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Lexikon-Eintrag

Neuseelaender Spinat Tetragonia tetragonioides

Neuseelaender Spinat

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Caryophyllales (Caryophyllales)
Familie Aizoaceae
Gattung Tetragonia
Art Tetragonia tetragonioides
Wissenschaftlicher Name Tetragonia tetragonioides (Pallas) Kuntze
Akzeptierter Name

Einleitung

Der **Neuseeländer Spinat** (*Tetragonia tetragonioides*) ist eine sukkulente Pflanzenart aus der Familie der Eiskrautgewächse (Aizoaceae), die ursprünglich in den Küstenregionen Ostasiens, Australiens und Neuseelands beheimatet ist.[1][2] Diese einjährige bis kurzlebige ausdauernde Pflanze, regional auch als Warrigal Greens bekannt, wächst niederliegend teppichbildend und wird weltweit als hitzetolerantes Blattgemüse kultiviert, das ähnlich wie echter Spinat zubereitet wird.[3][2] Als Halophyt ist die Art an salzhaltige Standorte wie Sandstrände und Dünen angepasst, wurde jedoch im 18. Jahrhundert durch Seefahrer wie James Cook als Mittel gegen Skorbut nach Europa eingeführt und global verbreitet.[4][2]

Fakten (kompakt)

- Die Blätter sind reich an Kalzium, Phosphor, Vitaminen und Antioxidantien[11] - Im natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt die Art Höhenlagen bis zu 1.700 Metern[11] - Das optimale Wachstum erfolgt bei einem Jahresniederschlag von 700 bis 3.000 mm und Temperaturen zwischen 10 und 36 °C[11] - Vor dem Verzehr ist ein Blanchieren der Blätter notwendig, um den Gehalt an Oxalaten zu reduzieren[11] - Historisch wird die Pflanze als Antiscorbuticum zur Vorbeugung von Skorbut genutzt[11] - Die anti-ulzerogene Wirkung basiert auf spezifischen Verbindungen wie Sterylglucosiden und Cerebrosiden[11] - Als Zierpflanze bevorzugt *Tetragonia tetragonioides* Böden mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7,5[11] - Die Winterhärte der Art entspricht den USDA-Klimazonen 8 bis 11[11] - Die vegetative Vermehrung gelingt leicht durch Stecklinge, die schnell Wurzeln bilden[11] - Die Blattspreiten erreichen Dimensionen von 2 bis 15 cm Länge und 1,5 bis 10 cm Breite[11] - Die Blütenstruktur besteht aus vier bis fünf verwachsenen Kelchblättern, die einen Becher oder eine Röhre formen[11]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Tetragonia tetragonioides* (Pallas) Kuntze.[1][2] Sie wird taxonomisch der Gattung *Tetragonia* innerhalb der Familie der Eiskrautgewächse (Aizoaceae) und der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) zugeordnet.[2] Die Erstbeschreibung erfolgte 1781 durch Peter Simon Pallas unter dem Basionym *Demidovia tetragonioides* in seinem Werk *Enumeratio Plantarum Horti Imperialis Demidoviani*. Die heute gültige Rekombination stellte Otto Kuntze im Jahr 1891 in der *Revisio Generum Plantarum* auf. Ein historisch häufig verwendetes, aber illegitimes Synonym ist *Tetragonia expansa* Murray.[1] Der Gattungsname *Tetragonia* leitet sich aus den griechischen Wörtern *tetra-* (vier) und *gonia* (Winkel) ab, was sich auf die charakteristischen vierkantigen Samenkapseln bezieht. Das Art-Epitheton *tetragonioides* bedeutet übersetzt „Tetragonia-ähnlich“ oder „viereckig-artig“.[3] Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Neuseeländer Spinat etabliert.[2] International sind Trivialnamen wie New Zealand spinach, beach spinach oder sea spinach gebräuchlich. In ihrem Ursprungsgebiet Australien wird die Pflanze oft Warrigal greens oder Botany Bay spinach genannt, während sie im Māori als kōkihi bezeichnet wird.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Tetragonia tetragonioides* wächst als niederliegende oder kriechende, sukkulente Pflanze, die dichte Matten oder Teppiche bildet.[8][3] Als einjähriges oder kurzlebiges ausdauerndes Kraut erreicht sie Wuchshöhen von 20 bis 60 cm, wobei die kriechenden Triebe Längen von bis zu 2 Metern erlangen können.[8][2] Die Stängel wachsen zunächst aufrecht, werden später niederliegend und verzweigen sich stark, wobei sie eine weiche, fleischige Konsistenz und eine grüne Färbung aufweisen.[8] Die einfachen, wechselständig angeordneten Laubblätter sind dreieckig-eiförmig bis rhomboid oder rautenförmig gestaltet.[8][2] Die dicken, fleischigen Blattspreiten messen 2 bis 15 cm in der Länge sowie 1,5 bis 10 cm in der Breite und zeigen eine hellgrüne Oberseite bei blasserer Unterseite.[8] Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die kristallinen Papillen oder bläschenartigen Haare, die besonders junge Stängel und Blätter bedecken und der Wasserspeicherung dienen.[8][4] Die Blattränder sind glatt, und die Blätter sitzen an 5 bis 30 mm langen Blattstielen.[8] Die kleinen, gelben Blüten erreichen einen Durchmesser von 3 bis 10 mm und stehen einzeln oder in achselständigen Büscheln.[8][2] Sie sind radiärsymmetrisch und besitzen vier bis fünf verwachsene Kelchblätter, die eine becher- oder röhrenförmige Struktur bilden.[8] Die Früchte sind kreiselförmige Kapseln von 5 bis 12,5 mm Länge, die oft fleischig sind und vier bis sechs charakteristische Hörner tragen.[8][2] Im Inneren enthalten diese Früchte vier bis zehn schwarze, nierenförmige Samen mit einem Durchmesser von etwa 2 bis 3 mm.[8]

Beschreibung

Tetragonia tetragonioides ist eine sukkulente, krautige Pflanze aus der Familie der Eiskrautgewächse (Aizoaceae), die sich durch ihren niederliegenden und stark verzweigten Wuchs auszeichnet. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet wächst sie meist als ausdauernde Staude, während sie in kühleren, eingeführten Regionen oft als einjährige Pflanze auftritt, da sie frostempfindlich ist. Das Erscheinungsbild im Habitat wird von bis zu zwei Meter langen, kriechenden Stängeln dominiert, die dichte Matten bilden und Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreichen. Ein charakteristisches Erkennungsmerkmal im Feld ist das glitzernde Aussehen der Blätter und jungen Triebe, das durch kristalline Papillen oder Blasenhaare auf der Epidermis verursacht wird. Unter der Lupe lassen sich diese Strukturen als spezialisierte Vesikel identifizieren, die der Wasserspeicherung dienen und eine essentielle anatomische Anpassung an trockene Standorte darstellen. Als Halophyt nutzt die Pflanze diese epidermalen Blasen zudem, um Natrium zu akkumulieren, was ihr das Überleben in salinen Böden an Küstenlinien und Salzmarschen ermöglicht. Die Blätter selbst sind dickfleischig, dreieckig bis rautenförmig und wechselständig angeordnet, wobei sie eine Länge von bis zu 15 Zentimetern erreichen können. Die Stängel sind weich, fleischig und oft kräftig grün, wobei sie im Jugendstadium zunächst aufrecht wachsen, bevor sie sich absenken und den Boden bedecken. Die unscheinbaren, gelben Blüten sitzen einzeln oder in Büscheln in den Blattachseln und weisen vier bis fünf verwachsene Kelchblätter auf, die einen Becher formen. Aus diesen entwickeln sich harte, kreuselförmige Kapselfrüchte mit vier bis sechs hornartigen Fortsätzen, die mehrere nierenförmige Samen enthalten. Der Lebenszyklus beginnt mit der Keimung, die durch warme Temperaturen begünstigt wird, wobei junge Sämlinge zunächst empfindlicher gegenüber Salzstress sind und ihre Toleranz erst mit zunehmendem Alter auf bis zu 18 dS m⁻¹ steigern.[3] Physiologisch unterscheidet sich die Art durch hohe Konzentrationen an Oxalaten sowie bioaktiven Verbindungen wie Cerebrosiden, die Fressfeinde abschrecken und in der Forschung auf neuroprotektive Eigenschaften untersucht werden.[3][5] Historisch wurde die Art 1781 von Peter Simon Pallas zunächst als *Demidovia tetragonioides* beschrieben, bevor sie 1891 taxonomisch in die Gattung *Tetragonia* überführt wurde. Der Gattungsname leitet sich vom Griechischen ab und verweist auf die viereckigen Früchte, ein Merkmal, das auch im Artnamen *tetragonioides* („viereck-ähnlich“) aufgegriffen wird. Im Vergleich zum echten Spinat (*Spinacia oleracea*) zeichnet sich diese Art durch eine extrem hohe Hitzetoleranz aus und neigt im Sommer nicht zum vorzeitigen Schossen (Bolting).[3]

