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Lexikon-Eintrag

Huelsenfruechte Mimosa pudica

Huelsenfruechte

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Fabales (Fabales)
Familie Fabaceae
Gattung Mimosa
Art Mimosa pudica
Wissenschaftlicher Name Mimosa pudica L.
Akzeptierter Name

Einleitung

*Mimosa pudica* ist eine halb-kriechende, stachelige krautige Pflanze aus der Familie der Fabaceae, die ursprünglich in den tropischen Regionen von Mittel- und Südamerika beheimatet ist.[1] Bekannt ist die Art für ihre thigmonastischen Reaktionen, bei denen sich die gefiederten Blätter durch Turgorveränderungen in den Pulvini bei Berührung blitzschnell zusammenfalten. Während sie weltweit in tropischen Gebieten als invasives Unkraut gilt, das mit Nutzpflanzen konkurriert, findet sie auch als Zierpflanze und in der traditionellen Medizin Verwendung.[2][3]

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Zuletzt am 09.05.2026
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Fakten (kompakt)

- **Genetik:** Zytogenetische Untersuchungen bestätigen, dass *Mimosa pudica* eine tetraploide Art mit einer Chromosomenzahl von 2n=52 ist. - **Früchte & Samen:** Die Pflanze bildet stachelige, abgeflachte Samenschoten aus, die jeweils ein bis fünf Samen enthalten und unter anderem durch Wasser und Tiere verbreitet werden. - **Inhaltsstoffe:** Zu den bioaktiven Verbindungen der Art zählen Alkaloide, Flavonoide und Tannine. - **Traditionelle Medizin:** Im Ayurveda ist die Pflanze unter dem Namen *Lajjalu* bekannt. - **Resilienz:** *Mimosa pudica* zeigt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Umweltstressfaktoren wie Dürre, Mähen und Verbrennen.[9] - **Synonyme:** Historische wissenschaftliche Bezeichnungen umfassen *Mimosa hispidula* sowie *Mimosa pudica* var. *tetrandra*. - **Verwandtschaft:** Phylogenetisch wird die Art innerhalb der Leguminosen in die Piptadenia-Gruppe eingeordnet.[9]

