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Lexikon-Eintrag

Feldmaus Microtus arvalis

Feldmaus
Mittleres Risiko Lästling Kann beißen Physische Gefahr

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Chordatiere (Chordata)
Klasse Säugetiere (Mammalia)
Ordnung Nagetiere (Rodentia)
Familie Cricetidae
Gattung Microtus
Art Microtus arvalis
Wissenschaftlicher Name Microtus arvalis (Pallas, 1779)
Akzeptierter Name

Einleitung

Die **Feldmaus** (*Microtus arvalis*) ist eine kleine Nagetierart aus der Familie der Wühler (Cricetidae), die in weiten Teilen der Paläarktis von Spanien bis zur Mongolei verbreitet ist.[1][2][3] Sie besiedelt vorwiegend offene Habitate wie Wiesen, Weiden und landwirtschaftliche Nutzflächen, wo sie aufgrund zyklischer Massenvermehrungen als bedeutender Pflanzenschädling an Getreide und Futterpflanzen auftritt.[2][1] Die ursprünglich unter dem Basionym *Mus arvalis* beschriebene Art zeichnet sich durch einen gedrungenen Körper mit kurzem Schwanz aus und gehört zur Gattung der Feldmäuse (*Microtus*).[2][3]

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Zuletzt am 22.05.2026
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Name & Einordnung

Der gültige wissenschaftliche Name der Feldmaus lautet *Microtus arvalis*, wobei die Erstbeschreibung durch den deutschen Naturforscher Peter Simon Pallas im Jahr 1778 erfolgte. Pallas ordnete die Art ursprünglich unter dem Basionym *Mus arvalis* in seinem Werk *Novae species Quadrupedum e Glirium ordine* ein. Als Typuslokalität dienten Regionen der europäischen Steppen, einschließlich Gebiete im heutigen Russland. Der Gattungsname *Microtus* leitet sich aus dem Griechischen ab (*mikros* für „klein“ und *ous* für „Ohr“) und verweist auf die kleinen, im Fell verborgenen Ohren der Tiere.[3] Das Art-Epitheton *arvalis* entstammt dem Lateinischen (*arvum* für Ackerland) und beschreibt die enge Bindung der Art an offene Kulturlandschaften.[3][4] Historisch wurde die Feldmaus zeitweise der Gattung *Arvicola* zugeordnet, was zu Synonymen wie *Arvicola arvalis* oder *Arvicola campestris* führte. Auch *Microtus obscurus* (Eversmann, 1841) wurde teilweise als Synonym oder Unterart betrachtet, gilt heute jedoch oft als eigenständige Art innerhalb der *arvalis*-Gruppe.[3] Systematisch gehört die Feldmaus zur Familie der Wühler (Cricetidae) und der Unterfamilie Arvicolinae.[3][1] Innerhalb der Gattung *Microtus* zählt sie zur *arvalis*-Artengruppe, die durch wurzellose Molaren und Anpassungen an Graslandhabitate gekennzeichnet ist.[3] Es werden über zehn Unterarten unterschieden, darunter die Nominatform *M. a. arvalis* sowie die auf den Orkney-Inseln isoliert vorkommende *M. a. orcadensis*.[3] Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung Feldmaus etabliert, international wird sie im Englischen als „Common vole“ geführt.[3][2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Feldmaus (*Microtus arvalis*) besitzt einen gedrungenen, mausähnlichen Körperbau mit kurzen Beinen und einer stumpfen Schnauze. Adulte Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 93 bis 120 mm (nach anderen Angaben 8 bis 11 cm) und ein Gewicht von 18 bis 40 g, wobei Männchen unter optimalen Bedingungen bis zu 51 g wiegen können. Der Schwanz ist mit 24 bis 38 mm Länge vergleichsweise kurz und nimmt etwa ein Drittel der Gesamtkörperlänge ein. Das feine, kurzhaarige Fell zeigt auf der Oberseite eine gelblich-graue bis braun-graue Färbung, die zu den Flanken hin heller wird.[2][3] Die Unterseite ist schmutzig gelblich-weiß gefärbt, und der Schwanz erscheint undeutlich zweifarbig.[2] Am Kopf befinden sich kleine, rundliche Ohren, die teilweise im dichten Fell verborgen sind. Das Gebiss verfügt über permanent nachwachsende Schneidezähne und wurzellose Molaren mit der Zahnformel 1/1, 0/0, 0/0, 3/3. Ein Sexualdimorphismus ist nur schwach ausgeprägt und beschränkt sich primär auf einen leichten Größenvorteil der Männchen.[3] Neugeborene Jungtiere sind Nesthocker, kommen blind, taub und nackt mit rosafarbener Haut zur Welt und wiegen durchschnittlich 1,85 g. Die Augen der Jungtiere öffnen sich nach etwa 10 bis 12 Tagen.[2][3] Geographische Variationen folgen der Bergmannschen Regel, wobei Inselpopulationen wie die Orkney-Wühlmaus (*M. a. orcadensis*) deutlich größer werden als die Festlandformen. Zur Abgrenzung innerhalb der Gattung *Microtus* dienen unter anderem die wurzellosen Backenzähne sowie die spezifischen morphologischen Anpassungen an offene Graslandschaften.[3]