Verhalten

Das Wachstumsverhalten von *Tetragonia tetragonioides* zeichnet sich durch eine kriechende, teppichbildende Strategie aus, bei der sich die Stängel bis zu zwei Meter weit ausbreiten. Junge Triebe wachsen zunächst aufrecht, gehen jedoch im Entwicklungsverlauf in eine niederliegende Wuchsform über, die dichte Matten bildet.[8] Als Pionierpflanze besiedelt die Art aktiv gestörte Küstenbereiche wie Sanddünen und stabilisiert durch ihr dichtes Sprosssystem das Substrat gegen Erosion. Eine zentrale physiologische Anpassung an ihren Lebensraum ist die Toleranz gegenüber Salzstress, wobei die Pflanze als Halophyt Natrium in speziellen epidermalen Blasen speichert. Die Reproduktionsbiologie ist primär durch Selbstfertilität gekennzeichnet, wobei die Blüten auch opportunistisch durch Insekten bestäubt werden können. Zur Ausbreitung nutzt *Tetragonia tetragonioides* hydrochore und zoochore Mechanismen, indem Samen durch Wasserströmungen verdriftet oder durch Vögel über Nahrungsaufnahme und Anhaftung transportiert werden. Ein chemisches Abwehrverhalten gegen Herbivoren besteht in der Anreicherung von Oxalaten im Gewebe, was die Schmackhaftigkeit mindert und den Fraßdruck durch Weidetiere reduziert. In eingeführten Verbreitungsgebieten zeigt die Art teilweise ein verdrängendes Konkurrenzverhalten gegenüber heimischer Vegetation, wie etwa *Frankenia salina*, indem sie dichte Bestände bildet.[2]

