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Lexikon-Eintrag

Shiso Perilla frutescens

Shiso

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Lamiales (Lamiales)
Familie Lamiaceae
Gattung Perilla
Art Perilla frutescens
Wissenschaftlicher Name Perilla frutescens (L.) Britton
Akzeptierter Name

Einleitung

*Perilla frutescens*, bekannt als Shiso oder Perilla, ist eine einjährige krautige Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie stammt aus Ostasien, vom Himalaya und dem indischen Subkontinent bis nach Südostasien. Die Pflanze wird in Ostasien seit über 2.000 Jahren kultiviert und ist in Teilen der östlichen Vereinigten Staaten eingebürgert und invasiv geworden.[1]

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Zuletzt am 15.06.2026
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Fakten (kompakt)

- *Perilla frutescens* hat vierkantige, behaarte Stängel, die 0,3–1 m hoch werden können.[13] - Die Blätter von *P. frutescens* können bis zu 10 cm lang werden und sind grob gesägt.[13] - Die Blüten von *P. frutescens* sind klein, glockenförmig und weiß bis blassviolett.[13] - Die Blüten von *P. frutescens* blühen vom Spätsommer bis zum Herbst.[13] - Die Samen von *P. frutescens* sind reich an Öl. - *Perilla frutescens* gehört zur Ordnung Lamiales innerhalb der Familie Lamiaceae. - Die Familie Lamiaceae umfasst etwa 236 Gattungen und mehr als 7.000 Arten.[13] - Die Blüten von *P. frutescens* sind selbstbestäubend. - *Perilla frutescens* wird in Ostasien seit über 2.000 Jahren kultiviert.[13] - In der traditionellen ostasiatischen Medizin werden Blätter, Stängel und Samen von *P. frutescens* zur Behandlung von Beschwerden wie Erkältungen, Allergien, Asthma, Angstzuständen und Verdauungsproblemen verwendet.[13] - Die Blätter von *P. frutescens* werden zur Aromatisierung von Sushi, Salaten, Suppen und Pickles verwendet.[13] - Das aus den Samen von *P. frutescens* gewonnene Öl ist reich an Alpha-Linolensäure und wird in der Küche und in Kosmetika verwendet. - *Perilla frutescens* kann für Nutztiere giftig sein und atypische interstitielle Pneumonie verursachen.[13] - Die taxonomische Einordnung von *P. frutescens* erfolgte ursprünglich als *Ocimum frutescens* durch Carl Linnaeus im Jahr 1753. - Nathaniel Lord Britton übertrug die Art 1894 auf die Gattung *Perilla*. - *Perilla frutescens* gehört innerhalb der Familie Lamiaceae zur Unterfamilie Nepetoideae. - Die Unterfamilie Nepetoideae zeichnet sich durch Drüsenhaare aus, die ätherische Öle produzieren. - Innerhalb der Nepetoideae ist *Perilla frutescens* eng mit den Gattungen *Elsholtzia* und *Collinsonia* verwandt.[13]

