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Lexikon-Eintrag

Skimmie Skimmia japonica

Skimmie

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Sapindales (Sapindales)
Familie Rutaceae
Gattung Skimmia
Art Skimmia japonica
Wissenschaftlicher Name Skimmia japonica Thunb.
Akzeptierter Name

Einleitung

*Skimmia japonica*, im Deutschen oft Japanische Skimmie genannt, ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art umfasst Japan, Taiwan und den südlichen Fernen Osten Russlands, wo sie bevorzugt im Unterwuchs feuchter Wälder wächst.[1][2] Charakteristisch für die zweihäusig getrenntgeschlechtige Pflanze sind ihr dichter Wuchs, aromatische Blätter sowie bei weiblichen Exemplaren leuchtend rote Steinfrüchte, die oft den Winter über haften.[3][4] Aufgrund ihrer Schattenverträglichkeit wird sie häufig als Zierpflanze kultiviert, wobei alle Pflanzenteile Alkaloide enthalten und als giftig gelten.[4][5]

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Fakten (kompakt)

- Die Winterhärte der Art entspricht den USDA-Klimazonen 6 bis 8. - Für eine optimale Fruchtbildung im Gartenbau wird ein Pflanzverhältnis von einem männlichen Exemplar auf bis zu sechs weibliche Pflanzen empfohlen. - Die roten Steinfrüchte erreichen einen Durchmesser von bis zu 8 Millimetern. - Morphologisch grenzt sich die Unterfamilie Zanthoxyloideae, der *Skimmia* angehört, durch schizokarpe oder balgfruchtartige Früchte von den zitrusartigen Aurantioideae ab. - Die phylogenetische Einordnung in die Klade C1 basiert auf der Analyse spezifischer nukleärer und plastidärer Marker wie ITS, atpB-rbcL, matK, rps16 und trnL-trnF. - Der Gattungsname bezieht sich auf das japanische Wort „shikimi“, das ursprünglich den Japanischen Sternanis (*Illicium anisatum*) bezeichnete, dessen Laub und Duft der Skimmie ähneln. - Neben *Dictamnus* gehören auch die Gattungen *Casimiroa* und *Orixa* zu den nahen Verwandten innerhalb derselben evolutionären Gruppe. - Die Blattunterseiten zeichnen sich durch eine gelblich-grüne Färbung aus, die im Kontrast zur dunkelgrünen Oberseite steht.[10]