Name & Einordnung

Die Art *Mimosa pudica* wurde 1753 von Carl von Linné in seinem fundamentalen Werk *Species Plantarum* erstbeschrieben, wodurch die bis heute gültige binäre Nomenklatur etabliert wurde.[2] Systematisch wird sie der Unterfamilie Mimosoideae innerhalb der Familie der Fabaceae (Hülsenfrüchtler) zugeordnet.[2][3] Der Gattungsname *Mimosa* leitet sich vom griechischen Begriff *mimos* (Mime oder Nachahmer) ab und spielt auf die tierähnlichen Bewegungen der Blätter an. Das lateinische Artepitheton *pudica* bedeutet „bescheiden“ oder „schüchtern“ und beschreibt das charakteristische Zusammenfalten der Fiederblätter bei Berührung.[2] Zu den dokumentierten Synonymen zählen *Mimosa hispidula* Kunth sowie *Mimosa pudica* var. *tetrandra* (Humb. & Bonpl. ex Willd.) DC. Phylogenetisch gehört die tetraploide Art (2n=52) zur monophyletischen Gattung *Mimosa* und wird dort in die Piptadenia-Gruppe gestellt.[2] Bereits im 16. Jahrhundert dokumentierten europäische Entdecker die Pflanze in Amerika, bevor die wissenschaftliche Einordnung erfolgte. International sind Trivialnamen wie „sensitive plant“, „touch-me-not“ oder „shameplant“ verbreitet, während sie im Ayurveda als *lajjalu* bezeichnet wird.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Mimosa pudica* wächst als halb niederliegendes, stark verzweigtes und stacheliges Kraut, das je nach klimatischen Bedingungen einjährig oder ausdauernd gedeiht.[2][4] Aufrecht erreicht die Pflanze Wuchshöhen von 15 bis 100 cm, während die kriechenden Stängel bis zu 1,5 m lang werden können. Die zylindrischen Stängel sind rötlich-braun bis violett gefärbt, behaart und mit verstreuten, etwa 3 bis 4 mm langen Stacheln bewehrt.[4] Die dunkelgrünen, doppelt gefiederten Laubblätter sitzen an einem ca. 2,5 cm langen Blattstiel und bestehen meist aus zwei Fiederpaaren. Diese Fiedern tragen je 12 bis 50 Paare kleiner, länglicher Fiederblättchen, die 6 bis 12 mm lang und etwa 1,5 mm breit sind.[4] Ein unverwechselbares Bestimmungsmerkmal ist die Thigmonastie, bei der sich die Blättchen bei mechanischer Reizung durch Turgorveränderungen in den Pulvini blitzschnell zusammenfalten.[2][4] Die Blütenstände erscheinen als leuchtend purpur-rosa, kugelförmige Köpfchen mit einem Durchmesser von 8 bis 9 mm. Sie stehen einzeln oder paarweise an bis zu 2,5 cm langen Blütenstielen in den Blattachseln. Jedes Köpfchen setzt sich aus zahlreichen winzigen Einzelblüten zusammen, die vier unscheinbare Kronlappen und vier weit herausragende Staubblätter aufweisen. Als Früchte bildet die Art längliche, abgeflachte Hülsen von 8 bis 20 mm Länge und 2 bis 6 mm Breite aus.[4] Die Hülsenränder sind mit Borsten besetzt, die der Ausbreitung durch Anhaftung an Tierfellen dienen.[2][4] Zur Reife zerfallen die Hülsen in 1 bis 5 Segmente, die jeweils einen hellbraunen, abgeflachten Samen von 2,5 bis 3 mm Durchmesser enthalten.[4] Das Wurzelsystem ist faserig und bildet stickstofffixierende Knöllchen aus, die durch Legithämoglobin im Inneren rosa gefärbt sind.[4][2] Innerhalb der Art treten Variationen auf, wobei beispielsweise die Varietät *hispida* eine deutlich stärkere Bestachelung zeigt als andere Formen.[4] Zytogenetisch lässt sich *Mimosa pudica* als tetraploide Spezies mit einem Chromosomensatz von 2n=52 identifizieren.[3]

Beschreibung

*Mimosa pudica* ist ein halb-kriechender, stacheliger Halbstrauch aus der Familie der Hülsenfrüchtler (*Fabaceae*), der ursprünglich in den tropischen Regionen von Mittel- und Südamerika beheimatet ist.[3][1] Das wohl markanteste Merkmal der Art ist die Thigmonastie, eine schnelle Blattbewegung, bei der sich die Fiederblättchen bei mechanischer Reizung wie Berührung oder Erschütterung innerhalb von Sekunden zusammenfalten. Diese Reaktion wird durch spezialisierte Motororgane, die sogenannten Pulvini, an den Blattbasen gesteuert, die durch rasche Änderungen des Turgordrucks und Ionenflüsse (Kalium und Chlorid) eine Zellschrumpfung bewirken. Evolutionär dient dieser Mechanismus primär der Abwehr von Fressfeinden, da die plötzliche Bewegung und die veränderte Textur die Pflanze für Herbivoren unattraktiv machen. Im natürlichen Lebensraum bildet die Art dichte, mattenartige Bestände, wobei sie je nach klimatischen Bedingungen als einjährige Pflanze in kühleren Regionen oder als ausdauernde Staude in den Tropen wächst. Die rötlich-braunen Stängel verholzen mit der Zeit, sind mit gekrümmten Stacheln bewehrt und können kriechend Längen bis zu 1,5 Metern erreichen.[3] Eine wesentliche anatomische Anpassung für das Überleben auf nährstoffarmen Böden ist die Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien wie *Cupriavidus taiwanensis* in speziellen Wurzelknöllchen.[2] Der Lebenszyklus beginnt mit Samen, die eine extrem harte Schale und physische Dormanz aufweisen, wodurch sie im Boden über Jahre keimfähig bleiben und oft erst nach Bodenstörungen massenhaft keimen. Zytogenetisch handelt es sich um eine tetraploide Spezies (2n=52), was ihre Wuchskraft und Anpassungsfähigkeit als pantropisches Unkraut begünstigt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1753 durch Carl von Linné in *Species Plantarum*, wobei der Artname *pudica* (lateinisch für „bescheiden“ oder „schüchtern“) treffend auf das zurückweichende Verhalten der Blätter anspielt.[3] Im Vergleich zu nahe verwandten Arten der Gattung *Mimosa* zeichnet sich *M. pudica* durch die besonders ausgeprägte Geschwindigkeit und Empfindlichkeit ihrer Blattreaktionen aus.[3] Neben den ökologischen Aspekten zeigen moderne biotechnologische Untersuchungen, dass Extrakte aus undifferenzierten Zellen der Pflanze in der Dermokosmetik genutzt werden können, um Hautalterungsprozesse zu verlangsamen. Zudem wurde nachgewiesen, dass spezifische Inhaltsstoffe die Genexpression von MMP2 hemmen und somit den Kollagenabbau reduzieren.[7]

