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Lexikon-Eintrag

Megaselia Scalaris Megaselia scalaris

Megaselia Scalaris
Lästling

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Zweiflügler (Diptera)
Familie Phoridae
Gattung Megaselia
Art Megaselia scalaris
Wissenschaftlicher Name Megaselia scalaris (Loew, 1866)
Akzeptierter Name

Einleitung

*Megaselia scalaris*, auch bekannt als Buckelfliege, ist eine kleine Fliegenart aus der Familie der Phoridae (Buckelfliegen) innerhalb der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Charakteristisch für diese Fliege ist ihr buckelförmiger Thorax.[1] *M. scalaris* ist ein Kosmopolit, der in warmen und gemäßigten Regionen weltweit vorkommt und sich an vom Menschen veränderte Umgebungen angepasst hat. Die Larven sind Allesfresser und zersetzen organisches Material, können aber auch als Hygieneschädlinge oder in der forensischen Entomologie eine Rolle spielen.[1]

Fakten (kompakt)

- Die adulten Fliegen haben verdickte Costaladern auf ihren Flügeln und abgeflachte Hinterschenkel. - Weibchen sind in der Regel größer als Männchen, was als sexueller Dimorphismus bezeichnet wird. - Die Larven sind beinlos, madenartig und bis zu 5 mm lang. - Die Larven haben keinen erkennbaren Kopf, sind aber mit Antennenkomplexen und gezackten Mundhaken ausgestattet. - Die Larven sind sehr opportunistische Fresser und konsumieren ein breites Spektrum an organischem Material, einschließlich verrottender Pflanzen, Aas, Pilze und Fäkalien. - Die Larven können sich sogar von nicht-biologischen Substanzen wie Farbe ernähren. - Die Puppen sind zylindrisch und segmentiert und bilden zunächst eine Präkarapax mit Atemhörnern, bevor sie ein chitinöses Exoskelett entwickeln.[9] - *M. scalaris* dient als Modellorganismus in der Genetik und Entwicklungsbiologie. - Die Art wird in Studien zur Geschlechtsbestimmung, Apoptose, Histonacetylierung und biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. - *Aphiochaeta banski* Brues, 1909, *Aphiochaeta circumsetosa* Brues, 1911 und *Aphiochaeta flavipes* Wood, 1910 sind jüngere Synonyme von *Megaselia scalaris*.[9]

