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Acai Beere Euterpe oleracea

Acai Beere

Taxonomische Klassifikation

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Liliopsida (Liliopsida)
Ordnung Arecales (Arecales)
Familie Arecaceae
Gattung Euterpe
Art Euterpe oleracea
Wissenschaftlicher Name: Euterpe oleracea Mart.
Akzeptierter Name
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Einleitung

*Euterpe oleracea*, bekannt als Açaí-Palme, ist eine mehrstämmige Palmenart aus der Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Die Art ist im Amazonasbecken beheimatet, wo sie in periodisch überfluteten Gebieten wie Várzea- und Igapó-Wäldern vorkommt. Die Açaí-Palme produziert dichte Trauben kleiner, runder, dunkelvioletter Steinfrüchte, die als Açaí-Beeren bekannt sind und hauptsächlich wegen ihres Fruchtfleisches geerntet werden. Dieses wird traditionell in der amazonischen Ernährung verwendet und findet zunehmend als nährstoffreiche Nahrungsquelle mit Ballaststoffen, Fetten und Antioxidantien Verwendung auf globalen Märkten.[1] Synonyme für *E. oleracea* sind *Euterpe badiocarpa* und *Catis martiana*.[1]

Fakten (kompakt)

- Der wissenschaftliche Name *Euterpe oleracea* wurde 1824 von Carl Friedrich Philipp von Martius in seinem Werk *Historia Naturalis Palmarum* etabliert. - Der Gattungsname *Euterpe* leitet sich von einer der Musen der griechischen Mythologie ab.[4] - Synonyme für *E. oleracea* sind *Euterpe badiocarpa* und *Catis martiana*. - Der Name „Açaí“ stammt aus der Tupi-Sprache der indigenen Amazonasvölker, insbesondere von dem Begriff *ïwasa'i*, was so viel bedeutet wie „Frucht, die weint“ oder „Frucht, die Wasser ausstößt“. - Die Açaí-Palme wird wissenschaftlich der Familie der Palmengewächse (Arecaceae), Ordnung Arecales, Klasse Liliopsida, Stamm Tracheophyta und Reich Plantae zugeordnet.[4] - *E. oleracea* dient als Typusart innerhalb der Gattung *Euterpe*. - Die Açaí-Palme unterscheidet sich von verwandten Arten wie *Euterpe precatoria* durch ihre mehrstämmige Wuchsform und Anpassung an Überschwemmungsgebiete. - Im brasilianischen Portugiesisch wird das Wort als *açaí* geschrieben, wobei die Cedille unter dem „c“ den /s/-Laut und Akutzeichen auf dem „a“ und „i“ die Betonung und Aussprache kennzeichnen. - Im Englischen wird es oft als „acai“ ohne diakritische Zeichen wiedergegeben, wodurch die Orthographie vereinfacht wird. - Die Açaí-Palme ist durch schlanke Stämme gekennzeichnet, die bis zu 30 Meter hoch und 18 Zentimeter dick werden können.[4]

