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Lexikon-Eintrag

Engerlinge Scarabaeidae (Larven)

Engerlinge

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Käfer (Coleoptera)
Familie Scarabaeidae
Art Scarabaeidae
Wissenschaftlicher Name Scarabaeidae
Akzeptierter Name

Einleitung

Als Engerlinge werden die Larven der Käferfamilie der Blatthornkäfer (*Scarabaeidae*) bezeichnet, die sich typischerweise durch einen C-förmig gekrümmten Körper auszeichnen. Das Nahrungsspektrum dieser Gruppe ist vielfältig und reicht von Dung und Humus bei nützlichen Arten bis hin zu lebenden Pflanzenwurzeln bei bedeutenden land- und forstwirtschaftlichen Schädlingen.[1] Aufgrund ihrer unterirdischen Lebensweise und des potenziellen Schadfraßes an Wurzeln wurden historisch diverse mechanische und chemische Bekämpfungsmethoden für die im Boden befindlichen Larven entwickelt.[2]

Fakten (kompakt)

- Als ältester fossiler Beleg galt lange Zeit *Aphodiites protogaeus* aus dem Lias, dessen systematische Zuordnung jedoch mittlerweile angezweifelt wird.[15] - Ein im Jura Chinas entdecktes Fossil, *Alloioscarabaeus*, liefert wichtige Hinweise auf die frühe Diversifizierung der Gruppe. - Die Atemöffnungen (Stigmata) der Larven sind morphologisch charakteristisch als siebförmige (cribriforme) Strukturen ausgebildet. - Punktaugen (Ocelli) fehlen den meisten Larven vollständig und sind lediglich bei manchen Vertretern der Unterfamilien Dynastinae und Cetoniinae vorhanden.[8] - Historische Patente aus den 1940er Jahren beschreiben mechanische Vorrichtungen, die speziell dafür konstruiert waren, in das Erdreich einzugreifen und die Larven physisch zu vernichten. - Eine weitere historische Methode kombinierte die Bekämpfung durch das Stanzen von Löchern in Wiesenböden direkt mit der Nachsaat von Grassamen zur Regeneration der Grasnarbe.[2]

Name & Einordnung

Die Bezeichnung Engerling steht als Trivialname für die Larven der Käferfamilie *Scarabaeidae* (Blatthornkäfer), wobei im engeren Sinne oft speziell die Larve des Maikäfers (*Melolontha*) gemeint ist. Der wissenschaftliche Name der Familie *Scarabaeidae*, die taxonomisch der Ordnung Coleoptera (Käfer) zugehörig ist, wurde 1802 von Latreille eingeführt. Etymologisch leitet sich der Gattungsname *Scarabaeus* vom griechischen *ho skarabáios* ab, einem Begriff, der bereits im Altertum für Käfer verwendet wurde. Die Gattung *Melolontha* geht auf das griechische *he mélolónthē* zurück, was ebenfalls einen Käfer bezeichnet. Systematisch werden die Blatthornkäfer im weiteren Sinne auch der Gruppe der Lamellicornia zugeordnet.[3] Die Larven sind durch eine C-förmige Krümmung und eine weiche Haut charakterisiert und historisch als bedeutende Pflanzenschädlinge im Boden („Wurzelfresser“) bekannt.[3][4] In der Nomenklatur grenzt sich der Begriff Engerling von anderen bodenlebenden Larven wie den Drahtwürmern der Schnellkäfer ab.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Larven der Scarabaeidae, gemeinhin als Engerlinge bezeichnet, weisen einen charakteristisch C-förmig gekrümmten Körper auf.[6] Ihr Körper ist weichhäutig, dick und meist weißlich bis gelblich gefärbt, wobei der Hinterleib oft durch den Darminhalt dunkel erscheint.[6][7] Der Kopf besteht aus einer harten, sklerotisierten Kapsel, die meist braun bis rötlich gefärbt ist und kräftige Mandibeln trägt. Am Thorax befinden sich drei gut entwickelte Beinpaare, während Bauchfüße am Abdomen fehlen. Die adulten Käfer zeichnen sich durch Fühler aus, die in einer fächerartigen Keule aus beweglichen Lamellen enden. Ihre Vorderbeine besitzen Schienen (Tibiae), die oft gezahnt oder am Außenrand gesägt sind, um das Graben zu erleichtern. Die Deckflügel der Imagines sind variabel geformt und lassen bei einigen Gruppen das Pygidium unbedeckt.[6] Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal bei den Larven ist die Art der Fortbewegung; so kriechen die Engerlinge des Rosenkäfers (*Cetonia aurata*) auf dem Rücken, im Gegensatz zu den Larven des Maikäfers. Die Larven von *Melolontha melolontha* entwickeln sich über mehrere Jahre im Boden und erreichen eine beträchtliche Größe. Kleinere Arten wie der Gartenlaubkäfer (*Phyllopertha horticola*) oder *Anomala dubia* besitzen ebenfalls Engerlinge, die Wurzelfraß verursachen, jedoch kleiner bleiben.[7]