Name & Einordnung

*Megaselia scalaris* ist eine kleine Buckelfliege aus der Familie Phoridae (Buckelfliegen). Die Art wurde ursprünglich 1866 von Hermann Loew als *Phora scalaris* beschrieben. Die Typuslokalität befindet sich in Nordamerika. Später wurde sie der Gattung *Megaselia* zugeordnet, die ebenfalls von Loew im selben Jahr begründet wurde. Der Gattungsname *Megaselia* leitet sich vom Griechischen ab und bedeutet „große Helligkeit“ oder „großes Licht“. Das Epitheton *scalaris* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „leiterartig“. Es bezieht sich auf das stufenartige oder leiterähnliche Flügelgeäder, ein wichtiges diagnostisches Merkmal, das bereits in Loews Originalbeschreibung erwähnt wurde. Es existieren mehrere jüngere Synonyme für *Megaselia scalaris*, darunter *Aphiochaeta banski* Brues, 1909, *Aphiochaeta circumsetosa* Brues, 1911 und *Aphiochaeta flavipes* Wood, 1910, die später alle unter *Megaselia scalaris* synonymisiert wurden. Es sind keine älteren Synonyme bekannt. *Megaselia* ist die größte Gattung innerhalb der Familie Phoridae und umfasst fast 1.700 beschriebene Arten von insgesamt etwa 4.300 bekannten Arten in dieser Familie. Phylogenetische Studien positionieren *Megaselia* als eine äußerst vielfältige Klade innerhalb der Phoridae, die sich durch morphologische Variabilität und ökologische Anpassungsfähigkeit auszeichnet.[1] *M. scalaris* ist ein kosmopolitisches Mitglied, das in der Lage ist, in verschiedenen globalen Umgebungen zu gedeihen. Die Fliege hat eine markante buckelförmige Gestalt des Thorax. Auf Deutsch ist sie als „Buckelfliege“ bekannt.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Adulte *Megaselia scalaris* sind kleine Buckelfliegen, die eine Körperlänge von 1 bis 4 mm erreichen, wobei die Weibchen tendenziell größer sind als die Männchen. Die Grundfärbung des Körpers ist gelblich-braun, oft mit dunkleren Streifen auf Thorax und Abdomen. Charakteristisch für diese Art ist der buckelförmige Thorax. Der Kopf der adulten Fliegen besitzt große, hervorstehende Facettenaugen und drei Ocellen, die in einem Dreieck angeordnet sind. Die Antennen sind klein und dreigliedrig, mit einer dorsalen Borste (Arista) am Ende. Die Mundwerkzeuge sind als leckend-saugender Rüssel (Proboscis) ausgebildet, der bei den Männchen dicht mit Mikrotrichia besetzt ist, während er bei den Weibchen glatt ist – ein Beispiel für Sexualdimorphismus. Der Thorax ist durch eine deutliche buckelförmige Wölbung gekennzeichnet. Die Flügel weisen eine charakteristische Flügeladerung auf, darunter eine verdickte Costa, eine geschlossene Cup-Zelle und eine reduzierte Analader. Die Beine sind im Verhältnis zur Körpergröße lang und staksig, mit tibialen Dornen an den mittleren und hinteren Tibien. Die hinteren Femora sind vergrößert und abgeflacht. Das Abdomen ist spitz zulaufend, wobei die dorsalen Tergite dunkle Streifen tragen. Weibchen haben ein kürzeres, breiteres sechstes Tergit, das die Eiablage erleichtert, während Männchen Klammer-Cerci und eine markante Borste auf der linken Seite des Epandriums aufweisen. Die Larven von *Megaselia scalaris* sind beinlose, blass cremefarbene Maden, die 3–5 mm lang werden. Ihr Körper ist zylindrisch und verjüngt sich zum Kopf hin. Der Körper besteht aus 12 Segmenten, darunter drei Thorax- und neun Abdominalsegmente. Die Körperwand weist kurze, stiftartige, stachelige Fortsätze auf der dorsalen und lateralen Körperwand auf, die die Fortbewegung im Substrat erleichtern. Der Kopfbereich umfasst tief gezahnte Mundhaken zum Raspeln und Fressen sowie ein Labium und sublabiale Flabella, die wie Lippen zum Öffnen und Schließen der Mundhöhle funktionieren.[1] Die hinteren Stigmen befinden sich am 12. Segment und weisen im dritten Larvenstadium zwei gerade Schlitze auf, die die Atmung ermöglichen. Die Larven durchlaufen drei Stadien, die sich durch zunehmende Größe, Pigmentierung und strukturelle Komplexität unterscheiden. Im dritten Larvenstadium entwickeln sich einzigartige orale Gratmuster, die Fingerabdrücken ähneln. Die Larven können Luft in den Darm aufnehmen, wodurch Blasen entstehen, die für Auftrieb sorgen und das Schwimmen in flachem Wasser oder in Umgebungen mit niedrigem Sauerstoffgehalt ermöglichen. Das Puppenstadium von *Megaselia scalaris* ist coarctat, wobei die Puppe von einem Puparium umschlossen ist, das aus der gehärteten Larvenkutikula gebildet wird und 2–3 mm lang ist. Das Puparium ist zylindrisch und tonnenförmig, oft rötlich-braun gefärbt, und bildet sich typischerweise innerhalb des Substrats, in dem sich die Larve des dritten Stadiums verpuppt.[1]

