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Lexikon-Eintrag

Wallemia-Schimmelpilz Wallemia

Wallemia-Schimmelpilz

Taxonomie

Reich Pilze (Fungi)
Stamm Basidiomycota (Basidiomycota)
Klasse Wallemiomycetes (Wallemiomycetes)
Ordnung Wallemiales (Wallemiales)
Familie Wallemiaceae
Gattung Wallemia
Art Wallemia
Wissenschaftlicher Name Wallemia Johan-Olsen, 1887
Akzeptierter Name

Einleitung

*Wallemia* ist eine weltweit verbreitete Gattung der Ständerpilze (Basidiomycota), die eine systematisch isolierte Stellung einnimmt und die eigene Klasse der Wallemiomycetes bildet. Die vorwiegend xerophilen Arten besiedeln bevorzugt Lebensräume mit geringer Wasseraktivität, darunter salz- und zuckerreiche Lebensmittel, Trockenfrüchte, Meersalz sowie die Raumluft.[1][2] Als Kontaminanten sind sie für den Verderb von Nahrungsmitteln verantwortlich und können beim Menschen allergische Reaktionen oder subkutane Infektionen verursachen.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Wallemia* erfolgt asexuell über eine einzigartige Form der Konidiogenese, bei der die Konidienträger unverzweigt oder sympodial wachsen. Die konidiogenen Zellen besitzen eine dünne Zellwand, sind warzig strukturiert und wandeln sich direkt wie Arthrosporen in Konidien um. Diese Konidien sind initial kurz zylindrisch und nehmen mit der Zeit eine rundliche Form an.[9] Bei der Art *Wallemia mellicola* sind die konidiogenen Zellen zylindrisch und produzieren meist vier arthrosporenartige, dickwandige Konidien.[4] Physiologisch sind die Pilze an osmotisch anspruchsvolle Umgebungen angepasst; sie gelten als xerophil und besiedeln bevorzugt trockene Lebensräume oder Substrate mit geringer Wasseraktivität.[9][4] Eine extreme Spezialisierung zeigt *Wallemia ichthyophaga*, ein halophiler Pilz, der für sein Wachstum eine Salzkonzentration von mindestens 10 % NaCl benötigt.[9] Das Wachstum in Kultur ist generell langsam; Kolonien von *Wallemia mellicola* erreichen beispielsweise auf Kartoffel-Dextrose-Agar bei 25 °C nach sieben Tagen nur einen Durchmesser von etwa 5 mm.[4] Als Nahrungssubstrate dienen häufig zucker- oder salzhaltige Lebensmittel wie Marmeladen, Trockenfrüchte, gesalzener Fisch sowie Meersalz.[9][4] Obwohl *Wallemia* primär aus salzhaltigen oder trockenen Habitaten bekannt ist, deutet der Nachweis von *Wallemia mellicola* in Süßwasserproben auf eine breitere ökologische Toleranz und die Fähigkeit zur transienten Besiedlung weniger saliner aquatischer Umgebungen hin.[4] Einige Stämme produzieren Toxine wie Walleminol und Walleminon und können beim Menschen allergische Reaktionen (Farmerlunge) oder subkutane Infektionen verursachen.[9]