Beschreibung

Die Bezeichnung Engerling steht für die charakteristischen Larven der Familie Scarabaeidae, die sich durch einen weichhäutigen, meist C-förmig gekrümmten Körper auszeichnen. Ihr typisches Erscheinungsbild ist dickleibig und cremeweiß bis gelblich, wobei der Hinterleib oft buckelig wirkt und durch den durchscheinenden Darminhalt dunkel erscheinen kann. Der Körper ist klar in Kopf, Thorax und Abdomen gegliedert, wobei der Kopf eine stark sklerotisierte Kapsel mit kräftigen Mandibeln trägt, die zum Zerbeißen von Wurzeln oder Humus dienen. Im Gegensatz zu den beinlosen Larven anderer Käfergruppen besitzen Engerlinge drei gut entwickelte Beinpaare am Thorax. Diese Beine sind bei den Vertretern der Unterfamilie Scarabaeinae dreigliedrig, während sie bei den übrigen Gruppen fünfgliedrig ausgebildet sind. Die Antennen sind in der Regel viergliedrig, während Punktaugen (Ocelli) bei den meisten Arten fehlen und nur bei bestimmten Gruppen wie den Dynastinae oder Cetoniinae vorkommen. Eine anatomische Besonderheit sind die siebförmigen (cribriformen) Stigmen an den Thorax- und Abdominalsegmenten, die der Atmung im Erdreich dienen. Viele Arten verfügen zudem über ein maxillares Stridulationsorgan, das durch Reibung Töne erzeugen kann. An der Bauchseite des letzten Hinterleibssegments ist bei manchen Arten ein fleischiger Lobus ausgebildet. Die Entwicklung verläuft über mehrere Larvenstadien im Boden oder in organischem Substrat, wobei Arten wie der Maikäfer (*Melolontha*) Größen von 20 bis 25 Millimetern erreichen. Während einige Engerlinge, wie die des Maikäfers oder des Gartenlaubkäfers (*Anomala*), als Wurzelfresser an lebenden Pflanzen erhebliche Schäden in der Landwirtschaft verursachen, ernähren sich andere, wie die Larven der Rosenkäfer (*Cetonia*), als Nützlinge von verrottendem Pflanzenmaterial wie Mulm oder Kompost.[8] Historisch wurden aufgrund der verborgenen Lebensweise im Boden diverse mechanische und chemische Methoden entwickelt, um die Larven bei Massenvermehrung zu bekämpfen und Wurzelwerk zu schützen.[2] Bei den Scarabaeinae entwickeln sich die Larven geschützt in von den Elterntieren geformten Dungkugeln. Das Vorhandensein eines Mycangiums (Organ zur Aufbewahrung von Pilzsporen) bei einigen Larven deutet auf komplexe symbiotische Beziehungen hin. Die Unterscheidung der Arten ist oft nur mikroskopisch anhand der Beborstung (Raster) am Analsegment möglich, da der allgemeine Habitus innerhalb der Familie sehr ähnlich ist.[8]

