Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über die Argentinische Ameise (*Linepithema humile*) in kompakter Form: - Die Argentinische Ameise (*Linepithema humile*) ist eine kleine, hell- bis dunkelbraune Ameise mit einer Länge von 2–3 mm. - Sie stammt ursprünglich aus dem subtropischen Grasland von Argentinien, Uruguay, Paraguay und dem südlichen Brasilien.[2] - *L. humile* ist bekannt für ihre außergewöhnliche Invasivität und hat sich seit dem späten 19. Jahrhundert weltweit verbreitet. - Diese [Ameisen](/pages/lexikon/ameisen) bilden riesige Superkolonien, die sich über Tausende von Kilometern erstrecken können. - *Linepithema humile* Kolonien sind polygyn (mehrere Königinnen) und polydom (mehrere Nester). - Königinnen können bis zu 60 Eier pro Tag legen. - Arbeiterinnen kümmern sich um die Brut in flachen, feuchten Nestern, die Temperaturen von -5 °C bis 45 °C tolerieren. - Die Nahrungssuche erfolgt das ganze Jahr über in warmen Klimazonen, wobei Süßigkeiten, Proteine und Öle bevorzugt werden.[2] - Als invasive Art hat *L. humile* tiefgreifende Auswirkungen auf Ökosysteme, indem sie einheimische [Ameisen](/pages/lexikon/ameisen) verdrängt. - Sie reduziert die Vielfalt einheimischer [Ameisen](/pages/lexikon/ameisen) in den betroffenen Gebieten um bis zu 90 %. - *Linepithema humile* geht eine schützende Symbiose mit Schädlingen wie [Blattläusen](/pages/lexikon/blattlause) und Wollläusen ein. - Diese [Ameisen](/pages/lexikon/ameisen) schützen diese Schädlinge vor Fressfeinden und erhöhen ihre Populationen um das 2- bis 5-fache, was die Schäden an Nutzpflanzen wie Zitrusfrüchten verstärkt.[2] - Wirtschaftlich gesehen ist *L. humile* ein bedeutender Schädling in städtischen und landwirtschaftlichen Gebieten. - Die Bekämpfung erfolgt durch Köder, Hygiene und Barriere-Methoden, da es in den eingeschleppten Gebieten keine wirksamen natürlichen Feinde gibt.[2]
Die Argentinische Ameise (*Linepithema humile*) wurde ursprünglich 1868 von Mayr unter dem Namen *Hypoclinea humilis* beschrieben.[2][3] Lange Zeit ordnete man die Art der Gattung *Iridomyrmex* zu, weshalb sie in älterer Literatur oft als *Iridomyrmex humilis* geführt wird. Im Jahr 1992 transferierte Shattuck die Spezies aufgrund morphologischer Merkmale in die Gattung *Linepithema*. Taxonomisch wird sie heute innerhalb der Familie [Formicidae](/pages/lexikon/ameisen) zur Unterfamilie Dolichoderinae gestellt.[2]
Die Arbeiterinnen von *Linepithema humile* sind monomorph und erreichen eine Körperlänge von 2,2 bis 2,8 mm. Ihre Färbung ist einheitlich hell- bis dunkelbraun, wobei der Hinterleib oft etwas dunkler erscheint. Zu den zentralen Bestimmungsmerkmalen gehören der eingliedrige Stiel (Petiolus) mit einer aufrechten Schuppe sowie das Fehlen von Dornen auf dem Thorax.[3][1] Der Kopf ist länger als breit und trägt zwölfgliedrige Antennen ohne Keule. Als Vertreter der Unterfamilie Dolichoderinae besitzt die Art keinen Stachel, sondern verteidigt sich durch Bisse.[3] Die Königinnen sind mit 4,5 bis 6,0 mm deutlich größer als die Arbeiterinnen und weisen drei Ocellen auf dem Kopf auf. Männliche Tiere messen zwischen 2,8 und 3,0 mm und zeichnen sich durch eine dunklere, schwärzlich-braune Färbung aus.[1][3] Die Larven erscheinen weißlich, während die Puppenentwicklung ohne schützenden Kokon stattfindet.[1] Von der ähnlichen Art *Tapinoma sessile* lässt sich *Linepithema humile* durch die aufrechte Petiolus-Schuppe unterscheiden. Zudem verströmen zerdrückte Exemplare einen modrigen Geruch, im Gegensatz zum Duft nach verrotteter Kokosnuss bei *Tapinoma sessile*.[3][1]
Die Argentinische Ameise (*Linepithema humile*) wird primär als Hygieneschädling und Lebensmittelverderber eingeordnet.[1] Sie ernährt sich räuberisch von tierischen Substanzen sowie Körnern und kann Vorräte durch potenzielle Keimübertragung kontaminieren.[1][3] In landwirtschaftlichen Kulturen verursacht die Art erhebliche indirekte Schäden, indem sie Pflanzenschädlinge wie [Blattläuse](/pages/lexikon/blattlause) und Schmierläuse vor Fressfeinden schützt, um deren Honigtau zu nutzen. In urbanen Bereichen dringen die Tiere in Gebäude ein und können in elektrischen Anlagen Kurzschlüsse oder Korrosion verursachen.[3] Die Prävention in kühleren Klimazonen profitiert davon, dass die Art im Freien meist nicht überwintern kann und auf geheizte Räume angewiesen ist. Eine Eiablage findet bei Temperaturen unter 20 °C nicht mehr statt, was die Populationsentwicklung limitiert.[1] Die Bekämpfung gestaltet sich aufgrund der Bildung riesiger, vernetzter Superkolonien als schwierig.[3] Als effektivste Methode gelten langsam wirkende Fraßköder (z. B. mit Fipronil oder Hydramethylnon), die über den sozialen Futteraustausch (Trophallaxis) im gesamten Nest verteilt werden. Kontaktinsektizide und physikalische Barrieren wie Diatomeenerde bieten hingegen oft nur temporären Schutz vor eindringenden Arbeiterinnen. Aus hygienischer Sicht ist relevant, dass *Linepithema humile* pathogene Bakterien mechanisch auf Lebensmittel übertragen kann, auch wenn sie Menschen nur selten beißt.[3]