Beschreibung

Die Feldmaus (*Microtus arvalis*) ist ein kleiner, gedrungener Vertreter der Wühler (Cricetidae), der als typischer Bewohner offener Landschaften in weiten Teilen Eurasiens verbreitet ist.[2][3] Charakteristisch für die Art sind der walzenförmige Körperbau mit kurzen Gliedmaßen und der im Vergleich zu anderen Mäusen kurze Schwanz, der lediglich etwa ein Drittel der Körperlänge ausmacht.[2][1] Der Kopf wirkt durch die stumpfe Schnauze und die kleinen, fast vollständig im Fell verborgenen Ohren rundlich. Das Fell, welches saisonal zweimal jährlich gewechselt wird, bietet durch seine gelblich-graue bis braune Färbung auf der Oberseite eine gute Tarnung im trockenen Gras.[2][3] Anatomisch ist das Gebiss mit der Zahnformel 1/1, 0/0, 0/0, 3/3 und wurzellosen, dauerhaft nachwachsenden Backenzähnen hochspezialisiert, um harte pflanzliche Nahrung wie Gräser effizient zu zerkleinern. Während der Sehsinn eher schwach ausgeprägt ist, orientieren sich die Tiere mittels sensibler Vibrissen sowie eines exzellenten Gehör- und Geruchssinns, was für die Kommunikation und Navigation in den Gangsystemen essenziell ist.[3] Die Lebensweise ist durch eine polyphasische Aktivität geprägt, bei der sich alle drei bis vier Stunden Phasen der Nahrungssuche mit Ruhephasen abwechseln, wobei die Tiere sowohl tag- als auch nachtaktiv sind. Feldmäuse zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und leben in dichten Kolonien, in denen komplexe, unterirdische Bausysteme oft von mehreren Weibchen in Nestgemeinschaften genutzt werden. Diese Baue liegen meist 20 bis 30 Zentimeter tief und bestehen aus Wohnkesseln sowie Vorratskammern, die durch ein verzweigtes Netz aus Gängen und oberirdischen Laufstraßen verbunden sind.[2][3] Das Paarungssystem ist promiskuitiv, wobei sich sowohl Männchen als auch Weibchen mit mehreren Partnern paaren.[3] Die Fortpflanzungsstrategie ist auf eine extrem hohe Reproduktionsrate ausgelegt, wobei die Paarungszeit in Mitteleuropa meist von März bis Oktober andauert. Nach einer Tragzeit von etwa 21 Tagen kommen durchschnittlich fünf bis sechs Jungtiere zur Welt, die als Nesthocker nackt, blind und taub geboren werden. Die Entwicklung verläuft rasant: Die Augen öffnen sich nach etwa 11 Tagen, und bereits während der kurzen Säugezeit von rund zwei bis drei Wochen können weibliche Jungtiere im Alter von nur 12 bis 14 Tagen geschlechtsreif werden.[2][3] Diese frühe Reife ermöglicht es den im Frühjahr geborenen Tieren, sich noch im selben Jahr fortzupflanzen, während im Spätsommer geborene Individuen meist erst nach der Überwinterung aktiv werden.[2] Die natürliche Lebenserwartung ist gering und liegt im Freiland oft nur bei wenigen Monaten, wobei ein Durchschnittsalter von etwa 4,5 Monaten dokumentiert ist. Populationsdynamisch ist *Microtus arvalis* für zyklische Massenvermehrungen bekannt, bei denen die Bestandsdichte alle drei bis vier Jahre extrem ansteigen kann. Als reiner Pflanzenfresser ernährt sich die Feldmaus von einer Vielzahl an Kräutern, Gräsern und Leguminosen, wobei sie in Notzeiten auch Baumrinde verzehrt.[2][3] Taxonomisch wurde die Art 1778 von Peter Simon Pallas erstbeschrieben und gehört zur *arvalis*-Artengruppe, die sich durch spezifische morphologische Anpassungen an Graslandhabitate auszeichnet. Innerhalb des großen Verbreitungsgebietes treten Variationen auf, die unter anderem der Bergmannschen Regel folgen, wonach Populationen in kälteren oder insularen Regionen größer werden können.[3]