Beschreibung

*Megaselia scalaris*, auch bekannt als Buckelfliege, ist eine kleine Fliegenart aus der Familie der Phoridae (Buckelfliegen) innerhalb der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Diese Fliegen zeichnen sich durch ihren markanten, buckelförmigen Thorax aus. Die Körperlänge variiert zwischen 1 und 6 mm, wobei die Färbung von dunkelbraun bis gelblich variiert.[1] Adulte *M. scalaris* besitzen große Facettenaugen. Ihre Flügel weisen verdickte Costaladern auf. Die Hinterschenkel sind abgeflacht. Weibchen sind in der Regel größer als Männchen, was einen Geschlechtsdimorphismus darstellt. Dieser äußert sich auch in einem kürzeren und breiteren sechsten Tergit bei Weibchen sowie einer einzelnen, kräftigen Borste am Epandrium der Männchen. Die Entwicklung von *Megaselia scalaris* erfolgt über eine vollständige Metamorphose, die die Stadien Ei, drei Larvenstadien (Instars), Puppe und Adult umfasst. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert typischerweise 10–21 Tage, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, wobei optimale Bedingungen bei etwa 22–24 °C liegen. Die Larven sind beinlos, madenartig und erreichen eine Länge von bis zu 5 mm. Ihnen fehlt eine erkennbare Kopfkapsel, aber sie sind mit Antennenkomplexen, gezackten Mundhaken und einzigartigen oralen Gratmuster im dritten Larvenstadium ausgestattet. Sie sind sehr opportunistische Fresser und konsumieren ein breites Spektrum an organischem Material, einschließlich verrottender Pflanzen, Aas, Pilze, Fäkalien, fermentierende Früchte und sogar nicht-biologische Substanzen wie Farbe. Die Larven können auch in Gewebe eindringen und dort Entzündungen verursachen, ein Krankheitsbild, das als Myiasis bezeichnet wird. Das Puppenstadium ist zylindrisch und segmentiert. Zunächst bildet sich eine Präkarapax mit Atemhörnern, bevor sich ein chitinöses Exoskelett entwickelt. *Megaselia scalaris* ist weltweit in warmen und gemäßigten Regionen verbreitet, einschließlich Nordamerika, Europa, Asien und Afrika. Sie hat sich an vom Menschen veränderte Umgebungen wie Haushalte, Abflüsse und Innenräume angepasst. Ökologisch gesehen dient sie als Zersetzer und hilft beim Abbau von organischen Abfällen. Sie kann jedoch in Häusern zu einem lästigen Schädling werden, da sie sich von feuchten, zersetzenden Substraten wie verschütteten Lebensmitteln oder Müll angezogen fühlt. Die Art ist auch in der forensischen Entomologie von Bedeutung, wo ihre Larven oft Innenleichen oder Überreste in späteren Zersetzungsstadien besiedeln und helfen, postmortale Intervalle abzuschätzen, insbesondere im Winter oder in geschlossenen Räumen.[1] Darüber hinaus ist *M. scalaris* ein geschätzter Modellorganismus in der Genetik und Entwicklungsbiologie.[1]

Verhalten

Das Laufverhalten von *Megaselia scalaris* ist durch ein schnelles, sprunghaftes Laufen gekennzeichnet, das durch den buckelförmigen Thorax und die langen Beine ermöglicht wird. Männchen zeigen während der Balz ein schnelles Trippeln in Richtung der Weibchen.[1] Die Larven von *M. scalaris* können Luft schlucken und ihren Körper aufblähen, wodurch sie im Wasser oder in sauerstoffarmen Umgebungen schwimmen können. Dies erhöht ihr Überleben in feuchten oder semi-aquatischen Substraten.[1]

