Augenfliege –Pipunculidae
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Taxonomie
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Zweiflügler (Diptera)
Familie
Pipunculidae
Art
Pipunculidae
Wissenschaftlicher Name
Pipunculidae
Akzeptierter Name
Einleitung
Die **Augenfliegen** (*Pipunculidae*), im englischen Sprachraum auch als „Big-headed Flies“ bekannt, sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera), die systematisch den Schwebfliegen (Syrphidae) nahesteht. Namensgebend und charakteristisch sind die stark vergrößerten, fast kugeligen Facettenaugen, die den Kopf der Tiere dominieren, sowie die langen, schmalen Flügel. Die Larven dieser weltweit verbreiteten Gruppe leben überwiegend als Parasitoide in Zikaden, wobei Arten der Gattung *Nephrocerus* spezifisch Schnaken (Tipulidae) befallen.[1][2]
Biologie & Lebenszyklus
Die Fortpflanzung der Augenfliegen (*Pipunculidae*) beginnt mit einer Kopulation im Flug, die bis zu 40 Minuten dauern kann und bei der das Männchen das Weibchen ergreift, bevor sich das Paar auf der Vegetation absetzt.[1] Zur Eiablage suchen die Weibchen fliegend die Vegetation ab, wobei sie potenzielle Wirte visuell orten, ergreifen und im Flug mit ihrem Legebohrer punktieren.[1][6] Der Ovipositor ist stark sklerotisiert, um das Exoskelett der Wirte zu durchdringen, wobei morphologische Unterschiede nicht zwingend mit dem Wirtstyp korrelieren.[6] Die meisten Arten sind Parasitoide von Zikaden (Auchenorrhyncha), während Vertreter der Gattung *Nephrocerus* spezifisch Schnaken (Tipulidae) parasitieren.[1][6] Es besteht oft eine hohe Wirtsspezifität; so befällt *Verrallia aucta* beispielsweise gezielt die Wiesenschaumzikade *Philaenus spumarius* und die Grasschaumzikade *Neophilaenus lineatus*. Die Larvalentwicklung verläuft endoparasitisch im Abdomen des Wirtes und umfasst ungewöhnlicherweise nur zwei Larvenstadien. Die Atmung der Larven erfolgt amphipneustisch über ein vorderes und hinteres Stigma oder durch direkte Ankopplung an das Tracheensystem des Wirtstieres. Ein Befall führt zur parasitären Kastration des Wirtes, bei der die Ausbildung der Geschlechtsorgane unterbleibt oder diese reduziert werden. Das zweite Larvenstadium verlässt den Wirt meist im Grenzbereich zwischen Thorax und Abdomen, was zum Tod des Wirtes führt. Die Verpuppung erfolgt anschließend außerhalb des Wirtes in der Bodenstreu, häufig in feuchten Habitaten wie dem Spülsaum von Flüssen. Die Überwinterung findet entweder als Puppe im Boden oder als Larve im noch lebenden Wirt statt. Die Anzahl der Generationen ist meist an die der Wirtszikaden gekoppelt; während viele Arten uni- oder bivoltin sind, bilden *Eudorylas subterminalis* und *Pipunculus campestris* in Mitteleuropa bis zu drei Generationen pro Jahr. Adulte Augenfliegen ernähren sich fast ausschließlich vom Honigtau ihrer Wirte.[1]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen