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Lexikon-Eintrag

Schlangenbart Ophiopogon japonicus

Schlangenbart

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Liliopsida (Liliopsida)
Ordnung Asparagales (Asparagales)
Familie Asparagaceae
Gattung Ophiopogon
Art Ophiopogon japonicus
Wissenschaftlicher Name Ophiopogon japonicus (Thunb.) Ker Gawl.
Akzeptierter Name

Einleitung

Der Schlangenbart (*Ophiopogon japonicus*) ist eine immergrüne, ausdauernde Pflanzenart aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae), die ursprünglich in Ostasien verbreitet ist.[1][2] Die Art bildet dichte, grasartige Horste aus und findet sowohl als bodendeckende Zierpflanze als auch in der traditionellen Medizin Verwendung.[1][3] Von der eng verwandten Gattung *Liriope* unterscheidet sich *Ophiopogon japonicus* vor allem durch kurze Rhizome mit knolligen Wurzeln sowie einseitswendige Blütenstände.[3]

Fakten (kompakt)

- Historisch wurde die Art aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten, wie den lilienartigen Blüten, traditionell der Familie der Liliaceae zugeordnet. - Molekularphylogenetische Untersuchungen führten zur Neuklassifizierung in die Familie Asparagaceae, was durch das APG IV-Update im Jahr 2016 bestätigt wurde. - Innerhalb der Systematik gehört *Ophiopogon japonicus* zur Unterfamilie Nolinoideae, wobei Vorschläge aus dem Jahr 2023 eine Einordnung in die Convallarioideae nahelegen. - Neben der Wildform existieren Kultivare wie 'Aureovariegatus', die sich durch panaschierte (bunte) Blätter auszeichnen. - Die Pflanzen weisen eine Toleranz gegenüber Salzexposition sowie Wildverbiss durch Rehe auf. - In der Gartenkultur wird die Art für die USDA-Winterhärtezonen 6 bis 10 empfohlen. - Die Wurzeln der Pflanze sind essbar und zeichnen sich durch eine schleimige Textur aus. - Die im Sommer erscheinenden Blüten sind weiß bis fliederfarben getönt. - Die daraus reifenden blau-schwarzen Beeren erreichen einen Durchmesser von etwa 0,6 cm (1/4 Zoll). - Die gärtnerische Vermehrung erfolgt unkompliziert durch Teilung der Bestände.[8]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Ophiopogon japonicus* (Thunb.) Ker Gawl. Die Erstbeschreibung erfolgte 1780 durch Carl Peter Thunberg unter dem Basionym *Convallaria japonica* in den 'Nova Acta Regiae Societatis Scientiarum Upsaliensis'.[2][1] Im Jahr 1807 transferierte John Bellenden Ker Gawler die Art in die Gattung *Ophiopogon*, wodurch die heute gültige Nomenklatur etabliert wurde. Der Gattungsname leitet sich aus den altgriechischen Wörtern *ophis* (Schlange) und *pogon* (Bart) ab, was auf die schlangenartigen, bartähnlich behaarten Wurzeln anspielt. Das Art-Epitheton *japonicus* verweist auf das ursprüngliche Verbreitungsgebiet in Japan. Taxonomisch wurde *Ophiopogon japonicus* traditionell der Familie der Liliaceae zugeordnet, bevor molekularphylogenetische