Dreimasterblume –Tradescantia pallida
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Taxonomische Klassifikation
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Liliopsida (Liliopsida)
Ordnung
Commelinales (Commelinales)
Familie
Commelinaceae
Gattung
Tradescantia
Art
Tradescantia pallida
Wissenschaftlicher Name:
Tradescantia pallida (Rose) D.R.Hunt
Akzeptierter Name
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Einleitung
*Tradescantia pallida* ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Commelinagewächse (Commelinaceae), deren natürliches Verbreitungsgebiet sich entlang der Golfküste Mexikos von Tamaulipas bis Yucatán erstreckt.[1][2] Die Art, die taxonomisch früher als *Setcreasea pallida* oder *Setcreasea purpurea* eingeordnet wurde, ist für ihr charakteristisches, dunkelviolettes Laub bekannt und wird im Englischen oft als „Purple Heart“ bezeichnet.[2][3] Während sie weltweit als Zierpflanze kultiviert wird, gilt sie in einigen tropischen Regionen wie Puerto Rico, Kuba und Teilen Australiens als invasive Spezies, die durch dichten Wuchs heimische Vegetation verdrängen kann.[3][4]
Fakten (kompakt)
- Der Gattungsname *Tradescantia* ehrt John Tradescant den Älteren (ca. 1570–1638), einen englischen Gärtner und Naturforscher im Dienste von König Karl I., der viele Pflanzenarten nach Europa einführte. - Das Art-Epitheton *pallida* leitet sich vom lateinischen Wort für „blass“ ab und bezieht sich auf die hellviolette Färbung der Blüten. - Das Holotypus-Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung basiert, wird unter der Identifikationsnummer US 572818 verwahrt. - Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Extrakte der Pflanze antioxidative, antimikrobielle und antidiabetische Wirkungen besitzen. - In ihrem Heimatland Mexiko wird die Art traditionell in der Volksmedizin genutzt. - Die Blüten verfügen über auffällige gelbe Staubblätter, die einen Kontrast zu den drei Kronblättern bilden. - Systematisch wird *Tradescantia pallida* der Klasse der Liliopsida und der Ordnung der Commelinales zugeordnet. - Neben Trockenheit tolerieren etablierte Pflanzen auch salzhaltige Bedingungen. - Um ein buschigeres Wachstum zu fördern, wird im Gartenbau das Entspitzen der Triebe (Pinching) praktiziert. - Das Synonym *Setcreasea purpurea* Boom wird taxonomisch oft als eine Kultivar-Form der Art behandelt.[8]
Name & Einordnung
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Tradescantia pallida* (Rose) D.R.Hunt.[1][3] Die Erstbeschreibung erfolgte ursprünglich im Jahr 1911 durch Joseph Nelson Rose unter dem Basionym *Setcreasea pallida*. Diese Veröffentlichung in den „Contributions from the United States National Herbarium“ basierte auf einem Typusexemplar, das Edward Palmer 1907 in der Nähe von Ciudad Victoria im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas gesammelt hatte.[3] Im Jahr 1975 transferierte der Botaniker David R. Hunt die Spezies im „Kew Bulletin“ in die Gattung *Tradescantia*, da phylogenetische und morphologische Untersuchungen eine engere Verwandtschaft innerhalb dieser Gruppe nahelegten. Ein relevantes Synonym ist *Setcreasea purpurea* Boom, wobei dieser Name häufig spezifisch für Kultivare verwendet wurde.[3] Der Gattungsname *Tradescantia* ehrt den englischen Gärtner und Naturforscher John Tradescant den Älteren (ca. 1570–1638). Das Artepitheton *pallida* leitet sich vom lateinischen Wort für „blass“ ab und bezieht sich auf die hellviolette Färbung der Blüten. Im deutschsprachigen Raum wird die Pflanze meist als Dreimasterblume oder Tradeskantie bezeichnet. International sind englische Trivialnamen wie „Purple Heart“ oder „Purple Queen“ geläufig.[3] Systematisch gehört die Art zur Familie der Commelinagewächse (Commelinaceae).[1][3]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
*Tradescantia pallida* wächst als ausdauernde, krautige Pflanze mit einem kriechenden bis aufsteigenden Habitus.[6][5] Adulte Exemplare erreichen Wuchshöhen von etwa 30 cm, wobei die Triebe bis zu 46 cm lang werden und dichte Matten bilden können.[5][3] Die fleischigen, dicken Stängel sind brüchig und weisen eine charakteristische violett-purpurne Färbung auf.[6][5] Sie sind leicht behaart und bewurzeln an den Knoten, sobald diese Bodenkontakt haben, was die vegetative Ausbreitung begünstigt.[5] Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind lanzettlich bis schmal-länglich geformt und messen 7,5 bis 18 cm in der Länge.[5][2] Ein typisches Bestimmungsmerkmal ist der V-förmige Querschnitt der Blattspreite, die den Stängel an der Basis scheidenartig umschließt.