Verhalten

Das markanteste Verhalten von *Mimosa pudica* ist die Thigmonastie, bei der sich die Fiederblättchen infolge von mechanischen Berührungsreizen innerhalb von Sekunden paarweise zusammenfalten.[3] Zusätzlich zeigt die Pflanze Seismonastie als Reaktion auf Erschütterungen sowie Nyctinastie, einen circadianen Rhythmus, bei dem sich die Blätter nachts absenken und im Morgengrauen wieder öffnen.[2] Diese schnellen Bewegungen werden durch Turgoränderungen in spezialisierten Gelenkpolstern (Pulvini) gesteuert, wobei Aktionspotentiale mit einer Geschwindigkeit von 4–6 mm/s durch die Pflanze geleitet werden. Das Zusammenfalten fungiert als effektives Abwehrverhalten gegen Herbivoren, indem es die scheinbare Größe der Pflanze reduziert und Insekten abschreckt, was den Blattverlust um etwa 50 % verringert.[3] Studien belegen zudem eine Form der verhaltensbasierten Habituation (Gewöhnung): Bei wiederholten, harmlosen Reizen wie Wassertropfen stellt die Pflanze die Schließbewegung ein, bleibt jedoch für neue, potenziell schädliche Berührungen empfindlich.[2] Diese Anpassung ermöglicht eine energetische Optimierung, indem unnötige Defensivreaktionen auf abiotische Faktoren wie Regen vermieden werden. In der Interaktion mit anderen Pflanzenarten zeigt *Mimosa pudica* territoriales Verhalten durch Allelopathie, wobei Wurzelexsudate und Blattinhaltsstoffe das Wachstum benachbarter Konkurrenten chemisch hemmen.[3] Zur Nährstoffversorgung geht die Art eine spezifische Symbiose mit Bodenbakterien wie *Cupriavidus taiwanensis* ein, die durch chemische Signale (Nod-Faktoren) zur Knöllchenbildung an den Wurzeln angeregt werden.[2]

