Die Nutria (*Myocastor coypus*), auch als Biberratte oder Coypu bekannt, ist ein großes, semi-aquatisches Nagetier aus der Familie der Myocastoridae, das ursprünglich in Südamerika beheimatet ist. In Europa und Nordamerika wurde die Art primär zur Pelzgewinnung eingeführt und gilt heute als invasiver Pflanzenschädling, der durch Grabaktivitäten und Fraß an Wasserpflanzen Uferböschungen sowie Deiche destabilisiert.[1][2] Von ähnlichen Wassernagern lässt sie sich durch ihren drehrunden, beschuppten und spärlich behaarten Schwanz unterscheiden, der im Gegensatz zur abgeflachten Kelle des Bibers steht.[1]
Nutria (Biberratte) Bilder und Fotos von echten Sichtungen
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Biologie & Lebenszyklus
Die Nutria (*Myocaster coypus*) ist ein dämmerungs- und nachtaktives Nagetier, das Baue in Uferböschungen gräbt oder Schilfnester errichtet. An die semi-aquatische Lebensweise angepasst, verfügt die Art über Schwimmhäute an den Hinterfüßen und kann bis zu fünf Minuten tauchen. Die Ernährung ist überwiegend pflanzlich und umfasst Wasser- sowie Sumpfpflanzen, wobei täglich etwa 25 % des eigenen Körpergewichts aufgenommen werden.[1][2] Im Winter weichen die Tiere auf Baumrinde aus, nutzen aber auch landwirtschaftliche Kulturen wie Mais, Rüben und Kartoffeln als Nahrungsquelle.[1] Die Fortpflanzung erfolgt ganzjährig, wobei die Paarung sowohl im Wasser als auch an Land stattfindet. Nach einer Tragzeit von 127 bis 138 Tagen bringt das Weibchen zwei bis drei Würfe pro Jahr zur Welt. Die Wurfgröße variiert zwischen 1 und 13 Jungtieren, liegt durchschnittlich jedoch bei 4 bis 5 Nachkommen. Die Jungtiere sind Nestflüchter, die vollbehaart und mit offenen Augen geboren werden und ein Geburtsgewicht von etwa 225 Gramm aufweisen. Sie sind bereits kurz nach der Geburt schwimmfähig und werden für sechs bis zehn Wochen gesäugt. Die Geschlechtsreife tritt nach fünf bis sechs Monaten ein, was eine rasche Populationsausbreitung begünstigt.[1][2] Die Lebensdauer der Nutria beträgt etwa sechs Jahre. Physiologisch ist die Art zwar zur Überwinterung fähig, jedoch führt strenge Kälte zu einer erhöhten Sterblichkeit.[1] In den eingeführten Verbreitungsgebieten fehlen oft natürliche Feinde wie Jaguare, was in Kombination mit der hohen Reproduktionsrate zu hohen Bestandsdichten führt.[2]
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Frankfurt am Main-Harheim, Deutschland
19.01.2026
Ladenburg, Baden-Württemberg, Deutschland
18.01.2026
Matzenbach, Rhineland-Palatinate, Deutschland
18.01.2026
Oberhausen-Rheinhausen, Baden-Württemberg, Deutschland
18.01.2026
Deutschland
18.01.2026
Daten: iNaturalist
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen