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Lexikon-Eintrag

Australische Schabe Periplaneta australasiae

Australische Schabe
Mittleres Risiko Allergen Lästling Krankheitsüberträger Physische Gefahr

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Schaben (Blattodea)
Familie Blattidae
Gattung Periplaneta
Art Periplaneta australasiae
Wissenschaftlicher Name Periplaneta australasiae (Fabricius, 1775)
Akzeptierter Name

Einleitung

Die **Australische Schabe** (*Periplaneta australasiae*, in jüngerer Systematik *Validiblatta australasiae*) ist eine ursprünglich aus Afrika stammende Schabenart aus der Familie der Blattidae, die heute weltweit in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet ist. Als peridomestischer Lästling besiedelt sie häufig Gewächshäuser und Gebäude, wo sie durch Fraß an Pflanzenmaterial und stärkehaltigen Stoffen wirtschaftliche Schäden verursachen kann. Von der ähnlichen Amerikanischen Großschabe (*Periplaneta americana*) unterscheidet sie sich durch gelbe Ränder am Halsschild sowie charakteristische gelbe Streifen an der Basis der Vorderflügel.[1][2]

Name & Einordnung

Die Art wurde ursprünglich im Jahr 1775 von dem dänischen Entomologen Johan Christian Fabricius unter dem Namen *Blatta australasiae* beschrieben. Diese Erstbeschreibung erfolgte in seinem fundamentalen Werk *Systema Entomologiae*.[2] Während die Spezies lange Zeit als *Periplaneta australasiae* geführt wurde, ordnete eine umfassende Revision der Subfamilie Blattinae im Jahr 2025 sie basierend auf molekularen Daten und der Genitalmorphologie der neu aufgestellten Gattung *Validiblatta* zu.[3] Sie gehört systematisch zur Familie der Blattidae (Schaben).[3][1] Der lange gebräuchliche Gattungsname *Periplaneta* leitet sich aus den griechischen Wortwurzeln *peri-* (herum) und *planētēs* (Wanderer) ab, was auf die weite Verbreitung und den Bewegungsdrang anspielt.[2] Das Art-Epitheton *australasiae* ist ein Genitiv, der sich auf Australasien bezieht, da das Typusexemplar aus dieser Region stammte, obwohl der tatsächliche Ursprung der Art in Afrika liegt. Dementsprechend gelten der deutsche Trivialname „Australische Schabe“ sowie das englische „Australian cockroach“ als irreführende Bezeichnungen.[1][2] Im Laufe der taxonomischen Geschichte wurden zahlreiche Synonyme publiziert, darunter *Blatta aurantiaca* (Stoll, 1813), *Periplaneta zonata* (Haan, 1842) und *Periplaneta repanda* (Walker, 1868). Weitere historische Bezeichnungen umfassen *Periplaneta subcincta*, *Periplaneta inclusa* sowie *Polyzosteria subornata*.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die adulte Australische Schabe (*Periplaneta australasiae*) erreicht eine Körperlänge von 32 bis 35 mm und ist damit etwas kleiner als die verwandte Amerikanische Großschabe (*Periplaneta americana*). Der Körper ist oval geformt, dorsoventral abgeflacht und weist eine rotbraune bis dunkelbraune Grundfärbung auf. Charakteristisch für die Art sind die hellgelben Ränder am Pronotum sowie gelbe Streifen oder Bänder an der Basis der Vorderflügel (Tegmina). Das Pronotum zeigt zudem oft ein unregelmäßiges gelbes Band, das einen zentralen, häufig zweilappigen dunklen Fleck umschließt. Der dreieckige Kopf ist mit großen Komplexaugen und langen, fadenförmigen Antennen ausgestattet, die die Körperlänge übertreffen. Die Mundwerkzeuge sind beißend-kauend ausgebildet und an eine omnivore Ernährung angepasst. Adulte Tiere besitzen voll entwickelte Flügel, wobei die ledrigen Tegmina die gefalteten Hinterflügel bedecken und kurze Gleitflüge ermöglichen. Ein Geschlechtsdimorphismus zeigt sich an den Hinterleibsanhängen: Männchen besitzen am neunten Sternit Cerci und Styli, während Weibchen nur Cerci und eine vorstehende Ovipositor-Platte aufweisen.[2] Die Larven (Nymphen) durchlaufen 5 bis 13 Stadien und unterscheiden sich von den Adulten durch das Fehlen voll entwickelter Flügel. Junge Nymphen sind etwa 3 mm groß, dunkelbraun gefärbt und durch hellgelbe Flecken auf Thorax und Abdomen gekennzeichnet. Im Laufe der Entwicklung entsteht ein fleckiges Muster, das in die rotbraune Adultfärbung übergeht, wobei gelbe Randflecken erhalten bleiben.[4] Die Eikapseln (Ootheken) sind etwa 11 mm lang und enthalten rund 24 Eier, die in zwei Reihen angeordnet sind. Zur Abgrenzung von der ähnlichen *Periplaneta americana* dienen primär die gelben Pronotum-Ränder und Flügelbasen, die der Amerikanischen Schabe fehlen.[2]

