Fakten (kompakt)
- Der wissenschaftliche Name *Euterpe oleracea* wurde 1824 von Carl Friedrich Philipp von Martius in seinem Werk *Historia Naturalis Palmarum* etabliert. - Der Gattungsname *Euterpe* leitet sich von einer der Musen der griechischen Mythologie ab.[4] - Synonyme für *E. oleracea* sind *Euterpe badiocarpa* und *Catis martiana*. - Der Name „Açaí“ stammt aus der Tupi-Sprache der indigenen Amazonasvölker, insbesondere von dem Begriff *ïwasa'i*, was so viel bedeutet wie „Frucht, die weint“ oder „Frucht, die Wasser ausstößt“. - Die Açaí-Palme wird wissenschaftlich der Familie der Palmengewächse (Arecaceae), Ordnung Arecales, Klasse Liliopsida, Stamm Tracheophyta und Reich Plantae zugeordnet.[4] - *E. oleracea* dient als Typusart innerhalb der Gattung *Euterpe*. - Die Açaí-Palme unterscheidet sich von verwandten Arten wie *Euterpe precatoria* durch ihre mehrstämmige Wuchsform und Anpassung an Überschwemmungsgebiete. - Im brasilianischen Portugiesisch wird das Wort als *açaí* geschrieben, wobei die Cedille unter dem „c“ den /s/-Laut und Akutzeichen auf dem „a“ und „i“ die Betonung und Aussprache kennzeichnen. - Im Englischen wird es oft als „acai“ ohne diakritische Zeichen wiedergegeben, wodurch die Orthographie vereinfacht wird. - Die Açaí-Palme ist durch schlanke Stämme gekennzeichnet, die bis zu 30 Meter hoch und 18 Zentimeter dick werden können.[4]
Die Açaí-Palme, wissenschaftlich als *Euterpe oleracea* Mart. klassifiziert, gehört zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Carl Friedrich Philipp von Martius beschrieb die Art im Jahr 1824 in seinem Werk *Historia Naturalis Palmarum* anhand von Exemplaren aus der Amazonasregion. Der Gattungsname *Euterpe* bezeichnet eine der Musen der griechischen Mythologie.[2] Synonyme für *E. oleracea* umfassen *Euterpe badiocarpa* Barb. Rodr. und *Catis martiana* O.F.Cook. Diese Synonyme spiegeln historische nomenklatorische Variationen wider, bevor die aktuelle binäre Nomenklatur stabilisiert wurde. Die Neubewertungen basierten auf morphologischen Merkmalen wie der Fruchtfarbe und der Stammarchitektur. Der Name „Açaí“ stammt aus der Tupi-Sprache der indigenen Völker des Amazonasgebiets. Genauer gesagt, leitet er sich von dem Begriff *ïwasa'i* oder einer ähnlichen Variante in Proto-Tupi-Guarani ab, was so viel bedeutet wie „Frucht, die weint“ oder „Frucht, die Wasser ausstößt“. Diese Etymologie bezieht sich auf den flüssigen Saft, der bei der Verarbeitung aus der Frucht gewonnen wird. Im brasilianischen Portugiesisch wird das Wort *açaí* mit einem Cedilla unter dem „c“ geschrieben, um den /s/-Laut zu kennzeichnen, und mit Akutzeichen auf dem „a“ und „i“ für Betonung und Aussprache (/a.saˈi/). Im Englischen wird es üblicherweise als „acai“ ohne diakritische Zeichen wiedergegeben, wodurch die Orthographie vereinfacht wird, während die ungefähre Phonetik als /ɑː.saɪ.iː/ oder ähnlich beibehalten wird.[2] Die Açaí-Beere ist auch unter dem Namen Kohlpalme bekannt.[1]
Die Açaí-Palme (*Euterpe oleracea*) ist eine mehrstämmige Palmenart, die schlanke Stämme von bis zu 30 Metern Höhe und 18 Zentimetern Durchmesser entwickelt. Die Krone besteht aus 8 bis 14 gefiederten Blättern, die jeweils bis zu 3 bis 4 Meter lang sind. Die Blattscheiden bilden einen auffälligen blaugrünen bis rötlichen Kronenschaft von 0,9 bis 1,6 Metern Länge. Die Blattstiele sind gebogen, 10 bis 20 cm lang und kahl. Die reifen Früchte sind kleine, runde, dunkelviolett-schwarze Steinfrüchte von etwa 1 cm Durchmesser. Jede Frucht enthält einen einzigen großen Samen, der von einer dünnen, öligen Pulpschicht und faserigen Scheiden umhüllt ist. Der Samen macht etwa 80 bis 90 % des Fruchtgewichts aus. Die Früchte wachsen in dichten Büscheln mit Hunderten von einzelnen Beeren. Die Reife wird durch den Farbübergang des Perikarps zu einem dunklen Violett angezeigt. Die Açaí-Palme ist einhäusig und bildet verzweigte Blütenstände von bis zu 1 Meter Länge unterhalb der Blätter, wobei die weiblichen Blüten größer sind als die männlichen. Die Blütenstände entwickeln sich zu Fruchtständen mit den kleinen, runden Steinfrüchten. Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich über Samen, die in gut durchlässigen, feuchten, sauren Substraten ausgesät werden. Die Keimung dauert unter warmen, feuchten Bedingungen mehrere Wochen bis Monate. Die vegetative Vermehrung durch Abtrennen von Ablegern von reifen Büscheln ist weniger üblich, aber bei Büschel-Sorten möglich. Kommerzielle Tiefkühlpülpe enthält etwa 72 kcal pro 100 g, bestehend aus 4,9 g Gesamtfett (hauptsächlich ungesättigt, wobei Ölsäure 61,4 % der Fettsäuren ausmacht), 5,8 g Kohlenhydrate (weniger als 0,25 g Zucker), 1 g Protein und 5,33 g Ballaststoffe. Gefriergetrocknete Pulpe weist höhere Werte auf: bis zu 49 g Lipide pro 100 g (hauptsächlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren), 9 g Protein, erhebliche Mengen an Ballaststoffen (bis zu 27 g pro 100 g) und wenig Netto-Kohlenhydrate, was etwa 527 kcal pro 100 g ergibt. Die Pulpe ist reich an Anthocyanen, hauptsächlich Cyanidin-3-glucosid und Cyanidin-3-rutinosid.[1]
Die Açaí-Beere (*Euterpe oleracea*) ist keine traditionelle Schädlingsart, sondern wird hauptsächlich wegen ihrer wirtschaftlichen und ernährungsphysiologischen Bedeutung angebaut und geerntet. Sie wird in der Regel nicht als Schädling oder Lästling betrachtet, sondern als Nutzpflanze, die zur Ernährung und zum Einkommen beiträgt, insbesondere in der Amazonasregion. Obwohl die Açaí-Palme selbst nicht als Schädling gilt, können bestimmte Aspekte im Zusammenhang mit ihrem Anbau und ihrer Ernte ökologische und soziale Probleme verursachen. So kann beispielsweise die Intensivierung des Anbaus von *Euterpe oleracea* durch selektives Ausdünnen und Erhöhen der Palmdichte die Baumartenvielfalt in den Amazonas-Ästuaren und Überschwemmungswäldern verringern. Höhere Açaí-Dichten korrelieren negativ mit der Baumartendichte und dem Artenreichtum, was auf eine Verdrängung einheimischer Arten durch die dominanten Açaí-Palmen hindeutet. Darüber hinaus birgt die Açaí-Ernte erhebliche Risiken, insbesondere durch Stürze von hohen Palmen, was sie zu einem der gefährlichsten Berufe in Brasilien macht. Arbeiter, darunter auch Kinder in verarmten Amazonasgemeinden, klettern oft ohne Sicherheitsausrüstung, was zu häufigen Unfällen führt. Die Açaí-Beere wird global vermarktet, vor allem wegen ihres hohen Gehalts an Antioxidantien, insbesondere Anthocyanen und Flavonoiden. Befürworter behaupten, dass diese Verbindungen freie Radikale neutralisieren und potenziell oxidativen Stress, Alterung und Entzündungen reduzieren. Allerdings wurden einige gesundheitliche Vorteile im Zusammenhang mit Açaí übertrieben dargestellt, und es gab Fälle von irreführender Werbung, die von Aufsichtsbehörden wie der Federal Trade Commission (FTC) angegangen wurden. In Bezug auf die medizinische Relevanz deuten In-vitro-Studien auf eine antimikrobielle Aktivität von Açaí-Nebenprodukten gegen Krankheitserreger wie *Staphylococcus aureus* hin. Açaí-Extrakte haben in ersten Modellen eine wundheilungsfördernde Wirkung gezeigt, indem sie die Migration von Fibroblasten und die Kollagenablagerung verbessern und Entzündungen reduzieren. Tierversuche haben entzündungshemmende Wirkungen von Açaí gezeigt, einschließlich der Herunterregulierung der NLRP3-Inflammasomaktivität und der Zytokinreduktion, was Adipositas und Insulinresistenz mildert. Um die Sicherheit der Ernte zu gewährleisten, werden Anstrengungen unternommen, um Klettergurte zu entwickeln und an die Arbeiter zu verteilen, um das Sturzrisiko zu verringern und nachhaltige Lebensgrundlagen zu fördern. Wirtschaftliche Ungleichheiten werden auch durch Genossenschaften angegangen, die es den Familien ermöglichen, die Produktion zu steigern, bessere Bedingungen auszuhandeln und das Einkommen durch kollektive Verarbeitung und Direktverkäufe zu erhöhen.[2]