Verhalten

Die Feldmaus (*Microtus arvalis*) bewegt sich laufend fort und ist tag- sowie nachtaktiv, wobei sich Aktivitätsphasen von drei bis vier Stunden mit ebenso langen Ruhephasen abwechseln.[3][2] Das Aktivitätsmuster verschiebt sich saisonal, mit verstärkter Tagaktivität im Winter und zunehmender Nachtaktivität im Sommer.[3] Die Tiere leben sozial in dichten Kolonien und bilden oft matrilineare Gruppen aus zwei bis sechs Weibchen, die ein gemeinsames Bau-System nutzen und verteidigen.[3][2] Weibliche Aktionsräume umfassen durchschnittlich 200 bis 400 Quadratmeter und werden insbesondere während der Fortpflanzungszeit aggressiv gegen Eindringlinge verteidigt. Männchen hingegen verhalten sich solitär und nomadisch mit deutlich größeren Streifgebieten von 1200 bis 1500 Quadratmetern, um Zugang zu mehreren Weibchen zu erhalten. Zur Kommunikation und Territoriumsmarkierung setzen die Tiere primär olfaktorische Signale wie Urinmarkierungen an den Reviergrenzen ein. Die akustische Kommunikation umfasst hochfrequentes Quieken bei Aggression oder Alarm sowie Ultraschalllaute der Männchen während der Balz.[3] Bei Gefahr verharren die Tiere oft regungslos in ihren oberirdischen Laufwegen oder ziehen sich blitzschnell in die Fluchtröhren ihrer komplexen Erdbauten zurück.[3][2] Innerhalb der Gruppen dient ein synchronisiertes Fressverhalten als Warnsystem, um Artgenossen vor Prädatoren zu schützen. Bei hoher Populationsdichte oder im Winter lockert sich die Territorialität, was die gemeinsame Nutzung von Bauten zur Thermoregulation und Ressourcensicherung ermöglicht.[3]