Name & Einordnung

Die Açaí-Palme, wissenschaftlich als *Euterpe oleracea* Mart. klassifiziert, gehört zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Carl Friedrich Philipp von Martius beschrieb die Art im Jahr 1824 in seinem Werk *Historia Naturalis Palmarum* anhand von Exemplaren aus der Amazonasregion. Der Gattungsname *Euterpe* bezeichnet eine der Musen der griechischen Mythologie.[2] Synonyme für *E. oleracea* umfassen *Euterpe badiocarpa* Barb. Rodr. und *Catis martiana* O.F.Cook. Diese Synonyme spiegeln historische nomenklatorische Variationen wider, bevor die aktuelle binäre Nomenklatur stabilisiert wurde. Die Neubewertungen basierten auf morphologischen Merkmalen wie der Fruchtfarbe und der Stammarchitektur. Der Name „Açaí“ stammt aus der Tupi-Sprache der indigenen Völker des Amazonasgebiets. Genauer gesagt, leitet er sich von dem Begriff *ïwasa'i* oder einer ähnlichen Variante in Proto-Tupi-Guarani ab, was so viel bedeutet wie „Frucht, die weint“ oder „Frucht, die Wasser ausstößt“. Diese Etymologie bezieht sich auf den flüssigen Saft, der bei der Verarbeitung aus der Frucht gewonnen wird. Im brasilianischen Portugiesisch wird das Wort *açaí* mit einem Cedilla unter dem „c“ geschrieben, um den /s/-Laut zu kennzeichnen, und mit Akutzeichen auf dem „a“ und „i“ für Betonung und Aussprache (/a.saˈi/). Im Englischen wird es üblicherweise als „acai“ ohne diakritische Zeichen wiedergegeben, wodurch die Orthographie vereinfacht wird, während die ungefähre Phonetik als /ɑː.saɪ.iː/ oder ähnlich beibehalten wird.[2] Die Açaí-Beere ist auch unter dem Namen Kohlpalme bekannt.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Açaí-Palme (*Euterpe oleracea*) ist eine mehrstämmige Palmenart, die schlanke Stämme von bis zu 30 Metern Höhe und 18 Zentimetern Durchmesser entwickelt. Die Krone besteht aus 8 bis 14 gefiederten Blättern, die jeweils bis zu 3 bis 4 Meter lang sind. Die Blattscheiden bilden einen auffälligen blaugrünen bis rötlichen Kronenschaft von 0,9 bis 1,6 Metern Länge. Die Blattstiele sind gebogen, 10 bis 20 cm lang und kahl. Die reifen Früchte sind kleine, runde, dunkelviolett-schwarze Steinfrüchte von etwa 1 cm Durchmesser. Jede Frucht enthält einen einzigen großen Samen, der von einer dünnen, öligen Pulpschicht und faserigen Scheiden umhüllt ist. Der Samen macht etwa 80 bis 90 % des Fruchtgewichts aus. Die Früchte wachsen in dichten Büscheln mit Hunderten von einzelnen Beeren. Die Reife wird durch den Farbübergang des Perikarps zu einem dunklen Violett angezeigt. Die Açaí-Palme ist einhäusig und bildet verzweigte Blütenstände von bis zu 1 Meter Länge unterhalb der Blätter, wobei die weiblichen Blüten größer sind als die männlichen. Die Blütenstände entwickeln sich zu Fruchtständen mit den kleinen, runden Steinfrüchten. Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich über Samen, die in gut durchlässigen, feuchten, sauren Substraten ausgesät werden. Die Keimung dauert unter warmen, feuchten Bedingungen mehrere Wochen bis Monate. Die vegetative Vermehrung durch Abtrennen von Ablegern von reifen Büscheln ist weniger üblich, aber bei Büschel-Sorten möglich. Kommerzielle Tiefkühlpülpe enthält etwa 72 kcal pro 100 g, bestehend aus 4,9 g Gesamtfett (hauptsächlich ungesättigt, wobei Ölsäure 61,4 % der Fettsäuren ausmacht), 5,8 g Kohlenhydrate (weniger als 0,25 g Zucker), 1 g Protein und 5,33 g Ballaststoffe. Gefriergetrocknete Pulpe weist höhere Werte auf: bis zu 49 g Lipide pro 100 g (hauptsächlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren), 9 g Protein, erhebliche Mengen an Ballaststoffen (bis zu 27 g pro 100 g) und wenig Netto-Kohlenhydrate, was etwa 527 kcal pro 100 g ergibt. Die Pulpe ist reich an Anthocyanen, hauptsächlich Cyanidin-3-glucosid und Cyanidin-3-rutinosid.