Untersuchungen eine Neuklassifizierung in die Familie der Asparagaceae (Spargelgewächse), Unterfamilie Nolinoideae, veranlassten. Vor der Etablierung des APG III-Systems wurde die Gattung zeitweise auch den Ruscaceae (Mäusedorngewächsen) zugerechnet. Zu den bekannten Synonymen zählen homotypische Namen wie *Flueggea japonica* (Thunb.) Kuntze sowie heterotypische Synonyme wie *Ophiopogon ohwii* Okuyama oder *Ophiopogon spicatus* Hook.[2] Im deutschsprachigen Raum ist die Pflanze primär als Schlangenbart bekannt. Internationale Trivialnamen umfassen im Englischen 'Mondo grass', 'Dwarf lilyturf' oder 'Snake's beard', während die Art in der Traditionellen Chinesischen Medizin als 'Mai Dong' bezeichnet wird. Innerhalb der Asparagaceae unterscheidet sich die Gattung *Ophiopogon* von der nah verwandten Gattung *Liriope* morphologisch vor allem durch kurze Rhizome mit knolligen Wurzeln im Gegensatz zu den länglichen Rhizomen ohne Knollen bei *Liriope*.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Ophiopogon japonicus ist eine immergrüne, rasenbildende ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 40 cm erreicht. Sie bildet dichte basale Büschel aus linearen, grasartigen Blättern, die eine dunkelgrüne Grundfärbung aufweisen. Die Blattspreiten sind 15 bis 40 cm lang sowie 2 bis 5 mm breit und zeichnen sich durch drei bis sieben Adern sowie gesägte Ränder aus. Charakteristisch ist das rhizomatöse Wachstum mit kurzen, mäßig dicken Wurzeln, die oft zur Mitte oder Spitze hin knollenartig verdickt sind. Ein eigentlicher Stängel fehlt meist oder ist auf einen sehr kurzen, blattlosen Schaft von 6 bis 15 cm Länge reduziert. Der Blütenstand ist eine reduzierte, aufrechte Traube oder Rispe von 2 bis 5 cm Länge, die der Basis entspringt. Er trägt mehrere bis über zehn kleine, nickende Blüten an 3 bis 4 mm langen Blütenstielen. Die 3 bis 5 mm langen, glockenförmigen Blüten besitzen sechs lanzettliche Perigonblätter, deren Färbung von weiß bis fliederfarben oder purpur reicht. Die Staubfäden sind sehr kurz, während die Staubbeutel 2,5 bis 3 mm messen; der Griffel ist schmal kegelförmig und etwa 4 mm lang. Als Früchte bilden sich kugelförmige, kobaltblaue bis blau-schwarze Beeren mit einem Durchmesser von 5 bis 8 mm. Diese Früchte werden oft teilweise vom Laub verdeckt und enthalten ein bis zwei kugelige Samen. Zur Abgrenzung von der nah verwandten Gattung Liriope dienen primär die kurzen Rhizome mit den knolligen Wurzeln. Im Gegensatz dazu besitzt Liriope längliche Rhizome ohne Knollen sowie typischerweise ährenförmige oder zweiseitige Blütenstände, während Ophiopogon einseitswendige traubige Infloreszenzen aufweist. Innerhalb wilder Populationen variiert die Blattfarbe von tiefgrün bis zu helleren Tönen, wobei auch die Textur der Blattränder je nach Standortbedingungen feiner oder starrer ausfallen kann.[5]