Name & Einordnung

Der gültige wissenschaftliche Name der Art lautet *Skimmia japonica* Thunb., wobei das Autorenkürzel auf Carl Peter Thunberg verweist.[1] Die Erstbeschreibung wurde 1783 in Band 3 der *Nova Genera Plantarum* validiert, was Thunbergs späterer Publikation in der *Flora Japonica* vorausgeht.[2] Systematisch gehört die Art zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae) und wird dort der Unterfamilie Zanthoxyloideae zugeordnet.[2][5] Molekulargenetische Untersuchungen stellen die Gattung *Skimmia* in eine früh abzweigende Klade, die eine gemeinsame evolutionäre Geschichte mit Gattungen wie *Dictamnus* und *Orixa* teilt.[5] Der Gattungsname *Skimmia* leitet sich vom japanischen Wort „shikimi“ ab, der Trivialbezeichnung für den Japanischen Sternanis (*Illicium anisatum*). Dieser Name wurde gewählt, da das Laub und der Duft der Skimmie oberflächliche Ähnlichkeiten zu dieser kulturell bedeutsamen Pflanze aufweisen. Das Artepitheton *japonica* verweist als geographischer Deskriptor auf Japan, den Herkunftsort des Typusmaterials.[2] In der botanischen Nomenklatur existieren mehrere heterotypische Synonyme wie *Ilex skimmia* Spreng. (1826) oder *Skimmia oblata* T. Moore (1864), die heute als intraspezifische Varianten der Art betrachtet werden.[1] Historisch kam es zudem zu taxonomischen Unklarheiten bezüglich der Abgrenzung zur chinesischen *Skimmia reevesiana*, die früher teilweise als Unterart von *S. japonica* geführt wurde.[1] Im Deutschen wird die Pflanze meist einfach als Skimmie bezeichnet, während international der englische Name „Japanese skimmia“ geläufig ist.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Skimmia japonica ist ein immergrüner Strauch mit einem dichten, kuppelförmigen Wuchs, der in Kultur meist Höhen von 1 bis 2 Metern erreicht, am Naturstandort jedoch bis zu 7 Meter hoch werden kann.[2][3] Die Wuchsform ist kompakt und abgerundet, wobei weibliche Pflanzen tendenziell breiter wachsen als die oft aufrechteren männlichen Exemplare. Die schlanken, stark verzweigten Triebe weisen eine grüne bis rötlich-violette Färbung auf, insbesondere am jungen Austrieb. Ältere Stämme besitzen eine glatte, dünne Rinde, die mit kleinen Lentizellen besetzt ist. Die wechselständigen, einfachen Laubblätter stehen oft scheinwirtelig an den Zweigenden gehäuft. Sie sind lanzettlich bis elliptisch oder eiförmig, messen 5 bis 13 cm in der Länge sowie 2 bis 5 cm in der Breite und besitzen eine ledrige Textur.[3] Die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün gefärbt, während die Unterseite blasser gelbgrün erscheint.[2][3] Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal ist der würzige, aromatische Duft, den die Blätter beim Zerreiben verströmen. Die kleinen, 4 bis 6 mm großen Blüten erscheinen in dichten, 5 bis 8 cm langen endständigen Rispen.[3] Ihre Grundfärbung ist cremeweiß, gelegentlich mit rosa oder gelblichen Tönen überhaucht.[2][3] Da die Art diözisch ist, befinden sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Individuen.[2] Ein Sexualdimorphismus zeigt sich darin, dass männliche Blüten im Allgemeinen größer sind, stärker duften und prominentere Staubblätter aufweisen als die kleineren weiblichen Blüten. Nach der Bestäubung entwickeln sich an weiblichen Pflanzen kugelförmige Steinfrüchte mit einem Durchmesser von 6 bis 10 mm.[3] Diese Früchte färben sich zur Reife hellrot und bleiben oft den gesamten Winter über am Strauch haften.[2][3] Im Inneren der Frucht befinden sich typischerweise ein bis zwei schwarze, eiförmige Samen von 4 bis 5 mm Länge.[3] Zur Abgrenzung gegenüber der nah verwandten Skimmia reevesiana dient unter anderem das Merkmal der Zweihäusigkeit, da jene Art zwittrige Blüten besitzt und selbstfruchtbar ist.[1]