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Açaí-Beere (*Euterpe oleracea*) ist keine traditionelle Schädlingsart, sondern wird hauptsächlich wegen ihrer wirtschaftlichen und ernährungsphysiologischen Bedeutung angebaut und geerntet. Sie wird in der Regel nicht als Schädling oder Lästling betrachtet, sondern als Nutzpflanze, die zur Ernährung und zum Einkommen beiträgt, insbesondere in der Amazonasregion. Obwohl die Açaí-Palme selbst nicht als Schädling gilt, können bestimmte Aspekte im Zusammenhang mit ihrem Anbau und ihrer Ernte ökologische und soziale Probleme verursachen. So kann beispielsweise die Intensivierung des Anbaus von *Euterpe oleracea* durch selektives Ausdünnen und Erhöhen der Palmdichte die Baumartenvielfalt in den Amazonas-Ästuaren und Überschwemmungswäldern verringern. Höhere Açaí-Dichten korrelieren negativ mit der Baumartendichte und dem Artenreichtum, was auf eine Verdrängung einheimischer Arten durch die dominanten Açaí-Palmen hindeutet. Darüber hinaus birgt die Açaí-Ernte erhebliche Risiken, insbesondere durch Stürze von hohen Palmen, was sie zu einem der gefährlichsten Berufe in Brasilien macht. Arbeiter, darunter auch Kinder in verarmten Amazonasgemeinden, klettern oft ohne Sicherheitsausrüstung, was zu häufigen Unfällen führt. Die Açaí-Beere wird global vermarktet, vor allem wegen ihres hohen Gehalts an Antioxidantien, insbesondere Anthocyanen und Flavonoiden. Befürworter behaupten, dass diese Verbindungen freie Radikale neutralisieren und potenziell oxidativen Stress, Alterung und Entzündungen reduzieren. Allerdings wurden einige gesundheitliche Vorteile im Zusammenhang mit Açaí übertrieben dargestellt, und es gab Fälle von irreführender Werbung, die von Aufsichtsbehörden wie der Federal Trade Commission (FTC) angegangen wurden. In Bezug auf die medizinische Relevanz deuten In-vitro-Studien auf eine antimikrobielle Aktivität von Açaí-Nebenprodukten gegen Krankheitserreger wie *Staphylococcus aureus* hin. Açaí-Extrakte haben in ersten Modellen eine wundheilungsfördernde Wirkung gezeigt, indem sie die Migration von Fibroblasten und die Kollagenablagerung verbessern und Entzündungen reduzieren. Tierversuche haben entzündungshemmende Wirkungen von Açaí gezeigt, einschließlich der Herunterregulierung der NLRP3-Inflammasomaktivität und der Zytokinreduktion, was Adipositas und Insulinresistenz mildert. Um die Sicherheit der Ernte zu gewährleisten, werden Anstrengungen unternommen, um Klettergurte zu entwickeln und an die Arbeiter zu verteilen, um das Sturzrisiko zu verringern und nachhaltige Lebensgrundlagen zu fördern. Wirtschaftliche Ungleichheiten werden auch durch Genossenschaften angegangen, die es den Familien ermöglichen, die Produktion zu steigern, bessere Bedingungen auszuhandeln und das Einkommen durch kollektive Verarbeitung und Direktverkäufe zu erhöhen.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Die Açaí-Palme (*Euterpe oleracea*) ist eine mehrstämmige Palmenart, die durch schlanke Stämme von bis zu 30 Metern Höhe und 18 Zentimetern Durchmesser gekennzeichnet ist. Als monözische Art produziert die Palme verzweigte Blütenstände von bis zu 1 Meter Länge, die unterhalb der Blätter austreten, wobei weibliche Blüten größer sind als männliche. Diese bringen Fruchtstände hervor, die Trauben kleiner, runder Steinfrüchte tragen, die etwa 1 cm Durchmesser haben und bei Reife eine dunkelviolett-schwarze