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Lexikon-Eintrag
Maennertreu Lobelia erinus
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Taxonomie
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Asterales (Asterales)
Familie
Campanulaceae
Gattung
Lobelia
Art
Lobelia erinus
Wissenschaftlicher Name
Lobelia erinus L.
Akzeptierter Name
Einleitung
Die Männertreu (*Lobelia erinus*) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lobelien (*Lobelia*) innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).[1][2] Die ursprünglich im tropischen und südlichen Afrika beheimatete Art wächst als einjährige oder kurzlebige ausdauernde krautige Pflanze, die je nach Standort Wuchshöhen zwischen 5 und 70 Zentimetern erreicht.[1][3] Aufgrund ihrer meist blauen bis violetten Blüten findet sie weltweit verbreitete Verwendung als Zierpflanze in Gärten und Hängekörben, enthält jedoch in allen Pflanzenteilen giftige Alkaloide wie Lobelin.[3][2]
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Saisonalität und Nachfragetrend
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Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Fakten (kompakt)
- Die Blüten erreichen eine Länge von 7 bis 13 mm und sind in lockeren Trauben angeordnet. - Die Blattränder der Art sind fein gesägt bis fiederspaltig ausgeprägt. - Im Gartenbau gilt *Lobelia erinus* als tolerant gegenüber Wildverbiss durch Hirsche. - Die Pflanze ist in den USDA-Klimazonen 10 bis 11 winterhart. - Für die Kultur in kühleren Regionen erfolgt die Aussaat im Innenraum idealerweise 8 bis 10 Wochen vor dem letzten Frost. - Bestimmte Zuchtformen wie die Sorte 'Crystal Palace' zeichnen sich durch bronzegrünes Laub aus. - Die Unterfamilie Lobelioideae umfasst insgesamt etwa 33 Gattungen mit 1200 Arten. - Die Gattung *Lobelia* beinhaltet rund 400 Arten; als Typusart wurde 1929 durch M.L. Green *Lobelia cardinalis* festgelegt. - Phylogenetische Analysen zur Einordnung der Art basieren auf DNA-Sequenzen wie *rbcL* und *ndhF*. - Das Art-Epitheton *erinus* leitet sich vom altgriechischen Wort *erinos* ab, das eine basilikumähnliche oder frühblühende Pflanze bezeichnete.[7]
Name & Einordnung
Der wissenschaftlich gültige Name der Art lautet *Lobelia erinus* L., wobei das Autorenkürzel „L.“ auf die Erstbeschreibung durch Carl von Linné in dessen Werk *Species Plantarum* im Jahr 1753 verweist. Systematisch wird die Pflanze der Gattung *Lobelia* innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) zugeordnet.[1][2] Sie zählt zur Unterfamilie Lobelioideae, welche durch resupinierte Blüten gekennzeichnet ist und den größten Teil der Familie ausmacht. Der Gattungsname *Lobelia* ehrt den flämischen Botaniker und Arzt Matthias de l’Obel (1538–1616), der bedeutende Beiträge zur frühen botanischen Klassifikation leistete. Das Art-Epitheton *erinus* leitet sich vom altgriechischen *erinos* ab, einer Bezeichnung für eine basilikumähnliche oder im Frühling blühende Pflanze, was den kompakten Wuchs der Art widerspiegelt. Zu den historischen Synonymen, die heute dem akzeptierten Namen untergeordnet sind, gehören *Enchysia erinoides* (L.) C. Presl (1836) und *Lobelia senegalensis* A. DC. (1844).[1] Im englischen Sprachraum sind die Trivialnamen „edging lobelia“ oder „trailing lobelia“ gebräuchlich, die auf die Verwendung als Randbepflanzung oder den hängenden Wuchscharakter anspielen.[2][3] Phylogenetische DNA-Analysen verorten *Lobelia erinus* im Kern-Clade der Gattung und bestätigen die enge Verwandtschaft zu anderen Arten afrikanischen Ursprungs.[2] Es werden aktuell keine bedeutenden Unterarten unterschieden.[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