Beschreibung

Ophiopogon japonicus ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die dichte, rasenartige Bestände bildet und primär in den schattigen Wäldern Ostasiens beheimatet ist.[5] Charakteristisch für die Art ist ihr rhizomatöses Wachstum mit kurzen, mäßig dicken Wurzeln, die oft knollenartige Verdickungen aufweisen und dem Schlangenbart seinen wissenschaftlichen Namen verliehen haben. Im natürlichen Habitat, das von feuchten Schluchten bis zu Berghängen auf 200 bis 2.800 Metern Höhe reicht, fungiert die Pflanze als effektiver Bodendecker, der durch sein dichtes Wurzelwerk Erosion verhindert und die Bodenstruktur stabilisiert.[5] Anders als viele Gräser gehört diese Art zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) und zeichnet sich durch dunkelgrüne, lineare Blätter aus, die bogenförmig herabhängen und eine ledrige Textur besitzen.[5][1] Ein wesentliches anatomisches Merkmal sind die speicherfähigen Wurzelknollen, die bioaktive Steroidsaponine wie Ophiopogonin D enthalten und der Pflanze als Reservoire für Nährstoffe und Wasser dienen.[5][4] Diese unterirdischen Speicherorgane ermöglichen das Überleben in variablen Umweltbedingungen und bilden die Grundlage für die traditionelle Nutzung der Wurzeln als Heilmittel.[4] Die Fortpflanzung erfolgt sowohl sexuell über Samen als auch vegetativ durch die Bildung von Ausläufern (Stolonen), wobei die klonale Ausbreitung in natürlichen Populationen oft dominiert. Eine biologische Besonderheit im Lebenszyklus ist das Phänomen der Polyembryonie, bei dem sich mehrere Embryonen pro Samen entwickeln, was jedoch häufig zu einer reduzierten Keimrate und intraspezifischer Konkurrenz führt. Die Keimung der Samen erfordert in der Natur eine Kälteperiode (Stratifikation) über den Winter, bevor im Frühjahr das langsame Wachstum der Sämlinge einsetzt. Während der Blütezeit von Juni bis August bildet die Art kurze, oft im Laub verborgene Trauben mit glockenförmigen, weiß bis fliederfarbenen Blüten aus, die nektarsuchende Insekten anlocken. Im Gegensatz zur nah verwandten Gattung Liriope, die längere Rhizome ohne Knollen und meist ährenartige Blütenstände besitzt, zeigt Ophiopogon japonicus einseitswendige (sekunde) Blütenstände und deutlich knollige Wurzeln. Die daraus entstehenden Früchte präsentieren sich im Herbst als kugelförmige, kobaltblaue bis blauschwarze Beeren, die von Vögeln verzehrt und verbreitet werden.[5] Historisch wurde die Art 1780 von Carl Peter Thunberg zunächst als Convallaria japonica beschrieben, bevor sie 1807 durch John Bellenden Ker Gawler in die Gattung Ophiopogon überführt wurde.[5][2] Genetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die wilden Populationen in China, insbesondere in Sichuan, die höchste genetische Diversität aufweisen und als eiszeitliche Refugien sowie Ursprungszentren der Art gelten. Die Pflanze zeigt zudem eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber Salz und Schatten, was sie ökologisch vielseitig macht, während ihre faserigen Blätter sie weitgehend vor Wildverbiss schützen.[5]

Verhalten

Das Ausbreitungsverhalten von *Ophiopogon japonicus* ist durch ein stoloniferes Wachstum geprägt, bei dem sich über kurze Rhizome und Ausläufer dichte, klonale Kolonien bilden.[5] Diese vegetative Strategie ermöglicht der Art eine rasche Besiedlung geeigneter schattiger Habitate, wobei sie langsam wachsende Horste bildet, ohne aggressiv invasiv zu wirken. Durch die Entstehung dichter Matten unterdrückt die Pflanze effektiv das Wachstum von Konkurrenzvegetation und stabilisiert die Bodenstruktur, was Erosion an Hängen verhindert.[4] In Waldökosystemen fungiert *Ophiopogon japonicus* als Ammenpflanze (Nurse Plant), indem der Bestand Feuchtigkeit speichert und Schatten spendet, wodurch günstige Mikrohabitate für Sämlinge anderer Arten entstehen.[5] Die reproduktive Interaktion mit der Fauna erfolgt während der Blütezeit von Juni bis August primär durch Insektenbestäubung, wobei Bienen durch den Nektar angelockt werden.[1] Die anschließende Ausbreitung der Samen wird durch Vögel gewährleistet, welche die blauen Beeren konsumieren und die Samen ausscheiden (Zoochorie).[4] Eine physiologische Verhaltensanpassung ist die Dormanz der Samen, die eine Kältestratifikation von zwei bis drei Monaten über den Winter benötigen, um im Frühjahr zu keimen. In vielen natürlichen Populationen dominiert die asexuelle Vermehrung, da die sexuelle Fertilität oft durch geringe Pollenviabilität eingeschränkt ist. Zudem tritt das Phänomen der Polyembryonie auf, bei dem sich mehrere Embryonen pro Samen entwickeln, was zu intraspezifischer Konkurrenz und reduzierten Überlebensraten der Sämlinge führen kann.[5]