Ökologie

*Megaselia scalaris* Larven sind saprophage Detritivoren, die eine wichtige Rolle beim Abbau von organischem Material spielen. Sie ernähren sich von einer Vielzahl von verrottenden organischen Stoffen, darunter Pflanzen- und Tierresten, sowie von Pilzen und Fäkalien. Die Larven können sich auch von lebendem Gewebe ernähren, beispielsweise von Wunden an Tieren oder Insekten, sowie von nekrophagen Überresten, was ihr opportunistisches Aasfressverhalten demonstriert. Darüber hinaus zeigen die Larven räuberisches und parasitäres Verhalten gegenüber anderen Wirbellosen. So gibt es Aufzeichnungen über Larvenbefall, die Laborbestände von Gottesanbeterinnen (*Parastagmatoptera tessellata*) parasitieren.[1] Adulte *M. scalaris* ernähren sich ausschließlich von Flüssigkeiten und nutzen einen saugenden Rüssel, um Nektar, Pflanzenausscheidungen und Flüssigkeiten aus Wunden oder verwesendem Material aufzunehmen. Weibchen suchen vor der Eiablage besonders nach proteinreichen Quellen, um die Eireifung zu unterstützen, und zielen oft auf feuchte, nährstoffreiche Flüssigkeiten ab. Diese stadienspezifische Ernährung steht im Gegensatz zur vielseitigeren Larvenernährung, bei der unreife Stadien die Saprophagie oder Prädation für das Wachstum priorisieren, während sich adulte Tiere auf die schnelle Energiegewinnung konzentrieren. Die Larven von *Megaselia scalaris* können als Endoparasitoide in adulten Amerikanischen Schaben (*Periplaneta americana*) agieren, indem sie innere Organe konsumieren und die Enthauptung verursachen, was einen neuartigen Weg zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen in Städten darstellt.[1] Feld- und Laborstudien in Indien berichteten, dass *M. scalaris* ein Puppenparasitoid des invasiven Bananensippers (*Erionota torus*) ist, der in kontrollierten Umgebungen bis zu 100 % Parasitismus und saisonale Raten von 0,4–2,4 % erreicht, was eine mögliche Integration in das Schädlingsmanagement für invasive Arten nahelegt.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Megaselia scalaris*, auch bekannt als Buckelfliege, gilt als Schädling und Lästling, der sowohl im forensischen als auch im medizinischen Kontext eine Rolle spielt. Die Larven dieser Fliegenart sind bekannt dafür, verschiedene Formen von Myiasis (Fliegenmadenbefall) beim Menschen zu verursachen, einschließlich intestinaler, Wund- und urogenitaler Myiasis. Dies geschieht hauptsächlich durch versehentliches Verschlucken von Eiern über kontaminierte Lebensmittel oder durch direkten Befall offener Wunden und Körperöffnungen. Intestinale Myiasis kann zu gastrointestinalen Symptomen wie Bauchschmerzen und Durchfall führen. Wundmyiasis tritt auf, wenn Larven in Hautläsionen eindringen, oft bei vernachlässigten Verletzungen. Urogenitale Myiasis ist seltener, wurde aber bei Personen mit schlechter Hygiene oder Vorerkrankungen beobachtet.[1] Als Schädling befällt *M. scalaris* gelagerte Produkte wie verrottende organische Stoffe und Lebensmittel sowie Zuchtpilze, wo die Larven sich von Pilzgewebe ernähren und Ernten kontaminieren. In unhygienischen Bereichen können adulte Fliegen als mechanische Vektoren für pathogene Bakterien wirken, indem sie Mikroben von verrottenden Stoffen auf die menschliche Umgebung übertragen. Die Anzeichen eines Befalls sind das Auftreten von adulten Fliegen in der Nähe von potenziellen Nahrungsquellen oder das Auffinden von Larven in verwesenden organischen Materialien.[1] Die Prävention von *M. scalaris*-Befall beruht in erster Linie auf Hygienemaßnahmen, wie der prompten Entfernung von organischen Abfällen und der gründlichen Reinigung befallener Bereiche, um Brutstätten zu beseitigen. Insektenbekämpfungsmittel, einschließlich Pyrethroide, die auf Ruheplätze von adulten Tieren angewendet werden, können Populationen unterdrücken, sollten aber mit Bedacht eingesetzt werden, um Larven in feuchten Substraten gezielt zu bekämpfen. Im veterinärmedizinischen Bereich verursacht die Art Myiasis in Tierwunden, insbesondere bei Nutztieren und Reptilien, wo Larven offene Verletzungen befallen und Infektionen verschlimmern, was ähnliche Hygienemaßnahmen und topische Behandlungen erforderlich macht. Die Auswirkungen auf den Menschen sind opportunistisch, wobei Befälle häufiger bei immungeschwächten Personen auftreten, was zu nosokomialer Myiasis in Wunden oder Schleimhäuten weltweit führt.[1] Die Bekämpfung von *M. scalaris* erfordert daher ein integriertes Schädlingsmanagement, das sowohl sanitäre Maßnahmen als auch gezielte chemische oder biologische Bekämpfungsmittel umfasst, um die Populationen effektiv zu kontrollieren und die Risiken für die öffentliche Gesundheit zu minimieren.[1] Jüngste Forschungsergebnisse haben die Rolle von *M. scalaris* als fakultativer Parasitoid in der Biodiversitätsdynamik hervorgehoben, wobei Larven als Endoparasitoide in adulten Amerikanischen Schaben (Periplaneta americana) agieren, innere Organe konsumieren und Dekapitation verursachen, was einen neuartigen Weg zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen in Städten darstellt.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