*Lobelia erinus* wächst als krautige, einjährige oder kurzlebige ausdauernde Pflanze, die typischerweise Wuchshöhen von 8 bis 15 cm und Breiten bis zu 30 cm erreicht, wobei einige Formen unter günstigen Bedingungen bis zu 70 cm lang werden können.[1][2] Die schlanken, verzweigten Stängel sind rund bis leicht gerippt und erscheinen kahl bis spärlich behaart, insbesondere unterhalb des Blütenstandes. Die wechselständigen, einfachen Laubblätter messen 15 bis 75 mm in der Länge und 4 bis 20 mm in der Breite. Während die oberen Blätter linear bis schmal elliptisch geformt sind, zeigen die unteren eine oblanceolate bis spatelförmige Gestalt, oft rosettenartig angeordnet. Die Blattränder sind spärlich gesägt bis fiederspaltig, und die Blattspreite ist meist kahl, kann jedoch an der Basis bewimpert oder spärlich behaart sein. Die zygomorphen Blüten stehen in lockeren endständigen Trauben, gestützt von 5 bis 45 mm langen Blütenstielen und Tragblättern, die reduzierten oberen Laubblättern ähneln. Jede Blüte ist 7 bis 13 mm lang und besitzt eine röhrenförmige Krone, die in der Wildform blau bis violett, gelegentlich auch weiß oder malvenfarben gefärbt ist. Die 3 bis 4 mm lange Kronröhre spaltet sich in einen zweilippigen Saum auf, der aus zwei kleineren oberen Lappen und drei größeren, ausgebreiteten unteren Lappen besteht. Charakteristisch für die Blüte ist der oft gelb oder weiß gezeichnete Schlund. Der Kelch weist linear-lanzettliche Lappen auf, die eine Länge von 2 bis 4 mm erreichen. Fünf zusammenhängende Staubblätter bilden eine Röhre um den Griffel, während der Fruchtknoten unterständig bis halbunterständig und zweifächrig ist. Als Frucht wird eine eiförmige Kapsel gebildet, deren unterer Teil 3 bis 8 mm lang und 8- bis 10-nervig ist. Die Kapsel öffnet sich fachspaltig über ein apikales Klappenpaar, um die Samen freizusetzen. Die zahlreichen Samen sind winzig, nur 0,3 bis 0,4 mm lang, elliptisch geformt, komprimiert und weisen eine fein gestreifte, braune Oberfläche auf. Das Wurzelsystem ist faserig und flach ausgebildet, was das ausgebreitete Wachstum der Pflanze unterstützt. Zuchtformen können morphologisch abweichen, beispielsweise durch bronzegrünes Laub bei der Sorte 'Crystal Palace' oder variierende Blütenfarben wie Rosa und Purpur.[2]
Beschreibung
Lobelia erinus ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Glockenblumengewächse (*Campanulaceae*), die in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im südlichen Afrika als kurzlebige Staude wächst.[2][1] Charakteristisch für die Art ist ihr variabler Wuchs, der von kompakten, buschigen Polstern bis zu niederliegenden, bis zu 70 cm langen Trieben reicht, wobei die Stängel dünn, rundlich bis leicht gerippt und kahl oder spärlich behaart sind.[3] In ihrem nativen Habitat, das feuchte Grasländer, Flussufer und Fynbos-Vegetation in Höhenlagen zwischen 1500 und 2300 Metern umfasst, bildet sie oft kleine Kolonien in feuchten Mikrohabitaten. Die Pflanze verfügt über ein feines, flaches Wurzelsystem, das eine rasche Aufnahme von Oberflächenwasser in den oft saisonal wechselfeuchten Böden ermöglicht.[4][2] Ein mikroskopisches Erkennungsmerkmal sind die winzigen, elliptischen Samen (0,3–0,4 mm), die eine fein gestreifte Oberfläche aufweisen und in eiförmigen Kapseln heranreifen, welche sich bei Reife an der Spitze öffnen.