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Lexikon-Eintrag

Pastinaken Pastinaca sativa

Pastinaken

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Apiales (Apiales)
Familie Apiaceae
Gattung Pastinaca
Art Pastinaca sativa
Wissenschaftlicher Name Pastinaca sativa L.
Akzeptierter Name

Einleitung

Die Pastinake (*Pastinaca sativa*) ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die ursprünglich in Eurasien beheimatet ist und primär wegen ihrer essbaren, cremefarbenen Pfahlwurzel kultiviert wird. Während die Kulturform ein beliebtes Wurzelgemüse darstellt, gilt die Art in nicht-heimischen Gebieten wie Nordamerika als invasiv und kann aufgrund enthaltener Furanocumarine im Pflanzensaft bei Sonnenlichtkontakt phototoxische Hautreaktionen auslösen. Von der verwandten Wilden Möhre (*Daucus carota*) unterscheidet sich *Pastinaca sativa* unter anderem durch ihre unbehaarten Stängel und Blätter.[1]

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Fakten (kompakt)

- Die Kultivierung der Pastinake lässt sich über 2.000 Jahre zurückverfolgen und ist bereits durch Aufzeichnungen der antiken Griechen und Römer belegt. - Historische Quellen erwähnen die Wurzel als Tributzahlung aus Deutschland an den römischen Kaiser Tiberius.[10] - In Nordamerika wurde die Art im frühen 17. Jahrhundert durch europäische Siedler eingeführt, wobei erste schriftliche Nachweise aus Virginia im Jahr 1609 stammen. - Vor der breiten Verfügbarkeit von Zucker diente die Pflanze aufgrund ihres hohen Zuckergehalts als wichtiges Süßungsmittel sowie zur Herstellung von Sirup und Wein. - Eine Portion von 133 g (etwa eine Tasse) liefert rund 100 Kalorien, 2 g Protein und 24 g Kohlenhydrate, darunter 6,5 g Ballaststoffe. - Der Mineralstoffgehalt ist mit 499 mg Kalium und 50 mg Calcium pro Portion signifikant, ergänzt durch etwa 23 mg Vitamin C, was einem Viertel des Tagesbedarfs entspricht. - Im Gegensatz zur verwandten Wilden Möhre fehlen der Pastinake die ausgeprägten Behaarungen an Stängeln und Blättern; sie ist kahl oder nur leicht behaart. - Die Wurzeln entwickeln ein charakteristisches süßlich-nussiges Aroma und werden traditionell in Kellern oder direkt im Boden gelagert.[10]