Beschreibung

Die Australische Schabe (*Periplaneta australasiae*, in neueren Revisionen auch *Validiblatta australasiae*) ist eine große, peridomestische Schabenart, die trotz ihres Namens ursprünglich aus Afrika stammt und heute weltweit in tropischen sowie subtropischen Klimazonen verbreitet ist.[2] Mit einer Körperlänge von 25 bis 35 mm bleibt sie etwas kleiner als die nahe verwandte Amerikanische Schabe (*Periplaneta americana*), unterscheidet sich jedoch deutlich durch die hellgelben Ränder am Pronotum und die gelben Streifen an der Basis der Vorderflügel.[2][1] Der dorsoventral abgeflachte, rotbraune bis dunkelbraune Körper ermöglicht der Art das Eindringen in engste Spalten, wobei sie im natürlichen Habitat feuchte Außenbereiche wie Laubstreu, Mulchhaufen oder Rindenverstecke bevorzugt.[2] Im Gegensatz zu vielen rein bodenbewohnenden Arten ist *P. australasiae* ein guter Flieger, der besonders in warmen Nächten kurze Gleitflüge unternimmt und häufig von Lichtquellen angezogen wird.[2] Anatomisch ist die Art durch lange, fadenförmige Antennen gekennzeichnet, die die Körperlänge übertreffen und als hochsensible Tast- und Riechorgane für die Orientierung in dunklen Umgebungen dienen.[1][5] Die großen Komplexaugen gewährleisten ein weites Sichtfeld zur Bewegungswahrnehmung, während die kräftigen beißend-kauenden Mundwerkzeuge an eine omnivore Ernährung mit einer Vorliebe für pflanzliches Material angepasst sind.[1][4] Die Entwicklung verläuft über eine unvollständige Metamorphose, wobei die Larvenstadien (Nymphen) über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten 5 bis 13 Häutungen durchlaufen.[2][4] Frisch geschlüpfte Nymphen sind etwa 3 mm groß, flügellos und dunkelbraun gefärbt, weisen jedoch bereits charakteristische hellgelbe Flecken auf Thorax und Abdomen auf, die sie gut von anderen Arten unterscheidbar machen. Im Verlauf der Entwicklung entsteht ein fleckiges Muster, das zunehmend in die rotbraune Färbung der Adulten übergeht, während sich ab dem dritten oder vierten Stadium die Flügelscheiden ausbilden. Ein bemerkenswertes Verhaltensmerkmal der Nymphen ist ihre gregäre Lebensweise, da das Aufwachsen in Gruppen die Entwicklungsgeschwindigkeit im Vergleich zu isolierten Individuen signifikant erhöht.[4] Geschlechtsdimorphismus zeigt sich primär an den Hinterleibsenden: Männchen besitzen ein schmaleres Abdomen mit zwei Paaren von Anhängen (Cerci und Styli), während Weibchen ein breiteres Abdomen mit einer vorstehenden Ovipositor-Platte und lediglich Cerci aufweisen.[1] Weibchen produzieren im Laufe ihres Lebens 20 bis 30 Ootheken mit je etwa 24 Eiern, die sie vor der Ablage in geschützten Ritzen bis zu einen Monat lang extern am Abdomen tragen.[2][1] Historisch wurde die Art 1775 von Johan Christian Fabricius als *Blatta australasiae* erstbeschrieben, basierend auf Exemplaren aus dem australasiatischen Raum, was zu dem bis heute gebräuchlichen, aber irreführenden Trivialnamen führte. Neuere phylogenetische Untersuchungen, die molekulare Daten und Genitalmorphologie einbeziehen, haben eine Reklassifizierung in die neue Gattung *Validiblatta* vorgeschlagen, um die Paraphylie innerhalb der Gruppe aufzulösen. Ökologisch fungiert die Art in ihrem natürlichen Lebensraum als wichtiger Zersetzer von organischem Material, kann jedoch in landwirtschaftlichen Bereichen wie Gewächshäusern durch Fraß an Sämlingen ökonomische Schäden verursachen.[2]