Ökologie

Die Art besiedelt vorwiegend offene Landschaften wie Wiesen, Weiden und landwirtschaftliche Flächen (z. B. Luzerne- oder Getreidefelder), wobei sie tiefe, nicht steinige Böden und leichte Hanglagen bevorzugt. Innerhalb dieser Habitate sucht *Microtus arvalis* gezielt Bereiche mit höherem Grasbewuchs (über 20 cm) auf, der Schutz vor Prädatoren bietet.[3] Als Herbivore ernährt sich die Feldmaus von bis zu 79 Pflanzenarten, primär Gräsern und Kräutern wie Rotklee (*Trifolium pratense*) und Löwenzahn (*Taraxacum officinale*), greift in Notzeiten jedoch auch auf Baumrinde zurück.[2][3] Ökologisch fungiert sie als zentrale Beuteart im Nahrungsnetz und stützt Populationen von Greifvögeln wie Mäusebussard (*Buteo buteo*), Turmfalke (*Falco tinnunculus*) und Schleiereule (*Tyto alba*). Auch Säugetiere wie das Mauswiesel (*Mustela nivalis*), Hermelin (*Mustela erminea*) und der Rotfuchs (*Vulpes vulpes*) sind wichtige Fressfeinde, wobei Marderartige die Nager effektiv in deren Bausystemen jagen.[3] Die Tiere leben in dichten Kolonien in komplexen unterirdischen Bauten, die meist 20 bis 30 cm tief liegen und durch oberirdische Laufwege vernetzt sind.[2][3] Hinsichtlich der interspezifischen Konkurrenz fehlt *Microtus arvalis* auf den Britischen Inseln, wo die Erdmaus (*Microtus agrestis*) eine ähnliche ökologische Nische besetzt. Die Populationen unterliegen zyklischen Schwankungen (Gradationen) alle 3 bis 4 Jahre, bei denen Dichten von über 1.000 bis 2.000 Tieren pro Hektar erreicht werden können. Zudem dient die Art als Wirt für Parasiten wie *Echinococcus multilocularis* und als Reservoir für Krankheitserreger wie *Borrelia* (Übertragung durch Zecken) oder Leptospiren.[2][3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Feldmaus (*Microtus arvalis*) wird als bedeutender Pflanzenschädling in der Landwirtschaft klassifiziert, der besonders im Acker-, Obst- und Gartenbau auftritt. Schäden entstehen primär durch den Fraß an Getreide, Hackfrüchten wie Kartoffeln und Zuckerrüben, Kleearten sowie Raps.[2][1] In Notzeiten nagen die Tiere zudem die Rinde von Laubgehölzen an.[2] Typische Schadbilder umfassen das Ringeln von Stängeln, den Verzehr von Wurzeln und Blättern sowie die Destabilisierung des Bodens durch ausgedehnte Gangsysteme.[1] Bei Massenvermehrungen (Gradationen), die zyklisch alle drei bis vier Jahre auftreten, sind Ernteverluste von über 80 % bei Raps oder bis zu 90 % bei Winterweizen möglich. Gesundheitlich ist die Art relevant, da sie Leptospirose übertragen kann und als Reservoir für Borreliose (Vektor: Zecken) sowie als Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm (*Echinococcus multilocularis*) fungiert.[2][1] Ein Befall lässt sich durch oberirdische Laufwege, die Baueingänge mit Futterplätzen verbinden, sowie durch aktive Erdlöcher frühzeitig erkennen. Das Management folgt den Prinzipien des Integrierten Pflanzenschutzes (IPM) und kombiniert Monitoring mit ackerbaulichen und gezielten Bekämpfungsmaßnahmen. Zu den präventiven Methoden zählen tiefes Pflügen zur Zerstörung der Habitate und das Fluten von Bauen. Die Förderung natürlicher Prädatoren wie Eulen und Greifvögeln unterstützt die biologische Regulation.[1] Chemische Bekämpfungsmaßnahmen umfassen den Einsatz von Rodentiziden, beispielsweise auf Basis von Zinkphosphid.[1][3] Ergänzend kommen mechanische Fallensysteme zur Bestandsreduktion zum Einsatz.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Feldmaus (*Microtus arvalis*) gilt als bedeutender Pflanzenschädling in der europäischen Landwirtschaft, insbesondere in offenen Ackerlandschaften und Dauerkulturen wie Luzerne und Klee.[2][1] Schäden entstehen primär durch Fraß an Wurzeln, Blättern und Stängeln sowie durch ausgedehnte Bausysteme, die den Boden destabilisieren und das Entwurzeln von Pflanzen begünstigen. Während Massenvermehrungen können die Ernteverluste massiv sein, mit dokumentierten Rückgängen von bis zu 91 % bei Winterweizen und über 80 % in Rapsfeldern. In betroffenen Regionen führen Ausbrüche durchschnittlich zu Ertragseinbußen von 10–30 % bei wichtigen Futter- und Getreidekulturen. Die finanziellen Auswirkungen sind erheblich; allein in der Tschechischen Republik wurden die Schäden in Extremjahren wie 2019 auf rund 40 Millionen Euro geschätzt.[1] Neben dem Ackerbau sind auch die Forstwirtschaft und der Obstbau betroffen, da die Tiere in Notzeiten die Rinde von Laubgehölzen benagen.[2] Zur Bekämpfung werden ackerbauliche Maßnahmen wie tiefes Pflügen oder der Einsatz von Rodentiziden wie Zinkphosphid genutzt, für das spezifische Köderformulierungen entwickelt wurden.[1][3] Die Art stellt zudem ein Hygiene- und Gesundheitsrisiko dar, da sie als Überträger von Leptospirose und als Reservoir für Borreliose fungiert.[2] Trotz des Schädlingsstatus ist *Microtus arvalis* wirtschaftlich indirekt relevant als Hauptbeute für Nützlinge wie Eulen und Füchse, die ihrerseits andere Agrarschädlinge regulieren.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Feldmaus (*Microtus arvalis*) zeichnet sich durch ein promiskuitives Paarungssystem aus, bei dem sich Männchen und Weibchen mit mehreren Partnern fortpflanzen.[3] Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich in der Regel von März oder April bis Oktober, kann jedoch in milden Wintern ohne Unterbrechung andauern. Nach einer Tragzeit von etwa 21 Tagen (Spanne 16–24 Tage) bringt das Weibchen durchschnittlich 5 bis 6 Jungtiere zur Welt, wobei Wurfgrößen von 3 bis maximal 13 Tieren möglich sind. Ein Weibchen produziert pro Jahr 2 bis 6 Würfe und ist durch einen Postpartum-Östrus bereits während der Säugezeit wieder empfängnisbereit.[2][3] Die Aufzucht erfolgt in kugeligen Nestern aus fein zerschlissenem trockenem Gras, die etwa 20 bis 30 cm tief im Erdreich liegen.[2] Die Jungtiere kommen als blinde, nackte und rosafarbene Nesthocker mit einem Gewicht von 1,0 bis 3,1 g zur Welt.[2][3] Sie öffnen nach etwa 11 Tagen die Augen und werden zwischen dem 13. und 19. Lebenstag entwöhnt. Die Geschlechtsreife tritt extrem früh ein; Weibchen können physiologisch bereits nach 12 bis 14 Tagen reif sein, während Männchen etwas später folgen.[2][3] Im Sommer geborene Tiere werden oft erst im folgenden Frühjahr geschlechtsreif, wobei die Überwinterung meist im subadulten Stadium erfolgt, während die Elterntiere häufig absterben.[2] Die durchschnittliche Lebensdauer im Freiland beträgt lediglich 4,5 bis 9 Monate, was eine rasche Generationsfolge begünstigt. *Microtus arvalis* ernährt sich herbivor von Gräsern, Kräutern sowie landwirtschaftlichen Kulturen wie Klee und Getreide, wobei adulter Tiere täglich bis zu 7,8 g Nahrung aufnehmen. In Notzeiten oder im Winter greifen die Tiere auf Baumrinde von Laubgehölzen, Wurzeln und eingelagerte Vorräte zurück.[2][3] Der Lebensrhythmus ist polyphasisch mit wechselnden Aktivitäts- und Ruhephasen von jeweils 3 bis 4 Stunden bei Tag und Nacht.[2] Als wichtiges Beutetier unterliegt die Feldmaus einem hohen Prädationsdruck durch Eulen, Turmfalken, Wiesel und Füchse.[3] Zudem fungiert die Art als Zwischenwirt für Parasiten wie den Fuchsbandwurm (*Echinococcus multilocularis*) und überträgt Krankheiten wie Leptospirose.[2][3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Microtus arvalis* erstreckt sich über die West- und Zentralpaläarktis und reicht von Nordspanien und Frankreich bis in die Mongolei. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft durch Südfinnland und Norddänemark, während die südliche Grenze die Ränder des Mittelmeerbeckens berührt.[3][2] Auf den Britischen Inseln und in Irland fehlt die Art weitgehend, mit Ausnahme der Orkney-Inseln, wo die Unterart *M. a. orcadensis* bereits im Neolithikum vor etwa 5.000 Jahren eingeschleppt wurde. Isolierte Populationen existieren unter anderem an der Schwarzmeerküste der Ukraine, im Nordiran, Südost-Kasachstan sowie im Nordwesten Chinas. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von 3.000 Metern in alpinen Regionen wie den Alpen und Pyrenäen.[3] *Microtus arvalis* besiedelt primär offene Landschaften wie Wiesen, Weiden, Brachland und Heideflächen, wobei dichte Wälder und aride Wüsten gemieden werden. In der Kulturlandschaft nutzt der Nager warme Bereiche des Acker-, Obst- und Gartenbaus, wobei mehrjährige Kulturen wie Luzerne- und Kleefelder sowie Getreideflächen bevorzugt werden. Für die Anlage der unterirdischen Bausysteme, die meist 20 bis 30 cm unter der Erdoberfläche liegen, bevorzugen die Tiere tiefgründige, steinfreie und gut entwässerte Böden. Die Art profitiert von einer Vegetationshöhe über 20 cm als Schutz vor Prädatoren, verschwindet jedoch bei zu hoher Vegetation.[3][2] Feldraine und Böschungen fungieren dabei oft als wichtige Rückzugshabitate und Ausgangspunkte für die Besiedlung angrenzender Nutzflächen.[3]

