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Lexikon-Eintrag

Brotkäfer Stegobium paniceum

Brotkäfer
Geringes Risiko Lästling Kann beißen Physische Gefahr

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Käfer (Coleoptera)
Familie Ptinidae
Gattung Stegobium
Art Stegobium paniceum
Wissenschaftlicher Name Stegobium paniceum (Linnaeus, 1758)
Akzeptierter Name

Community-Analyse

OpenInsect
8
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der Silberkraft Community
Zuletzt am 01.05.2026
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Einleitung

Der **Brotkäfer** (*Stegobium paniceum*) ist eine weltweit verbreitete Art aus der Familie der Ptinidae (ehemals [Anobiidae](/pages/lexikon/nagekafer)), die als Kulturfolger fast ausschließlich in menschlichen Umgebungen vorkommt.[1][2][3] Er zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Vorratsschädlingen in Haushalten, Apotheken und Museen, da sich die Larven polyphag von einer Vielzahl trockener pflanzlicher und tierischer Materialien ernähren.[4][5] Vom ähnlich aussehenden [Tabakkäfer](/pages/lexikon/tabakkaefer) (*[Lasioderma serricorne](/pages/lexikon/tabakkaefer)*) lässt sich die Art morphologisch durch die dreigliedrige Fühlerkeule und die punktierten Längsstreifen auf den Flügeldecken abgrenzen.[4][6]
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Biologie & Lebenszyklus

Der Brotkäfer (*Stegobium paniceum*) durchläuft eine vollständige Metamorphose (Holometabolie), die die Stadien Ei, Larve, Puppe und Imago umfasst.[6] Nach der Begattung legt das Weibchen durchschnittlich 75 bis 100 weiße, ovale Eier einzeln oder in Haufen direkt in das Nährsubstrat oder in Ritzen ab.[5][6] Die schlüpfenden Larven stellen das eigentliche Fressstadium dar und beherbergen im Mitteldarm hefeartige Symbionten (*Symbiontaphrina*), die lebenswichtige B-Vitamine und Aminosäuren produzieren und so das Gedeihen auf nährstoffarmer Kost ermöglichen.[5][6] Während die Junglarven noch beweglich sind, krümmen sich die Larven ab dem zweiten Stadium engerlingsartig und wachsen bis zu einer Länge von 5 mm heran.[5][6] Die Verpuppung erfolgt in einem aus Sekret, Nahrungsteilchen und Kot gesponnenen Kokon oder in einem Bohrgang innerhalb des Materials.[5][2] Die Dauer der Gesamtentwicklung ist stark temperaturabhängig und reicht von etwa 40 bis 70 Tagen bei 30 °C bis zu über 200 Tagen bei 17 °C.[5][2][6] Unterhalb von 15 °C findet keine Entwicklung mehr statt, während Temperaturen über 40 °C für alle Stadien tödlich sind.[5] In ungeheizten Räumen wird in gemäßigten Breiten meist nur eine Generation pro Jahr gebildet, wohingegen in beheizten Umgebungen bis zu drei Generationen möglich sind.[5] Das Nahrungsspektrum der Larven ist äußerst breit (polyphag) und umfasst neben stärkehaltigen Produkten wie Brot und Getreide auch Gewürze, Drogen, Tabak, Leder sowie Bücher.[5][2] Die erwachsenen, 1,2 bis 4 mm großen [Käfer](/pages/lexikon/kafer) nehmen keine Nahrung mehr auf und leben nur wenige Wochen zur Fortpflanzung.[5][2]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Trier

    07.01.2026

  • Munich, Bavaria, Deutschland

    02.01.2026

  • Wiesbaden, Hesse, Deutschland

    06.12.2025

  • Bielefeld, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    09.11.2025

  • Deutschland

    05.11.2025

Daten: iNaturalist

3D-Mikroskop Ansicht: Brotkäfer

Stegobium paniceum — Interaktive 3D-Ansicht

ℹ️ Lizenz & Quelle

"Drugstore beetle (Stegobium paniceum cf.)" (https://skfb.ly/p8TNG) by Peter_TR is licensed under Creative Commons Attribution (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/).

Bedienung: Mausrad zum Zoomen • Klicken & Ziehen zum Rotieren

DNA-Analyse: Brotkäfer

Touch-Mikroskopie

Zoom: Zwei Finger auseinanderziehen
Drehen: Mit einem Finger wischen
G+C Gehalt: ...

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-109526997-A Biological Unbekannt

Ein Lockstoff und dessen Herstellungsverfahren für den Vorratsschädling Stegobium paniceum

University of Guiyang (2018)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt die Entwicklung eines Lockstoffs für den Brotkäfer (Stegobium paniceum), der auf natürlichen Pflanzenextrakten basiert. Die Zusammensetzung umfasst unter anderem Extrakte aus Notoginseng, Orangenblüten, Zitronenschalen und Pfefferminzblättern sowie Trägerstoffe wie Natriumalginat. Die Innovation liegt in der Nutzung ungiftiger, natürlicher Komponenten, die eine langanhaltende Freisetzung und hohe Anziehungskraft gewährleisten. Das Mittel ist nicht nur gegen den Brotkäfer wirksam, sondern zeigt auch Aktivität gegen andere Vorratsschädlinge wie Reiskäfer. Es bietet eine umweltfreundliche Alternative zu rein synthetischen Lockstoffen für das Monitoring und die Bekämpfung.

DE-2947422-A1 Pheromone Unbekannt

Trimethyl-dihydro-pyran-4-on-Derivat als Lockstoff für Stegobium paniceum

Bayer AG (1979)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Das Patent der Bayer AG befasst sich mit der Synthese eines spezifischen chemischen Derivats ((2S)-2,3-Dihydro-2,3,5-trimethyl-6-(1-methyl-2-oxobutyl)-4H-pyran-4-on), das als hochwirksamer Lockstoff für den Brotkäfer dient. Es handelt sich um eine synthetische Form des Sexualpheromons (Stegobinon), die eine höhere Aktivität aufweist als bisher bekannte Isomer-Mischungen. Die Beschreibung umfasst detaillierte chemische Verfahrensschritte, einschließlich Fermentation und chemischer Reaktionen, um die gewünschte stereochemische Reinheit zu erreichen. Dieses Pheromon ermöglicht eine sehr spezifische Anlockung der männlichen Käfer. Es ist besonders relevant für das präzise Monitoring und Fallen-Systeme im Vorratsschutz.