Name & Einordnung

*Perilla frutescens* (L.) Britton, allgemein bekannt als Perilla, Shiso oder Beefsteak-Pflanze, ist eine einjährige krautige Art aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Art wurde ursprünglich 1753 von Carl Linnaeus als *Ocimum frutescens* beschrieben und in seinem Werk *Species Plantarum* veröffentlicht. Nathaniel Lord Britton übertrug sie 1894 auf die Gattung *Perilla*. Der Gattungsname *Perilla* leitet sich vom lateinischen Wort „pera“ ab, was „Tasche“ oder „Geldbörse“ bedeutet und sich auf die taschenartige Form des fruchtenden Kelchs bezieht. Das Artepitheton *frutescens* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „strauchartig“ oder „buschig“, was die aufrechte, verzweigte Wuchsform der Pflanze beschreibt.[2] *Perilla frutescens* ist in drei Hauptvarietäten unterteilt: *Perilla frutescens* var. *frutescens*, *Perilla frutescens* var. *crispa* und *Perilla frutescens* var. *nankinensis*. Die Sorte *frutescens* hat grüne Blätter mit flachen Rändern und wird hauptsächlich wegen ihrer ölreichen Samen angebaut. Im Gegensatz dazu zeichnet sich die Sorte *crispa* durch gekräuselte Blattränder und Blätter aus, die grün oder violett sein können, wobei der Schwerpunkt auf der Verwendung der Blätter liegt, insbesondere in Japan, wo sie als Shiso bekannt ist. Die Sorte *nankinensis* wird heute weniger häufig erkannt und oft als Übergangsform oder Synonym von *crispa* behandelt, mit intermediären Blattmerkmalen, die flache und gekräuselte Ränder verbinden. In Ostasien hat *Perilla frutescens* mehrere gebräuchliche Namen, die ihre kulturelle Bedeutung und morphologischen Merkmale widerspiegeln.[2] Der japanische Name Shiso (紫蘇) stammt vom chinesischen Zǐsū (紫蘇), wobei zǐ „violett“ bedeutet und sū ein allgemeiner Begriff für aromatische Pflanzen in der Familie der Lippenblütler ist, wie z. B. Basilikum. In Korea ist sie als Deulkkae (들깨), was „wilder Sesam“ bedeutet, oder Kkaennip (깻잎), was übersetzt „Sesamblatt“ bedeutet, bekannt, da die ölreichen Samen der Pflanze denen von Sesam (Sesamum indicum) ähneln, obwohl die beiden botanisch nicht verwandt sind. Im englischsprachigen Raum wird die Pflanze oft als „Beefsteak-Pflanze“ bezeichnet, weil die tiefroten Blätter einiger Sorten rohem Rindfleisch ähneln.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Perilla frutescens*, auch bekannt als Shiso, ist eine einjährige krautige Pflanze, die typischerweise eine Höhe von 0,3 bis 1,5 m erreicht. Die Stängel sind vierkantig, oft grün oder rot-violett, mit vier Längsrillen und einer kurzen Behaarung. Die Pflanze hat eine ausladende Wuchsform von 0,25 bis 1,5 m Breite. Das Wurzelsystem besteht aus einer flachen Pfahlwurzel und sich nahe der Bodenoberfläche ausbreitenden Faserwurzeln, was die Selbstaussaat und das Kolonisieren unterstützt. Die Blätter sind gegenständig, gestielt und breit eiförmig bis kreisförmig, mit einer Länge von 5–13 cm und einer Breite von 3–10 cm. Die Blattränder sind gesägt oder tief gezahnt, wobei einige Formen gelappt oder gekräuselt sein können. Die Blätter sind oft auf der Oberseite grün und auf der Unterseite violett oder rötlich gefärbt. Zerdrückte Blätter verströmen einen starken, moschusartigen Minzduft. Der Blütenstand besteht aus lockeren, einseitigen, achselständigen Ähren oder traubenartigen Thyrsen von bis zu 10 cm Länge. Die kleinen, zweilippigen Blüten sind weiß bis lavendelfarben und 2–4 mm groß; die Blütezeit reicht vom Spätsommer bis zum Herbst. Die Früchte sind Schließfrüchte (Nüsschen) von 1–2 mm Durchmesser, die von einem sich vergrößernden Kelch umschlossen sind, der bis zu 11 mm groß wird. Die graubraunen, netzartigen Samen weisen hohe Keimraten von 65–70 % für frische Merikarpe auf.[3] *P. frutescens* wird in drei Hauptvarietäten unterteilt: *var. frutescens*, *var. crispa* und *var. nankinensis*.[3] *Var. frutescens* hat grüne Blätter mit flachen Rändern und wird hauptsächlich wegen ihrer ölreichen Samen angebaut.[3] *Var. crispa* zeichnet sich durch gekräuselte Blattränder und grüne oder violette Blätter aus; diese Varietät wird besonders in Japan als Shiso genutzt.[3] *Var. nankinensis* wird heute weniger häufig anerkannt und oft als Übergangsform oder Synonym von *var. crispa* behandelt. Die Blätter einiger Sorten ähneln rohem Rindfleisch, was der Pflanze den englischen Namen „beefsteak plant“ eingebracht hat.[3] Die Sorte *var. frutescens* ist oft tetraploid (2n=40), während *var. crispa* diploide Formen in wilden Verwandten aufweist.[3]