Farbe annehmen. Die Blüte erfolgt das ganze Jahr über, mit Höhepunkten während der Regenzeit, gefolgt von der Fruchtreife einige Monate später, was mit Umweltfaktoren wie dem saisonalen Wasserstand übereinstimmt. Die Vermehrung der Açaí-Palme (*Euterpe oleracea*) erfolgt hauptsächlich über Samen, die in gut durchlässige, feuchte, saure Substrate gesät werden, um die Keimung zu fördern, die unter warmen, feuchten Bedingungen, die an die Amazonas-Auen erinnern, typischerweise mehrere Wochen bis Monate dauert. Die vegetative Vermehrung durch Trennung von Ablegern aus reifen Büscheln ist weniger verbreitet, aber bei klumpenbildenden Sorten möglich, was die klonale Vermehrung unter Beibehaltung der genetischen Einheitlichkeit ermöglicht. Die Sämlinge werden in einem Abstand von 5 × 5 Metern gepflanzt, was etwa 400 Büschel pro Hektar für die Fruchtproduktion ergibt, wobei der erste Fruchtansatz 3–4 Jahre nach der Pflanzung erfolgt. Traditionelle Anbaumethoden betonen Agroforstsysteme in den Überschwemmungsgebieten (Várzea), bei denen die Palmen inmitten der einheimischen Vegetation selektiv ausgedünnt werden, um den Lichteinfall und die Fruchterträge zu erhöhen, ohne dass der Wald vollständig gerodet wird, wodurch die ökologischen Funktionen in den Amazonas-Ästuar-Feuchtgebieten erhalten bleiben. Im Gegensatz dazu erhöhen moderne Monokulturplantagen auf gerodeten Überschwemmungsgebieten oder bewässerten Hochländern die Palmendichte, verringern aber die damit verbundene Baumartenvielfalt und die Integrität der Uferwälder, was möglicherweise die langfristige Bodenfruchtbarkeit und Widerstandsfähigkeit beeinträchtigt.[1] Die Düngung umfasst Formulierungen mit langsamer Freisetzung, die reich an Kalium und Magnesium sind (z. B. 3:1:3 oder 4:1:6 NPK-Verhältnisse), die 3–4 Mal jährlich ausgebracht werden, um die Fruchtentwicklung ohne überschüssigen Stickstoff zu unterstützen, der ein übermäßiges vegetatives Wachstum fördern könnte. Beim Beschneiden konzentriert man sich auf das Entfernen toter oder brauner Wedel und das Ausdünnen überfüllter Rameten in Büscheln, um die Ressourcen auf die fruchttragenden Stämme zu lenken, was nach der Ernte erfolgt, um den Stress zu minimieren. Die Früchte der Açaí-Palme (*Euterpe oleracea*) sind Steinfrüchte mit einem Durchmesser von 1,0 bis 2,0 cm, die sich durch eine kugelförmige Form und ein Perikarp auszeichnen, das in unreifen Stadien von grün nach lila oder violett übergeht, wenn es reif ist. Jede Steinfrucht enthält einen einzigen großen Samen, der von einer dünnen, öligen Pulpschicht und faserigen Fasergeweben umhüllt ist, wobei sich die Früchte in Trauben mit Hunderten von einzelnen Beeren ansammeln. Der Samen macht etwa 80 % bis 90 % des Gesamtgewichts der Frucht aus, was die Pulpgewinnung ineffizient macht und erhebliche Abfälle verursacht. Die Reife wird durch den Farbumschlag des Perikarps nach Dunkelviolett angezeigt, was die Erntebereitschaft signalisiert. Bei Umgebungstemperaturen bleiben frische Früchte etwa eine Woche lang haltbar, bevor die Qualität nachlässt. Das sofortige Einfrieren des gewonnenen Pulps verlängert die Haltbarkeit auf mehrere Monate und mildert die enzymatische Bräunung und den mikrobiellen Verderb, die unter tropischen Bedingungen häufig vorkommen.