Beschreibung

Skimmia japonica ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae), der sich durch einen dichten, kuppelförmigen Wuchs auszeichnet.[2][1] Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Ostasien, wobei die Art in Japan, Taiwan und dem südlichen Fernen Osten Russlands heimisch ist.[1][6] In ihrem natürlichen Habitat besiedelt die Pflanze bevorzugt den schattigen Unterwuchs von Mischwäldern und feuchten Berghängen in Höhenlagen zwischen 100 und 2600 Metern.[6] Während kultivierte Exemplare meist Wuchshöhen von einem bis zwei Metern erreichen, können wilde Formen stark variieren und von kriechenden Matten bis zu aufrechten, sieben Meter hohen Sträuchern reichen.[2][4] Die Art wächst vergleichsweise langsam und bildet durch ihre vielverzweigten, schlanken Stämme eine kompakte Struktur. Ein charakteristisches Merkmal sind die ledrigen, wechselständig angeordneten Blätter, die an den Zweigenden oft wirtelig gehäuft erscheinen.[4] Diese enthalten, typisch für Rautengewächse, ätherische Öle wie Linalool, die beim Zerreiben der Blätter einen würzigen, aromatischen Duft freisetzen.[7] Diese anatomische Besonderheit führte historisch zur Ableitung des Gattungsnamens vom japanischen Wort „shikimi“, da der Duft an den dort rituell genutzten Sternanis (*Illicium anisatum*) erinnerte.[2] Skimmia japonica ist streng diözisch (zweihäusig), was bedeutet, dass männliche und weibliche Blüten auf getrennten Individuen gebildet werden.[2][4] Dieser Sexualdimorphismus prägt das Erscheinungsbild: Männliche Pflanzen wachsen oft aufrechter und produzieren größere, stärker duftende Blütenrispen, um Bestäuber anzulocken. Weibliche Exemplare neigen zu einem breiteren Wuchs und tragen nach erfolgreicher Bestäubung durch Insekten leuchtend rote Steinfrüchte.[4][3] Da die Art selbstinkompatibel ist, ist für die Fruchtbildung zwingend die Präsenz beider Geschlechter im Lebensraum erforderlich.[3] Die erbsengroßen Früchte reifen im Herbst und verbleiben oft den gesamten Winter über an der Pflanze, was ihnen einen hohen Zierwert verleiht.[2][4] Ökologisch fungieren die Beeren als Nahrungsquelle für Vögel, die durch das Ausscheiden der unverdauten Samen zur Verbreitung der Art beitragen (Endozoochorie).[2][3] Für Säugetiere sind die Pflanzenteile hingegen aufgrund enthaltener Alkaloide wie Skimmianin schwach giftig.[2] Taxonomisch wird die Gattung innerhalb der Rutaceae der Unterfamilie Zanthoxyloideae zugeordnet und steht phylogenetisch Gattungen wie *Dictamnus* nahe.[5] Im Vergleich zur verwandten *Skimmia reevesiana*, die zwittrige Blüten bildet und selbstfruchtbar ist, ist die strikte Geschlechtertrennung bei *S. japonica* ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte 1783 durch Carl Peter Thunberg in seinen *Nova Genera Plantarum*.[2]

Verhalten

Das Verhalten von *Skimmia japonica* ist stark durch ihre reproduktiven Strategien und interspezifischen Interaktionen geprägt. Als diözische Art ist die Pflanze für die Fortpflanzung zwingend auf Insektenvektoren angewiesen, da individuelle Exemplare entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten tragen.[4] Bienen und Schwebfliegen werden durch den süßen Duft und das Angebot an Nektar und Pollen angelockt, wodurch die notwendige Kreuzbestäubung zwischen den Geschlechtern sichergestellt wird. Die Art zeigt eine Selbstinkompatibilität, die eine Befruchtung innerhalb desselben Geschlechts verhindert und die räumliche Nähe von männlichen und weiblichen Pflanzen erfordert.[2] Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln weibliche Pflanzen leuchtend rote Beeren, die den Winter überdauern und eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel darstellen.[3] Aviane Frugivoren verzehren die Früchte und verbreiten die Samen via Endozoochorie, wobei die Fruchtphänologie auf die Aktivität dieser Samenverbreiter abgestimmt ist.[2] Zur chemischen Abwehr gegen Herbivoren enthalten die Blätter ätherische Öle wie Linalool und Linalylacetat, die bei mechanischer Beschädigung einen würzigen, aromatischen Duft freisetzen.[7] Zusätzlich akkumuliert die Pflanze Alkaloide wie Skimmianin, was die Gewebe leicht giftig macht und eine effektive Resistenz gegen Wildverbiss durch Hirsche bewirkt.[2] In ihrem nativen Habitat interagiert *Skimmia japonica* mit einer diversen Gemeinschaft phytophager Insekten, darunter Hemiptera und Coleoptera, wobei natürliche Prädatoren meist Schädlingsausbrüche regulieren.[5] Die Pflanze zeigt zudem eine spezifische Anpassung an schattige Habitate, indem sie im Unterholz gedeiht und direktes Sonnenlicht meidet, um physiologischen Stress zu verhindern.[1]