Verhalten

Die Australische Schabe (*Periplaneta australasiae*) ist primär nachtaktiv und verbringt den Tag in dunklen, feuchten Verstecken, wobei die Aktivität in der Dämmerung ihren Höhepunkt erreicht.[1] Die Art bewegt sich meist laufend fort und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 1,5 m/s, was etwa 50 Körperlängen pro Sekunde entspricht.[4] Im Gegensatz zu vielen rein im Innenraum lebenden Schaben sind adulte Tiere flugfähig und nutzen ihre Flügel zum Gleiten über kurze Distanzen, besonders bei warmen Temperaturen.[2] Zum Klettern an vertikalen Oberflächen setzen sie spezialisierte Tarsalklauen und Haftpolster ein.[4] *P. australasiae* zeigt ein ausgeprägtes geselliges Verhalten; Nymphen aggregieren oft in Gruppen, was ihre Entwicklung durch soziale Fazilitation beschleunigt.[4] Bei der Nahrungssuche agieren sie als omnivore Aasfresser mit einer deutlichen Vorliebe für pflanzliches Material wie verrottendes Laub oder Sämlinge.[2][4] Die Fortpflanzung wird durch volatile Sexualpheromone eingeleitet, die Weibchen abgeben, um Männchen über Distanz anzulocken. Das Balzverhalten im Nahbereich umfasst Antennenkontakt und den Austausch chemischer Signale über Kontakt-Chemorezeptoren.[2] Zur Orientierung und Gefahrenerkennung nutzen sie ihre langen Antennen sowie Komplexaugen, die besonders auf Bewegungen reagieren.[5] Als Abwehrmechanismus können die Tiere neben der schnellen Flucht ein übelriechendes, öliges Sekret aus Abdominaldrüsen absondern.[1]