Ökologie

Als Pionierpflanze besiedelt *Tetragonia tetragonioides* vorwiegend gestörte Küstenhabitate wie Sanddünen, Klippen und Ränder von Salzmarschen, wobei sie Höhenlagen nahe dem Meeresspiegel bevorzugt.[2][3] Die Art ist ein ausgeprägter Halophyt, der auf gut durchlässigen, sandigen bis lehmigen Böden gedeiht und hohe Salzkonzentrationen sowie alkalische Substrate toleriert.[2][5] Durch epidermale Blasen, die Natrium akkumulieren, und wasserspeicherndes Sukkulentengewebe ist die Pflanze physiologisch an Gischt, Hitze und Trockenheit angepasst.[9][6] Sie beansprucht eine ökologische Nische an offenen, vollsonnigen Standorten in warm-gemäßigten bis tropischen Klimazonen und meidet beschattete Waldgebiete.[3][5] In ihrem nativen Verbreitungsgebiet fungiert die Art als wichtiger Bodenstabilisator, indem ihr mattenartiger Wuchs Sand bindet und Erosion verhindert. Diese Stabilisierung erleichtert die Sukzession für nachfolgende Vegetationsformen und trägt zur lokalen Biodiversität bei. Die Ausbreitung der Samen erfolgt hydrochor durch Wasserströmungen oder zoochor durch Vögel, die Samen fressen oder im Gefieder transportieren. Aufgrund hoher Oxalatgehalte in den Blättern ist die Palatabilität für viele Herbivoren gering, was den Weidedruck in natürlichen Habitaten reduziert.[2] Zu den natürlichen Feinden zählen Blattläuse, Nacktschnecken, Minierfliegen und kauende Käfer, die gelegentlich die Blätter befallen. In eingeführten Gebieten wie Kalifornien kann *Tetragonia tetragonioides* dichte Bestände bilden, die heimische Arten wie *Frankenia salina* verdrängen, gilt jedoch insgesamt als nur begrenzt invasiv.[2][5]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Tetragonia tetragonioides* wird primär als Nützling und Kulturpflanze eingestuft, kann jedoch in sensiblen Küstenhabitaten als invasives Unkraut auftreten.[2][5] In Regionen wie Kalifornien verdrängt die Art durch dichte Mattenbildung native Vegetation wie *Frankenia salina*, gilt aber insgesamt als nur begrenzt invasiv.[2] Medizinisch ist die Pflanze von hoher Relevanz: Extrakte zeigen in Studien anti-ulzerogene und antidepressive Wirkungen.[3][10] Patentierte Anwendungen umfassen den Einsatz gegen Alzheimer durch Reduktion von Beta-Amyloid sowie als natürliches Antidepressivum bei menopausalen Beschwerden. Weitere Forschungen belegen antidiabetische und cholesterinsenkende Eigenschaften, die in funktionellen Lebensmitteln genutzt werden können. In der Kosmetikindustrie wird der Extrakt aufgrund seiner feuchtigkeitsspendenden Wirkung zur Reparatur der Hautbarriere eingesetzt.[5] Gesundheitliche Risiken beim Verzehr bestehen durch den hohen Gehalt an Oxalaten, die bei empfindlichen Personen Nierensteine begünstigen können.[2] Als Schadsymptome an der Pflanze selbst treten gelegentlich Fraßspuren durch Käfer, Blattminierer oder Schnecken sowie Befall durch Blattläuse auf. Ein effektives Management im Anbau erfordert regelmäßiges Entspitzen der Triebe, um wucherndes Wachstum zu kontrollieren und die Verzweigung zu fördern. Zur Prävention einer ungewollten Ausbreitung ist die Entfernung der samentragenden Früchte vor der Reife essenziell, da die Art stark zur Selbstaussaat neigt. Physikalische Bekämpfungsmaßnahmen umfassen das Jäten von Sämlingen und das Mulchen mit organischem Material zur Unkrautunterdrückung.[5] Ökologisch dient die Art als Pionierpflanze zur Bodenstabilisierung in Dünen, was ihren Nutzen im Küstenschutz unterstreicht.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Tetragonia tetragonioides wird landwirtschaftlich als hitzetoleranter Ersatz für echten Spinat genutzt, wobei unter Kulturbedingungen jährliche Erträge von bis zu 30 Tonnen pro Hektar erzielt werden können.[3] Die Vermarktung erfolgt weltweit, wobei die Pflanze sowohl in asiatischen Märkten für Wok-Gerichte als auch in Europa als Blattgemüse gehandelt wird. Neben der Nutzung als Nahrungsmittel besitzt die Art wachsendes wirtschaftliches Potenzial in der Biotechnologie und Pharmaindustrie. Patentierte Anwendungen nutzen Extrakte der Pflanze zur Entwicklung von Therapeutika gegen Alzheimer sowie als natürliche Antidepressiva. In der Kosmetikindustrie finden Inhaltsstoffe der Art Verwendung in feuchtigkeitsspendenden Hautpflegeprodukten. Zudem werden Extrakte für funktionelle Lebensmittel mit antidiabetischen und cholesterinsenkenden Wirkungen entwickelt.[5] Im Zierpflanzenbau wird Tetragonia tetragonioides als robuster Bodendecker für trockene und salzhaltige Standorte vertrieben. Auf der Kostenseite kann die Art als invasiver Neophyt in Küstenregionen Probleme verursachen, indem sie einheimische Vegetation wie Frankenia salina verdrängt. Dies kann in betroffenen Gebieten wie Kalifornien ökologische Managementmaßnahmen erforderlich machen, wenngleich das invasive Potenzial insgesamt als begrenzt eingestuft wird.[2] In landwirtschaftlichen Systemen neigt die Pflanze durch starke Selbstaussaat zur Verunkrautung, was ohne entsprechendes Management zu Mehraufwand bei der Bestandskontrolle führt.[5] Historisch betrachtet hatte die Pflanze eine logistische Bedeutung für die Seefahrt des 18. Jahrhunderts, da sie als antiscorbutisches Mittel die Arbeitskraft von Schiffsbesatzungen erhielt.[4]

