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Stachybotrys (Schwarzschimmel) Stachybotrys

Stachybotrys (Schwarzschimmel)
Mittleres Risiko Allergen Giftig Lästling Kann beißen Physische Gefahr

Taxonomie

Reich Pilze (Fungi)
Stamm Ascomycota (Ascomycota)
Klasse Sordariomycetes (Sordariomycetes)
Ordnung Hypocreales (Hypocreales)
Familie Stachybotryaceae
Gattung Stachybotrys
Art Stachybotrys
Wissenschaftlicher Name Stachybotrys Corda, 1837
Akzeptierter Name

Einleitung

*Stachybotrys* ist eine weltweit verbreitete Gattung asexuell reproduzierender Schimmelpilze (Hyphomyceten) aus der Familie der Stachybotryaceae, die derzeit über 100 akzeptierte Arten umfasst.[1] Die saprophytisch lebenden Organismen besiedeln bevorzugt zellulosereiche Substrate in feuchten Umgebungen und sind, insbesondere die Typusart *Stachybotrys chartarum* (Synonym *S. atra*), umgangssprachlich als „Schwarzschimmel“ bekannt.[1] Aufgrund der Produktion potenter Mykotoxine wie makrozyklischer Trichothecene (z. B. Satratoxine) werden Vertreter der Gattung als relevante Materialschädlinge und potenzielles Gesundheitsrisiko in wassergeschädigten Innenräumen eingestuft.[2][1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Stachybotrys*-Arten erfolgt fast ausschließlich asexuell über die Bildung von Konidien, da für die meisten Spezies kein sexuelles Stadium bekannt ist. Der Lebenszyklus beginnt mit der Keimung der Spore, die unter optimalen Bedingungen bei einer Wasseraktivität (a_w) von über 0,94 und Temperaturen um 25 °C innerhalb von 12 bis 24 Stunden einen Keimschlauch ausbildet. Das vegetative Wachstum manifestiert sich in septierten, verzweigten Hyphen, die Melanin in ihre Zellwände einlagern, was den Kolonien ihre charakteristische dunkle Färbung verleiht und Schutz gegen Umweltstress bietet. Nach einer vegetativen Phase von etwa 10 bis 12 Tagen unter dauerhafter Feuchtigkeit beginnt die Sporulation an aufrechten Konidiophoren. Diese tragen Wirtel aus flaschenförmigen Phialiden, die Konidien in schleimigen Köpfchen absondern, welche im Gegensatz zu trockenfrüchtigen Schimmelpilzen kaum durch Luftzug verbreitet werden. Die Entwicklungsdauer und Stoffwechselaktivität sind stark temperaturabhängig, mit einem Optimum zwischen 20 °C und 30 °C und einem Toleranzbereich von etwa 2 °C bis 40 °C.[1] Ernährungsphysiologisch ist *Stachybotrys* ein spezialisierter Saprophyt, der komplexe Polysaccharide in cellulosehaltigen, stickstoffarmen Substraten wie Stroh, Papier, Gipskarton oder Holz abbaut. Aufgrund seines langsamen Wachstums agiert er oft als Tertiärbesiedler auf durchnässten Materialien und wird auf nährstoffreichen Medien leicht von schneller wachsenden Pilzen verdrängt.[2] Eine metabolische Besonderheit ist die Produktion potenter Mykotoxine (z. B. Satratoxine), die oft unter Nährstoffstress oder auf spezifischen Substraten induziert wird.[2] Die Sporen besitzen eine ausgeprägte Dormanzfähigkeit und können in ausgetrocknetem Zustand über Jahre hinweg lebensfähig bleiben, um bei erneuter Befeuchtung wieder auszutreiben. Zu den limitierenden Faktoren zählen neben Trockenheit auch UV-Licht, welches die Keimfähigkeit hemmt, sowie Temperaturen über 37 °C, die das Wachstum bei den meisten Stämmen unterbinden.[1] In der Konkurrenz um Habitate unterliegt *Stachybotrys* oft aggressiveren Schimmelpilzen, behauptet sich jedoch durch die Nutzung schwer abbaubarer Cellulosequellen.[2] Thermische Verfahren mit Heißluft um 50 °C können die Vitalität des Pilzes effektiv beenden. Auch biologische Antagonisten, wie Extrakte aus *Croton poilanei*, zeigen spezifische antifungale Wirkungen gegen *Stachybotrys chartarum*.[3]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

KR-20200031730-A Biological Unbekannt

Zusammensetzung mit antifungaler Wirkung unter Verwendung von Croton poilanei Extrakt

National Institute OF Biological Resources, Center For Ind OF Agricultural And Livestock Microorganisms (2018)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Hier wird eine antifungale Zusammensetzung auf Basis eines Pflanzenextrakts (Croton poilanei) vorgestellt. Das Mittel wirkt spezifisch gegen pathogene Pilze, wobei Stachybotrys chartarum (Schwarzschimmel) explizit als Zielorganismus genannt wird. Es ist eine biologische Bekämpfungsmethode für medizinische oder hygienische Anwendungen.

WO-2009100316-A1 Chemical Unbekannt

Vielseitiges antimikrobielles Mittel und dessen Verwendungen

Texas A & M University of Sys, Cuero Raul G (2009)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt ein chemisches antimikrobielles Mittel bestehend aus Salpetersäure, Tetraethylorthosilikat und Metallsalzen (Zink, Gallium). Es ist darauf ausgelegt, das Wachstum von Bakterien und Pilzen zu verhindern, wobei Stachybotrys spezifisch als bekämpfbarer Pilz gelistet wird. Die Innovation liegt in der breiten Wirksamkeit der chemischen Mischung.

US-8499489-B2 Mechanical Erteilt

Verfahren zum Abtöten von Organismen und Entfernen von Toxinen in Umschließungen

Hedman David, Sears Troy, Tpe Associates Llc (2001)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt eine thermische Methode zur Sanierung von Gebäuden. Durch das Einleiten heißer Luft (Zieltemperatur ca. 50°C) werden Schädlinge und Pilze, explizit Stachybotrys chartarum, abgetötet. Es ist eine chemiefreie, praktisch anwendbare Methode zur Beseitigung von Schwarzschimmel in Wohnräumen.