*Megaselia scalaris* kann als Schädling in gelagerten Produkten und Lebensmitteln auftreten, wo die Larven sich von organischem Material und Lebensmitteln ernähren und diese verunreinigen. Sie können auch in Pilzzuchten Probleme verursachen, indem sie sich von Pilzgewebe ernähren und die Ernte verunreinigen. Die adulten Fliegen können als mechanische Vektoren für pathogene Bakterien wirken, indem sie Mikroben von verrottendem Material auf menschliche Umgebungen übertragen, was die Gesundheitsrisiken in dicht besiedelten oder schlecht gewarteten städtischen Gebieten erhöht.[1] Die Bekämpfung von *M. scalaris* beruht hauptsächlich auf Hygienemaßnahmen wie der prompten Entfernung von organischen Abfällen und der gründlichen Reinigung befallener Bereiche, um Brutstätten zu beseitigen, was langfristig wirksamer ist als chemische Eingriffe.[1] In der Schädlingsbekämpfung kann *M. scalaris* jedoch auch eine positive Rolle spielen, da Studien gezeigt haben, dass die Larven als endoparasitoide in adulten Amerikanischen Schaben ( *Periplaneta americana*) agieren, indem sie innere Organe konsumieren und die Enthauptung verursachen, was einen neuartigen Weg zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen städtische Schädlinge darstellt.[1] Feld- und Laborstudien in Indien berichteten auch, dass *M. scalaris* ein Puppenparasitoid des invasiven Bananensippers (*Erionota torus*) ist, der in kontrollierten Umgebungen bis zu 100 % Parasitismus erreicht und saisonale Raten von 0,4–2,4 %, was eine potenzielle Integration in das Schädlingsmanagement für invasive Arten nahelegt.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Buckelfliege *Megaselia scalaris* durchläuft eine vollständige Metamorphose, wobei ihr Lebenszyklus die Stadien Ei, Larve (mit drei Larvenstadien), Puppe und adultes Insekt umfasst.[6] Die Entwicklung von *M. scalaris* dauert typischerweise 10–21 Tage, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, wobei ein Temperaturbereich von 22–24 °C oft ideal ist. Die Weibchen legen Eier in Clustern auf organische Substrate, die für die Larven als Nahrung dienen können, wobei ein einzelnes Weibchen mehr als 350 Eier während ihres Lebens ablegen kann. Die Eier sind oval bis länglich, weiß bis gelblich-weiß und etwa 0,5 mm lang. Bei 25–26 °C dauert die Inkubation der Eier etwa 24 Stunden, bevor die Larven schlüpfen. Die Larven von *Megaselia scalaris* sind beinlose, blass cremefarbene Maden, die eine Länge von 3–5 mm erreichen. Ihr Körper ist zylindrisch geformt und verjüngt sich zum Kopf hin. Die Larven bestehen aus 12 Segmenten, darunter drei Thorax- und neun Abdominalsegmente. Die Larvenstadien dauern zusammen 5–7 Tage bei 22–24 °C. Das erste Larvenstadium dauert 24–48 Stunden, das zweite Larvenstadium dauert ebenfalls 24–48 Stunden und das dritte Larvenstadium dauert 3–4 Tage. Die Larven häuten sich zwischen den Stadien. In flüssigen Medien können die Larven Luft schlucken, um ihren Körper aufzublähen, was ihnen ermöglicht zu schwimmen und ein Untertauchen zu vermeiden. Das Puppenstadium von *Megaselia scalaris* dauert bei 25 °C etwa 10–11 Tage. Die Puppe ist von einem Puparium umschlossen, das aus der gehärteten Larvenhaut gebildet wird. Die adulten *Megaselia scalaris*-Fliegen messen 1–4 mm in der Länge, wobei die Weibchen typischerweise größer sind als die Männchen. Die Lebensdauer der adulten Tiere variiert je nach Umweltbedingungen, beträgt aber typischerweise 20–30 Tage für Weibchen und etwas weniger für Männchen, wenn optimale Ernährung und Temperatur herrschen. Die Paarung erfolgt kurz nach dem Schlüpfen. Die Weibchen können sich mehrmals paaren und legen dabei 100–200 Eier pro Charge auf geeignete Substrate, was zu einer Gesamtzahl von über 300 Eiern im Laufe ihres Lebens führt.[6] Die Larven von *M. scalaris* sind opportunistische Fresser und konsumieren ein breites Spektrum an organischem Material, darunter verrottende Pflanzen, Aas, Pilze, Fäkalien, fermentierende Früchte und sogar nicht-biologische Substanzen wie Farbe.[6] Adulte *M. scalaris* ernähren sich ausschließlich von Flüssigkeiten und nutzen einen saugenden Rüssel, um Nektar, Pflanzenausscheidungen und Flüssigkeiten aus Wunden oder verrottendem Material aufzunehmen.[6]