Name & Einordnung

Die Pastinake (*Pastinaca sativa* L.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung *Pastinaca* (Pastinak) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).[1][2] Der wissenschaftliche Gattungsname leitet sich vom lateinischen Wort *pastinum* ab, das einen zweizinkigen Grabstock bezeichnet und bildlich auf die grabfähige Pfahlwurzel der Pflanze verweist. Das Artepitheton *sativa* entstammt ebenfalls dem Lateinischen und kennzeichnet die Art als kultivierte Nutzpflanze.[1] Taxonomisch werden verschiedene Unterarten differenziert, insbesondere die kultivierte *Pastinaca sativa* subsp. *sativa* und die wild vorkommende *Pastinaca sativa* subsp. *sylvestris*.[1] Letztere wurde historisch teilweise als eigenständiges Taxon unter dem Namen *Pastinaca sylvestris* Mill. geführt. Evolutionsbiologisch wird die Art in die Unterfamilie Apioideae eingeordnet und ist eng mit anderen wirtschaftlich bedeutenden Doldenblütlern wie der Möhre (*Daucus carota*) und der Petersilie (*Petroselinum crispum*) verwandt. Die botanische Erstbeschreibung und gültige Nomenklatur geht auf Carl von Linné zurück.[1] Historische Erwähnungen finden sich bereits in der *Naturalis historia* (ca. 77 n. Chr.) von Plinius dem Älteren, der die Pflanze als *pastinaca* bezeichnete. In antiken und mittelalterlichen Quellen ist die eindeutige Zuordnung jedoch oft erschwert, da der Begriff häufig nicht scharf zwischen Pastinaken und Möhren unterschied. Der englische Trivialname „parsnip“ entwickelte sich aus dem altfranzösischen *pasnaie* (heute *panais*), wobei die Endung in Analogie zu „turnip“ (Rübe) angepasst wurde.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Pastinake (*Pastinaca sativa*) ist eine zweijährige krautige Pflanze, die im zweiten Wachstumsjahr Wuchshöhen von 90 bis 180 cm erreicht.[1] Charakteristisch ist die fleischige, konische Pfahlwurzel, die eine cremeweiße bis blassgelbe Färbung aufweist und sich nach unten hin verjüngt. Diese Speicherwurzel misst typischerweise 8 bis 30 cm in der Länge sowie 3 bis 10 cm im Durchmesser und besitzt eine glatte Außenhaut.[2] Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine grundständige Blattrosette aus unpaarig gefiederten Laubblättern.[1] Die hellgrünen Blätter bestehen aus 5 bis 12 eiförmigen oder elliptischen Fiederblättchen, die jeweils 5 bis 10 cm lang und 2 bis 5 cm breit sind. Die Ränder der Fiederblättchen sind gesägt oder gelappt, was ein wichtiges Bestimmungsmerkmal darstellt.[2] Der im zweiten Jahr austreibende Stängel wächst aufrecht, ist hohl, kantig gefurcht und verzweigt sich im oberen Bereich.[1] Im Gegensatz zu vielen verwandten Arten ist der Stängel kahl oder nur leicht behaart, jedoch nicht borstig. Die Blütenstände sind flache, zusammengesetzte Dolden, die einen Durchmesser von 8 bis 20 cm erreichen können.[2] Die zahlreichen kleinen Einzelblüten sind gelb gefärbt und besitzen fünf nach innen gebogene Kronblätter sowie prominente gelbe Staubblätter. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel vom späten Frühling bis zum frühen Sommer. Nach der Befruchtung entwickeln sich Samen, wobei eine einzelne Pflanze bis zu 1.000 Stück produzieren kann, die über Wind und Wasser verbreitet werden.[1] Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur Wilden Möhre (*Daucus carota*) ist das Fehlen einer ausgeprägten Behaarung an Stängeln und Blättern bei der Pastinake. Zudem blüht *Pastinaca sativa* gelb, während die Wilde Möhre meist weiße Blüten aufweist.[2] Wildformen unterscheiden sich oft durch dünnere Wurzeln und eine höhere Konzentration an phototoxischen Furanocumarinen im Pflanzensaft von den kultivierten Sorten.[5]

Beschreibung

Die Pastinake (*Pastinaca sativa*) ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die ursprünglich in Eurasien beheimatet ist und heute weltweit als Wurzelgemüse kultiviert wird.[1] Im ersten Jahr ihres Lebenszyklus bildet die Pflanze eine bodennahe Rosette aus gefiederten Blättern und entwickelt eine fleischige, konische Pfahlwurzel, die als primäres Speicherorgan dient.[1][2] Diese Wurzel speichert Energie in Form von Stärke, die der Pflanze im zweiten Jahr das schnelle Wachstum eines aufrechten, bis zu 180 cm hohen Blütenstängels ermöglicht.[1][5] Ein charakteristisches physiologisches Merkmal ist die Umwandlung dieser gespeicherten Stärke in Zucker bei Frosteinwirkung, was der Pflanze Frosttoleranz verleiht und den typischen süßlich-nussigen Geschmack der Wurzel hervorbringt.[1] Im Gegensatz zur nah verwandten Wilden Möhre (*Daucus carota*) besitzt *Pastinaca sativa* einen kantig gefurchten, hohlen Stängel, der weitgehend unbehaart ist.[1][2] Die Art gilt als Pionierpflanze, die bevorzugt offene, gestörte Standorte wie Wegränder, Wiesen und Flussufer besiedelt und gut auf lehmigen, kalkhaltigen Böden gedeiht. Ökologisch spielt sie eine wichtige Rolle für Insekten, da ihre flachen Blütendolden im zweiten Sommer zahlreiche Bestäuber wie Bienen und Fliegen anziehen.[1] Zur chemischen Abwehr gegen Fressfeinde und Pathogene produziert die Pflanze Furanocumarine, die besonders im Pflanzensaft und in den grünen Teilen konzentriert sind.[5][2] Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken als Phytoalexine und können bei Kontakt in Verbindung mit Sonnenlicht (UV-Strahlung) schwere phototoxische Hautreaktionen (Phytophotodermatitis) bei Säugetieren auslösen.[2][1] Eine spezifische ökologische Interaktion besteht mit der Pastinakmotte (*Depressaria pastinacella*), deren Larven sich von den Blättern und Samen ernähren und die chemische Abwehr der Pflanze beeinflussen können.[1][5] Die Vermehrung erfolgt ausschließlich über Samen, die durch Wind, Wasser oder menschliche Aktivitäten verbreitet werden und im Boden mindestens vier Jahre keimfähig bleiben. Aufgrund ihrer hohen Samenproduktion und Anpassungsfähigkeit wird die wilde Form in Nordamerika und anderen Regionen als invasive Art eingestuft, die heimische Vegetation verdrängen kann. Historisch wird die Art seit über 2.000 Jahren genutzt, wobei römische Quellen wie Plinius der Ältere sie bereits erwähnten, wenngleich in antiken Texten oft Verwechslungen mit Karotten vorkamen. Der wissenschaftliche Gattungsname *Pastinaca* leitet sich vom lateinischen *pastinum* ab, was sich auf ein zweizinkiges Grabwerkzeug bezieht und die Form oder Ernte der Pfahlwurzel beschreibt.[1] Züchterische Bearbeitung seit dem 19. Jahrhundert hat bei Kulturformen zu deutlich glatteren, dickeren Wurzeln geführt, während Wildformen oft dünne, verholzte Wurzeln aufweisen.[1]

