsverhalten führt.[1] In Konkurrenzsituationen verhält sich die Art aggressiv, indem sie dichte Monokulturen bildet, die durch Beschattung und Ressourcenentzug die Etablierung anderer Arten unterdrücken.[7] Das Fortpflanzungsverhalten beinhaltet zudem eine langfristige Samenruhe, bei der Samen über Jahrzehnte im Boden lebensfähig bleiben, um Störungen im Habitat opportunistisch zu nutzen.[2]

Ökologie

Als Hemikryptophyt wächst *Leucanthemum vulgare* bevorzugt in offenen, nährstoffarmen Habitaten wie Wiesen, Weiden und an Straßenrändern, wo die Art volle Sonneneinstrahlung und gut durchlässige Böden präferiert.[1][2] Da die Pflanze selbststeril ist, hängt sie vollständig von Insektenvektoren ab und bietet Nektar sowie Pollen für ein breites Spektrum an Bestäubern, darunter Wildbienen der Gattung *Halictus*, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer.[9][1] Zur Abwehr von Fraßfeinden produziert die Art sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyacetylene und Thiophene, die auf generalistische Insekten toxisch wirken und bakterizide Eigenschaften besitzen.[5][2] Große Säugetiere wie Rinder meiden die Pflanze meist aufgrund des bitteren Geschmacks und der Reizung der Schleimhäute, während Schafe, Ziegen und Pferde sie als Futter annehmen.[1] In eingeführten Verbreitungsgebieten agiert *Leucanthemum vulgare* als starker Konkurrent, der durch rhizomatöse Ausbreitung und hohe Samenproduktion dichte Monokulturen bildet und die native Flora verdrängt.[7][1] Die Art konkurriert effizient um Ressourcen wie Licht und Wasser, wobei ihre hohe Biomasseproduktion und Rosettendichte die Etablierung anderer Pflanzenarten unterdrückt.[1] Ökologisch bedeutsam ist zudem die Rolle als Reservoirwirt für Bodenpathogene wie Nematoden sowie für Pflanzenviren wie das Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley yellow dwarf virus), was umliegende Kulturen beeinträchtigen kann. Zu den spezialisierten natürlichen Feinden zählen die wurzelminierende Motte *Dichrorampha aeratana*, deren Larven das Wurzelsystem schädigen, sowie die Gallmücke *Oxyna nebulosa* und der stängelminierende Rüsselkäfer *Diplapion stolidum*.[1][5] Die ökologische Persistenz wird durch eine langlebige Samenbank unterstützt, wobei Samen im Boden über Jahrzehnte keimfähig bleiben können.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Während *Leucanthemum vulgare* in seinem nativen Verbreitungsgebiet in Europa ökologisch integriert ist, wird die Art in Nordamerika, Australien und Neuseeland als invasives Unkraut („noxious weed“) klassifiziert.[1] In Weidelandschaften verdrängt die Pflanze durch dichte Monokulturen futterwertvolle Gräser und reduziert die lokale Biodiversität, wobei Rinder die Bestände aufgrund des bitteren Geschmacks meiden.[7][1] Der Verzehr durch Milchkühe kann zudem einen unerwünschten Beigeschmack in der Milch verursachen, was zu ökonomischen Einbußen führt.[9] Für den Menschen ist die Pflanze gesundheitlich relevant, da Sesquiterpenlactone in Blättern und Pollen bei Kontakt Dermatitis oder allergische Atemwegsreaktionen auslösen können. Präventiv ist die Nutzung von zertifiziertem, unkrautfreiem Saatgut sowie die Reinigung landwirtschaftlicher Maschinen entscheidend, um die Verschleppung der bis zu 26.000 Samen pro Pflanze zu verhindern.[1][2] Ein effektives Monitoring konzentriert sich auf die Identifikation der im ersten Jahr gebildeten grundständigen Blattrosetten, bevor die auffälligen weißen Blütenstände im Folgejahr erscheinen.[5] Mechanische Bekämpfung durch Ausreißen ist nur bei vollständiger Entfernung der Rhizome erfolgreich, da verbleibende Fragmente regenerieren können.[1] Chemische Maßnahmen nutzen selektive Herbizide wie Aminopyralid oder 2,4-D, die idealerweise im Rosetten- oder frühen Knospenstadium appliziert werden.[10] Im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämpfung wurde in Kanada 2023 die wurzelminierende Motte *Dichrorampha aeratana* freigesetzt, um die Vitalität der Bestände zu schwächen. Integrierte Ansätze (IPM) kombinieren Herbizide mit gezielter Beweidung durch Schafe oder Ziegen, die im Gegensatz zu Rindern die Pflanzen fressen und so den Konkurrenzdruck zugunsten von Nutzpflanzen erhöhen.[1][5] Patentierte Verfahren untersuchen zudem die Extraktion bioaktiver Substanzen aus *L. vulgare* zur potenziellen Nutzung als natürliches Insektizid oder Bakterizid.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Leucanthemum vulgare* ist ambivalent, wobei in der Landwirtschaft negative Auswirkungen durch Weideverluste dominieren. In Weidewirtschaften reduziert die Art die Futterqualität und die Tragfähigkeit der Flächen, da Rinder und Schweine die Pflanzen aufgrund ihres unangenehmen Geruchs und Geschmacks meiden und selektiv stehen lassen. Ein spezifischer wirtschaftlicher Schaden entsteht in der Milchproduktion, da der Verzehr durch Milchkühe einen unerwünschten Beigeschmack in der Milch verursacht, der diese für den Verkauf ungeeignet macht. Zudem fungiert die Pflanze als Reservoir für Pflanzenkrankheiten wie das Gerstengelbverzwergungsvirus, welches ökonomisch relevante Kulturen wie Getreide und Kartoffeln befallen kann. Die Bekämpfung verursacht laufende Kosten, da chemische Maßnahmen oft über drei bis sechs Jahre wiederholt werden müssen, um die langlebige Samenbank im Boden zu erschöpfen.