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivität der Feldmaus (*Microtus arvalis*) verteilt sich auf Tag und Nacht, wobei sich Phasen von etwa drei bis vier Stunden mit ebenso langen Ruhepausen abwechseln.[2][3] Saisonal verschiebt sich dieses Muster, sodass die Tiere im Winter eher tagsüber und im Sommer verstärkt nachtaktiv sind.[3] Die Fortpflanzungszeit beginnt meist im März oder April und reicht bis in den Oktober.[2][3] In besonders milden Wintern kann die Vermehrung gelegentlich ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Weibchen bringen jährlich durchschnittlich zwei bis vier, unter optimalen Bedingungen bis zu sechs Würfe zur Welt.[2] Die Lebenserwartung variiert stark je nach Geburtszeitpunkt: Im Frühjahr geborene Tiere leben oft nur wenige Monate, während im Spätsommer geborene Individuen überwintern.[2][3] Die Überwinterung erfolgt meist im subadulten Stadium, da die Elterntiere in der Regel vor dem Winter absterben. Diese Jungtiere erreichen die Geschlechtsreife erst im folgenden Frühjahr.[2] Während der kalten Jahreszeit steigt der Nahrungsbedarf zur Aufrechterhaltung des Stoffwechsels bei niedrigen Temperaturen deutlich an.[3]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Esbeck, Schule, 38364 Schöningen, Deutschland