Ökologie

In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt *Ophiopogon japonicus* vorzugsweise schattige, feuchte Lebensräume wie Unterholz in Wäldern, dichtes Gebüsch entlang von Schluchten sowie feuchte Hänge.[1] Die Art bevorzugt humusreiche, gut durchlässige und leicht saure Lehmböden, die Feuchtigkeit speichern, ohne Staunässe zu bilden. Das Vorkommen erstreckt sich über einen weiten Höhengradienten von etwa 200 bis 2.800 Metern über dem Meeresspiegel.[5] Als rasenbildende Staude formt die Pflanze dichte Bestände, die das Wachstum von Unkraut unterdrücken und durch Bodenstabilisierung die Erosion an Hängen verhindern.[3] In Waldökosystemen fungiert sie als Ammenpflanze, indem sie durch Schattenwurf und Feuchtigkeitsspeicherung günstige Mikrohabitate für Keimlinge anderer Arten schafft.[1] Vergesellschaftet ist *Ophiopogon japonicus* in diesen Feuchtwäldern häufig mit Farnen und Sträuchern des Unterwuchses.[5] Die Bestäubung der glockenförmigen Blüten erfolgt primär durch Insekten wie Bienen, die vom Nektar angelockt werden. Für die Ausbreitung der Samen sorgen Vögel, welche die im Herbst reifenden, blau-schwarzen Beeren fressen und die Samen ausscheiden.[4] In natürlichen Populationen dominiert oft die asexuelle Vermehrung über Rhizome und Ausläufer, was eine rasche Kolonisierung geeigneter Habitate ermöglicht. Die sexuelle Reproduktion ist teilweise durch Polyembryonie eingeschränkt, was zu intraspezifischer Konkurrenz zwischen den Embryonen und reduzierter Pollenvitalität führt. Während die zähen, faserigen Blätter weitgehend resistent gegen Wildverbiss durch Hirsche sind, dienen sie Schnecken in feuchten Umgebungen als Nahrungsquelle.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Ophiopogon japonicus* wird im Gartenbau primär als Nützling klassifiziert, da er als dichter Bodendecker effektiv Unkraut unterdrückt und durch sein Wurzelsystem Bodenerosion an Hängen und in Schluchten verhindert. Die Art gilt nicht als aggressiv invasiv, breitet sich jedoch vegetativ über Rhizome aus und bildet stabile Bestände, die wenig Pflege benötigen. Ein wesentliches Schadpotenzial für die Pflanze selbst stellt die Wurzelfäule dar, die insbesondere auf schlecht dränierten oder staunassen Böden auftritt und die Vitalität beeinträchtigt. Während die faserigen Blätter weitgehend resistent gegen Wildverbiss durch Rehe sind, können Schneckenfraßschäden auftreten, die in feuchten Umgebungen physikalische Kontrollmaßnahmen wie Barrieren oder Köder erfordern.[1] Medizinisch besitzt die Pflanze eine hohe Relevanz in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wo die Wurzelknollen (*Mai Dong*) zur Behandlung von Husten, Fieber und Yin-Mangel eingesetzt werden.[7] Pharmakologische Untersuchungen bestätigen das Vorhandensein bioaktiver Inhaltsstoffe wie steroidaler Saponine (z. B. Ophiopogonin D) und Polysaccharide, die entzündungshemmende, antioxidative und immunmodulierende Wirkungen zeigen.[7] Patentierte Anwendungen nutzen diese Extrakte unter anderem zur Herstellung blutzuckersenkender Medikamente oder in kosmetischen Zusammensetzungen zur Hautbefeuchtung und Reduktion von Augenringen.[4] Toxikologische Studien an Mäusen belegen eine geringe Toxizität bei therapeutischen Dosen, wobei selbst hohe Gaben von Dekokten keine genotoxischen Effekte auslösten.[7] Präventive Maßnahmen im Kulturanbau konzentrieren sich auf die Standortwahl mit guter Drainage und die Vermeidung von Überwässerung, um pilzlichen Erkrankungen vorzubeugen.[1] Für die pharmazeutische Nutzung erfolgt die Qualitätskontrolle mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC), um standardisierte Saponingehalte gemäß pharmakopöischen Standards sicherzustellen.[7]