[1] In Nordamerika wird die Art in mehreren Bundesstaaten als schädliches Unkraut („noxious weed“) klassifiziert, was behördliche Managementprogramme erforderlich macht.[2] Positiv zu bewerten ist die Nutzung im Gartenbau, wo *Leucanthemum vulgare* als Zierpflanze für Wildblumenwiesen und als haltbare Schnittblume vermarktet wird.[1] Darüber hinaus existieren Patentanmeldungen zur Gewinnung bioaktiver Extrakte aus der Pflanze, die potenziell als natürliche Insektizide oder Bakterizide eingesetzt werden können.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Leucanthemum vulgare ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die als Hemikryptophyt wächst und Überdauerungsknospen nahe der Erdoberfläche bildet.[1][2] Im ersten Jahr entwickelt die Pflanze eine basale Blattrosette, bevor sie in den Folgejahren aufrechte, 30 bis 90 cm hohe Stängel ausbildet. Die Fortpflanzung erfolgt sexuell über Achänen, wobei eine einzelne Pflanze unter optimalen Bedingungen bis zu 26.000 Samen produzieren kann.[1][2] Diese Samen besitzen eine hohe Langlebigkeit im Boden, wobei 82 % nach sechs Jahren und vereinzelt noch 1 % nach 39 Jahren keimfähig bleiben.[2] Vegetativ breitet sich die Art über flache, verzweigte Rhizome aus, was die Bildung dichter, monoklonaler Bestände ermöglicht. Da die Spezies selbststeril ist, hängt die Bestäubung vollständig von Insektenvektoren wie Bienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen und Käfern ab.[1] Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Mai bis August, wobei invasive Populationen eine um etwa 16 Tage verzögerte Blüte im Vergleich zu nativen Beständen zeigen können. Leucanthemum vulgare bevorzugt gut durchlässige, sandige bis lehmige Böden mit einem pH-Wert von 5,2 bis 7,0 und gedeiht besonders gut an nährstoffarmen Standorten. Die Pflanze präferiert volle Sonneneinstrahlung, toleriert jedoch Halbschatten, indem sie bei Lichtmangel Ressourcen verstärkt in die Blütenbildung investiert. Physiologisch zeichnet sich die Art durch eine moderate Trockentoleranz sowie Widerstandsfähigkeit gegen leichten Frost aus.[1][2] Zur Abwehr von Fressfeinden produziert die Margerite Polyacetylene und Thiophene, die auf Insekten toxisch wirken können. Weidetiere wie Rinder meiden die Pflanze aufgrund ihres bitteren Geschmacks und schleimhautreizender Wirkung, während Schafe und Ziegen sie unter bestimmten Bedingungen fressen. Ökologisch fungiert Leucanthemum vulgare als Wirt für Bodenpathogene wie Nematoden sowie für das Gelbverzwergungsvirus der Gerste.[1] Zu den natürlichen Feinden zählen spezialisierte Insekten wie der wurzelminierende Wickler Dichrorampha aeratana und die Gallmücke Oxyna nebulosa, die als biologische Kontrollmittel erforscht werden.[1][5]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Leucanthemum vulgare* umfasst weite Teile Eurasiens, wobei es sich vom Mittelmeerraum über Mitteleuropa und Skandinavien bis nach Sibirien und Westasien erstreckt.[1][4] In diesen natürlichen Arealen besiedelt die Art vorwiegend offenes Grasland, Wiesen und Weiden sowie ruderale Standorte wie Wegränder.[2][1] Heute ist die Pflanze auf allen Kontinenten außer der Antarktis naturalisiert, nachdem sie im 18. und 19. Jahrhundert weltweit als Zierpflanze oder durch verunreinigtes Saatgut eingeführt wurde.[1] Die Einschleppung nach Nordamerika erfolgte bereits Mitte des 18. Jahrhunderts, vermutlich durch europäische Siedler, wo sie sich inzwischen von Küstenregionen bis in höhere Lagen ausbreitete.[1][5] Auch in der südlichen Hemisphäre, darunter Australien, Neuseeland sowie Teile Südamerikas und Südafrikas, haben sich stabile Populationen etabliert.[6][7] Die Art gedeiht bevorzugt in gemäßigten Klimazonen und toleriert leichte Fröste, benötigt jedoch für optimales Wachstum Standorte mit voller Sonneneinstrahlung bis Halbschatten.[2][1] *Leucanthemum vulgare* bevorzugt gut durchlässige, sandige bis lehmige Böden mit einem neutralen bis basischen pH-Wert zwischen 5,2 und 7,0.[1] Sie zeigt eine hohe Toleranz gegenüber nährstoffarmen Substraten, verliert jedoch an Vitalität in tiefem Schatten oder auf stark sauren Böden.[5] Als Hemikryptophyt profitiert die Pflanze von Störungen und bildet oft dichte Bestände auf Brachflächen oder überweidetem Land. Während sie in ihrem nativen europäischen Areal zur strukturellen Diversität von Wiesen in tiefen bis mittleren Höhenlagen beiträgt, neigt sie in eingeführten Gebieten zur Bildung dominanter Monokulturen. Beobachtungsdaten bestätigen eine hohe Dichte in anthropogen beeinflussten Habitaten, wobei die Ausbreitung durch Rhizome und eine hohe Samenproduktion begünstigt wird.[1]