Ökologie

*Mimosa pudica* besiedelt als invasive Pionierpflanze bevorzugt offene, gestörte Habitate wie Straßenränder, Weiden und Brachflächen in tropischen bis subtropischen Regionen.[3] Die Art präferiert sonnige Standorte mit Temperaturen zwischen 20 °C und 30 °C sowie gut durchlässige, sandige oder lehmige Böden, wobei sie frostempfindlich ist und keine Staunässe verträgt. Durch eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien der Gattungen *Cupriavidus* und *Burkholderia* in Wurzelknöllchen kann die Pflanze auch auf nährstoffarmen Substraten gedeihen.[2] Diese Stickstoffanreicherung verändert die Bodenchemie signifikant und kann die Etablierung weiterer invasiver Arten begünstigen, während heimische Pflanzen verdrängt werden.[3] *Mimosa pudica* bildet dichte Matten, die durch Beschattung und allelopathische Wurzelexsudate das Wachstum konkurrierender Arten sowie landwirtschaftlicher Kulturen aktiv hemmen.[2][3] Zu den natürlichen Fressfeinden zählen Insekten wie die Heuschrecken *Acrida cinerea* und *Atractomorpha lata* sowie Raupen von *Helicoverpa armigera*, die das Laubwerk schädigen können. Gegen Herbivorie schützt sich die Pflanze durch ihre bedornten Stängel und die thigmonastische Blattbewegung, welche den Gewebeverlust durch Insektenfraß um etwa 50 % reduziert. Größere Wirbeltiere wie Rinder meiden die Pflanze aufgrund der Stacheln weitgehend und fressen meist nur die Triebspitzen. Während Pilze wie *Passalora mimosae* und Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) die Pflanze parasitieren, bieten endophytische Bakterien wie *Serratia* sp. Schutz durch nematozide und antifungale Wirkstoffe.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Mimosa pudica gilt weltweit in über 50 Ländern als invasives Unkraut, das durch dichte Monokulturen die Biodiversität verdrängt und landwirtschaftliche Erträge massiv beeinträchtigt. Besonders in tropischen Kulturen wie Bergreis, Zuckerrohr und Mais führt die Konkurrenz um Nährstoffe und Licht zu Ernteverlusten von 10 bis 70 %.[3] In Teeplantagen, beispielsweise in Indien, erschwert die Pflanze die Bewirtschaftung und dient als Wirt für Schädlinge.[5] Für Weidetiere ist die Art aufgrund ihrer Dornen und des Gehalts an Mimosin problematisch, da dieses Alkaloid bei nicht angepassten Tieren Haarausfall und Wachstumsstörungen verursachen kann.[3][7] Trotz des Schadpotenzials besitzt M. pudica Bedeutung in der Phytoremediation, da sie Schwermetalle wie Arsen, Cadmium und Blei aus belasteten Böden akkumulieren kann.[8][3] Medizinisch und kosmetisch werden Extrakte genutzt, etwa zur Hemmung des Kollagenabbaus in Anti-Aging-Produkten oder zur Behandlung von Allergien.[7] Die Prävention konzentriert sich auf die Kontrolle von Störungen im Boden und die Überwachung von Transportwegen, da Samen durch Maschinen, Kleidung und Tiere verbreitet werden. Eine Herausforderung stellt die langlebige Samenbank dar, da die hartschaligen Samen über Jahre im Boden keimfähig bleiben.[3] Physikalische Bekämpfungsmaßnahmen wie Mähen oder Pflügen sind oft nur bedingt wirksam, da die Pflanze eine hohe Regenerationsfähigkeit besitzt und schnell wieder austreibt. Chemische Bekämpfung erfolgt häufig durch den Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat, wobei wiederholte Anwendungen notwendig sind.[7] In der biologischen Forschung werden Endophyten wie Serratia sp. untersucht, die das Wachstum fördern und gegen Nematoden wirken, was jedoch die Invasivität unter Stressbedingungen wie Dürre erhöhen könnte.[3] Ein Befall lässt sich frühzeitig an den charakteristischen rosafarbenen Blütenköpfen und der thigmonastischen Blattbewegung erkennen, die als Indikator für die Anwesenheit der Art dient.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Als invasives Unkraut verursacht *Mimosa pudica* erhebliche ökonomische Schäden in der tropischen Landwirtschaft, indem die Pflanze dichte Matten bildet und Nutzpflanzen verdrängt. Besonders betroffen sind der Anbau von Zuckerrohr, Mais und Bergreis, wobei in Reisfeldern Ertragsverluste von 10 bis 70 % dokumentiert wurden.[3] In indischen Teeplantagen, beispielsweise in Assam und Westbengalen, führt die Konkurrenz um Ressourcen und das Beherbergen von Schädlingen zu verringerten Ernteerträgen und erschwerten Managementbedingungen.[5] In der Weidewirtschaft mindert die Art die Futterqualität erheblich, da Rinder die stacheligen Triebe meiden und produktive Gräser verdrängt werden, was unter anderem in Australien und auf den pazifischen Inseln problematisch ist.[7] Die Bekämpfung verursacht hohe Kosten durch den notwendigen Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat oder arbeitsintensive mechanische Entfernung, die aufgrund der langlebigen Samenbank im Boden oft über Jahre wiederholt werden muss.[3] Wirtschaftlich positiv wird die Pflanze im globalen Zierpflanzenhandel genutzt, wo sie seit dem 16. Jahrhundert als botanische Kuriosität für Gewächshäuser und Innenräume kultiviert wird.[3] Ein weiteres wirtschaftliches Potenzial liegt in der Phytoremediation, da *Mimosa pudica* Schwermetalle wie Arsen, Cadmium und Blei in kontaminierten Bergbauböden akkumulieren kann.[3][8] Zudem findet die Art industrielle Anwendung in der Kosmetik- und Pharmabranche, wo Extrakte unter anderem für Anti-Aging-Produkte und zur Behandlung von Hauterkrankungen patentiert sind.[7]