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Die Açaí-Palme (*Euterpe oleracea*) ist im tropischen Nord-Südamerika beheimatet. Ihr primäres Verbreitungsgebiet umfasst die Flussmündungs- und Überschwemmungsgebiete des Amazonasbeckens in Brasilien, insbesondere den Bundesstaat Pará, sowie angrenzende Regionen in Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Suriname und Trinidad. Sie gedeiht in periodisch überfluteten Umgebungen wie Várzea- (Weißwasser-Überschwemmungswälder) und Igapó-Wäldern (Schwarzwasser-Überschwemmungswälder). Die saisonale Überflutung durch nährstoffreiches Flusswasser unterstützt ihr Wachstum und begrenzt die natürliche Ausbreitung auf ähnliche Feuchtgebiete.[1] Innerhalb dieser Ökosysteme bildet *E. oleracea* dichte, monodominante Bestände. Sie trägt zum Nährstoffkreislauf durch Zersetzung von Laubstreu während des Rückgangs der Überschwemmungen bei und dient als wichtige Nahrungsquelle für fruchtfressende Wildtiere wie Vögel, Fledermäuse und Fische, die ihre Früchte konsumieren. Ihr faseriges Wurzelsystem und die Anpassung an anaerobe Böden ermöglichen es ihr, Flussufer zu stabilisieren und die Bodenfruchtbarkeit durch Sedimentablagerung zu verbessern, was ihre Rolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt der Várzea unterstreicht. Die Açaí-Palme kommt hauptsächlich in den tropischen Feuchtgebieten des nördlichen Südamerikas vor. Sie ist in den Überschwemmungsebenen des Amazonasbeckens beheimatet, insbesondere im Bundesstaat Pará in Brasilien. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis in die angrenzenden Regionen von Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Suriname und Trinidad. Die Palme gedeiht in periodisch überfluteten Umgebungen wie Várzea- und Igapó-Wäldern, wo saisonale Überschwemmungen ihr Wachstum unterstützen. Die Beobachtungsdaten zeigen eine hohe Konzentration von Vorkommen in Brasilien, insbesondere im Amazonasgebiet. Es gibt auch vereinzelte Nachweise in anderen südamerikanischen Ländern. Außerhalb Südamerikas gibt es nur sehr wenige Beobachtungen, hauptsächlich in botanischen Gärten oder als Zierpflanzen. Die Palme ist an periodische Überschwemmungen angepasst und kommt in Weißwasser- und Schwarzwasser-Überschwemmungswäldern vor. Sie bildet dichte, monodominante Bestände und spielt eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf. Die Açaí-Palme stabilisiert Flussufer und verbessert die Bodenfruchtbarkeit. Jüngste Daten deuten auf eine Anfälligkeit gegenüber Klimaveränderungen hin, wobei Dürren mit geringeren Fruchterträgen korrelieren. Analysen von Produktionsaufzeichnungen aus den Jahren 2000–2018 in Pará ergaben durchschnittliche Rückgänge von bis zu 30 % in heißeren Jahren, da die flachen Wurzeln der Palme den Zugang zu unterirdischem Wasser einschränken. Steigende Meeresspiegel verschärfen den Salzwassereintritt in der Amazonas-Mündung, was die Fruchtqualität und Schmackhaftigkeit verändert.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Açaí-Palme (*Euterpe oleracea*) blüht das ganze Jahr über, wobei es während der Regenzeit zu Höhepunkten kommt. Die Reifung der Früchte erfolgt einige Monate nach der Blüte und ist an saisonale Wasserstände angepasst. Die Ernte der Açaí-Früchte erfolgt hauptsächlich in der Regenzeit. In Brasilien erstreckt sich die Produktionssaison von Juli bis Januar, wobei die Erträge in den anderen Monaten geringer ausfallen. Die Sorte BRS Pai d'Égua ist für bewässerte Standorte außerhalb von Überschwemmungsgebieten geeignet und weist über das ganze Jahr verteilte Erträge auf (46 % außerhalb der Saison von Januar bis Juni).[1] Das öffentliche Interesse an der Açaí-Beere, gemessen am Suchinteresse, erreicht in Deutschland typischerweise im August und September seinen Höhepunkt. Das geringste Suchinteresse besteht im November und Dezember.[3]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

