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Asiatische Tigermücke Aedes albopictus

Asiatische Tigermücke
Mittleres Risiko Invasive Art Krankheitsüberträger Kann beißen Physische Gefahr

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Zweiflügler (Diptera)
Familie Culicidae
Gattung Aedes
Art Aedes albopictus
Wissenschaftlicher Name Aedes albopictus (Skuse, 1894)
Akzeptierter Name

Einleitung

Die **Asiatische Tigermücke** (*Aedes albopictus*, teilweise auch als *Stegomyia albopicta* klassifiziert) ist eine ursprünglich aus den Tropen und Subtropen Südostasiens stammende Stechmückenart, die sich weltweit invasiv ausgebreitet hat.[1][2] Aufgrund ihrer Eigenschaft als kompetenter Vektor für diverse Arboviren, darunter Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren, besitzt sie eine hohe medizinische Relevanz.[2][3] Charakteristisch für die tagaktive Art ist die kontrastreiche schwarz-weiße Musterung, wobei sie sich durch einen zentralen weißen Längsstreifen auf dem Thoraxrücken von der oft verwechselten [Gelbfiebermücke](/pages/lexikon/gelbfiebermuecke) (*[Aedes aegypti](/pages/lexikon/gelbfiebermuecke)*) unterscheidet.[1][2]

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von *Aedes albopictus* umfasst die vier Stadien Ei, Larve, Puppe und Imago, wobei die Entwicklung der Jugendstadien an aquatische Habitate gebunden ist.[2] Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in kleinen, künstlichen Wasseransammlungen wie Altreifen oder Blumentöpfen ab, wobei die Eiablage an den Innenwänden oberhalb der Wasserlinie erfolgt. Die Eier sind äußerst widerstandsfähig gegen Austrocknung und können bis zu einem Jahr in trockenem Zustand überdauern, bis sie durch Überflutung zum Schlüpfen angeregt werden. In gemäßigten Klimazonen überwintert die Art im Eistadium durch eine photoperiodisch induzierte Diapause, die eine erhöhte Kältetoleranz ermöglicht.[3] Nach dem Schlüpfen durchlaufen die aquatischen Larven vier Stadien, in denen sie sich von organischem Material und Mikroorganismen ernähren.[1] Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zum adulten Insekt beträgt unter optimalen Bedingungen bei 25 bis 30 °C etwa 7 bis 14 Tage.[3] Dieser Prozess ist stark temperaturabhängig; kühlere Temperaturen verlängern den Zyklus, während die Überlebensraten unterhalb von 10 °C deutlich sinken.[4] Während sich beide Geschlechter zur Energieversorgung von pflanzlichem Nektar ernähren, benötigen die Weibchen für die Eiproduktion proteinreiche Blutmahlzeiten.[3] *Aedes albopictus* ist tagaktiv und zeigt ein opportunistisches Stechverhalten, wobei neben dem Menschen auch andere Säugetiere und Vögel als Wirte dienen.[2] Die Fortpflanzung erfolgt oft nach der Schwarmbildung der Männchen, wobei Weibchen in der Regel nur einmal in ihrem Leben begattet werden und den Samen für mehrere Gelege speichern.[4]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg, Deutschland

    01.11.2025

  • Karlsruhe, Baden-Württemberg, Deutschland

    01.11.2025

  • Stühlinger, 79 Freiburg im Breisgau-West, Deutschland

    20.10.2025

  • Deutschland

    09.10.2025

  • Bottrop, DE-NW, Deutschland

    07.10.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-114375954-A Chemical Anmeldung

Mückenanlockende Zusammensetzung unter Verwendung von Chitosan als Träger zur Bindung von Brenztraubensäure zur CO2-Adsorption

Guangdong Academy OF Sciences Institute (2022)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Eine Gel-Zusammensetzung nutzt Chitosan, um Brenztraubensäure zu binden und CO2 zu adsorbieren bzw. langsam freizusetzen. Dies simuliert menschlichen Geruch und Atmung, um Mücken anzulocken. Die Methode ist besonders effektiv, um Aedes albopictus und Culex-Arten in Fallen zu locken.

CN-112640905-A Chemical Anmeldung

Herstellungsverfahren für ein effizientes Lockmittel gegen Aedes albopictus

Jiangsu Provincial Center For Disease Control And Prevention Public Health Research Institute OF Jiangsu, Nanjing Best Pest Control Service Company Ltd., Wuxi Center For Disease Control And Prevention (2020)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt die Synthese eines Lockmittels (2-Ammoniumhydroxypropionat) aus Ammoniumbicarbonat und organischen Säuren. Diese Substanz imitiert flüchtige Geruchsstoffe, die für Mücken attraktiv sind. Durch die synergistische Wirkung der Komponenten wird eine hohe Anziehungskraft auf Aedes albopictus ausgeübt, was die Überwachung und Bekämpfung erleichtert.

CN-111109307-A Chemical Unbekannt

Herstellungsverfahren für ein pflanzliches mückenabweisendes Textil und dessen pharmazeutische Zusammensetzung

Institute OF Cotton Hebei Academy OF Agriculture And Forestry Sciences (2019)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft die Behandlung von Textilien mit einer Mischung aus traditionellen chinesischen Heilkräutern (z.B. Minze, Nelke, Lavendel). Diese pflanzlichen Wirkstoffe verleihen dem Stoff eine abweisende Wirkung gegen Aedes albopictus (ca. 60% Repellent-Rate). Die Methode ist umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich.

CN-107254426-A Biological Unbekannt

Eine Art von Bacillus thuringiensis zur Larvenabtötung und deren Anwendung

Zhejiang Cuixi Agricultural Dev Company Ltd. (2017)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Ein neuer Stamm von Bacillus thuringiensis (Bt S2160 1) wird vorgestellt, der eine besonders hohe insektizide Wirkung auf die Larven von Aedes albopictus hat. Er dient als biologische Alternative oder Ergänzung zu bestehenden Mitteln (wie Bti), um Resistenzbildungen zu vermeiden und Populationen großflächig zu kontrollieren.

CN-106386779-A Biological Unbekannt

Regionales Freisetzungsverfahren von Wolbachia-tragenden Aedes albopictus an festen Positionen

Guangzhou Weibaikun Biological Technology Company Ltd. (2016)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent definiert ein Protokoll zur Freisetzung von Wolbachia-infizierten männlichen Tigermücken. Es umfasst die Überwachung der lokalen Population mittels BG-Fallen und PCR-Tests, um das notwendige Freisetzungsverhältnis (mindestens 5:1) zu bestimmen. Ziel ist die effektive Unterdrückung der Wildpopulation durch sterile Paarungen in spezifischen Zielgebieten.