Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über die Asiatische Tigermücke (*Aedes albopictus*) als Bullet-Liste: - Die Asiatische Tigermücke (*Aedes albopictus*) ist eine kleine Mückenart aus der Familie der Stechmücken ([Culicidae](/pages/lexikon/mucken)). - Adulte *Aedes albopictus* sind etwa 2 bis 10 mm lang. - *Aedes albopictus* hat einen schwarzen Körper mit markanten weißen Längsstreifen an Thorax, Beinen und Abdomen. - Ursprünglich stammt *Aedes albopictus* aus den tropischen und subtropischen Regionen Südostasiens. - Seit den 1980er Jahren hat sich die Art weltweit ausgebreitet und ist nun in über 100 Ländern auf allen Kontinenten außer der Antarktis etabliert. - Die Ausbreitung erfolgt hauptsächlich durch den internationalen Handel mit gebrauchten Reifen und anderen wasserhaltenden Behältern, die den Eiertransport erleichtern. - Die Eier von *Aedes albopictus* sind widerstandsfähig und können Trockenperioden von bis zu einem Jahr überstehen. - *Aedes albopictus* Weibchen sind tagaktiv und stechen aggressiv. - *Aedes albopictus* ist ein kompetenter Vektor für verschiedene Arboviren, darunter Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus. - Die Larven von *Aedes albopictus* entwickeln sich in stehenden Gewässern, wie z.B. in Altreifen, Blumentöpfen und Vogeltränken. - Der Lebenszyklus von *Aedes albopictus* umfasst vier Stadien: Ei, Larve, Puppe und Adult, wobei die Entwicklung vom Ei zum Adult unter optimalen Bedingungen etwa 7 bis 10 Tage dauert. - *Aedes albopictus* kann auch Fadenwürmer wie *Dirofilaria immitis* übertragen, die Hunde und gelegentlich auch Menschen befallen. - Der Gattungsname *Aedes* stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet "unangenehm" oder "abscheulich". - Das Artepitheton *albopictus* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "weiß bemalt" oder "weiß markiert", was sich auf die weißen Streifen bezieht.[3]
Die Asiatische Tigermücke (*Aedes albopictus*) wurde 1894 von Frederick A. A. Skuse ursprünglich unter dem Namen *Culex albopictus* wissenschaftlich erstbeschrieben.[2][1] Das Art-Epitheton *albopictus* entstammt dem Lateinischen (*albus* für weiß, *pictus* für bemalt) und bezieht sich auf die auffällige weiße Zeichnung des Körpers. Taxonomisch gehört die Art zur Familie der Stechmücken ([Culicidae](/pages/lexikon/mucken)).[1] Ein Vorschlag aus dem Jahr 2004, die Art als *Stegomyia albopicta* in den Gattungsrang zu erheben, hat sich international nicht allgemein durchgesetzt, wird aber als Synonym geführt.[3]
Adulte Exemplare von *Aedes albopictus* sind kleine Stechmücken mit einer Körperlänge von etwa 2 bis 10 Millimetern.[1] Charakteristisch ist die tiefschwarze Grundfärbung des Körpers, die mit auffälligen weißen Schuppenmustern auf Thorax, Beinen und Abdomen versehen ist und der Art ihr tigerartiges Erscheinungsbild verleiht. Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist der einzelne, silbrig-weiße Längsstreifen, der mittig über das Rückenschild (Scutum) des Thorax verläuft.[3][1] Die Beine weisen eine markante schwarz-weiße Bänderung auf, wobei die weißen Ringe an den Tarsen meist breiter ausgeprägt sind als bei verwandten Arten.[3][2] Ein deutlicher Sexualdimorphismus zeigt sich an den Antennen: Während Weibchen relativ gerade Fühler besitzen, verfügen Männchen über buschige, gefiederte Antennen zur Wahrnehmung von Flügelschlägen. Zudem sind die Palpen der Männchen an den Spitzen keulenförmig verdickt und länger als der Rüssel, während Weibchen einen für die Blutmahlzeit angepassten Stechrüssel besitzen. Die aquatischen Larven sind wurmartig, besitzen eine dunkle Kopfkapsel sowie ein einzelnes seitliches Auge und atmen über ein deutliches Siphonrohr am Hinterleibsende. Die Puppen sind kommaförmig, beweglich und nutzen paddelartige Strukturen am Hinterleib zum Schwimmen.[3] Zur Abgrenzung von der ähnlichen [Gelbfiebermücke](/pages/lexikon/gelbfiebermuecke) (*[Aedes aegypti](/pages/lexikon/gelbfiebermuecke)*) dient primär die Thoraxzeichnung, da *A. aegypti* statt des zentralen weißen Strichs ein leierförmiges Muster aufweist.[1][2] Von *Aedes japonicus* unterscheidet sich *A. albopictus* durch die schmale mediane Linie im Gegensatz zu den breiteren, teils goldgelben Schuppenmustern der Vergleichsart. Einheimische Arten wie *Aedes triseriatus* lassen sich durch das Fehlen der kontrastreichen schwarz-weißen Bänderung sicher abgrenzen.[1]
Aedes albopictus ist medizinisch von hoher Bedeutung, da die Art als kompetenter Vektor für Arboviren wie das Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus sowie für den [Herzwurm](/pages/lexikon/kohleule-herzwurm) Dirofilaria immitis fungiert. Neben dem Infektionsrisiko verursacht die Spezies in befallenen Gebieten durch ihr aggressives, tagaktives Stechverhalten eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität.[3] Die globalen ökonomischen Kosten für Bekämpfung und Überwachung wurden für den Zeitraum von 1975 bis 2020 auf durchschnittlich 3,1 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt. Prävention konzentriert sich primär auf die Beseitigung von Brutstätten (Source Reduction) durch das Entleeren oder Entfernen wasserführender Behältnisse wie Blumentopfuntersetzer und Altreifen.[2] Zur biologischen Bekämpfung in stehenden Gewässern wird das Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) eingesetzt, das bei Larven eine Mortalitätsrate von 90–100 % erreichen kann.[4] Auch natürliche Fressfeinde wie Ruderfußkrebse der Gattung Mesocyclops oder Libellenlarven können die Larvendichte signifikant reduzieren.[3] Obwohl Pyrethroide wie Permethrin gegen Adulte eingesetzt werden, ist seit den 2010er Jahren in vielen Regionen eine weitverbreitete Resistenz dokumentiert.[5] Innovative Ansätze umfassen die Sterile-[Insekten](/pages/lexikon/insekten)-Technik (SIT), die in Pilotversuchen durch die Freilassung sterilisierter Männchen eine Populationsunterdrückung von 98 % erzielte. Ergänzend wird die Infektion mit Wolbachia-Bakterien genutzt, um zytoplasmatische Inkompatibilität zu induzieren und so die Anzahl lebensfähiger Nachkommen zu verringern.[2] Auf individueller Ebene werden die Installation von Insektenschutzgittern sowie die Nutzung von Repellents mit DEET empfohlen, die eine Wirksamkeit von bis zu 95 % aufweisen.[3]