Verhalten

Die Larven der Blatthornkäfer, gemeinhin als Engerlinge bekannt, zeichnen sich durch einen charakteristischen, C-förmig gekrümmten Körper aus. Ihre Fortbewegung und Morphologie sind an das Leben im verborgenen Substrat angepasst, wobei die Beine je nach Unterfamilie drei- oder fünfgliedrig ausgebildet sind. Zur Kommunikation verfügen die Larven in der Regel über ein maxillares Stridulationsorgan, das ihnen die Erzeugung von Lauten ermöglicht. Ihr Lebensraum ist vielfältig und reicht von Erdboden und Dung bis hin zu faulendem Holz oder Kompost. Das Nahrungsspektrum umfasst lebende Pflanzenwurzeln, Humus, Pilze sowie Aas und Exkremente. Einige spezialisierte Arten zeigen komplexe interspezifische Interaktionen, wie etwa die Larven der Gattungen *Cremastocheilus* oder *Potosia*, die myrmekophil in den Nestern von Ameisen leben. Bei den Scarabaeinae erscheinen die Larven oft buckelig und weisen an der Bauchseite des letzten Hinterleibssegments mitunter einen fleischigen Lobus auf.[9]

Ökologie

Die Larven der *Scarabaeidae* besiedeln als Engerlinge primär das Endogaion (Bodeninneres) oder leben in verrottendem organischen Material.[10][7] Ihr Nahrungsspektrum ist trophisch vielfältig und umfasst Dung (koprophag), Aas, Humus, Pilze sowie lebende Pflanzenwurzeln. Während Arten der Unterfamilien Scarabaeinae und Aphodiinae durch die Zersetzung von Dung ökologisch wertvolle Destruenten sind, treten Vertreter der Melolonthinae, Rutelinae und Dynastinae durch Wurzelfraß als Schädlinge in der Land- und Forstwirtschaft in Erscheinung.[10] Die Larven des Feldmaikäfers (*Melolontha melolontha*) leben beispielsweise 20 bis 25 Millimeter tief im Boden und ernähren sich von Wurzeln, wobei ihre Entwicklung drei bis vier Jahre beansprucht. Auch die Larven von *Amphimallon solstitiale* (Gerippter Brachkäfer) fressen an den Wurzeln von Gräsern und Kräutern.[7] Im Gegensatz dazu entwickeln sich die Larven des Nashornkäfers (*Oryctes nasicornis*) in faulenden pflanzlichen Substanzen wie Kompost oder Sägemehl. Larven der Rosenkäfer (*Cetonia*) bevorzugen Humus und moderndes Holz als Substrat. Engerlinge sind zudem Teil des Nahrungsnetzes für Parasitoide; so graben Dolchwespen der Gattung *Scolia* im Boden nach den Larven, um sie zu parasitieren.[3] Ebenso befallen Rollwespen der Gattung *Tiphia* Engerlinge, etwa jene von *Amphimallon*, indem sie ein Ei auf dem Wirt ablegen.[7] Zur Bekämpfung der im Erdreich lebenden, wurzelfressenden Larven wurden historisch sowohl mechanische Vorrichtungen als auch chemische Mittel entwickelt.[4]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die ökologische und ökonomische Bedeutung der Engerlinge ist ambivalent und reicht von nützlichen Humusbildnern bis hin zu gravierenden Pflanzenschädlingen. Während die Larven von *Cetonia aurata* (Rosenkäfer) und *Oryctes nasicornis* (Nashornkäfer) als Zersetzer in Kompost und Totholz ökologisch wertvoll sind, verursachen Arten der Unterfamilien Melolonthinae, Rutelinae und Dynastinae massive Schäden in der Land- und Forstwirtschaft.