Wirtschaftliche Bedeutung

Ophiopogon japonicus ist als Zierpflanze und Arzneipflanze von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung, wobei keine negativen Auswirkungen als Schädling bekannt sind.[1] Im Garten- und Landschaftsbau wird die Art weltweit als pflegeleichter Bodendecker gehandelt, der durch Unkrautunterdrückung und Erosionsschutz die Instandhaltungskosten in schattigen Lagen senkt.[1][3] Ein zentraler Wirtschaftszweig ist der kommerzielle Anbau für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), insbesondere in der chinesischen Provinz Zhejiang, wo die Varietät „Zhe-Maidong“ als qualitativ hochwertiges Dao-di-Produkt klassifiziert wird. Die Wurzelknollen werden industriell zu Dekokten oder Pulvern verarbeitet und dienen als Rohstoff für standardisierte Rezepturen.[3] Aktuelle Patentanmeldungen belegen das wachsende ökonomische Potenzial in der modernen Pharmaindustrie, etwa durch die Isolierung von Ophiopogonin D zur Entwicklung neuer Diabetes-Medikamente. Ebenso werden Derivate wie Ophiopogonin D' für lipidsenkende Arzneimittel erforscht, was auf eine Diversifizierung der Wertschöpfungskette hindeutet. In der Kosmetikindustrie finden Extrakte der Pflanze Verwendung in Produkten zur Hautpflege, beispielsweise zur Reduktion von Augenringen oder zur Feuchtigkeitsversorgung.[4] Die wirtschaftliche Verwertung wird durch regulatorische Maßnahmen gestützt, wie die Aufnahme von Polysacchariden aus O. japonicus in den chinesischen Katalog für medizinische und lebensmittelähnliche Substanzen im Jahr 2024. Zur Qualitätssicherung im Handel werden analytische Verfahren wie die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) eingesetzt, um den Wirkstoffgehalt in kommerziellen Chargen zu zertifizieren.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Ophiopogon japonicus ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die durch kurze Rhizome und schlanke Ausläufer (Stolonen) dichte, rasenartige Bestände bildet.[5][1] Die Fortpflanzung erfolgt sowohl sexuell durch Samenbildung als auch vegetativ, wobei die klonale Ausbreitung über Wurzelstöcke in natürlichen Populationen oft dominiert.[4] Die Blütezeit im nativen Verbreitungsgebiet Ostasien erstreckt sich von Juni bis August, wobei kleine, glockenförmige Blüten an kurzen Trauben gebildet werden.[5] Diese Blüten produzieren Nektar und werden primär durch Insekten wie Bienen bestäubt, was die Fremdbestäubung fördert.[4] Nach der Befruchtung entwickeln sich kugelförmige Beeren mit einem Durchmesser von 7 bis 8 Millimetern, die im Herbst (September bis Oktober) kobaltblau bis blauschwarz reifen.[5] Die Ausbreitung der Samen erfolgt zoochor, hauptsächlich durch Vögel, welche die fleischigen Früchte fressen und die Samen ausscheiden. Für die Keimung benötigen die Samen in der Natur eine Kälteperiode (Stratifikation) von zwei bis drei Monaten im Winter, um die Dormanz zu brechen. Unter kontrollierten Bedingungen kann eine warme Stratifikation bei 24 °C Keimraten von bis zu 74 % ermöglichen, wobei die Vitalität variiert.[4] Die sexuelle Fertilität ist häufig durch Polyembryonie eingeschränkt, eine Form der Apomixis, bei der sich mehrere Embryonen pro Samen entwickeln. Dies führt zu intraspezifischer Konkurrenz innerhalb des Samens und verringerten Überlebensraten der Keimlinge. Zusätzlich weisen einige Individuen eine geringe Pollenvitalität auf, was die vegetative Vermehrung als primäre Erhaltungsstrategie begünstigt.[6] Physiologisch zeichnet sich die Art durch eine hohe Kältetoleranz aus und übersteht Temperaturen bis ca. -23 °C (USDA-Zone 6). Die Pflanze bevorzugt humusreiche, leicht saure Böden (pH 5,5–7,0) und benötigt konstante Feuchtigkeit, toleriert jedoch keine Staunässe.[1] Ökologisch fungiert Ophiopogon japonicus als Ammenpflanze in Waldökosystemen, indem er durch Schattenwurf und Feuchtigkeitsspeicherung Mikrohabitate für andere Sämlinge schafft. Zu den natürlichen Mortalitätsfaktoren zählen Wurzelfäule bei schlechter Drainage sowie Fraßschäden durch Schnecken, während die faserigen Blätter weitgehend resistent gegen Wildverbiss sind.[4]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Ophiopogon japonicus* liegt in Ostasien und umfasst Zentral- sowie Südchina, Japan, Korea und Taiwan.[5][2] In China erstreckt sich das Vorkommen über zahlreiche Provinzen, darunter Sichuan, Yunnan, Zhejiang, Fujian und Guangdong. Südlich reicht das Areal bis in Teile von Vietnam und auf die Philippinen. Die Art besiedelt einen weiten Höhenbereich und ist in Lagen von etwa 200 bis 2.800 Metern über dem Meeresspiegel anzutreffen.[5] *Ophiopogon japonicus* bevorzugt schattige bis halbschattige Lebensräume mit konstant feuchten Bedingungen.[1] Zu den typischen natürlichen Habitaten zählen der Unterwuchs von Wäldern, dichtes Gebüsch entlang von Schluchten sowie feuchte Hänge. Auch auf Klippen und entlang von Bachläufen findet die Pflanze geeignete Wuchsbedingungen, sofern die Luftfeuchtigkeit ausreichend hoch ist.[5] Sie gedeiht vorzugsweise auf humusreichen, gut durchlässigen und leicht sauren Lehmböden, die Feuchtigkeit speichern, ohne Staunässe zu bilden.[1] In Waldökosystemen ist der Schlangenbart oft mit Farnen vergesellschaftet und trägt durch sein dichtes Wurzelwerk zur Bodenstabilisierung bei.[4] Historisch gelangte die Art im späten 18. Jahrhundert durch Sammlungen von Carl Peter Thunberg nach Europa.[2] Heute wird *Ophiopogon japonicus* weltweit in gemäßigten bis subtropischen Klimazonen (USDA-Zonen 6 bis 10) als Zierpflanze kultiviert.[1] In Siedlungsbereichen dient sie häufig als pflegeleichter Bodendecker oder Rasenersatz in schattigen Gärten und Steingärten.[4]

