Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über die *Apidae* (Echte Bienen) in einer kompakten Liste: - Die *Apidae* sind die größte Bienenfamilie innerhalb der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) und der Überfamilie der Bienenartigen (Apoidea). - Die Familie umfasst etwa 6.000 Arten, die auf allen Kontinenten außer der Antarktis vorkommen. - Die *Apidae* umfassen sowohl soziale als auch solitär lebende Arten. - Zu den eusozialen Gruppen gehören [Honigbienen](/pages/lexikon/honigbiene) (*Apis* spp.), Hummeln (*Bombus* spp.) und stachellose Bienen (Meliponini). - Zu den solitär lebenden Gattungen gehören beispielsweise Holzbienen (*Xylocopa*) und Langhornbienen (*Eucera*). - Kennzeichnend für die *Apidae* sind ihre langen Zungen, die an den Zugang zu tiefen Blütennektarien angepasst sind. - Sie haben verzweigte Körperhaare zur Pollenaufnahme. - Die Nestbauweisen sind vielfältig und reichen von Erdhöhlen und Holzspalten bis hin zu freiliegenden Waben. - Die *Apidae* spielen eine entscheidende ökologische Rolle als Hauptbestäuber von Blütenpflanzen. - Die Bestäubungsleistungen der Bienen tragen zu etwa 35 % der globalen Ernteproduktion bei. - Die Familie *Apidae* entstand in der späten Kreidezeit vor etwa 95 Millionen Jahren. - Die *Apidae* werden in mehrere Unterfamilien unterteilt, darunter Apinae, Euglossinae, Xylocopinae und Nomadinae. - Viele Arten sind durch Lebensraumverlust, Pestizide und den Klimawandel bedroht.[1]
Die Familie *Apidae* wird innerhalb der Überfamilie *Apoidea* als monophyletische Gruppe eingeordnet und gilt molekulargenetisch als Schwestergruppe der *Megachilidae*.[1] Historisch wurden Gattungen der ehemaligen Familien *Anthophoridae* und *Ctenoplectridae* in die *Apidae* (sensu lato) integriert, was die heutige taxonomische Umschreibung maßgeblich prägte.[3] Ein taxonomischer Vorschlag aus dem Jahr 2005, sämtliche Bienen (*Anthophila*) unter einer einzigen Familie *Apidae* zusammenzufassen, hat sich international nicht durchgesetzt.[2]
Die Vertreter der Familie *Apidae* weisen den typischen Körperbau der Hautflügler mit Kopf, Thorax und Abdomen auf, wobei der Körper meist von verzweigten Haaren bedeckt ist, die dem Pollensammeln dienen. Der Kopf trägt seitlich große Facettenaugen sowie drei Ocellen auf dem Scheitel und verfügt über gekniete Antennen, die bei Weibchen aus 12 und bei Männchen aus 13 Segmenten bestehen.[6][1] Adulte Tiere besitzen zwei Paar häutige Flügel, wobei die kleineren Hinterflügel durch eine Reihe hakenartiger Hamuli mit den größeren Vorderflügeln verbunden sind, was die Flugeffizienz steigert.[6] Ein charakteristisches Merkmal vieler Arten ist der lange, flexible Rüssel (Proboscis), dessen Zungenlänge (Glossa) von etwa 5 mm bei [Honigbienen](/pages/lexikon/honigbiene) bis zu über 30 mm bei manchen Prachtbienen (*Euglossini*) variiert, um tiefe Nektarien zu erreichen.[2] Soziale Arten der Gattungen *Apis* und *Bombus* verfügen an den Außenseiten der Hinterbeine über Corbiculae (Pollenkörbchen), die als glatte, konkave und von langen Haaren gesäumte Flächen ausgebildet sind. Ein wichtiges diagnostisches Merkmal für weibliche *Apidae* ist zudem die fovea facialis, eine Längsgrube parallel zum Innenrand des Facettenauges, die oft mit dichten, kurzen Haaren ausgekleidet ist.[1] Die Morphologie variiert stark innerhalb der Familie: Während Holzbienen (*Xylocopinae*) robuste, bis zu 3 cm lange Körper mit glänzendem, spärlich behaartem Hinterleib besitzen, erscheinen Kuckucksbienen (*Nomadinae*) schlank, wespenartig und weitgehend unbehaart ohne Pollensammelstrukturen.[2] Die meisten Weibchen sind mit einem Wehrstachel ausgestattet, der bei der Unterfamilie *Apinae* Widerhaken aufweist, während Männchen grundsätzlich keinen Stachel besitzen.[4] Die Larven entwickeln sich als beinlose, C-förmige und blasse [Maden](/pages/lexikon/maden), die anfangs weniger als 2 mm messen und durch Häutung wachsen.[2]
Die Familie *Apidae* spielt eine zentrale Rolle in der globalen Bestäubungsökonomie, wobei ihre Dienstleistungen einen geschätzten jährlichen Wert von über 800 Milliarden US-Dollar für die landwirtschaftliche Produktion generieren. Bewirtschaftete Populationen der Westlichen [Honigbiene](/pages/lexikon/honigbiene) (*[Apis mellifera](/pages/lexikon/honigbiene)*) und verschiedener Hummelarten (*Bombus* spp.) sind essenziell für die Erträge bei Kulturen wie Mandeln, Äpfeln und [Tomaten](/pages/lexikon/tomaten).[1][8] Neben der Bestäubung ist die Familie wirtschaftlich bedeutend für Produkte wie Honig, Bienenwachs, Propolis und Gelée royale, wobei allein der globale Honigmarkt im Jahr 2024 auf rund 9,2 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde.[2] Zudem findet Bienengift in der Apitherapie Anwendung, um Entzündungen oder Arthritis zu behandeln.[1] Während die meisten Arten nützlich sind, können Vertreter der Holzbienen wie *Xylocopa virginica* strukturelle Schäden verursachen, indem sie Nisttunnel in weiches oder verwittertes Holz graben.[2][4] Zur Verteidigung besitzen die Weibchen einen Stachelapparat, der bei der Unterfamilie *Apinae* mit Widerhaken versehen ist und beim Stich in der Haut verbleiben kann.[6] Invasive Linien wie die afrikanisierte Honigbiene zeigen teils ein aggressives Abwehrverhalten und konkurrieren mit heimischen Arten um Ressourcen.[2] Da viele Bestände durch Pestizide und Habitatverlust bedroht sind, stehen statt Bekämpfungsmaßnahmen oft Schutzstrategien im Vordergrund, wie etwa das Verbot bestimmter Neonicotinoide in der Europäischen Union.[2][1]