Beschreibung

*Perilla frutescens*, allgemein bekannt als Perilla, Shiso oder Beefsteak-Pflanze, ist eine einjährige krautige Art aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie stammt aus Ostasien, vom Himalaya und dem indischen Subkontinent bis nach Südostasien. Die Pflanze zeichnet sich durch ihre vielseitige Verwendung in Küche, Medizin und als Zierpflanze aus. Sie wächst typischerweise in Höhenlagen zwischen 300 und 3.500 Metern über dem Meeresspiegel in subtropischen bis gemäßigten Klimazonen.[1] *P. frutescens* bevorzugt feuchte, gut durchlässige, lehmige oder sandige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0. Sie ist anpassungsfähig an verschiedene Lichtverhältnisse und wächst sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. Die Pflanze hat einen aufrechten, frei verzweigten Wuchs und erreicht eine Höhe von 0,3 bis 1,5 Metern. Die Stängel sind vierkantig, oft grün oder violett/rot mit vier Längsrillen und mit kurzen Haaren bedeckt. Das Wurzelsystem besteht aus einer flachen Pfahlwurzel und faserigen Wurzeln, die sich nahe der Bodenoberfläche ausbreiten. Die Blätter sind gegenständig, gestielt und breit eiförmig bis kreisrund, mit gesägten oder tief gezahnten Rändern, die in einigen Formen gelappt oder gekräuselt sein können. Die Blätter sind oft auf der Oberseite grün und auf der Unterseite violett oder rötlich, und sie verströmen beim Zerdrücken einen starken, moschusartigen Minzduft. Die Blütenstände bestehen aus lockeren, einseitigen, achselständigen Ähren oder traubenartigen Thyrsen von bis zu 10 cm Länge, die kleine, zweilippige Blüten tragen, die weiß bis lavendelfarben sind und eine Größe von 2–4 mm haben. Die Blütezeit reicht vom Spätsommer bis zum Herbst.[1] Als Kurztagpflanze benötigt *P. frutescens* eine Verkürzung der Tage, um die Blüte einzuleiten. Die Frucht ist eine schizokarpische Nussfrucht von 1–2 mm Durchmesser, die von einem sich vergrößernden Kelch umschlossen ist, der sich auf 11 mm vergrößert. Die graubraunen, netzartigen Samen weisen hohe Keimraten von 65–70 % für frische Merikarpe auf.[1] Es gibt drei Hauptunterarten von *Perilla frutescens*: *var. frutescens*, *var. crispa* und *var. nankinensis*.[1] *Var. frutescens* hat grüne Blätter mit flachen Rändern und wird hauptsächlich wegen ihrer ölreichen Samen angebaut.[1] *Var. crispa* zeichnet sich durch gekräuselte Blattränder und Blätter aus, die grün oder violett sein können, wobei der Schwerpunkt auf der Verwendung der Blätter liegt, insbesondere in Japan, wo sie als Shiso bekannt ist.[1] *Var. nankinensis* wird heute weniger häufig erkannt und oft als Übergangsform oder Synonym von *var. crispa* behandelt, mit intermediären Blattmerkmalen, die flache und gekräuselte Ränder verbinden. Genetische Studien haben die engen phylogenetischen Beziehungen zwischen den Varietäten bestätigt und ihren Ursprung von gemeinsamen wilden Vorfahren in Ostasien belegt. Der Gattungsname *Perilla* leitet sich vom lateinischen Wort *pera* ab, was „Tasche“ oder „Geldbörse“ bedeutet und auf die taschenartige Form des fruchtenden Kelchs anspielt. Das spezifische Epitheton *frutescens* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „strauchartig“ oder „buschig“, was die aufrechte, verzweigte Wuchsform der Pflanze beschreibt.[1]

Verhalten

Informationen über spezifische Verhaltensweisen von *Perilla frutescens* wie Fortbewegung, Orientierung, Kommunikation, Aggregation, Territorialität oder Abwehrverhalten sind in den vorliegenden Quellen nicht detailliert beschrieben. Die verfügbaren Daten konzentrieren sich hauptsächlich auf morphologische Merkmale, taxonomische Einordnung, Anbaupraktiken, chemische Zusammensetzung, traditionelle und industrielle Anwendungen sowie genetische Vielfalt.[3] Es gibt Hinweise darauf, dass *P. frutescens* ein Pionierbesiedler gestörter Standorte ist und durch die Produktion von Perillaketon, das das Wachstum konkurrierender Pflanzen hemmt, allelopathische Effekte zeigt. Die Blüten locken Bestäuber wie Bienen an und bieten in spät saisonalen Habitaten Nektarressourcen. Die Pflanze zeigt Anpassungen wie die Toleranz der Samen gegenüber Trockenheit, die das Überleben unter verschiedenen Bedingungen ermöglicht.[3]