Biologie & Lebenszyklus

Tetragonia tetragonioides wächst als einjährige bis kurzlebige ausdauernde Sukkulente, die dichte, teppichartige Bestände mit einer Wuchshöhe von 20 bis 40 cm bildet. Die Fortpflanzung erfolgt sexuell über kleine, gelbe Zwitterblüten, die vorwiegend selbstbestäubend sind, aber auch durch Insekten bestäubt werden können. Die Blütezeit erstreckt sich primär über die Sommer- und Herbstmonate, wobei die Blüten einzeln oder in achselständigen Büscheln stehen. Aus den Blüten entwickeln sich 5 bis 12,5 mm lange, kreiselförmige Kapselfrüchte mit charakteristischen Hörnern, die vier bis zehn schwarze, nierenförmige Samen enthalten. Die Samen besitzen eine harte Schale, deren Dormanz oft durch Einweichen oder natürliche Verwitterung gebrochen werden muss, um die Keimung zu ermöglichen. Unter optimalen Bedingungen bei Temperaturen zwischen 15 und 25 °C erfolgt die Keimung innerhalb von 7 bis 20 Tagen. Die vegetative Entwicklungsdauer bis zur ersten Blüte beträgt etwa 59 bis 80 Tage, wobei späte Exemplare reichlich Samen produzieren. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet und in den USDA-Klimazonen 8 bis 11 verhält sich die Pflanze als Ausdauernde, während sie in kühleren Regionen aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit als Einjährige abstirbt. Physiologisch ist die Art als Halophyt an hohe Salzkonzentrationen angepasst, indem sie Wasser in den fleischigen Blättern speichert und Natrium in speziellen epidermalen Blasen akkumuliert. Diese Salztoleranz entwickelt sich ontogenetisch und ist bei Jungpflanzen geringer als bei etablierten Exemplaren, die Bodenwerte bis 18 dS m⁻¹ tolerieren. Als Pionierpflanze besiedelt sie nährstoffarme, sandige Substrate wie Dünen und Küstenstreifen, wobei sie durch ihren mattenartigen Wuchs Sand bindet und Erosion verhindert. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt zoochor durch Vögel oder hydrochor über Wasserströmungen, da die Früchte schwimmfähig sind. Trotz chemischer Abwehr durch hohe Oxalatgehalte, die den Fraßdruck durch Herbivoren mindern, zählen Blattläuse, Minierfliegen und Nacktschnecken zu den natürlichen Antagonisten.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Tetragonia tetragonioides* erstreckt sich über die Küstenregionen Ostasiens, Australiens und Neuseelands.[2][1] Zu den ursprünglichen Vorkommen zählen Japan, Korea, das südliche China und Vietnam sowie pazifische Inseln wie Neukaledonien und die Norfolkinsel.[2][3] In Australien ist die Art in allen Bundesstaaten vertreten, während sie in Neuseeland auf der Nord- und Südinsel sowie den Kermadec- und Chatham-Inseln heimisch ist.[5][2] Die weltweite Ausbreitung wurde im 18. Jahrhundert initiiert, nachdem der Botaniker Joseph Banks Samen von Captain James Cooks Reisen nach Europa brachte und die Pflanze 1772 in den Kew Gardens kultivierte.[4] Heute ist die Art als Neophyt in weiten Teilen Afrikas, Nord- und Südamerikas sowie Europas etabliert.[2][5] In Europa, einschließlich Deutschland, Italien und Schweden, gilt der Neuseeländer Spinat als weit verbreitet, tritt jedoch selten als ökologisch dominante Art auf.[2] Der bevorzugte Lebensraum umfasst Küstenbiotope wie Sandstrände, Dünen, Klippen und Ränder von Salzmarschen.[2][5] Als Halophyt toleriert die Pflanze hohe Salzkonzentrationen und gedeiht auf gut durchlässigen, sandigen bis lehmigen Böden, die oft salzhaltig oder alkalisch sind.[3][4] Häufig besiedelt *Tetragonia tetragonioides* als Pionierpflanze gestörte Standorte und anthropogen beeinflusste Bereiche wie Straßenränder.[5] Die Art bevorzugt warm-gemäßigte bis subtropische Klimazonen und wächst vorwiegend in tiefen Lagen nahe dem Meeresspiegel, kann im nativen Areal jedoch Höhen bis zu 1700 Metern erreichen.[3][2] In einigen Einfuhrgebieten wie Kalifornien bildet sie dichte Matten in Küstenfeuchtgebieten und kann dort heimische Pflanzen wie *Frankenia salina* verdrängen.[2] Während die Pflanze in milden Ursprungsgebieten ausdauernd wächst, verhält sie sich in kühleren Regionen aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit meist einjährig.[5][2]