[5] Die Färbung der Blätter variiert lichtabhängig von tiefem Purpur an sonnigen Standorten bis zu Purpurgrün im Schatten.[3] Die Blattränder sind spitz zulaufend und oft ebenso wie die Blattscheiden mit feinen, blassen Haaren besetzt.[6][5] Die radiärsymmetrischen Blüten stehen in kleinen endständigen Büscheln und werden von kahnförmigen Hochblättern getragen.[5][2] Jede Blüte besitzt drei eiförmige Kronblätter, deren Farbe von blassrosa bis hellviolett reicht und einen Durchmesser von 1,3 bis 2,5 cm erreicht.[5][3] Im Zentrum der Blüte befinden sich leuchtend gelbe Staubblätter, die einen deutlichen Kontrast zu den Petalen bilden.[6] Der Blütenstand besteht aus sitzenden Wickeln, die paarweise angeordnet sind.[5] Früchte entwickeln sich aufgrund von Selbstinkompatibilität und Sterilität selten; es handelt sich dabei um etwa 3,5 mm lange, glatte Kapseln.[3] Sorten wie 'Purpurea' zeichnen sich durch eine besonders intensive violette Färbung aus, während 'Variegata' rosa-rote Streifen aufweist.[3][2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Tradescantia pallida wird primär als Zierpflanze genutzt, gilt jedoch in Regionen wie Kuba, Puerto Rico und Teilen Australiens als invasives Unkraut, das einheimische Vegetation durch dichte Mattenbildung verdrängt.[3][5][4] Diese aggressive vegetative Ausbreitung verändert die Zusammensetzung des Unterwuchses und reduziert die Biodiversität in betroffenen Ökosystemen.[3] Die Pflanze ist für Menschen und Haustiere schwach giftig, da sie Calciumoxalat-Kristalle enthält, die als mechanische Reizstoffe wirken.[3][2] Hautkontakt mit dem Pflanzensaft kann eine Kontaktdermatitis mit Rötungen und Juckreiz auslösen, während der Verzehr zu Reizungen im Mundraum und gastrointestinalen Beschwerden wie Erbrechen führt. Zur Prävention von Hautreizungen sollten bei Pflegemaßnahmen oder der Entfernung stets Schutzhandschuhe getragen werden. Schnittgut darf nicht auf dem Kompost entsorgt werden, sondern sollte in versiegelten Plastiksäcken solarisiert oder über den Hausmüll beseitigt werden, um eine ungewollte vegetative Vermehrung zu verhindern.[2] Im Zieranbau treten gelegentlich Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben, Schildläuse oder Wollläuse auf, die zu deformiertem Wuchs führen können.[2][3] Ein Befall lässt sich physikalisch oder durch den Einsatz von insektiziden Seifen und Neemöl bekämpfen.[3] Abseits des Schadpotenzials dient die Art als Bioindikator, da sie auf Luftverschmutzung und Schwermetalle mit messbaren chromosomalen Schäden reagiert.[3][6] Zudem wird sie in der Phytoremediation eingesetzt, um Böden von Schwermetallen wie Cadmium und Blei zu reinigen oder flüchtige organische Verbindungen aus der Innenraumluft zu filtern.[3][7]
Dreimasterblume Bilder und Fotos von echten Sichtungen
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Biologie & Lebenszyklus
Tradescantia pallida ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sich durch einen kriechenden Wuchs und sukkulente Stängel auszeichnet.[3] Der Lebenszyklus ist in tropischen Habitaten immergrün, während die Pflanze in kühleren Regionen (unter 10 °C) eine Ruhephase einlegt, bei der oberirdische Teile absterben und im Frühjahr aus den Wurzeln neu austreiben.[5][2] Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend vegetativ und asexuell, da die Stängel an den Knoten bei Bodenkontakt leicht Wurzeln schlagen und so eine rasche klonale Ausbreitung ermöglichen.[3] Die sexuelle Reproduktion spielt eine untergeordnete Rolle; die kleinen Blüten öffnen sich nur morgens und verblühen bereits nach einem einzigen Tag.[6] Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge besuchen die von Hochsommer bis Herbst erscheinenden Blüten.[3] Aufgrund von Selbstinkompatibilität und häufiger Sterilität, insbesondere bei der Sorte 'Purpurea', entwickeln sich nur selten lebensfähige Früchte in Form kleiner Kapseln.[3][5] Physiologisch ist die Pflanze an hohe Lichtintensitäten angepasst, wobei volle Sonneneinstrahlung die violette Färbung der Blätter durch Anthocyane intensiviert, während Schatten zu einer Vergrünung führt. Als Anpassung an saisonal trockene Habitate speichern die sukkulenten Blätter und Stängel Feuchtigkeit, was eine hohe Trockentoleranz gewährleistet.