Ökologie

In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet wächst *Skimmia japonica* bevorzugt im Unterwuchs von gemischten immergrünen und laubabwerfenden Wäldern. Die Art besiedelt dort ökologische Nischen an schattigen Hängen und Waldrändern, typischerweise in Höhenlagen zwischen 100 und 2600 Metern.[6][2] Für ein optimales Wachstum benötigt die Pflanze ein kühles, feuchtes Mikroklima sowie humusreiche, gut durchlässige Böden mit einem sauren bis neutralen pH-Wert.[2][3] Als zweihäusige (diözische) Spezies ist *Skimmia japonica* auf die Fremdbestäubung angewiesen, wobei Insekten wie Bienen und Schwebfliegen durch den Nektar und Duft der Blüten angelockt werden. Nach erfolgreicher Befruchtung bilden weibliche Pflanzen rote Steinfrüchte aus, die oft den Winter über persistieren und Vögeln als Nahrungsquelle dienen, was zur endozoochoren Samenverbreitung beiträgt.[2] In den heimischen japanischen Habitaten fungiert der Strauch als Wirtspflanze für eine diverse Gemeinschaft phytophager Insekten aus den Ordnungen Hemiptera und Coleoptera.[5] Zu den natürlichen Antagonisten und Schädlingen zählen Schildläuse, Blattläuse und Spinnmilben, die den Pflanzensaft saugen und die Vitalität beeinträchtigen können.[3][4] Unter feuchten Bedingungen ist die Art zudem anfällig für bodenbürtige Oomyceten wie *Phytophthora nicotianae*, die Wurzelfäule verursachen.[8][9] Aufgrund enthaltener Alkaloide wie Skimmianin besitzen die Pflanzenteile eine chemische Abwehr gegen Fraßfeinde und gelten als resistent gegen Wildverbiss durch Hirsche.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Skimmia japonica wird primär als Ziergehölz genutzt, besitzt jedoch durch ätherische Öle wie Linalool auch Bedeutung für die Parfümindustrie und Kosmetik. In der asiatischen Volksmedizin finden Rinden- und Blattextrakte Anwendung bei Rheuma und Schmerzen, wobei das enthaltene Alkaloid Skimmianin entzündungshemmende Eigenschaften zeigt. Aufgrund der Alkaloide gelten alle Pflanzenteile, insbesondere die roten Beeren, als schwach giftig für Menschen und Haustiere. Der Verzehr kann Übelkeit verursachen und in großen Mengen potenziell zu Herzstillstand führen.[2] Als Schädlinge treten in Kultur vor allem Schildläuse, Blattläuse und Spinnmilben auf. Ein Befall zeigt sich durch Blattvergilbungen, Verformungen oder feine Gespinste, oft begleitet von Rußtau auf klebrigem Honigtau.[3] Pilzliche Erreger verursachen Blattfleckenkrankheiten mit nekrotischen Läsionen, die einen vorzeitigen Blattabwurf auslösen können.[8] Auf staunassen Böden besteht eine hohe Anfälligkeit für Wurzelfäule durch Oomyceten wie Phytophthora nicotianae, was zum Welken und Absterben der Pflanzenbasis führt.[8][9] Zur Prävention ist die Einhaltung eines sauren bis neutralen Boden-pH-Werts (5,5–7,0) sowie eine gute Drainage essenziell, um physiologischen Stress zu vermeiden. Ein halbschattiger Standort verhindert Blattschäden durch Sonnenbrand. Hygienische Maßnahmen, wie die Desinfektion von Schnittwerkzeugen beim Rückschnitt, minimieren das Risiko einer Krankheitsübertragung. In der Landschaftsgestaltung gilt die Art zudem als resistent gegen Wildverbiss durch Hirsche, was den Bedarf an physischen Schutzmaßnahmen reduziert.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die primäre wirtschaftliche Bedeutung von *Skimmia japonica* liegt in der Nutzung als Zierpflanze im globalen Gartenbauhandel. Seit der Einführung in Europa in den 1840er Jahren hat sich die Art als fester Bestandteil für schattige Standorte und Winterbepflanzungen etabliert, was eine stetige Nachfrage generiert. Kommerziell erfolgreiche Sorten wie 'Rubella' und 'Veitchii' wurden mit dem Award of Garden Merit ausgezeichnet, was ihren hohen Marktwert und ihre Zuverlässigkeit für den Endverbraucher unterstreicht.[2] Neben dem Pflanzenhandel werden die ätherischen Öle der Blätter, die reich an Linalool sind, industriell in der Parfüm- und Kosmetikherstellung als Ersatz für Petitgrain-Bigarade-Öl verarbeitet.[7] In der traditionellen Medizin, insbesondere in China, werden Extrakte der Pflanze gehandelt, um Rheuma und Entzündungen zu behandeln, wobei der Wirkstoff Skimmianin genutzt wird.[2] Wirtschaftliche Einbußen in der Produktion entstehen vor allem durch Befall mit Spinnmilben und Schildläusen, die zu Blattverfärbungen und erheblichen Qualitätsminderungen führen.[3][8] Zudem kann Wurzelfäule durch *Phytophthora*-Erreger bei schlechter Drainage zu Totalausfällen in Kulturen führen, was entsprechende Investitionen in das Substratmanagement erfordert.[9][8] Ein positiver ökonomischer Aspekt in der Landschaftsgestaltung ist die Resistenz gegen Wildverbiss, wodurch Kosten für Schutzmaßnahmen oder Ersatzpflanzungen in wildreichen Gegenden gesenkt werden.[2]