[3] Die Blütenbiologie zeigt eine deutliche Anpassung zur Förderung der Fremdbestäubung: Die Blüten sind protandrisch, was bedeutet, dass die Staubblätter ihren Pollen freisetzen, bevor die Narbe empfängnisbereit ist. Diese zeitliche Trennung der Geschlechtsreife verhindert weitgehend die Selbstbefruchtung innerhalb einer Blüte, wobei die röhrenförmige Krone speziell für langrüsselige Insekten wie Bienen und Schmetterlinge optimiert ist. Chemisch schützt sich *Lobelia erinus* durch Piperidin-Alkaloide wie Lobelin vor Fraßfeinden, was alle Pflanzenteile potenziell giftig macht und Symptome wie Übelkeit hervorrufen kann. Im Lebenszyklus keimen die Samen lichtabhängig innerhalb von 7 bis 14 Tagen und entwickeln sich rasch zu blühfähigen Pflanzen, die in kühlen Klimazonen oft nur einjährig kultiviert werden. Während der heißen Sommermonate kann die Pflanze in eine Ruhephase oder Seneszenz eintreten, erholt sich jedoch oft bei kühleren Temperaturen im Herbst.[2] Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné in *Species Plantarum* erstbeschrieben, wobei der Artname *erinus* auf eine Ähnlichkeit zu früh blühenden Basilikum-Verwandten hindeutet.[1] Im Vergleich zu anderen Vertretern der Unterfamilie *Lobelioideae* zeichnet sich diese Art durch ihre spezifische Anpassung an subtropische bis gemäßigte Zonen mit nassen Sommern und trockenen Wintern aus.[4] Genetische Analysen positionieren *Lobelia erinus* innerhalb der Kern-Lobelien-Klade, was ihre enge evolutionäre Verwandtschaft zu anderen afrikanischen Arten der Gattung unterstreicht.[5]
Verhalten
Das Fortpflanzungsverhalten von *Lobelia erinus* ist durch Protandrie gekennzeichnet, wobei die Staubblätter ihren Pollen abgeben, bevor die Narbe empfängnisbereit ist, um die Fremdbestäubung zu fördern und Selbstbefruchtung zu reduzieren.[2] Aufgrund der röhrenförmigen Blütenmorphologie interagiert die Art primär mit langrüsseligen Bestäubern wie Bienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen.[4] In eingeführten Verbreitungsgebieten, beispielsweise in Nordamerika, wurde zudem eine Interaktion mit Kolibris beobachtet, die die Blüten als Nektarquelle nutzen.[2] Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt mechanisch durch das Aufspringen der Kapselfrüchte, wobei die winzigen Samen anschließend durch Wind und Wasser in feuchten Habitaten verteilt werden, ohne auf Tierverbreitung angewiesen zu sein.[4] Eine physiologische Verhaltensanpassung zeigt sich bei der Keimung, da die Samen zwingend Lichtexposition benötigen, um den Wachstumsprozess zu initiieren. Als Reaktion auf Umweltstress, insbesondere bei Temperaturen über 30 °C, verfällt die Pflanze in eine sommerliche Ruhephase oder zeigt ein oberirdisches Absterben, das bei kühlerer Witterung reversibel ist. Zur chemischen Abwehr gegen Herbivoren akkumuliert *Lobelia erinus* toxische Piperidin-Alkaloide wie Lobelin im Gewebe, was sie weitgehend resistent gegen Wildverbiss macht. Trotz dieser Abwehrmechanismen treten gelegentlich Interaktionen mit Schädlingen wie Schnecken und Blattläusen auf, die jedoch meist keinen signifikanten Einfluss auf die Populationsdynamik haben.[2]
Ökologie