Saisonalität & Aktivität

*Ophiopogon japonicus* ist eine immergrüne, ausdauernde Pflanze, die ganzjährig Laub trägt, jedoch deutliche saisonale Aktivitätsmuster in der Reproduktion aufweist.[4][1] In den nativen Verbreitungsgebieten Ostasiens findet die Blütezeit in den Sommermonaten von Juni bis August statt. Die daraus entstehenden blauen Beerenfrüchte reifen im Herbst, vorwiegend im September und Oktober.[5] Eine erfolgreiche Keimung der Samen in der Natur setzt eine physiologische Dormanz voraus, die durch eine Kältestratifikation von zwei bis drei Monaten über den Winter gebrochen wird, bevor der Austrieb im Frühling erfolgt.[6] Die Pflanze ist frosthart und toleriert Wintertemperaturen bis etwa -23°C, wobei sie in kälteren Grenzbereichen (USDA Zone 6) von einer schützenden Mulchschicht profitiert.[4][3] Die vegetative Vermehrung durch Teilung der Rhizome wird idealerweise im zeitigen Frühjahr oder Herbst durchgeführt, wenn sich die Pflanze in einer Ruhephase befindet oder gerade austreibt. Das aktive Wachstum wird durch Nährstoffgaben im Frühjahr und Hochsommer unterstützt.[3] Ergänzend zeigt das öffentliche Suchinteresse in Deutschland eine korrelierende Saisonalität mit signifikanten Spitzenwerten in den Monaten April und Mai, was dem Beginn der Vegetations- und Pflanzzeit entspricht.[4]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-111743833-A Chemical Anmeldung