Biologie & Lebenszyklus

*Skimmia japonica* ist ein langsam wachsender, immergrüner Strauch, der in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet Wuchshöhen von bis zu 7 Metern erreichen kann, in Kultur jedoch meist kompakt bei 1 bis 2 Metern verbleibt.[2][3] Die Art ist streng diözisch (zweihäusig), weshalb männliche und weibliche Blüten auf getrennten Individuen gebildet werden und zur Fortpflanzung beide Geschlechter in räumlicher Nähe notwendig sind.[4][2] Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Mai, wobei die Bestäubung primär durch Insekten wie Bienen und Schwebfliegen erfolgt, die vom süßlichen Duft der Blütenstände angelockt werden. Aufgrund der Selbstinkompatibilität entwickeln sich nur an bestäubten weiblichen Pflanzen im Herbst leuchtend rote Steinfrüchte (Drupes).[2] Diese Früchte haben einen Durchmesser von 6 bis 10 Millimetern, enthalten ein bis zwei schwarze Samen und verbleiben oft den gesamten Winter über an der Pflanze.[6][2] Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Vögel (Endozoochorie), welche die Früchte verzehren. Physiologisch ist die Pflanze an schattige Unterholzhabitate angepasst und benötigt feuchte, humusreiche Böden mit einem sauren bis neutralen pH-Wert (5,5–7,0).[2] Die Blätter enthalten ätherische Öle wie Linalool sowie Alkaloide wie Skimmianin, die potenziell als Fraßschutz dienen, wobei die Pflanze in Japan dennoch Teil der Nahrungskette diverser Hemipteren ist.[7][2] Für Säugetiere gelten die Beeren und Pflanzenteile aufgrund der enthaltenen Toxine als giftig und können bei Verzehr Herzstillstand oder gastrointestinale Störungen auslösen.[5] Zu den natürlichen Feinden und Schädlingen zählen Schildläuse, Blattläuse und Spinnmilben, die insbesondere bei Trockenheit auftreten.[3][8] Zudem ist *Skimmia japonica* anfällig für bodenbürtige Oomyceten wie *Phytophthora nicotianae*, die Wurzelfäule verursachen.[9][8] Die Pflanze toleriert Temperaturen bis ca. -18 °C und besiedelt in Asien Höhenlagen von 100 bis 2600 Metern.[2][6]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Skimmia japonica* liegt in Ostasien und umfasst Japan, Taiwan sowie den südlichen russischen Fernen Osten inklusive der Kurilen und Sachalin.[1][2] Innerhalb Japans besiedelt die Art diverse Inseln von Honshu und Kyushu bis südlich zu den Ryūkyū-Inseln.[2] Einige taxonomische Abhandlungen erwähnen Vorkommen in Zentral- und Südchina oder den Philippinen, wobei diese Populationen oft eng verwandten Taxa wie *Skimmia reevesiana* zugeordnet werden.[1][2] In seinen Ursprungsgebieten wächst der Strauch typischerweise im Unterwuchs von gemischten immergrünen und laubabwerfenden Wäldern. Bevorzugte Standorte sind schattige Hänge, Waldränder und moosreiche Bergwälder, die durch hohe Luftfeuchtigkeit geprägt sind. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich von 100 Metern bis in Höhenlagen von 2600 Metern, wobei der Schwerpunkt in montanen Waldzonen zwischen 500 und 2000 Metern liegt. Ökologisch ist die Art an saure bis neutrale, humusreiche und feuchte Böden angepasst und vergesellschaftet sich oft mit Heidekrautgewächsen wie *Rhododendron* oder *Camellia*. Historisch gelangte *Skimmia japonica* in den 1840er Jahren während der viktorianischen Ära als Zierpflanze nach Europa. Heute ist die Art weltweit in gemäßigten Klimazonen (USDA-Zonen 6 bis 9) verbreitet, wo sie Wintertemperaturen bis etwa -18 °C toleriert.[2] In Mitteleuropa und der DACH-Region findet sich die Pflanze primär im Siedlungsraum, insbesondere in Gärten, Parkanlagen und auf Friedhöfen, wo sie als schattentolerantes Gehölz kultiviert wird.[2][4] Beobachtungsdaten bestätigen eine hohe Dichte an Vorkommen in anthropogen geprägten Arealen außerhalb des asiatischen Naturraums.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die saisonale Aktivität von *Skimmia japonica* ist durch eine ausgeprägte Blütezeit im mittleren Frühling gekennzeichnet, wobei sich die duftenden Rispen primär in den Monaten April und Mai öffnen. In dieser Phase erfolgt die Bestäubung durch Insekten wie Bienen und Schwebfliegen, was bei weiblichen Pflanzen zur Bildung von Früchten führt. Die auffälligen, leuchtend roten Steinfrüchte reifen im Herbst heran und verbleiben als persistierender Fruchtschmuck den gesamten Winter über am Strauch, da sie von Vögeln oft erst spät gefressen werden. Als immergrünes Gehölz behält die Pflanze ganzjährig ihr Laub und toleriert in der Ruhephase Wintertemperaturen bis etwa -20 °C. Männliche Kultivare wie 'Rubella' zeigen bereits im späten Winter ihre dekorativen roten Blütenknospen, die der eigentlichen Anthese vorausgehen. Die vegetative Vermehrung durch halbverholzte Stecklinge wird idealerweise im Spätsommer durchgeführt, während Samen für eine natürliche Stratifikation im Herbst ausgesät werden.[2] Ein Befall durch Schädlinge wie Spinnmilben ist temperaturabhängig und tritt verstärkt unter heißen, trockenen Bedingungen im Sommer auf.[3] Das öffentliche Suchinteresse korreliert stark mit diesen biologischen Phasen und verzeichnet deutliche Spitzenwerte während der Blütezeit im April sowie zur Fruchtreife im Oktober.[2]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    25.12.2025

  • Berlin, BE, Deutschland

    26.04.2025

  • Deutschland

    27.03.2025

  • Deutschland

    14.02.2022

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:775237-1
  2. https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=286767
  3. https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/skimmia-japonica
  4. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/skimmia-japonica/
  5. https://pfaf.org/user/Plant.aspx?LatinName=Skimmia+japonica
  6. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&taxon_id=200012473
  7. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10412905.2012.646034
  8. https://pnwhandbooks.org/plantdisease/host-disease/skimmia-leaf-spots
  9. https://apsjournals.apsnet.org/doi/full/10.1094/PDIS.2004.88.8.905C
  10. Literaturzusammenfassung: Skimmia japonica