Die Bestäubung von *Lobelia erinus* erfolgt entomophil, wobei primär Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen durch das Nektarangebot angelockt werden. Da die Blüten protandrisch sind und die Staubblätter ihren Pollen vor der Empfängnisbereitschaft der Narbe abgeben, wird die Fremdbestäubung gefördert und Selbstbefruchtung reduziert. Die röhrenförmige Struktur der Blütenkrone ist dabei speziell an langrüsselige Bestäuber angepasst. In eingeführten Verbreitungsgebieten wie Nordamerika dient die Art zusätzlich Kolibris als Nahrungsquelle.[2] Im natürlichen Habitat im südlichen Afrika besiedelt *Lobelia erinus* feuchte Mikrostandorte wie Bachufer, Sickerzonen und schattige Felsspalten innerhalb des Fynbos-Bioms oder in offenem Grasland.[4][2] Dort wächst sie häufig in Vergesellschaftung mit Proteen oder Gräsern, die für diese Vegetationstypen charakteristisch sind.[4] Die Pflanzen präferieren saure, humusreiche Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 und reagieren empfindlich auf Staunässe sowie langanhaltende Trockenheit. Zu den natürlichen Feinden zählen Nacktschnecken, Schnecken und Blattläuse, während die Art gegenüber Wildverbiss durch Hirsche weitgehend tolerant ist. Die Ausbreitung der zahlreichen kleinen Samen erfolgt nach der Kapselöffnung abiotisch durch Wind und Wasser, ohne spezialisierte tierische Vektoren.[2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Lobelia erinus wird primär als Zierpflanze geschätzt, gilt jedoch in Regionen wie Australien und Südeuropa als eingebürgert und tritt dort vereinzelt als geringfügiges Unkraut in gestörten Habitaten auf.[4][6] Alle Pflanzenteile enthalten Piperidin-Alkaloide wie Lobelin und sind bei Verzehr giftig, was Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und in schweren Fällen Krämpfe oder Koma auslösen kann. Aufgrund dieser Toxizität stellt die Pflanze ein Risiko für Kinder, Haustiere und Weidevieh dar, weshalb beim gärtnerischen Umgang Handschuhe zum Schutz vor Hautreizungen getragen werden sollten. Im Pflanzenschutz ist Lobelia erinus anfällig für Schädlinge wie Blattläuse, Nacktschnecken und Spinnmilben, die typische Fraß- und Saugschäden verursachen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Staunässe treten zudem Pilzerkrankungen wie Wurzelfäule, Stängelfäule und Echter Mehltau auf. Zur Prävention sind bauliche Maßnahmen wie eine gute Bodendrainage und ausreichende Pflanzabstände für die Luftzirkulation entscheidend. Hitzestress im Hochsommer führt oft zu Welkeerscheinungen, denen durch Schattierung oder Rückschnitt begegnet werden kann. Die Bekämpfung von Spinnmilben erfolgt physikalisch durch Abspülen mit Wasser, während gegen Schnecken Barrieren wie Diatomeenerde eingesetzt werden. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) können bei starkem Befall insektizide Seifen angewendet werden.[2] In Queensland wird die Art als Sleeper-Spezies mit derzeit geringem ökologischen Einfluss überwacht, wobei der Fokus auf der Vermeidung einer Ausbreitung aus Gärten liegt.[6] Trotz der Anfälligkeit für Schädlinge fungiert Lobelia erinus als Nützling, indem sie Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen anzieht.[2]
Wirtschaftliche Bedeutung
Lobelia erinus besitzt eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung im globalen Zierpflanzenbau und wird weltweit für Gärten, Blumenampeln und Container kultiviert.[2][3] Der Handel unterscheidet zwischen aufrechten Sorten für Beeteinfassungen und hängenden Formen für Ampeln, was verschiedene Marktsegmente bedient. Die kommerzielle Produktion erfolgt effizient über F1-Hybrid-Sämlinge, die in sogenannten Plugs angezogen werden, um Uniformität zu gewährleisten, wobei die Kulturzeit bis zur Verkaufsreife etwa 12 bis 14 Wochen beträgt.