Biologie & Lebenszyklus

Mimosa pudica wächst je nach klimatischen Bedingungen als einjährige Pflanze in gemäßigten Zonen oder als ausdauernde Staude in den Tropen. Sie erreicht Wuchshöhen von 15 bis 100 cm, wobei sie oft niederliegende, stachelige Stängel bildet und bei fehlender Stütze kriechend wächst.[3] Die Ernährung der Pflanze wird maßgeblich durch eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien wie *Cupriavidus taiwanensis* und *Burkholderia*-Arten in den Wurzelknöllchen unterstützt. Diese Bakterien wandeln atmosphärischen Stickstoff in Ammoniak um, wodurch die Pflanze auch auf nährstoffarmen Böden gedeihen kann. Unter optimalen Bedingungen fixiert dieses System 40 bis 80 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr, wofür die Pflanze Kohlenhydrate bereitstellt.[2] Eine physiologische Besonderheit ist die Thigmonastie, bei der sich die Fiederblättchen durch Turgoränderungen in den Pulvini blitzschnell schließen. Dieser Mechanismus wird durch Ionenflüsse von Kalium und Chlorid gesteuert und dient der Abwehr von Fressfeinden, indem er die Attraktivität des Gewebes reduziert. Zusätzlich zeigt die Pflanze Nyctinastie, indem sie ihre Blätter nachts absenkt und faltet. Die Fortpflanzung erfolgt über kugelige, rosafarbene Blütenköpfe, die einzeln oder paarweise in den Blattachseln stehen. Aus den Blüten entwickeln sich stachelige Hülsenfrüchte, die in 1 bis 5 einzelsamige Segmente zerfallen. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 700 Samen pro Jahr produzieren, was ihre Ausbreitung begünstigt. Die Samen besitzen eine harte Schale, die eine physikalische Dormanz verursacht und das Überdauern im Boden über mehrere Jahre ermöglicht. Die Verbreitung erfolgt durch Wasser, menschliche Aktivitäten oder durch Anhaftung der stacheligen Fruchthülsen an Tieren.[3] Für die Entwicklung liegt das Temperaturoptimum zwischen 20 °C und 30 °C, während Frost unter 5 °C nicht toleriert wird.[2] Zu den natürlichen Feinden zählen Insektenherbivoren wie die Heuschrecken *Acrida cinerea* und *Atractomorpha lata* sowie Raupen von *Helicoverpa armigera*. Auch Pilzinfektionen durch *Passalora mimosae* und Befall durch Wurzelgallennematoden (*Meloidogyne* spp.) können die Vitalität beeinträchtigen.[3]