Saisonalität & Aktivität

Die phänologische Entwicklung von *Tetragonia tetragonioides* ist stark temperaturabhängig und variiert je nach klimatischer Zone.[3][2] Im nativen Verbreitungsgebiet, wie den milden Küstenregionen Australiens und Neuseelands, verhält sich die Art oft als ausdauernde Pflanze, die ganzjährig persistente Matten bildet.[2] In kühleren Regionen wächst sie hingegen als Einjährige, deren Lebenszyklus im Frühjahr beginnt, sobald die Bodentemperaturen konstant über 10 °C liegen.[5] Die Keimung erfolgt unter warmen Bedingungen (15–25 °C) innerhalb von 7 bis 20 Tagen. Die vegetative Entwicklung verläuft zügig, sodass die Pflanzen bereits 59 bis 80 Tage nach der Keimung die physiologische Reife und Blühfähigkeit erreichen.[2] Die Blütezeit erstreckt sich primär über die Sommermonate bis in den Herbst, wobei kleine gelbe Blüten gebildet werden.[3][6] Die Art zeigt ihre Hauptaktivität bei Temperaturen zwischen 18 und 30 °C und toleriert Hitze gut, reagiert jedoch empfindlich auf Frost.[2] In frostgefährdeten Gebieten stirbt die Pflanze im Winter ab, überdauert jedoch durch ihre harten, widerstandsfähigen Samen im Boden, was im Folgejahr oft zu einer Selbstaussaat führt. Die Ernteaktivität konzentriert sich auf die warme Jahreszeit, da erste Blätter und Triebspitzen etwa 40 bis 60 Tage nach der Pflanzung verfügbar sind.[5] Ergänzend weisen aggregierte Suchanfragedaten für Deutschland auf ein erhöhtes öffentliches Interesse im August hin, was zeitlich mit der Hauptvegetations- und Erntephase übereinstimmt.[7]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Dersau, Schleswig-Holstein, Deutschland