Ökologie

*Perilla frutescens* ist eine Pionierpflanze, die schnell offene oder gestörte Standorte besiedelt und so zur frühen Vegetationserholung beiträgt. Die Blüten ziehen Bestäuber wie Bienen an und bieten in spät saisonalen Habitaten Nektarressourcen. Die Pflanze zeigt Anpassungen wie die Trockenheitstoleranz der Samen, die das Überleben unter variablen Bedingungen ermöglicht, und allelopathische Effekte durch Verbindungen wie Perilla-Keton, die das Wachstum benachbarter konkurrierender Pflanzen hemmen.[3] *P. frutescens* bevorzugt Standorte in voller Sonne bis Halbschatten. Sie wächst gut in feuchten, gut durchlässigen, lehmigen oder sandigen Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 und toleriert sowohl fruchtbare als auch weniger fruchtbare Bedingungen, solange die Entwässerung ausreichend ist, um Staunässe zu vermeiden.[3] In ihren natürlichen Umgebungen besiedelt *P. frutescens* häufig gestörte Gebiete wie Straßenränder, Waldränder, Gräben, Flussufer und Brachflächen und bevorzugt subtropische bis gemäßigte Klimazonen, wo sie als frühe Besiedlerin in der Sekundärsukzession wirkt. Optimales Wachstum erfolgt bei Temperaturen zwischen 18 °C und 25 °C; die Pflanze ist frostempfindlich, kann aber leichten Frost vertragen. Sie bevorzugt Umgebungen mit einem jährlichen Niederschlag von 800 bis 1.500 mm, um die Bodenfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten, kann aber auch trockenere Perioden überstehen, sobald sie sich etabliert hat.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Perilla frutescens* ist vielseitig nutzbar, kann aber auch Probleme verursachen. Die Pflanze wird in Ostasien seit über 2.000 Jahren kultiviert und hat sich in Teilen der östlichen USA als invasiv etabliert, wo sie sich aggressiv aussät.[3] Als Schädling kann *P. frutescens* für Weidetiere giftig sein, da die Pflanze Perillaketon enthält, welches atypische interstitielle Pneumonie auslösen kann, besonders während der Blütezeit. Alle Pflanzenteile sind sowohl in frischer als auch in getrockneter Form giftig. Die Bekämpfung auf Weideflächen erfolgt durch mechanische Entfernung oder Herbizide wie 2,4-D oder Dicamba im frühen Wachstumsstadium. Dichte Bestände erwünschter Futterpflanzen können das Grasen von *Perilla* reduzieren.[3] Für den Menschen gilt *P. frutescens* im Allgemeinen als sicher (GRAS) für die Verwendung in Lebensmitteln durch die U.S. Food and Drug Administration. Es sind keine Fälle von Perillaketon-induzierter Lungentoxizität beim Menschen bekannt, obwohl seltene allergische Reaktionen auf die Samen bei einer kleinen Anzahl von Personen auftreten können. Übermäßiger Konsum könnte möglicherweise Magen-Darm-Beschwerden verursachen, was zu Mäßigung bei der Aufnahme über die Nahrung rät.[3] Im Bereich der Medizin wird *P. frutescens* in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) als *zi su* zur Behandlung von Husten, Asthma und Allergien eingesetzt.[3] Jüngste Forschung hebt die entzündungshemmenden Eigenschaften von *P. frutescens*-Extrakten hervor, die NF-κB- und STAT3-Signalwege hemmen, um entzündungsfördernde Zytokine zu reduzieren. Die antioxidativen Effekte, die durch Verbindungen wie Rosmarinsäure und Perillaldehyd angetrieben werden, aktivieren die NRF2/HO-1-Signalisierung, um oxidativem Stress entgegenzuwirken. Industriell findet Perillaöl aufgrund seines hohen Gehalts an α-Linolensäure (ALA) Verwendung in Kosmetika als Weichmacher mit Anti-Aging-Effekt. Extrakte aus *Perilla frutescens*, insbesondere Perillaldehyd aus ätherischen Ölen, dienen als natürliche Konservierungsmittel in Lebensmittelverpackungsmaterialien. Die wirtschaftliche Produktion von *Perilla frutescens* konzentriert sich auf Asien, wobei China und Korea führend im Export von Samen und Öl für industrielle Zwecke sind.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