Verhalten

Als zweijährige Pflanze zeigt *Pastinaca sativa* ein ausgeprägtes zeitliches Wachstumsverhalten, bei dem sie im ersten Jahr eine bodenständige Rosette zur Energiespeicherung bildet und im zweiten Jahr zur Reproduktion rasch in die Höhe schießt.[1] Zur aktiven Abwehr von Herbivoren und Pathogenen synthetisiert die Pflanze Furanocumarine wie Xanthotoxin und Bergapten, die als Phytoalexine fungieren. Die Produktion dieser sekundären Pflanzenstoffe ist dynamisch und wird durch mechanische Verletzungen, Insektenfraß oder UV-Strahlung induziert, um die chemische Barriere zu verstärken. Eine spezifische Verhaltensanpassung ist die Phototoxizität dieser Substanzen, die erst unter Einwirkung von ultraviolettem Licht aktiviert werden und so Fressfeinde abschrecken.[5] Ökologisch verhält sich *Pastinaca sativa* als Pionierart, die gestörte Habitate wie Straßenränder rasch besiedelt und dort oft dichte Monokulturen bildet, welche die native Vegetation verdrängen. Zur Sicherung der Ausbreitung produziert ein einzelnes Exemplar bis zu 1.000 Samen, die opportunistisch durch Wind, Wasser und menschliche Aktivitäten verbreitet werden. Während der Blütezeit im Frühsommer locken die großen Dolden aktiv diverse Bestäuber wie Bienen und Fliegen an, um die Fremdbestäubung zu gewährleisten.[1] Eine spezialisierte Interaktion besteht mit der Pastinakmotte (*Depressaria pastinacella*), deren Fraß die Pflanze dazu anregt, ihre Toxizitätswerte in den betroffenen Geweben signifikant zu erhöhen.[1][7] Zudem reagiert der Organismus physiologisch auf Kältereize, indem er bei Frost gespeicherte Stärke in Zucker umwandelt, was die Frosttoleranz erhöht.[1]