[3] T. pallida gedeiht bevorzugt auf kalkhaltigen Böden und Felsvorsprüngen und zeigt eine hohe Toleranz gegenüber nährstoffarmen Substraten. Eine physiologische Besonderheit ist die Fähigkeit zur Bioakkumulation von Schwermetallen wie Cadmium und Blei, ohne dass die Pflanze signifikante Toxizitätssymptome zeigt. Zu den natürlichen Feinden zählen Insekten wie Blattläuse, Spinnmilben und Schildläuse sowie Fraßschädlinge wie Raupen und Schnecken. Wässrige Extrakte der Pflanze zeigten im Labor jedoch abwehrende Wirkungen auf die Eiablage und Larvenfütterung bestimmter Schädlinge wie der Kohlmotte (*Plutella xylostella*).[3] Gegenüber Säugetieren wirkt die Pflanze aufgrund enthaltener Calciumoxalat-Kristalle (Raphiden) meist irritierend und wird daher oft gemieden.[2] In den Blättern wurden zudem endophytische Pilze nachgewiesen, die in Assoziation mit der Pflanze leben und potenziell gegen multiresistente Bakterien wirken.[5]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Tradescantia pallida* liegt in der Golfküstenregion im östlichen Mexiko und erstreckt sich von Tamaulipas bis zur Halbinsel Yucatán.[1][3] In diesem Areal besiedelt die Art vorwiegend tropische Laubwälder sowie Küstenwälder mit Ufervegetation. Sie bevorzugt kalkhaltige Untergründe und wächst typischerweise auf Kalksteinfelsen, an steinigen Hängen sowie im schattigen Unterholz. Die vertikale Verbreitung reicht von 50 Metern bis in Höhenlagen von etwa 1.500 Metern, wobei der Schwerpunkt oft zwischen 250 und 700 Metern liegt. Diese Habitate sind dem saisonal trockenen tropischen Biom zugeordnet, das durch ausgeprägte Trockenzeiten und feuchte Sommer geprägt ist. Nach der wissenschaftlichen Erstbeschreibung im Jahr 1911 gelangte die Pflanze über botanische Gärten und den Zierpflanzenhandel in weltweite Verbreitung.[3] Heute ist die Art in zahlreichen tropischen und subtropischen Gebieten etabliert, darunter in Teilen Südamerikas, Afrikas, Asiens und Australiens.[1][3] In den Vereinigten Staaten kommt sie in den Südstaaten wie Florida, Texas und Louisiana sowie auf karibischen Inseln wie Puerto Rico vor.[2] In Europa sind verwilderte Vorkommen in wärmebegünstigten Regionen wie Italien, Spanien und auf Madeira dokumentiert. In kühleren Klimazonen wie Mitteleuropa ist *Tradescantia pallida* aufgrund ihrer Kälteempfindlichkeit unter 10 °C nicht winterhart und tritt in Siedlungsbereichen primär als kultivierte Zierpflanze in Erscheinung. In den eingeführten Gebieten neigt die Pflanze zur Naturalisierung an gestörten Standorten, etwa an Straßenrändern oder in Uferzonen.[3] Aufgrund ihrer starken vegetativen Ausbreitung gilt sie in Regionen wie Kuba, den US-Jungferninseln und Teilen Australiens als invasive Art, die heimische Vegetation verdrängen kann.[3][2]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Saisonalität & Aktivität
Tradescantia pallida ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die in ihrem natürlichen Habitat sowie in den USDA-Klimazonen 10 bis 11 ganzjährig immergrün wächst.[3][2] In kühleren Regionen verhält sie sich als wurzelharte Staude, deren oberirdische Pflanzenteile bei Frost absterben, während der Wurzelstock im Boden überdauert und im Frühjahr neu austreibt.[3] Die primäre Aktivitäts- und Wachstumsphase erstreckt sich vom Frühling bis in den Herbst, wobei die Pflanze Temperaturen zwischen 15 und 27 °C bevorzugt.[5] Unterhalb von 10 °C stellt sie das Wachstum weitgehend ein und tritt in eine Ruhephase ein, die eine reduzierte Wasserzufuhr erfordert. Die Blütezeit konzentriert sich auf den Hochsommer und dauert bis zum Herbst an, wobei die Blütenbildung sporadisch auch zu anderen Zeiten erfolgen kann. Ein spezifisches Merkmal der Blütenbiologie ist die kurze Öffnungszeit: Die Blüten öffnen sich ausschließlich am Morgen und verblühen bereits nach einem einzigen Tag.[3] Die Ausprägung der charakteristischen violetten Blattfärbung ist lichtabhängig und intensiviert sich bei voller Sonneneinstrahlung, während Schattenstandorte zu einer Vergrünung führen.[2] Parallel zur Hauptwachstumsphase ist ein Anstieg des öffentlichen Interesses in den Monaten Mai und Juni zu verzeichnen, während die Aufmerksamkeit in den Wintermonaten Dezember und Januar abnimmt.[3]
Quellen & Referenzen
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:256037-2
- https://plants.usda.gov/plant-profile/TRPA10
- https://www.worldfloraonline.org/taxon/wfo-0000589312
- https://assessment.ifas.ufl.edu/assessments/tradescantia-pallida/
- https://hort.extension.wisc.edu/articles/purple-heart-tradescantia-pallida/
- https://www.uaex.uada.edu/yard-garden/resource-library/plant-week/Tradescantia-pallida-Purple-Heart-10-21-2016.aspx
- https://doi.org/10.1016/j.ibiod.2016.10.003
- Literaturzusammenfassung: Tradescantia pallida