Fakten (kompakt)
- Das ätherische Öl der Pflanze ist reich an spezifischen Monoterpenen wie Nerylacetat und α-Pinen. - Die Gattung *Helichrysum* ist äußerst divers und umfasst über 600 verschiedene Arten.[8] - Neben der Nominatform werden Unterarten wie subsp. *microphyllum*, subsp. *siculum* und subsp. *tyrrhenicum* unterschieden. - Zu den taxonomischen Synonymen zählen *Helichrysum angustifolium*, *Gnaphalium italicum* und *Gnaphalium glutinosum*. - Im Anbau eignet sich das Currykraut für die USDA-Klimazonen 7 bis 10. - Traditionelle medizinische Anwendungen umfassen die Behandlung von Leber- und Gallenbeschwerden sowie Atemwegsinfekten. - Das Wirkspektrum beinhaltet antimikrobielle Effekte gegen spezifische Erreger wie *Staphylococcus aureus* und *Candida albicans*. - Die entzündungshemmende Wirkung basiert auf der Hemmung von Mediatoren wie PGE₂ und LTB₄. - In Untersuchungen wurden antivirale Eigenschaften beobachtet, die unter anderem gegen HSV und HIV wirken. - Die Fähigkeit zum Abfangen freier Radikale (antioxidative Wirkung) wurde in DPPH- und ABTS-Assays nachgewiesen. - Das Sicherheitsprofil der Pflanze weist eine geringe Toxizität auf, wobei seltene allergische Reaktionen möglich sind. - Systematisch wird die Art der Klasse Magnoliopsida und der Ordnung Asterales zugeordnet.[8]
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Helichrysum italicum* (Roth) G.Don.[3] Sie steht innerhalb der Familie der Asteraceae (Korbblütler) in der artenreichen Gattung *Helichrysum*, im Deutschen auch als Scheinruhrkraut bezeichnet.[3][2] Etymologisch leitet sich der Gattungsname von den griechischen Wörtern *helios* (Sonne) und *chrysos* (Gold) ab, eine Anspielung auf die leuchtend goldgelben Blütenstände. Das Artepitheton *italicum* referenziert den geographischen Ursprung beziehungsweise das Vorkommen in Italien. In der taxonomischen Literatur finden sich diverse Synonyme, darunter *Helichrysum angustifolium* (Lam.) DC., *Gnaphalium italicum* Roth und *Gnaphalium glutinosum* Ten.[1] Aufgrund des charakteristischen Aromas der Blätter hat sich im deutschen Sprachraum der Trivialname Currykraut etabliert.[4] International, sowie im Englischen und Französischen, ist die Bezeichnung "Immortelle" geläufig, da die papierartigen Blüten ihre Farbe auch nach dem Trocknen behalten.[1] Die Art weist eine hohe Variabilität auf und wird in mehrere Unterarten gegliedert, darunter subsp. *microphyllum* (Willd.) Nyman, subsp. *siculum* (Jord. & Fourr.) Galbany sowie subsp. *tyrrhenicum* (Bacch., Brullo & Giusso) Galbany. Manche Autoren ordnen auch *Helichrysum serotinum* (DC.) Boiss. als Unterart *serotinum* hier ein, während andere sie als eigenständige Spezies führen.[1]
*Helichrysum italicum* ist ein ausdauernder, aromatischer Halbstrauch, der Wuchshöhen von 30 bis 70 cm erreicht und eine buschige, bis zu einem Meter breite Wuchsform ausbildet.[1][3] Die Pflanze besitzt eine verholzte Basis, von der aufrechte Stängel ausgehen, die dicht mit feinen weißen Haaren bedeckt sind und dadurch silbrig erscheinen. Die silber-grauen Blätter sind schmal, linear geformt und messen 1 bis 3 cm in der Länge. Sie sitzen ungestielt an den Stängeln und sind überwiegend gegenständig angeordnet, können im oberen Bereich jedoch auch wechselständig auftreten. Eine dichte, filzige Behaarung überzieht beide Blattseiten, wobei das Tomentum auf der Unterseite besonders ausgeprägt ist. Diese morphologische Anpassung reduziert die Transpiration und verleiht dem Laub die charakteristische graue Färbung.[3] Beim Zerreiben setzen die harzigen Blätter einen intensiven, curryartigen Duft frei, der auf flüchtige Verbindungen zurückzuführen ist.[1][3] Im Sommer bildet die Art endständige Cluster aus kleinen, leuchtend gelben Blütenköpfchen, die jeweils einen Durchmesser von 3 bis 5 mm aufweisen.[3] Diese Blüten besitzen eine papierartige Textur und behalten ihre vividen Farben auch nach dem Trocknen bei, was der Art den Namen "Immortelle" einbrachte.[1] Morphologisch zeigt die Spezies eine gewisse Variabilität, wobei Unterarten wie *H. italicum* subsp. *microphyllum* in ihren Merkmalen leicht abweichen können. Taxonomisch besteht eine Nähe zu *Helichrysum serotinum*, das teilweise als Unterart betrachtet wird und ähnliche Merkmale aufweist.[2]
Helichrysum italicum wird primär als Nützling und wertvolle Kulturpflanze klassifiziert, die aufgrund ihrer ätherischen Öle in der Pharmazie, Kosmetik und Lebensmittelindustrie von hoher Bedeutung ist.[1][3] Ökologisch fungiert der Halbstrauch als wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber wie Bienen und trägt zur Biodiversität in mediterranen Macchia-Ökosystemen bei.[5] Die Pflanze zeigt eine natürliche Resistenz gegenüber vielen gängigen Gartenschädlingen, da ihre aromatischen Terpene herbivore Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben effektiv abschrecken. Ein relevantes Schadbild im Anbau ist jedoch die Wurzelfäule, verursacht durch Pilzpathogene wie *Pythium*, die vor allem bei Staunässe oder in schweren, schlecht drainierten Böden auftritt. Präventive Maßnahmen konzentrieren sich daher auf bauliche und kulturtechnische Aspekte wie die Gewährleistung einer exzellenten Bodendrainage und die strikte Vermeidung übermäßiger Bewässerung.[3] Medizinisch und kosmetisch wird das aus den Blütenköpfen gewonnene ätherische Öl wegen seiner entzündungshemmenden, antimikrobiellen und wundheilenden Eigenschaften geschätzt, etwa zur Behandlung von Narben und Hämatomen.[1][4] Die kommerzielle Relevanz spiegelt sich in Patenten wider, die fermentierte Extrakte oder Kombinationen mit Gelée Royale zur Hautregeneration und Faltenreduktion nutzen.[4] Trotz der generell als sicher eingestuften Anwendung (GRAS für topische Nutzung) können in seltenen Fällen allergische Kontaktdermatitiden auftreten, insbesondere bei Personen mit Überempfindlichkeit gegen Korbblütler (*Asteraceae*).[3][4] Aus Sicherheitsgründen ist die Anwendung während der Schwangerschaft, bei Kleinkindern unter sechs Jahren sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien kontraindiziert.[3] Rechtlich ist die Verwendung in kosmetischen Produkten in der EU zugelassen, während die FDA das Öl für die interne therapeutische Nutzung nicht als Medikament anerkennt.[1][7] Obwohl die Art auf der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt wird, erfordern lokale Populationen Schutz vor Übernutzung durch Wildsammlungen.[4]