*Perilla frutescens*, bekannt als Shiso, hat sowohl positive als auch negative wirtschaftliche Auswirkungen. Einerseits wird die Pflanze in Ostasien, insbesondere in China, Japan und Korea, seit über 2.000 Jahren angebaut und ist ein wichtiger Bestandteil der dortigen Küche und traditionellen Medizin. Die Blätter werden frisch, gekocht oder konserviert verwendet und verleihen verschiedenen Gerichten einen minzigen, basilikumartigen Geschmack. Die Samen sind reich an Öl und werden ebenfalls in der Küche verwendet.[3] Andererseits kann *P. frutescens* auch negative wirtschaftliche Auswirkungen haben, da sie für Nutztiere giftig ist. Insbesondere während der Blütezeit enthält die Pflanze Perilla-Ketone, die bei Wiederkäuern wie Rindern und Pferden atypische interstitielle Pneumonie auslösen können. Dies führt zu Atemnot, Husten und möglicherweise zum Tod der Tiere, was wirtschaftliche Verluste für Landwirte zur Folge hat. Um die Toxizitätsrisiken zu minimieren, ist es wichtig, den Zugang von Nutztieren zu befallenen Gebieten zu verhindern und dichte Futterbestände zu erhalten.[3] In den Vereinigten Staaten, wo *P. frutescens* in einigen Regionen invasiv geworden ist, stellt sie eine Herausforderung für die Landwirtschaft und das Weidemanagement dar.[3] Die Bekämpfung der Ausbreitung von *P. frutescens* erfordert mechanische Entfernung oder den Einsatz von Herbiziden, was zusätzliche Kosten verursacht. Jüngste Patentanmeldungen zeigen Innovationen in der Nutzung von *Perilla frutescens*, darunter fermentierte Extrakte zur Stressreduktion [3], Stammzelllinien zur Gewinnung von Polyphenolen für Kosmetika [3] und genetische Methoden zur Steuerung der Blütezeit zur Ertragssteigerung.[3]

Biologie & Lebenszyklus

*Perilla frutescens*, auch bekannt als Perilla, Shiso oder Beefsteak-Pflanze, ist eine einjährige krautige Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie stammt aus Ostasien, vom Himalaya und dem indischen Subkontinent bis nach Südostasien. Die Pflanze hat vierkantige, behaarte Stängel, die 0,3–1 m hoch werden, mit gegenständigen, eiförmigen Blättern von bis zu 10 cm Länge, die grob gesägt sind. Die Blätter sind grün bis tiefviolett und verströmen beim Zerdrücken ein moschusartiges, minzähnliches Aroma. Die kleinen, glockenförmigen Blüten sind weiß bis blassviolett und blühen vom Spätsommer bis zum Herbst in ährenartigen Blütenständen. Die Blüten sind selbstbestäubend.[3] Als Kurztagpflanze benötigt *P. frutescens* kurze Tage, um die Blüte einzuleiten. Die Vermehrung erfolgt durch Samen, die optimal bei etwa 20 °C keimen. Die Ernte erfolgt typischerweise im September–Oktober. Die Früchte sind kleine, schizokarpe Nüsschen von 1–2 mm Durchmesser, die in einem sich vergrößernden Kelch eingeschlossen sind. Die graubraunen Samen weisen hohe Keimraten von 65–70 % auf. *Perilla frutescens* bevorzugt feuchte, gut durchlässige, lehmige oder sandige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0. Optimales Wachstum erfolgt bei Temperaturen zwischen 18 °C und 25 °C. Die Pflanze ist frostempfindlich, verträgt aber leichten Frost. Sie dient als Pionierpflanze, die schnell offene oder gestörte Standorte besiedelt. Die Blüten locken Bestäuber wie Bienen an.[3] Es gibt drei Hauptvarietäten: *var. frutescens*, *var. crispa* und *var. nankinensis*.[3] *Var. frutescens* hat grüne Blätter mit flachen Rändern und wird hauptsächlich wegen ihrer ölreichen Samen angebaut.[3] *Var. crispa* zeichnet sich durch gekräuselte Blattränder und grüne oder violette Blätter aus und wird besonders in Japan als Shiso verwendet.[3] Die Sorte *var. nankinensis* wird oft als Übergangsform oder Synonym von *var. crispa* behandelt.[3]