Ökologie

Als Pionierpflanze besiedelt *Pastinaca sativa* bevorzugt gestörte Habitate wie Wegränder, Flussufer und offene Felder in gemäßigten Klimazonen.[1] Die Art gedeiht optimal auf gut durchlässigen, lehmigen Böden mit mäßiger Fruchtbarkeit und einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0, wobei sie sonnige bis halbschattige Standorte präferiert.[2][1] Während der Blütezeit locken die großen Dolden eine Vielzahl von Insekten an, darunter Bienen und Fliegen, die für die Bestäubung essenziell sind.[1] Zur chemischen Abwehr von Herbivoren und pathogenen Pilzen produziert die Pflanze Furanocumarine, deren Konzentration bei mechanischer Beschädigung oder Insektenfraß signifikant ansteigt.[5][1] Ein spezialisierter Fressfeind ist die Pastinakmotte (*Depressaria pastinacella*), deren Larven sich von Laub und Samen ernähren und dadurch die Produktion dieser Abwehrstoffe in wilden Populationen verstärken.[1] Zu den weiteren Antagonisten im Ökosystem zählen die Möhrenfliege, deren Larven das Wurzelsystem befallen, sowie Blattläuse, die als Vektoren für Pflanzenviren fungieren.[5] In invasiven Verbreitungsgebieten verdrängt *Pastinaca sativa* heimische Pflanzenarten durch die Bildung dichter Monokulturen, was zu einer Reduktion der lokalen Biodiversität führt. Diese Dominanz wird durch eine hohe Reproduktionsrate unterstützt, da eine einzelne Pflanze bis zu 1.000 Samen produzieren kann, die im Boden mindestens vier Jahre keimfähig bleiben.[7] Ökologisch ist die Art an kühle Wachstumsbedingungen angepasst, wobei winterliche Frosteinwirkung physiologische Prozesse zur Umwandlung von Stärke in Zucker in der Pfahlwurzel auslöst.[8]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Während *Pastinaca sativa* als Kulturpflanze geschätzt wird, gelten verwilderte Populationen in Regionen wie Nordamerika und Australien als invasive Art, die heimische Flora verdrängt.[1] In gestörten Habitaten bildet die Pflanze dichte Monokulturen, die die Biodiversität reduzieren und die natürliche Sukzession behindern.[2] Ein erhebliches Gesundheitsrisiko geht von den im Pflanzsaft enthaltenen Furanocumarinen aus, die bei Hautkontakt und nachfolgender UV-Exposition eine Phytophotodermatitis mit schmerzhaften Verbrennungen und Blasenbildung auslösen.[5][7] Auch Weidetiere wie Rinder und Pferde sind gefährdet, wobei der Verzehr zu Gewichtsverlust, Fruchtbarkeitsstörungen und Verdauungsproblemen führen kann.[2] Im landwirtschaftlichen Anbau stellt die Möhrenfliege einen Hauptschädling dar, deren Larven die Pfahlwurzeln durch Fraßgänge schädigen.[5] Pilzliche Erkrankungen wie Wurzelfäule (*Pythium*) und Krebserkrankungen (*Alternaria*) verursachen Gewebezerfall, insbesondere auf schlecht drainierten Böden.[2] Zur präventiven Vermeidung bodenbürtiger Pathogene wird eine Fruchtfolge von mindestens drei Jahren ohne Anbau von Apiaceae-Arten empfohlen. Physikalische Barrieren wie Reihenabdeckungen schützen Jungpflanzen effektiv vor dem Zuflug von Schadinsekten wie Blattläusen.[5] Das Management invasiver Bestände erfordert mechanische Entfernung vor der Samenbildung, da die Samen im Boden mindestens vier Jahre keimfähig bleiben.[7][9] Bei großflächigem Befall kommen Herbizide wie Glyphosat zum Einsatz, während die Pastinakenmotte (*Depressaria pastinacella*) als biologischer Gegenspieler fungiert, indem sie Blätter und Samen frisst.[1][5] Aufgrund der Aggressivität und Toxizität ist die Wildform in US-Bundesstaaten wie Minnesota und Wisconsin als „noxious weed“ klassifiziert, was Bekämpfungsmaßnahmen rechtlich vorschreibt.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