Vorkommen & Lebensraum

*Mimosa pudica* ist ursprünglich in den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas beheimatet, wobei sich das natürliche Areal von Mexiko über die Karibik bis nach Brasilien erstreckt.[3][1] Bereits im 16. Jahrhundert dokumentierten europäische Entdecker die Art, die sich seit dem 19. Jahrhundert durch menschliche Aktivitäten wie den Zierpflanzenhandel weltweit verbreitete.[3] Heute ist die Pflanze pantropisch als Neophyt etabliert und kommt in über 50 Ländern vor, darunter weite Teile Asiens, Afrikas, Australiens sowie die pazifischen Inseln und die südöstlichen Vereinigten Staaten.[3][2] Die Art bevorzugt tropische und subtropische Klimate mit Temperaturen zwischen 20 °C und 30 °C sowie Jahresniederschlägen von 500 bis 2500 mm.[3] Aufgrund ihrer hohen Frostempfindlichkeit toleriert sie keine Temperaturen unter 5 °C, weshalb sie in gemäßigten Breiten wie Mitteleuropa und dem DACH-Raum nicht im Freiland überdauert, sondern meist als einjährige Pflanze oder in Gewächshäusern kultiviert wird.[3][5] *Mimosa pudica* besiedelt vorwiegend offene, sonnenexponierte und gestörte Standorte, darunter Straßenränder, Brachflächen und Weiden.[3] Sie gedeiht auf gut durchlässigen, sandigen oder lehmigen Böden mit einem pH-Wert von 5,5 bis 7,5 und toleriert dank ihrer Fähigkeit zur Stickstofffixierung auch nährstoffarme Substrate.[3][2] In landwirtschaftlichen Systemen tritt sie häufig als Unkraut in Kulturen wie Bergreis, Zuckerrohr, Mais und Teeplantagen auf, wo sie dichte Bestände bildet.[6][7] Die Ausbreitung erfolgt primär durch Samen, die an Tieren haften, auf dem Wasser schwimmen oder durch menschlichen Transport verschleppt werden.[3] In vielen tropischen Regionen, beispielsweise in Südostasien und Australien, gilt die Art als invasiv und verdrängt durch ihre rasche Kolonisierung die native Vegetation.[3][7] Besonders in Gebieten wie Florida, Hawaii und Teilen Indiens hat sich die Pflanze fest etabliert und dringt auch in Uferzonen und Waldränder vor.[2][7]

Saisonalität & Aktivität

Mimosa pudica zeigt eine ausgeprägte klimatische Abhängigkeit und wächst in den warmen Tropen als ausdauernde Pflanze, während sie in kühleren Regionen einen einjährigen Lebenszyklus durchläuft.[3] Die physiologische Aktivität ist eng an Temperaturen zwischen 20 °C und 30 °C gebunden, da die Art frostempfindlich ist und Werte unter 5 °C nicht toleriert.[4] Im Tagesverlauf weist die Pflanze nyktinastische Bewegungen auf, bei denen sich die Fiederblätter nachts absenken und schließen, um sich im Morgengrauen wieder zu öffnen. Diese täglichen Zyklen dienen vermutlich dem Schutz vor nächtlicher Auskühlung und minimieren die Exposition gegenüber Umweltstressoren. Neben den nächtlichen Bewegungen reagieren die Blätter thigmonastisch auf Berührungen, wobei die vollständige Erholung und Öffnung der Blätter etwa 10 bis 30 Minuten in Anspruch nimmt, um die Photosynthese wieder aufzunehmen. Für die Kultivierung in gemäßigten Breiten erfolgt die Aussaat der Samen im Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen konstant 18 bis 24 °C erreichen. Ergänzend hierzu verzeichnet das öffentliche Suchinteresse Spitzenwerte in den Monaten April und Mai, was zeitlich mit dieser empfohlenen Aussaatperiode korreliert. Die reproduktive Phase ist durch die Bildung rosafarbener, kugeliger Blütenköpfe und die Produktion von bis zu 700 Samen pro Pflanze gekennzeichnet. Diese Samen besitzen eine harte Schale, die eine physikalische Dormanz bewirkt und die Keimfähigkeit über mehrere Jahre im Boden erhält.[3] Während der aktiven Wachstumsphase fixiert die Pflanze in Symbiose mit Bakterien atmosphärischen Stickstoff, was eine hohe Energiezufuhr von 10–20 % des fixierten Kohlenstoffs erfordert.[2] Saisonaler Fraßdruck entsteht primär durch Insekten wie Heuschrecken (*Acrida cinerea*) oder Raupen (*Helicoverpa armigera*), die das Laub schädigen können.[3]
Aus der Community