Ökologie

Die Australische Schabe (*Periplaneta australasiae*) präferiert warme, feuchte Habitate in tropischen und subtropischen Regionen, wobei Temperaturen zwischen 27 und 33 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit für die Entwicklung optimal sind.[1][4] In natürlichen Umgebungen besiedelt die Art geschützte Mikrohabitate unter loser Baumrinde, in Laubstreuansammlungen sowie in Mulch- und Holzstapeln, oft in unmittelbarer Nähe zu Wasserquellen.[2] Ökologisch fungiert *P. australasiae* primär als Destruent in der Laubstreu, wo sie durch den Abbau von organischem Material den Nährstoffkreislauf und die Bodenfruchtbarkeit unterstützt.[1] Im Gegensatz zu verwandten Arten wie der Amerikanischen Schabe (*Periplaneta americana*) zeigt sie eine ausgeprägte Präferenz für pflanzliche Nahrung gegenüber tierischem Material.[6] Das Nahrungsspektrum umfasst verrottendes Pflanzenmaterial, Totholz sowie zarte Blätter und Sämlinge, was in landwirtschaftlichen Kulturen wie Gewächshäusern zu ökonomischen Schäden führen kann.[4] In gemäßigten Klimazonen ist die Art aufgrund ihrer Kälteempfindlichkeit auf künstlich beheizte Strukturen beschränkt und besiedelt dort ökologische Nischen in Gewächshäusern oder botanischen Gärten. Die Tiere sind nachtaktiv und verbergen sich tagsüber in dunklen, feuchten Verstecken, um Prädationsdruck und Austrocknung zu entgehen. Nymphen zeigen ein gregäres Verhalten und entwickeln sich in Gruppen schneller als in Isolation, was auf soziale Erleichterungseffekte hindeutet.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Australische Schabe (*Periplaneta australasiae*) gilt primär als Hygiene- und Materialschädling, der als peridomestische Art oft von außen in Gebäude eindringt.[2][1] Wirtschaftliche Schäden entstehen vor allem in Gewächshäusern und Gärtnereien, da die Art im Gegensatz zu anderen Schaben bevorzugt an Sämlingen, Wurzeln und Zierpflanzen frisst.[4][1] In Innenräumen können stärkehaltige Materialien wie Buchbindungen, Kartonagen, Papier sowie gelegentlich Textilien oder Leder durch Schabefraß beschädigt werden.[1][2] Gesundheitlich ist die Art relevant, da sie mechanisch Pathogene wie *Salmonella*-Serotypen, Bakterien, Pilze und Protozoen auf Lebensmittel und Oberflächen überträgt.[4][1] Zudem enthalten Kot, Speichel und Häutungsreste Allergene, die bei sensibilisierten Personen Asthma, Hautreizungen und Atemwegsbeschwerden auslösen können.[2][1] Die Prävention konzentriert sich auf bauliche Maßnahmen (Exclusion), wie das Abdichten von Rissen im Fundament, die Installation von Türbesen und das Verschließen von Spalten an Fenstern.[2] Hygienisch ist die Entfernung von Feuchtigkeitsquellen und Versteckmöglichkeiten wie Laubstreu, Holzstapeln und Mulch in Gebäudenähe essenziell, um die Ansiedlung zu verhindern.[1][4] Zur Überwachung und Lokalisierung von Befallsherden werden Klebefallen oder Austreibemittel auf Pyrethrin-Basis eingesetzt. Die Bekämpfung erfolgt im Rahmen des Integrierten Schädlingsmanagements (IPM), das sanitäre Maßnahmen mit gezielten chemischen Anwendungen kombiniert.[1][2] Physikalisch hilft das Absaugen mit HEPA-Filtern, um lebende Tiere und allergene Rückstände zu entfernen.[2] Chemisch werden langsam wirkende Fraßköder mit Wirkstoffen wie Fipronil oder Indoxacarb bevorzugt, da diese durch das Sozialverhalten in die Kolonie getragen werden. Ergänzend können insektizide Stäube wie Borsäure oder Kieselgur in Hohlräumen sowie Barriere-Sprays an Außenanlagen eingesetzt werden.[1][2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Relevanz von *Periplaneta australasiae* begründet sich vorwiegend durch Schäden in der Landwirtschaft und Lagerhaltung, wobei sie seltener als reiner Hygieneschädling in Wohnräumen auftritt als verwandte Arten.[1] In Gewächshäusern und Gärtnereien verursacht die Art direkte ökonomische Verluste, indem sie Sämlinge, Laub und Wurzeln von Zier- und Nutzpflanzen frisst.[2][4] Dieser Fraß an stärkehaltigen Pflanzenteilen kann die Qualität der Kulturen mindern oder zu Ernteausfällen führen. Neben pflanzlichen Produkten werden Materialien wie Papier, Kartonagen, Textilien und sogar Lederbuchbindungen durch die Kauwerkzeuge der Insekten beschädigt.[4][1] In lebensmittelverarbeitenden Betrieben führt die Kontamination von Vorräten durch Kot, Speichel und Körperteile zu Warenverlusten und Konflikten mit Hygienevorschriften. Da die Art Pathogene wie *Salmonella* übertragen kann, entstehen indirekte Kosten durch Gesundheitsrisiken und notwendige Dekontaminationsmaßnahmen. In gemäßigten Klimazonen beschränken sich wirtschaftliche Schäden meist auf künstlich beheizte Strukturen wie Gewächshäuser oder Zoos, wo die Tiere stabile Populationen bilden können.