[8][4] Zu den primären Schädlingen zählen die Larven von *Melolontha* spp. (Maikäfer), *Amphimallon solstitiale* (Gerippter Brachkäfer) und *Phyllopertha horticola* (Gartenlaubkäfer), die durch Wurzelfraß zum Welken und Absterben von Pflanzen führen.[8][4] Ein typisches Sekundärschadbild auf Rasenflächen entsteht durch Vögel oder Wildschweine, die auf der Suche nach den Larven die Grasnarbe aufbrechen.[8] Der invasive *Popillia japonica* (Japankäfer) stellt als Quarantäneschädling eine besondere Bedrohung dar, da seine Larven Graswurzeln zerstören und die Imagines Blätter skelettieren.[4] In der Imkerei verursacht der Kleine Beutenkäfer (*Aethina tumida*) Schäden, indem seine Larven Pollen und Honig fressen und letzteren zur Gärung bringen.[8][4] Medizinisch relevant ist die Rolle einiger *Scarabaeidae* als Zwischenwirte für Parasiten wie den Riesenkratzer (*Macracanthorhynchus hirudinaceus*), der Schweine und selten den Menschen infiziert.[4] Historische Bekämpfungsansätze umfassten mechanische Vorrichtungen zur physischen Vernichtung im Boden sowie den Einsatz chemischer Vertilgungsmittel.[11][12] Moderne Strategien setzen verstärkt auf biologische Maßnahmen, wie die Ausbringung von entomopathogenen Nematoden oder Bakterien (z. B. *Paenibacillus popilliae* gegen Japankäfer).[4][13] Auch mechanische Methoden zur Bodenbearbeitung und gleichzeitigen Nachsaat wurden zur Regeneration geschädigter Flächen entwickelt.[14]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung der Engerlinge variiert stark je nach Unterfamilie und reicht von nützlichen Ökosystemdienstleistungen bis hin zu massiven Schäden in der Agrarwirtschaft. Vertreter der Unterfamilien *Melolonthinae*, *Rutelinae* und *Dynastinae* zählen weltweit zu den ernstzunehmenden Schädlingen in der Land- und Forstwirtschaft, da ihre Larven durch Wurzelfraß Pflanzen schädigen oder zum Absterben bringen. In der Forstwirtschaft verursachen beispielsweise die Larven des Waldmaikäfers (*Melolontha hippocastani*) signifikante Verluste an Eichenbeständen. Im Grünland- und Rasenbereich sind Arten wie der Gartenlaubkäfer (*Phyllopertha horticola*) relevant, deren Engerlinge die Wurzeln von Gräsern (*Poaceae*) zerstören. Global betrachtet richten Gattungen wie *Heteronychus* oder *Strategus* in tropischen Regionen schwere Schäden an ökonomisch wichtigen Kulturen wie Zuckerrohr, Mais, Kokospalmen und Baumwolle an. In den USA gilt der eingeschleppte Japankäfer (*Popillia japonica*) als einer der Hauptschädlinge auf Rasenflächen und Golfplätzen.[8] Die historische Dringlichkeit der Bekämpfung zeigt sich in zahlreichen Patenten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die von chemischen Vertilgungsmitteln bis hin zu fahrbaren Maschinen zur mechanischen Vernichtung der Larven im Erdreich reichen. Spezielle Vorrichtungen wurden entwickelt, um Wiesenböden zu bearbeiten und Engerlinge physisch zu eliminieren, oft kombiniert mit Nachsaatverfahren.[2] Im Gegensatz dazu sind die Larven der *Scarabaeinae* und *Aphodiinae* als Dungverwerter ökologisch und wirtschaftlich nützlich, während Arten wie der Nashornkäfer (*Oryctes nasicornis*) in Kompost und Totholz leben und keine lebenden Pflanzen schädigen.[8]