Saisonalität & Aktivität

Als ausdauernde, krautige Pflanze wächst *Leucanthemum vulgare* als Hemikryptophyt und überdauert die Wintermonate in Form einer basalen Blattrosette. Im ersten Wachstumsjahr bildet die Pflanze diese Rosette aus, bevor sie in den Folgejahren aufrechte, blütentragende Stängel entwickelt. Die primäre Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August, wobei die Hauptblüte in gärtnerischen und natürlichen Beständen oft im Juni und Juli liegt. In bestimmten ökologischen Kontexten kann die Blühphase bis in den September andauern, wodurch die Art über einen langen Zeitraum Nektar und Pollen für Insekten bereitstellt. Phänologische Beobachtungen zeigen Unterschiede je nach Verbreitungsgebiet; so blühen invasive Populationen in Nordamerika durchschnittlich 16 Tage später als native eurasische Bestände. Die physiologische Aktivität ist eng an sonnige Standorte gebunden, wobei die Pflanze zwar leichten Frost toleriert, aber keine tiefe Beschattung verträgt. Für ein optimales Wachstum und die Regeneration aus den Rhizomen ist aktive Bodenfeuchtigkeit während der Blühphase von Juni bis August entscheidend. Die Art weist eine hohe Kältetoleranz auf und kann in extremen Klimazonen Wintertemperaturen von bis zu -40 °C überstehen.[1] Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese biologische Saisonalität wider und zeigt deutliche Spitzenwerte in den Monaten Mai und Juni, parallel zum Beginn der Hauptblüte.[3]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Berlin, Berlin, Deutschland

    28.11.2025

  • Berlin, Berlin, Deutschland

    21.11.2025

  • Porta Westfalica

    18.11.2026

  • Meßkirch Bahnhof, 88605 Meßkirch, Deutschland

    08.11.2025

  • Siegburg, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    04.11.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

GB-2352396-A Biological Unbekannt

Extraktion von bioaktiven Materialien aus Pflanzen der Art Leucanthemum vulgare (Wiesen-Margerite)

Pisacane Anthony (1999)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt ein Verfahren zur Gewinnung bioaktiver Substanzen aus der Pflanze Leucanthemum vulgare, allgemein bekannt als Wiesen-Margerite. Die gewonnenen Extrakte besitzen insektizide, bakterizide und insektenabweisende Eigenschaften. Die Extraktion erfolgt bevorzugt durch Lösungsmittelverfahren, wobei pflanzliche Lösungsmittel wie Terpene (z. B. Terpineol) oder Pflanzenöle eingesetzt werden. Die Innovation liegt in der Nutzung der natürlichen chemischen Bestandteile der Margerite als biologisches Bekämpfungsmittel gegen Insekten oder Bakterien. Dies bietet eine potenzielle natürliche Alternative zu synthetischen Wirkstoffen.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.13357
  2. https://ucjeps.berkeley.edu/eflora/eflora_display.php?tid=3801
  3. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), 2026
  4. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:30296198-2
  5. https://fieldguide.mt.gov/speciesDetail.aspx?elcode=PDAST5V040
  6. https://weeds.org.au/profiles/ox-eyed-daisy/
  7. https://www.reabic.net/journals/bir/2022/1/BIR_2022_Moshobane_etal_2.pdf
  8. https://bsapubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.3732/ajb.0800087
  9. http://www.seankent.org/plant-pollinator-interactions.html
  10. https://extension.wsu.edu/whitman/2013/11/oxeye-daisy/
  11. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)