[4] Demgegenüber steht ein begrenzter positiver Nutzen in natürlichen Ökosystemen, wo die Schaben als Zersetzer organischer Materie zur Nährstoffrückführung und Bodenfruchtbarkeit beitragen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Australische Schabe (*Periplaneta australasiae*) durchläuft eine hemimetabole Entwicklung (unvollständige Metamorphose), die ohne Puppenstadium direkt vom Ei über mehrere Nymphenstadien zum adulten Insekt führt.[1] Die Fortpflanzung wird durch die Abgabe flüchtiger Sexualpheromone der Weibchen eingeleitet, welche Männchen über Distanz anlocken und das Balzverhalten stimulieren.[2] Nach der Paarung produzieren die Weibchen im Laufe ihres Lebens 20 bis 30 Ootheken (Eipakete), wobei die erste Kapsel etwa 24 Tage nach der Reifehäutung gebildet wird.[1][2] Jede etwa 11 mm lange Ootheka enthält durchschnittlich 24 Eier, die in zwei Reihen angeordnet sind. Das Weibchen trägt das Eipaket bis zu einen Monat lang extern am Hinterleib, bevor es dieses in geschützten Spalten ablegt oder mit Substrat tarnt. Die Embryonalentwicklung dauert unter günstigen Bedingungen etwa 40 Tage, bis die Nymphen schlüpfen.[1] Die Jungtiere durchlaufen eine 6 bis 12 Monate dauernde Entwicklungsphase mit 5 bis 13 Häutungsstadien (Instars). Frisch geschlüpfte Nymphen sind etwa 3 mm groß, flügellos und weisen helle Flecken auf dem Thorax und Abdomen auf, die sich im Laufe der Häutungen verlieren.[2] Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist stark temperaturabhängig, mit einem Optimum zwischen 25 und 30 °C, während Wachstumsprozesse unterhalb von ca. 17,1 °C nahezu zum Erliegen kommen. Der gesamte Zyklus vom Ei bis zum adulten Insekt nimmt in subtropischen Klimaten 8 bis 12 Monate in Anspruch.[4] Die Lebenserwartung der adulten Tiere beträgt anschließend 4 bis 6 Monate.[1] Im Gegensatz zu verwandten Arten bevorzugt *P. australasiae* pflanzliche Nahrung und frisst vorwiegend verrottendes organisches Material, Laub sowie weiche Pflanzenteile.[2] Aufgrund dieser Präferenz können die Tiere in Gewächshäusern Schäden an Sämlingen und Zierpflanzen verursachen.[1] Nymphen zeigen ein geselliges Verhalten und entwickeln sich in Gruppen schneller als in Isolation, was auf soziale Fazilitation hindeutet. Die Mortalität ist besonders in den frühen Nymphenstadien hoch und kann bei höheren Temperaturen (30 °C) bis zu 50 % erreichen.[4] Physiologisch ist die Art an warm-feuchte Habitate angepasst und besitzt eine geringe Kältetoleranz, weshalb sie in gemäßigten Zonen meist nur in beheizten Strukturen überlebt.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Obwohl der Trivialname eine Herkunft aus Australien suggeriert, liegt das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Periplaneta australasiae* im tropischen Afrika.[1][2] Phylogenetische Untersuchungen und historische Daten deuten darauf hin, dass die Art bereits vor menschlichem Einfluss in afrikanischen Wäldern und Savannen heimisch war.[2] Die globale Ausbreitung begann vermutlich im 18. Jahrhundert über den maritimen Handel und Sklavenschiffe, wodurch sie heute kosmopolitisch in den Tropen und Subtropen etabliert ist.[1] Zu den aktuellen Hauptverbreitungsgebieten zählen Südostasien, die pazifischen Inseln, Südamerika sowie die Küstenregionen der südöstlichen USA, insbesondere Florida.[1][2] In Australien selbst beschränkt sich das Vorkommen primär auf die feuchtwarmen Küstengebiete entlang der Ostküste bis nach New South Wales.[1] In gemäßigten Klimazonen wie Mitteleuropa kann die Art aufgrund ihrer Kälteempfindlichkeit nicht dauerhaft im Freiland überleben. In Deutschland und anderen europäischen Ländern finden sich Populationen daher fast ausschließlich in permanent beheizten Gebäuden wie Gewächshäusern, botanischen Gärten oder Zoos.[4] Dort profitiert sie von konstant hohen Temperaturen zwischen 27 und 33 °C sowie hoher Luftfeuchtigkeit.[1] Im natürlichen Habitat besiedelt die Australische Schabe bevorzugt feuchte Außenbereiche unter loser Baumrinde, in Laubstreu oder in Holzstapeln.[2] Sie ist häufig in Mulchbeeten und verrottendem Pflanzenmaterial zu finden, wo sie als Zersetzer organischer Substanz fungiert.[4] Als peridomestischer Kulturfolger dringt sie oft in Gebäude ein, besiedelt jedoch vorrangig Randbereiche wie Garagen, Hohlräume in Wänden oder Bereiche um Wasserleitungen.[1] Besonders in Gewächshäusern tritt sie als Schädling auf, da sie dort ideale Lebensbedingungen vorfindet und an Jungpflanzen frisst. Die Tiere sind in der Lage, an vertikalen Oberflächen wie Wänden und Pflanzenstängeln emporzuklettern, um geschützte Ruheplätze zu erreichen.[4]