Zusammensetzung zur Entfernung von Augenringen und Tränensäcken sowie deren Herstellungsverfahren und Anwendung

Guangzhou Keneng Cosmetic Research Company Ltd., Guangdong Danz Group Company Ltd. (2020)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt eine kosmetische Zusammensetzung gegen Augenringe und Schwellungen. Sie enthält Eschenrindenextrakt, Ophiopogon japonicus Extrakt und Peptide. Die Kernidee ist die synergistische Wirkung dieser Inhaltsstoffe zur Verbesserung der Mikrozirkulation und Hautstruktur um die Augen. Ophiopogon trägt zur Beruhigung und Feuchtigkeitsversorgung bei.

CN-110664828-A Chemical Unbekannt

Zubereitung von Ophiopogon japonicus Saponin D und neue Anwendung als blutzuckersenkendes Medikament

Institute of Military Medicine Academy Military Sciences Pla (2019)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die Isolierung und Verwendung von Ophiopogonin D aus Ophiopogon japonicus zur Behandlung von Diabetes. Die Kernidee ist die Nutzung dieses spezifischen Saponins als hypoglykämisches Mittel. Es wird eine Dosierung von 0,1-0,4 mg/kg (basierend auf Rattenmodellen) vorgeschlagen. Die Methode zeichnet sich durch gute Sicherheitsdaten und Kontrollierbarkeit aus und bietet Potenzial für die Entwicklung neuer Diabetes-Medikamente.

CN-110664825-A Chemical Unbekannt

Zubereitung von Ophiopogon japonicus Saponin D' und neue Anwendung als blutfettsenkendes Medikament

Institute of Military Medicine Academy Military Sciences Pla (2019)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Hier wird die Verwendung von Ophiopogonin D' (einem Derivat aus Ophiopogon japonicus) zur Senkung der Blutfettwerte beschrieben. Das Patent fokussiert sich auf die Herstellung und pharmazeutische Anwendung dieses spezifischen Wirkstoffs. Es zeigt Potenzial als neues Medikament gegen Hyperlipidämie mit guten Wirksamkeitsdaten. Die Innovation liegt in der spezifischen Isolierung und Anwendung dieses Saponins.

CN-110664826-A Chemical Unbekannt

Zubereitung von Ophiopogon japonicus Saponin D' und neue Anwendung als blutzuckersenkendes Medikament

Institute of Military Medicine Academy Military Sciences Pla (2019)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Ähnlich wie das vorherige Patent, beschreibt dieses die Nutzung von Ophiopogonin D', jedoch spezifisch zur Senkung des Blutzuckerspiegels. Es wird als potenzielle neue Arznei gegen Diabetes vorgestellt. Die Methode basiert auf der Verabreichung des isolierten Saponins. Es werden Vorteile in Bezug auf Sicherheit und pharmazeutische Eigenschaften hervorgehoben.

CN-109953939-A Biological Unbekannt

Eine natürliche feuchtigkeitsspendende Zusammensetzung und deren Anwendung

Masson Group Company Ltd. (2019)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Hier wird eine feuchtigkeitsspendende Mischung aus Ophiopogon japonicus Extrakt, Honig und Haferextrakt vorgestellt. Das Patent betont das synergistische Verhältnis dieser drei natürlichen Komponenten (z.B. 0,5-3 Teile Ophiopogon). Die Zusammensetzung ist mild, sicher und für die Herstellung von Kosmetika geeignet. Ophiopogon ist hier ein Hauptwirkstoff für die Hydratisierung der Haut.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/2774158
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:429781-1
  3. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12081266/
  4. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/ophiopogon-japonicus/
  5. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&taxon_id=200027794
  6. https://cdnsciencepub.com/doi/10.1139/cjb-2015-0214
  7. https://www.frontiersin.org/journals/pharmacology/articles/10.3389/fphar.2020.591310/full
  8. Literaturzusammenfassung: Ophiopogon japonicus