    17.01.2026

  • Buxtehude, 21614 Buxtehude, Deutschland

    30.12.2025

  • Deutschland

    25.12.2025

  • Sachsenheim, Baden-Württemberg, Deutschland

    24.12.2025

  • Deutschland

    15.12.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CS-204501-B1 Chemical Unbekannt

Geformter Köder zur Regulierung der Anzahl exoanthroper und hemisynanthroper Nagetiere

Dub Miroslav, Novotny Ivo (1978)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt einen spezifischen Giftköder auf Basis von Zinkphosphid zur gezielten Bekämpfung der Feldmaus (Microtus arvalis). Der Köder enthält attraktive Trägerstoffe wie Luzerne-, Gras- und Hafermehl sowie Pheromone oder Pflanzenextrakte, um die Akzeptanz zu steigern. Die zylindrischen Granulate sind so konzipiert, dass sie spezifisch Feldmäuse anlocken, während andere Nager wie Hausmäuse oder Ratten (Rattus norvegicus) den Köder meiden sollen. Dies ermöglicht einen selektiven Schutz von landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

CH-262717-A Mechanical Unbekannt

Richtteil an Feldmausfalle

Leibundgut Kupferschmid Ernst (1949)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt eine mechanische Vorrichtung, spezifisch ein Richtteil für eine Feldmausfalle. Es handelt sich um eine technische Verbesserung an Fallen zur physischen Bekämpfung von Feldmäusen (Microtus arvalis). Die Erfindung zielt darauf ab, die Fangmechanik oder die Auslösung der Falle zu optimieren, um die Effizienz beim Fang zu erhöhen. Es ist eine rein mechanische Lösung ohne den Einsatz von chemischen Wirkstoffen.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/2438606
  2. https://content.behrs-online.de/wissen/document-view/kom_qm-schaedlingsbekaempfer_schaedlingsbekaempfer_011_08_01_01_04_2020_12_01/print
  3. https://animaldiversity.org/accounts/Microtus_arvalis/
  4. http://www.mobot.org/mobot/latindict/keyDetail.aspx?keyWord=arvalis