Saisonalität & Aktivität

Die Australische Schabe (*Periplaneta australasiae*) ist strikt nachtaktiv und verbringt die Tagesstunden verborgen in dunklen, feuchten Rückzugsorten wie unter Baumrinde, in Laubstreu oder Holzstapeln.[1] Die primäre Aktivitätsphase beginnt mit der Dämmerung, wobei die Tiere nachts häufig von künstlichen Lichtquellen angezogen werden. Im Gegensatz zu vielen bodenbewohnenden Schaben sind adulte Exemplare flugfähig und nutzen diese Fähigkeit besonders bei hohen Umgebungstemperaturen zum Gleiten über kurze Distanzen.[2] Der Lebenszyklus und die physiologische Aktivität werden maßgeblich durch die Temperatur gesteuert, wobei das Optimum für die Entwicklung zwischen 27 und 33 °C liegt. Sinkt die Temperatur unter einen Schwellenwert von etwa 17,1 °C, stagniert die Entwicklung der Nymphen vollständig. Aufgrund dieser Wärmeabhängigkeit findet in gemäßigten Klimazonen keine erfolgreiche Überwinterung im Freiland statt; die Art persistiert dort fast ausschließlich ganzjährig in künstlich beheizten Habitaten wie Gewächshäusern.[4] Die Entwicklung vom Ei bis zum adulten Insekt beansprucht unter subtropischen Bedingungen 8 bis 12 Monate.[1] Nymphen durchlaufen in diesem Zeitraum 5 bis 13 Stadien, wobei das Wachstum durch gregäres Verhalten in Gruppen beschleunigt werden kann.[4] Adulte Tiere erreichen eine Lebensspanne von vier bis sechs Monaten, in denen Weibchen kontinuierlich Ootheken produzieren.[1] Da die Fortpflanzung in den tropischen Ursprungsgebieten nicht saisonal limitiert ist, treten in etablierten Populationen Adulte und verschiedene Nymphenstadien meist gleichzeitig auf, was zu einer überlappenden Generationenfolge führt.[1][4]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    15.01.2026

  • Botanischer Garten - Osnabrück, 49076 Osnabrück, Deutschland

    01.01.2026

  • Bonn am Botanischen Garten, 53115 Bonn, Deutschland

    26.11.2025

  • Deutschland

    24.11.2025

  • Bonn, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    24.11.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://edis.ifas.ufl.edu/publication/IN1088
  2. https://doi.org/10.1111/syen.12680
  3. https://resjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/syen.12680
  4. https://www.researchgate.net/publication/257652675_Temperature-dependent_development_and_mortality_of_Australian_cockroach_Periplaneta_australasiae_Fabricius_Blattodea_Blattidae
  5. http://www.scholarpedia.org/article/Cockroach_antennae
  6. https://lanwebs.lander.edu/faculty/rsfox/invertebrates/periplaneta.html