In der kommerziellen Landwirtschaft erzielen Pastinaken unter optimalen Bedingungen Durchschnittserträge von 20 bis 30 Tonnen pro Hektar.[1] Die Züchtung brachte leistungsfähige Hybriden wie *Javelin F1* hervor, die auf hohe marktfähige Erträge und Resistenz gegen Krankheiten wie den Braunen Wurzelfäule-Erreger optimiert sind.[7] Abseits des Anbaus verursacht verwilderte *Pastinaca sativa* als invasive Art wirtschaftliche Schäden, insbesondere im Mittleren Westen der USA und Kanada, wo sie dichte Monokulturen bildet und die Biodiversität verdrängt.[1][7] Nennenswerte ökonomische Verluste in der Viehwirtschaft entstehen durch Vergiftungen von Weidetieren, da der Verzehr bei Rindern und Pferden zu Gewichtsverlust, reduzierter Fruchtbarkeit und Verdauungsstörungen führt.[2] Der phototoxische Pflanzensaft stellt zudem ein Arbeitsrisiko für Landwirte und Landschaftspfleger dar, da Kontakt schwere Hautentzündungen (Phytophotodermatitis) auslösen kann, die medizinische Versorgung erfordern.[7] In Regionen mit Status als schädliches Unkraut (*noxious weed*), wie in Minnesota und Wisconsin, sind öffentliche und private Landbesitzer zu kostenintensiven Bekämpfungsmaßnahmen mittels Mahd oder Herbiziden verpflichtet.[1] Im Gemüsebau führen Schädlinge wie die Möhrenfliege sowie Krankheiten wie *Alternaria*-bedingter Krebs zu Qualitätsminderungen und Ernteausfällen durch Wurzeldeformationen oder Fäulnis.[5] Historisch besaß die Wurzel als Grundnahrungsmittel und Zuckerersatz vor der Verbreitung der Kartoffel und des Rohrzuckers eine zentrale ökonomische Bedeutung in Europa.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Pastinaca sativa ist eine zweijährige (bienne) krautige Pflanze, deren Lebenszyklus sich über zwei Vegetationsperioden erstreckt. Im ersten Jahr bildet die Pflanze nach der Keimung eine bodenständige Blattrosette aus gefiederten Blättern und investiert ihre Energie primär in die Entwicklung einer fleischigen, konischen Pfahlwurzel als Speicherorgan.[1] Für ein optimales Wachstum benötigt die Art gut durchlässige, lehmige Böden mit mäßiger Fruchtbarkeit und einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0.[2] Die Keimung verläuft epigäisch und dauert bei optimalen Temperaturen von 10–20 °C etwa 14 bis 21 Tage, kann sich jedoch in kühlen Böden auf bis zu vier Wochen verlängern. Die Pflanze überwintert im Rosettenstadium, wobei Kälteeinwirkung (Frost) physiologisch notwendig ist, um die gespeicherte Stärke in Zucker umzuwandeln und die Schossneigung im Folgejahr zu induzieren.[1] Im zweiten Frühjahr oder Sommer treibt ein hohler, gefurchter Blütenstängel aus, der Wuchshöhen von 90 bis 180 cm erreicht.[6] Die Blütezeit erstreckt sich vom späten Frühjahr bis zum Frühsommer, wobei sich komplexe Dolden mit kleinen, gelben, zwittrigen Blüten bilden. Die Bestäubung erfolgt durch verschiedene Insekten, insbesondere Bienen und Fliegen, die durch die offenen Doldenblüten angelockt werden. Nach der Befruchtung produziert eine einzelne Pflanze bis zu 1.000 Samen, die primär durch Wind, Wasser und mechanische Einwirkung verbreitet werden.[1] Während Samen kultivierter Sorten meist nur 1–2 Jahre keimfähig bleiben, können Samen wilder Populationen eine persistente Samenbank im Boden bilden und mindestens vier Jahre lebensfähig bleiben.[7] Als monokarpe Art stirbt die Pflanze nach der Samenreife und Seneszenz vollständig ab.[1] Zur chemischen Verteidigung gegen Herbivoren synthetisiert Pastinaca sativa Furanocumarine, deren Konzentration bei mechanischer Beschädigung oder Insektenfraß in den oberirdischen Pflanzenteilen als Stressreaktion ansteigt. Ein bedeutender spezialisierter Fressfeind ist die Pastinakmotte (Depressaria pastinacella), deren Larven an Blättern und Samenständen fressen und so die Reproduktionsfähigkeit der Pflanze einschränken können. Weitere Schädlinge sind die Möhrenfliege, deren Larven die Wurzeln schädigen, sowie Blattläuse, die als Vektoren für Viren fungieren. Pilzliche Pathogene wie Pythium (Wurzelfäule) oder Alternaria-Arten (Schwärze) befallen vor allem Pflanzen auf schlecht drainierten oder zu feuchten Böden.[5]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Pastinaca sativa* erstreckt sich über Eurasien, vom Mittelmeerraum über den Kaukasus bis nach Zentralsibirien.[1][4] In diesen natürlichen Arealen besiedelt die Art vorwiegend gemäßigtes Grünland, Waldränder sowie Uferbereiche von Flüssen. Die Pflanze bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte auf gut durchlässigen, lehmigen Böden, die idealerweise mäßig nährstoffreich und kalkhaltig sind. Hinsichtlich der Bodenfeuchtigkeit zeigt sie sich anpassungsfähig und toleriert trockene bis mittlere Verhältnisse sowie Feuchtwiesen, verträgt jedoch keine dauerhafte Überflutung. Als Pionierpflanze besiedelt *Pastinaca sativa* rasch gestörte Böden und ist häufig an Straßenrändern, auf Brachflächen und Dämmen zu finden.[1] Im frühen 17. Jahrhundert wurde die Pastinake durch europäische Siedler nach Nordamerika eingeführt, wo sie erstmals 1609 in Virginia dokumentiert wurde. Kurz nach der Einführung verwilderte die Kulturpflanze und etablierte sich erfolgreich außerhalb landwirtschaftlicher Flächen. Heute gilt sie in Teilen der USA, insbesondere im Mittleren Westen, in Kanada (vor allem Ontario) sowie in Australien als invasive Art. In diesen Regionen verdrängt sie durch die Bildung dichter Monokulturen die heimische Vegetation, wobei Samen im Boden mindestens vier Jahre keimfähig bleiben. Die Art ist an gemäßigte Klimazonen angepasst und gedeiht in den Winterhärtezonen 3 bis 9.[1] In Europa kommt sie sowohl in wilden Populationen als auch als Kulturflüchtling vor und ist ein fester Bestandteil der Ruderalflora.[4]