TW-202202127-A Biological Anmeldung

Verwendung von Euterpe oleracea Ferment zur Hemmung der Amylase-Aktivität, Förderung des Fettstoffwechsels und Verlangsamung des Alterungsprozesses

Tci Company Ltd. (2020)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft ein Ferment aus Euterpe oleracea, das durch Hefe, Milchsäurebakterien und Essigsäurebakterien gewonnen wird. Dieses Ferment hemmt die Amylase-Aktivität und fördert den Lipidstoffwechsel, was bei Gewichtsmanagement und Anti-Aging hilft. Die Fermentation erhöht die Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe im Vergleich zu rohen Extrakten. Es ist als Nahrungsergänzungsmittel oder kosmetischer Wirkstoff anwendbar.

US-11160750-B2 Chemical Erteilt

Zusammensetzung und Verfahren zur Förderung des Haarwuchses

Zivmas Llc (2018)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird eine Zusammensetzung gegen Haarausfall und zur Pflege von Haaren und Nägeln. Sie enthält Extrakte aus Euterpe oleracea (spezifisch Cyanidin-3-glycosid), Olivenblättern und Kaffee sowie Mikronährstoffe wie Zink. Die Acai-Komponente dient der Nährstoffversorgung und dem antioxidativen Schutz der Haarfollikel. Das Produkt kann als Nahrungsergänzungsmittel oder topische Anwendung formuliert werden.

US-2016303019-A1 Chemical Unbekannt

Topische Hautpflegezusammensetzung mit Lichtschutzfaktor

Mary Kay Inc. (2016)

Relevanz: 6/10

Zusammenfassung

Dieses Patent offenbart eine spezifische Hautpflegeemulsion mit hohem Wasseranteil und chemischen UV-Filtern. Euterpe oleracea Fruchtextrakt wird als Teil eines Wirkstoffkomplexes (1-3 Gew.-%) zur Hautpflege eingesetzt. Die Formulierung kombiniert Sonnenschutz (SPF 15+) mit den antioxidativen Vorteilen der Acai-Beere. Es ist eine Weiterentwicklung kosmetischer Basisrezepturen für den täglichen Schutz.

KR-20160036122-A Chemical Unbekannt

Kosmetische Zusammensetzung enthaltend Extrakte aus Achillea millefolium, Schwalbennest, Hypericum perforatum, Euterpe oleracea, Aspalathus linearis, Rosa canina und Gold

Chang Moon Sik (2014)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Es wird eine Nanoemulsion zur Faltenreduzierung beschrieben, die eine sehr komplexe Mischung aus Inhaltsstoffen inklusive Gold und Schwalbennest-Extrakt enthält. Euterpe oleracea ist Teil dieser Mischung. Durch die Nanoemulsion soll die Eindringtiefe der Wirkstoffe in die Haut verbessert werden. Die Relevanz für Acai ist gegeben, aber durch die Vielzahl anderer exotischer Wirkstoffe etwas verwässert.

WO-2011103648-A1 Biological Unbekannt

Verfahren zur Herstellung von Salben mit Antioxidantien aus polyphenolreichen Pflanzen zur Wundbehandlung

University DO Estado DO Rio DE Janeiro Uerj, Soares DE Moura Roberto (2011)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Dieses Patent fokussiert sich auf die medizinische Wundbehandlung mittels Salben aus polyphenolreichen Pflanzen wie Euterpe oleracea. Die Methode zielt darauf ab, den Heilungsprozess zu beschleunigen, indem oxidationsfördernde Verbindungen reduziert und die Stickoxid-Synthese moduliert wird. Es ist besonders relevant für chronische Wunden oder Zustände mit erhöhtem oxidativem Stress. Die Acai-Beere wird hier explizit wegen ihres hohen Polyphenolgehalts als therapeutisches Mittel eingesetzt.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.cabidigitallibrary.org/doi/full/10.1079/cabicompendium.22204
  2. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9965320/
  3. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  4. Literaturzusammenfassung: Açaí palm
  5. https://news.mongabay.com/2021/11/your-acai-smoothie-may-be-destroying-floodplain-forests-in-the-amazon/