[2] Das Saatgut und die Jungpflanzen werden international in gemäßigten und subtropischen Regionen wie Europa, Nordamerika und Asien vertrieben.[1] Durch intensive Züchtung entstanden zahlreiche marktrelevante Sorten wie die 'Cascade'- oder 'Riviera'-Serien, von denen 17 Kultivare mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society ausgezeichnet wurden. Medizinisch ist die Pflanze aufgrund enthaltener Piperidin-Alkaloide wie Lobelin heute kaum relevant und unterliegt regulatorischen Einschränkungen; so verbot die US-amerikanische FDA 1993 lobelinhaltige Produkte zur Raucherentwöhnung wegen fehlender Sicherheitsnachweise. Aufgrund der Toxizität aller Pflanzenteile besteht ein Risiko für Weidetiere und Haustiere, was Vorsichtsmaßnahmen bei der Platzierung in landwirtschaftlichen oder häuslichen Umgebungen erfordert.[2] In Australien wird die Art in Queensland als „Schläfer“-Spezies („sleeper species“) klassifiziert, was auf ein potenzielles Risiko für zukünftige Ausbreitungskosten hindeutet, obwohl die aktuellen ökologischen Auswirkungen gering sind.[6] In Europa und anderen eingeführten Gebieten gilt Lobelia erinus meist als unbedeutendes Unkraut („minor weed“) in gestörten Habitaten, weshalb keine kostenintensiven staatlichen Bekämpfungsprogramme existieren.[4]
Biologie & Lebenszyklus
Lobelia erinus ist eine krautige Pflanze, die in ihrem natürlichen subtropischen Verbreitungsgebiet als kurzlebige Staude wächst, in gemäßigten Klimazonen jedoch meist als Einjährige kultiviert wird.[2][3] Die Bestäubung erfolgt entomophil, wobei Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen durch das Nektarangebot angelockt werden. Um Selbstbefruchtung zu vermeiden, sind die Blüten protandrisch, sodass die Pollenausschüttung vor der Empfängnisbereitschaft der Narbe stattfindet.[2] Nach der Befruchtung bilden sich eiförmige Kapseln, die bei Reife aufspringen und zahlreiche winzige, elliptische Samen (0,3–0,4 mm lang) freisetzen.[1] Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt primär durch Wind und Wasser, begünstigt durch das geringe Samengewicht.[2][1] Für die Keimung benötigen die Samen Licht sowie Temperaturen zwischen 18 und 24 °C, wobei die Keimlinge innerhalb von 7 bis 20 Tagen erscheinen.[2][4] Die Entwicklung vom Samen bis zur blühfähigen Pflanze dauert unter optimalen Bedingungen etwa vier Monate.[3] Das physiologische Optimum für das Wachstum liegt zwischen 15 und 25 °C, während Temperaturen über 30 °C oft zu einer hitzebedingten Seneszenz oder einem Wachstumsstopp führen.[4] Die Art ist nicht frosthart und stirbt bei Temperaturen unter 0 °C ab, kann jedoch in den USDA-Zonen 10–11 ganzjährig persistieren.[2] *Lobelia erinus* bevorzugt feuchte, humusreiche und gut durchlässige Substrate mit einem leicht sauren pH-Wert von 5,5 bis 6,5.[4] Ein Nährstoffangebot mit reduziertem Stickstoffanteil fördert die Blütenbildung, während übermäßige Stickstoffgaben primär das Blattwachstum anregen. Zu den natürlichen Feinden zählen Blattläuse, Nacktschnecken und Spinnmilben, wobei letztere vor allem unter trockenen Bedingungen auftreten. Bei stauender Nässe ist die Pflanze anfällig für Wurzel- und Stängelfäule sowie die Umfallkrankheit. Physiologisch relevant ist der Gehalt an Piperidinalkaloiden wie Lobelin, die der Pflanze eine moderate Toxizität verleihen und Fraßfeinde abschrecken können.[2]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Lobelia erinus* liegt im tropischen und südlichen Afrika und umfasst Länder wie Angola, Botswana, Namibia, Südafrika sowie Teile Ostafrikas.