Vorkommen & Lebensraum

*Perilla frutescens*, auch bekannt als Shiso, ist eine einjährige krautige Pflanze, die in Ostasien beheimatet ist. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen russischen Fernen Osten bis nach Pakistan und umfasst Regionen wie den Himalaya, Süd- und Südostchina, Myanmar, Japan, Korea, Laos, Thailand, Vietnam, Taiwan, Java, Assam und Bangladesch.[3] *P. frutescens* kommt in Bergregionen in Höhenlagen von 300 bis 3.500 m über dem Meeresspiegel vor und gedeiht in subtropischen bis gemäßigten Klimazonen. Es wird angenommen, dass die Pflanze ihren Ursprung in den Berggebieten Indiens und Chinas (Himalaya) hat, wo wilde Populationen noch heute vorkommen. Kultivierungspraktiken haben zu ihrer breiteren Verbreitung in ganz Ostasien beigetragen.[3] Heutzutage sind die wilden Populationen von *P. frutescens* weitgehend auf diese ostasiatischen Gebiete beschränkt, obwohl einige verwilderte Exemplare in Gebieten in der Nähe von Anbauflächen vorkommen. Die Pflanze bevorzugt feuchte, gut durchlässige, lehmige oder sandige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0. Sie toleriert sowohl fruchtbare als auch weniger fruchtbare Bedingungen, solange die Entwässerung ausreichend ist, um Staunässe zu vermeiden.[3] *P. frutescens* wächst gut in voller Sonne, toleriert aber auch Halbschatten, was es ihm ermöglicht, sich in verschiedenen Mikrohabitaten anzusiedeln.[3] In ihren natürlichen Lebensräumen besiedelt *P. frutescens* häufig gestörte Gebiete wie Straßenränder, Waldränder, Gräben, Flussufer und Brachflächen. Sie bevorzugt subtropische bis gemäßigte Klimazonen, wo sie als Pionierpflanze in der Sekundärsukzession wirkt. Optimales Wachstum erfolgt bei Temperaturen zwischen 18 °C und 25 °C. Die Pflanze ist frostempfindlich, kann aber leichten Frost vertragen. Sie bevorzugt Umgebungen mit einem jährlichen Niederschlag von 800 bis 1.500 mm, um die Bodenfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten, kann aber auch trockenere Perioden überstehen, sobald sie sich etabliert hat. In den Vereinigten Staaten hat sich *Perilla frutescens* in Teilen des Ostens eingebürgert und ist dort invasiv geworden. Sie versamt sich dort aggressiv in gestörten Gebieten, Wäldern und Weiden.[3]

Saisonalität & Aktivität

*Perilla frutescens*, auch bekannt als Shiso, ist eine einjährige Pflanze. Die Blütezeit erstreckt sich vom späten Sommer bis in den Herbst.[3] Als Kurztagpflanze benötigt *P. frutescens* eine tägliche Belichtungsdauer von 14 bis 16 Stunden oder weniger, um die Blütenbildung einzuleiten. Die Ernte erfolgt typischerweise in den Monaten September und Oktober. Optimale Wachstumstemperaturen liegen zwischen 18°C und 25°C. Die Aussaat im Freiland erfolgt im Frühjahr nach dem letzten Frost. Die Blätter können bereits 40 bis 60 Tage nach der Aussaat geerntet werden. Die Samen reifen etwa 90 bis 120 Tage nach der Pflanzung.[3] Die höchsten Suchanfragen für Shiso gibt es im Juli und August, die niedrigsten im November und Dezember.[4]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • luisenplatz frankfurt

    27.10.2025

  • luisenplatz frankfurt

    27.10.2025

  • Neumünster, Schleswig-Holstein, Deutschland

    19.09.2024

  • Freising, Bayern, Deutschland

    09.09.2024

  • Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland

    29.05.2024

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

WO-2022055337-A1 Biological Anmeldung

Zusammensetzung zur Stresslinderung oder zur Vorbeugung und Behandlung von Stresserkrankungen umfassend fermentierten Extrakt aus Perilla frutescens var. acuta

Ajou University of Industry Academic Cooperation Foundatio (2021)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Die Kerninnovation liegt in der Verwendung von *fermentiertem* Extrakt aus Perilla frutescens var. acuta. Studien im Patent zeigen, dass der fermentierte Extrakt signifikant wirksamer gegen Stress, Angst und Depressionen ist als unfermentierter Extrakt. Dies stellt eine biotechnologische Veredelung des Rohstoffs dar. Die Methode erhöht die Bioverfügbarkeit oder Wirksamkeit der Inhaltsstoffe. Es ist eine vielversprechende Anwendung für funktionelle Lebensmittel oder Medikamente im Bereich der psychischen Gesundheit.