    26.09.2025

  • Oberschöneweide, 12 Berlin-Bezirk Treptow-Köpenick, Deutschland

    18.07.2024

  • Brunnenviertel, Berlin, Deutschland

    17.08.2023

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

KR-20210050308-A Biological Unbekannt

Zusammensetzung enthaltend Tetragonia tetragonioides als Wirkstoff zur Linderung und Behandlung der Alzheimer-Krankheit

Korea Institute of Oriental Medicine (2019)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Hier wird Neuseeländer Spinat als Hauptwirkstoff zur Bekämpfung von Alzheimer eingesetzt. Der Extrakt verhindert die Ansammlung von Beta-Amyloid im Gehirn und reduziert die Expression von Tau-Proteinen, die Nervenfaserbündel bilden. Gleichzeitig wird die Expression neurotropher Faktoren (BDNF, CNTF) gesteigert. Dies stellt einen therapeutischen Ansatz dar, um sowohl die Ursachen als auch die Symptome der Neurodegeneration zu behandeln.

WO-2018190631-A1 Biological Unbekannt

Zusammensetzung zur Vorbeugung, Linderung oder Behandlung von Depressionen aufgrund verringerter Östrogensekretion enthaltend Tetragonia tetragonioides-Extrakt als Wirkstoff

Korea Institute of Oriental Medicine (2018)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt die Verwendung eines Extrakts aus Neuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides) als natürliches Antidepressivum, insbesondere für menopausale Beschwerden. Der Extrakt erhöht die Serotoninproduktion im Blut und reduziert depressive Verhaltensweisen in Tierversuchen. Die Kernidee ist die Nutzung einer sicheren, natürlich abgeleiteten Substanz mit wenigen Nebenwirkungen als Alternative zu herkömmlichen Medikamenten. Es eignet sich für funktionelle Gesundheitsnahrungsmittel oder Pharmazeutika.

CN-105997738-A Chemical Unbekannt

Hautpflege-Essenz enthaltend Tetragonia tetragonioides-Extrakt

Canton Damekiss Daily Chemical Factory Ltd. Company (2016)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft eine kosmetische Essenz, die spezifisch aufbereiteten Extrakt aus Neuseeländer Spinat enthält. Das Mittel dient dazu, Feuchtigkeit in der Haut zu speichern und Luftfeuchtigkeit zu absorbieren, um Austrocknung zu verhindern. Durch Verfahren wie enzymatische Hydrolyse und Ultraschallextraktion wird der Wirkstoff gewonnen. Die Essenz verbessert die Hautweichheit, repariert die Hautbarriere und wirkt der Hautalterung entgegen.

KR-101108885-B1 Biological Erteilt

Tetragonia tetragonioides-Extrakte mit antidiabetischer und cholesterinsenkender Wirkung

(2008)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent schützt Extrakte aus Tetragonia tetragonioides, die spezifisch für die Behandlung von Diabetes und zur Senkung des Cholesterinspiegels entwickelt wurden. Die Pflanze wird hier als funktionelles Lebensmittel oder Medikament zur Stoffwechselregulierung eingesetzt. Die Kernidee liegt in der Nutzung der bioaktiven Komponenten der Pflanze zur Blutzuckerkontrolle. Es bietet eine natürliche Option zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen.

Quellen & Referenzen

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:364795-1
  2. https://www.gbif.org/species/5384307
  3. https://pfaf.org/user/Plant.aspx?LatinName=Tetragonia+tetragonioides
  4. https://www.australiangeographic.com.au/topics/wildlife/2017/10/spinach-played-a-big-part-in-the-brits-decision-to-bring-convicts-to-australia/
  5. https://territorialseed.com/products/new-zealand-spinach-new-zealand-spinach
  6. https://worldofsucculents.com/tetragonia-tetragonioides/
  7. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  8. http://floranorthamerica.org/Tetragonia_tetragonioides
  9. https://scu.edu.au/news/2019/warrigal-greens-are-tasty-salty-and-covered-in-tiny-balloon-like-hairs.php
  10. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1155/2021/8888841
  11. Literaturzusammenfassung: Tetragonia tetragonioides