Saisonalität & Aktivität

Pastinaca sativa ist eine zweijährige krautige Pflanze, deren Lebenszyklus sich über zwei Vegetationsperioden erstreckt. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine basale Blattrosette und entwickelt die charakteristische Pfahlwurzel, wobei sie in diesem vegetativen Stadium überwintert. Die Überwinterung ist essenziell, da Frost die Umwandlung von gespeicherter Stärke in Zucker anregt und die Pflanze kältetolerant ist. Im zweiten Jahr treibt der gefurchte Blütenstängel im Frühling oder Sommer rasch aus und erreicht Höhen von bis zu 180 cm. Die Blütezeit der gelben Dolden erstreckt sich typischerweise vom späten Frühling bis in den frühen Sommer. Nach der Bestäubung durch Insekten wie Bienen und Fliegen bildet die Pflanze Samen und stirbt anschließend ab (Seneszenz). Die Keimung erfolgt im zeitigen Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen etwa 4–10 °C erreichen, kann jedoch bis zu drei Wochen dauern. Für die vollständige Entwicklung benötigt die Art eine Wachstumsperiode von etwa 120 bis 180 frostfreien Tagen. Spezifische Schädlinge wie die Larven der Pastinakmotte (*Depressaria pastinacella*) sind während der Vegetationsperiode aktiv und fressen an Laub sowie Samen. Die Ernte der Wurzeln erfolgt primär im Spätherbst nach den ersten Frösten oder im folgenden zeitigen Frühjahr, da sie im Boden gelagert werden können.[1] Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland korreliert stark mit dieser Verfügbarkeit und zeigt deutliche Spitzenwerte in den Wintermonaten Januar und Februar.[3]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Attenhausen, Sontheim b Memmingen, 87776 Sontheim, Deutschland

    21.11.2025

  • Home 67583 Guntersblum, Deutschland

    16.11.2025

  • Deutschland

    03.11.2025

  • Wetzlar, Hessen, Deutschland

    18.10.2025

  • Deutschland

    05.10.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://www.fs.usda.gov/wildflowers/plant-of-the-week/pastinaca_sativa.shtml
  2. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/pastinaca-sativa/
  3. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), Keyword: Pastinaken, Geo: DE, 2026.
  4. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:331467-2
  5. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10345681/
  6. http://www.minnesotaseasons.com/Plants/wild_parsnip.html
  7. https://www.ontarioinvasiveplants.ca/wp-content/uploads/2016/07/OIPC_BMP_WildParsnip_Feb182014_FINAL2.pdf
  8. https://townesharvest.montana.edu/documents/Parsnips.pdf
  9. https://vtinvasives.org/invasive/wild-parsnip
  10. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)