[1][4] In ihrem Ursprungsraum besiedelt die Art bevorzugt feuchte Mikrohabitate, darunter Flussufer, Sickerzonen und schattige Felsspalten innerhalb von Grasland- und Fynbos-Vegetation.[4] Die vertikale Verbreitung erstreckt sich vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von etwa 2300 Metern.[1] Als Zierpflanze wurde die Art im späten 17. Jahrhundert nach Europa eingeführt und ist heute weltweit in Gärten der gemäßigten und subtropischen Zonen zu finden.[2] Außerhalb ihres natürlichen Areals ist *Lobelia erinus* in Regionen mit mediterranem Klima, wie Südeuropa, Kalifornien und Teilen Australiens, verwildert und gilt dort als eingebürgert.[1][4] In Australien tritt sie beispielsweise in New South Wales und Victoria an gestörten Standorten wie Straßenrändern auf.[4] In Mitteleuropa und Deutschland kommt die Pflanze gelegentlich unbeständig in Siedlungsbereichen vor, etabliert sich jedoch aufgrund fehlender Winterhärte selten dauerhaft.[1] Die Art ist frostempfindlich und stirbt bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ab, weshalb sie in kühleren Klimazonen als Einjährige wächst.[2] *Lobelia erinus* bevorzugt humose, gut durchlässige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5, die eine konstante Feuchtigkeit gewährleisten. Natürliche Standorte bieten oft Halbschatten bis volle Sonne, wobei die Pflanze empfindlich auf langanhaltende Trockenheit reagiert. Die Ausbreitung in neue Lebensräume erfolgt primär durch die sehr feinen Samen, die leicht über Gartenabfälle oder Erdbewegungen verschleppt werden.[4]
Saisonalität & Aktivität
Die Blütezeit von *Lobelia erinus* erstreckt sich in geeigneten Habitaten typischerweise von April bis Juni, kann jedoch in kühlen Klimazonen vom Frühling bis in den Herbst andauern.[2][3] In ihrem nativen subtropischen Verbreitungsgebiet verhält sich die Art wie eine kurzlebige Staude, während sie in gemäßigten Breiten aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit meist als einjährige Pflanze kultiviert wird.[2][1] Die physiologische Aktivität ist stark temperaturabhängig, wobei optimales Wachstum zwischen 15 und 25 °C stattfindet. Bei Temperaturen über 30 °C kann es zu Hitzestress kommen, der im Hochsommer oft zu einem Wachstumsstillstand oder einer vorübergehenden Blühpause führt.[2] Unterhalb von 4 °C stirbt die Pflanze in kälteren Regionen ab, wohingegen sie in milden Klimazonen (USDA-Zonen 9–11) eine Winterruhe einlegt und im Frühjahr erneut austreibt.[3][2] Die Keimung der Samen erfolgt bei Bodentemperaturen von 18 bis 24 °C innerhalb von 7 bis 14 Tagen, woraufhin die Pflanzen nach etwa vier Monaten das blühfähige Stadium erreichen. Die Blüten sind protandrisch, was bedeutet, dass die männlichen Staubblätter vor der weiblichen Narbe reifen, um die Fremdbestäubung durch Insekten zu begünstigen. Das öffentliche Suchinteresse korreliert mit dieser phänologischen Entwicklung und zeigt saisonale Spitzenwerte in den Monaten Mai und Juli, was der Pflanz- und Hauptblütezeit entspricht.[2]
Quellen & Referenzen
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:143240-1
- https://www.gbif.org/species/5408087
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/lobelia-erinus/
- https://pza.sanbi.org/lobelia
- https://bsapubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.3732/ajb.1400339
- https://invasives.org.au/wp-content/uploads/2018/02/WWF-National-list-of-naturalised-Invasive-garden-plants-2004.pdf
- Literaturzusammenfassung: Lobelia erinus