WO-2022112862-A1 Biological Anmeldung

Phytokomplex und Extrakt einer meristematischen Zelllinie ausgewählt aus Perilla frutescens

Demethra Biotech S R L (2021)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Hier wird eine hochtechnologische Methode zur Gewinnung von Inhaltsstoffen mittels pflanzlicher Stammzellen (meristematische Zellen) beschrieben. Diese Zelllinien von Perilla frutescens sind darauf optimiert, hohe Mengen an Polyphenolen (Rosmarinsäure) und Anthocyanen zu produzieren. Die Anwendung zielt auf Kosmetika und Hautregeneration ab. Dies ist eine sehr fortschrittliche Nutzung der Pflanze, die unabhängig von saisonalem Anbau standardisierte Wirkstoffe liefert. Es stellt eine nachhaltige Quelle für hochwertige Perilla-Wirkstoffe dar.

KR-20210088820-A Biological Anmeldung

Zusammensetzung zur Regulierung der Pflanzenblüte umfassend das PfHd3a-Gen aus Perilla frutescens und Verfahren zur Steuerung der Blütezeit

University of Dong A Research Found For Ind Academy of Coop (2020)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt eine genetische Methode zur Steuerung der Blütezeit von Perilla frutescens (Shiso). Die Kernidee ist die Nutzung des PfHd3a-Gens, dessen Überexpression die Blütezeit gezielt beeinflussen kann. Dies ermöglicht die Entwicklung von spät schossenden Sorten, die im Frühjahr gesät und erst im Herbst geerntet werden, was die Erntezeit für die Blätter verlängert. Die Methode ist besonders relevant für die landwirtschaftliche Optimierung und Ertragssteigerung von Perilla-Blättern. Durch die Verzögerung der Blüte werden Kosten für Anbauanlagen gesenkt und das Einkommen der Erzeuger potenziell erhöht.

WO-2020189899-A1 Biological Anmeldung

Antidepressive, angstlösende, stresshemmende oder spannungslösende Zusammensetzung enthaltend fermentierten Perilla frutescens Extrakt

University of Ajou Ind Academic Coop Found (2020)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Ähnlich wie Patent 6 fokussiert sich diese Erfindung auf die psychopharmakologische Wirkung von fermentiertem Perilla-Extrakt. Es werden spezifische Anwendungen als Antidepressivum und Anxiolytikum beschrieben. Der Fermentationsprozess ist entscheidend für die gesteigerte Wirksamkeit. Das Patent deckt auch die Verwendung in Fasern oder Duftkompositionen ab, was über die orale Einnahme hinausgeht. Es unterstreicht das Potenzial von veredeltem Perilla im Wellness- und Medizinsektor.

CN-112826860-A Chemical Anmeldung

Rezeptur und Herstellungsverfahren für eine Paste aus Perilla frutescens und Mandarinenschalen

Tonglu Yao Foreign Public Food Company Ltd. (2020)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt eine traditionelle medizinische Paste, die Perilla frutescens mit Mandarinenschalen (Exocarpium Citri Rubrum), Zitrone und Mandeln kombiniert. Die Herstellung erfolgt durch langsames Kochen (Slow Fire), um die Wirkstoffe zu erhalten. Die Paste soll besonders gegen Erkältungen vom Wind-Kälte-Typ wirken. Perilla ist hierbei ein wichtiger, aber nicht der alleinige Wirkstoff in einer komplexen Mischung. Die Innovation liegt primär in der spezifischen Kombination und dem schonenden Verarbeitungsverfahren.

Quellen & Referenzen

  1. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6337106/
  2. https://www.frontiersin.org/journals/sustainable-food-systems/articles/10.3389/fsufs.2025.1549061/full
  3. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/perilla-frutescens/
  4. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  5. https://www.nature.com/articles/s41598-017-02157-6
  6. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:190343-2
  7. http://gernot-katzers-spice-pages.com/engl/Peri_fru.html
  8. https://wfoplantlist.org/taxon/wfo-0000267281-2025-06
  9. https://doi.org/10.3389/fnut.2023.1130927
  10. https://selfsufficientme.com/farming/how-to-grow-perilla-shiso/
  11. https://poisonousplants.cvmbs.colostate.edu/plant/131
  12. http://www.itmonline.org/articles/perilla/perilla.htm
  13. Literaturzusammenfassung: Perilla frutescens