Vorkommen & Lebensraum

Die Buckelfliege *Megaselia scalaris* ist ursprünglich in warmen, gemäßigten und tropischen Regionen weltweit beheimatet. Durch den globalen Handel, Reiseverkehr und Kommerz hat sie sich jedoch weit über ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinaus ausgebreitet und ist nun kosmopolitisch verbreitet. Die Art ist in über 100 Ländern auf allen Kontinenten nachgewiesen, darunter Nordamerika, Europa, Asien, Afrika, Australien und Südamerika. Sie hat sich auch in kälteren Klimazonen etabliert, insbesondere in gemäßigten und subarktischen Regionen, wo sie in Innenräumen wie Wohnhäusern, Gewächshäusern und städtischen Strukturen überlebt, die Wärme und Feuchtigkeit bieten.[1] *M. scalaris* ist somit eine synanthrope Art, die eng mit menschlichen Siedlungen und Aktivitäten verbunden ist. Ihre ökologische Flexibilität und Toleranz gegenüber verschiedenen Bedingungen ermöglichen es ihr, in der Nähe von menschlichen Populationen auch in nicht-heimischen Gebieten zu gedeihen. Die Fliegenart profitiert von der Nähe zu menschlichen Umgebungen zur Fortpflanzung und Ernährung, was ihre Ausbreitung in städtischen Gebieten und geschlossenen Räumen weltweit fördert. Die Larven von *Megaselia scalaris* bevorzugen feuchte organische Substrate für ihre Entwicklung. Sie sind oft in Küchen, Badezimmern und Abfallentsorgungsbereichen zu finden, wo Feuchtigkeit und verrottendes Material reichlich vorhanden sind.[1] In natürlichen Umgebungen bewohnt *M. scalaris* Mikrohabitate wie Laubstreu, Pilzfruchtkörper und verrottende Vegetation in tropischen Regenwäldern. Künstliche Habitate umfassen städtische Müllcontainer, Abwasserkanäle, Gewächshäuser und Kläranlagen. Die Substratpräferenzen konzentrieren sich auf sich zersetzende Materialien wie Aas, verrottende Pflanzen, Pilze und Fäkalien. Die Larven meiden jedoch trockene oder nährstoffarme Standorte, die die Feuchtigkeitsverfügbarkeit einschränken.[1]

Saisonalität & Aktivität

*Megaselia scalaris* kann ihren Entwicklungszyklus, vom Ei bis zum adulten Tier, innerhalb von 10 bis 21 Tagen abschließen, wobei die Entwicklungsdauer stark von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst wird, optimal sind Temperaturen um die 22–24°C. Die Larvenentwicklung beschleunigt sich mit steigenden Temperaturen, so wurde beispielsweise eine verkürzte Larvenzeit von etwa 63 Stunden bei 27°C beobachtet. Im Vergleich dazu dauert die Larvenzeit bei 18°C etwa 165 Stunden, während die Zeit innerhalb der Puppe bei 18°C etwa 606 Stunden beträgt und sich bei 27°C auf etwa 237 Stunden verkürzt. Die adulten Männchen schlüpfen etwa 2 Tage früher als die Weibchen, wenn die Temperaturen optimal sind (22-28°C). Die Lebensdauer der adulten Tiere variiert je nach Umweltbedingungen, wobei Weibchen unter optimalen Bedingungen etwa 20–30 Tage und Männchen etwas kürzer leben.[1] Jüngste Studien aus dem Jahr 2024 deuten darauf hin, dass der Klimawandel die Ausbreitung von *M. scalaris* begünstigt, da bereits jetzt optimale Bedingungen in städtischen und landwirtschaftlichen Gebieten herrschen, was möglicherweise ihre Verbreitung über die historischen Aufzeichnungen hinaus erweitert.[1]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Groß Schönebeck, 16244 Schorfheide, Germany

    10.12.2025

  • Frankfurt-Süd, Deutschland

    14.11.2025

  • Deutschland

    14.10.2025

  • Hamm, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    30.09.2025

  • Rheinland-Pfalz, Deutschland

    22.09.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://www.lsuagcenter.com/articles/page1669662173328
  2. https://explorer.natureserve.org/Taxon/ELEMENT_GLOBAL.2.1354160/Megaselia_scalaris
  3. https://resjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/syen.12448
  4. https://faculty.ucr.edu/~john/1979/Trumble-1979.pdf
  5. https://extension.psu.edu/phorid-flies
  6. https://www.mdpi.com/2075-4450/16/8/760
  7. https://doi.org/10.1155/2016/4257081
  8. http://metazoa.ensembl.org/Megaselia_scalaris/Info/Index
  9. Literaturzusammenfassung: Megaselia scalaris