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Beobachtungen und Einreichungen unserer Nature-Community

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Wissenschaftliche Forschung & Patente

KR-102141095-B1 Biological Erteilt

Verwendung von Mimosa pudica Extrakten zur Herstellung einer Zusammensetzung zur Hemmung der MMP2-Genexpression und des Kollagenabbaus

(2018)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die spezifische biologische Wirkung von Mimosa pudica Extrakten auf die Genexpression (MMP2). Dies verhindert den Abbau von Kollagen und wird für Anti-Aging-Produkte genutzt. Es liefert konkrete Erkenntnisse zur molekularbiologischen Wirkung der Inhaltsstoffe der Pflanze.

RU-2747479-C2 Biological Erteilt

Extrakt aus undifferenzierten Mimosa Pudica Zellen und dessen Anwendung in der Dermokosmetik

Fabre Pierre Dermo Cosmetique (2017)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die Herstellung eines Extrakts aus undifferenzierten Zellen von Mimosa pudica mittels In-vitro-Kultur. Das Ziel ist ein Extrakt mit sehr geringem Mimosin-Gehalt (< 5 ng/g), um Toxizität zu vermeiden. Der Extrakt wird kosmetisch gegen Hautalterung und entzündliche Hauterkrankungen eingesetzt. Es bietet tiefe Einblicke in die biotechnologische Verarbeitung der Pflanze.

KR-101064848-B1 Biological Erteilt

Extrakte aus Mimosa pudica zur Allergiebehandlung und pharmazeutische Zusammensetzungen

(2008)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird die Verwendung von Extrakten der Mimosa pudica zur Herstellung von Medikamenten gegen Allergien. Das Patent fokussiert sich auf die therapeutische Nutzbarkeit der Pflanze bei immunologischen Reaktionen. Es unterstreicht das pharmazeutische Potenzial der Pflanze.

FR-2680972-A1 Chemical Unbekannt

Verfahren zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe aus der Pflanze Mimosa pudica Linn

Cruz Joseph (1991)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Hier wird ein Verfahren zur Extraktion von Wirkstoffen aus Mimosa pudica unter Verwendung von Spurenelement-Lösungen beschrieben. Die gewonnenen Substanzen sollen insbesondere zur Behandlung von viralen Bluterkrankungen eingesetzt werden. Das Patent fokussiert sich vollständig auf die pharmazeutische Aufbereitung dieser spezifischen Pflanze.

Quellen & Referenzen

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:313242-2
  2. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3459453/
  3. https://www.nature.com/articles/s41467-022-34106-x
  4. http://www.hear.org/wra/tncflwra/pdfs/tncflwra_mimosa_pudica_ispm.pdf
  5. https://www.healthyhouseplants.com/wp-content/uploads/2024/12/healthyhouseplants_com_indoor_houseplants_sensitive_plant_mimosa_pudica_care_guide.pdf
  6. https://plantwiseplusknowledgebank.org/doi/full/10.1079/pwkb.20167800554
  7. https://basicandappliedzoology.springeropen.com/articles/10.1186/s41936-025-00484-z
  8. https://doi.org/10.33736/jcest.4473.2022
  9. Literaturzusammenfassung: Mimosa pudica