Biologie & Lebenszyklus

Die Larven der *Scarabaeidae*, gemeinhin als Engerlinge bezeichnet, besitzen einen charakteristisch C-förmig gekrümmten Körper, der bei vielen Arten buckelig wirkt und weichhäutig ist. Der Körper ist meist weißlich bis gelblich gefärbt, wobei der gefüllte Darm am Hinterleibsende oft dunkel durchscheint. Sie verfügen über eine feste, sklerotisierte Kopfkapsel mit Mandibeln und meist viergliedrigen Antennen sowie drei gut entwickelte Beinpaare im Thoraxbereich. Die Entwicklung verläuft holometabol über das Ei, drei Larvenstadien (L1 bis L3) und eine Puppenphase bis zur Imago. Die Entwicklungsdauer ist stark art- und temperaturabhängig; beim Feldmaikäfer (*Melolontha melolontha*) beträgt sie in Mitteleuropa beispielsweise drei bis vier Jahre. Die Verpuppung findet in der Regel im Boden in einer selbstgefertigten Puppenwiege statt. Das Nahrungsspektrum der Larven ist äußerst vielfältig und reicht von Dung, Aas und Humus bis hin zu lebenden Pflanzenteilen. Während Arten der Unterfamilien *Scarabaeinae* und *Aphodiinae* oft Dung oder organisches Material verwerten und als Nützlinge gelten, ernähren sich Vertreter der *Melolonthinae*, *Rutelinae* und *Dynastinae* phytophag an Wurzeln. Diese an Wurzeln fressenden Engerlinge können in der Land- und Forstwirtschaft sowie in Gärten erhebliche Schäden verursachen, da sie die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanzen unterbrechen. Die adulten Käfer haben oft eine abweichende Ernährungsweise, die von Blütenbesuch und Nektaraufnahme bis zum Reifungsfraß an Blättern reicht. Physiologisch bemerkenswert ist das Vorhandensein von Stridulationsorganen bei vielen Larven, die meist durch Reibung der Maxillen an den Mandibeln Töne erzeugen. Die Atmung erfolgt über siebförmige (cribriforme) Stigmen, die an den Seiten der Körpersegmente liegen.[8] Bei einigen Gruppen wie den *Scarabaeinae* (z. B. *Lethrus*, *Geotrupes*) findet eine ausgeprägte Brutpflege statt, bei der die Imagines Nahrungsvorräte für die Larven in unterirdischen Brutkammern anlegen.[8] Natürliche Mortalitätsfaktoren sind vielfältig, wobei in der Landwirtschaft historisch auch mechanische Bekämpfungsmethoden zur direkten Vernichtung der Larven im Erdreich eingesetzt wurden.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Die Familie der *Scarabaeidae* ist eine weltweit verbreitete Gruppe, die etwa 27.000 Arten in 1600 Gattungen umfasst. Die Larven, allgemein als Engerlinge bekannt, besiedeln je nach Unterfamilie sehr unterschiedliche Habitate, die von lebendem Pflanzengewebe bis zu verrottendem Substrat reichen. Bodenbewohnende Arten wie die *Melolonthinae* sind oft Wurzelfresser; so finden sich die Larven des Feldmaikäfers (*Melolontha melolontha*) und des Waldmaikäfers (*Melolontha hippocastani*) im Erdreich, wobei letztere oft in Eichenwäldern auftreten. Der Walker (*Polyphylla fullo*) ist spezifisch an sandige Böden gebunden, wie sie beispielsweise in Kiefernwäldern vorkommen. In Graslandschaften und kultivierten Rasenflächen leben die Larven von *Rutelinae*-Arten wie dem Gartenlaubkäfer (*Anomala horticola*), die dort an den Wurzeln von Süßgräsern fressen. Im Gegensatz dazu entwickeln sich die Larven der *Dynastinae* und *Cetoniinae* vorwiegend in zersetzendem organischen Material. Ein typisches Beispiel ist der Nashornkäfer (*Oryctes nasicornis*), dessen Engerlinge in Mulm, Sägemehlhaufen oder Kompost leben. Auch die Larven des Goldglänzenden Rosenkäfers (*Cetonia aurata*) sind in Kompost und verrottendem Holz zu finden. Eine weitere wichtige ökologische Gruppe bilden die *Scarabaeinae* und *Aphodiinae*, deren Larven sich in Dung oder speziell geformten Dungkugeln entwickeln und somit als Nützlinge gelten. Die vertikale Verbreitung und spezifische Habitatwahl wird dabei oft durch das Vorhandensein der entsprechenden Nahrungsressourcen wie Dung, Humus oder spezifischen Wirtspflanzen bestimmt.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Entwicklung der als Engerlinge bezeichneten Larven der *Scarabaeidae* verläuft über mehrere Jahre und ist stark von der Art sowie den klimatischen Bedingungen abhängig. Während der Gartenlaubkäfer (*Phyllopertha horticola*) einen einjährigen (univoltinen) Zyklus aufweist, benötigen die Larven des Feldmaikäfers (*Melolontha melolontha*) für ihre Entwicklung im Boden meist drei bis fünf Jahre. Die Überwinterung erfolgt in der Regel im Larvenstadium in tieferen Bodenschichten, wobei sich einige Arten auch als Adulte im Boden aufhalten, bevor sie im Frühjahr schlüpfen. Die Flugzeiten der adulten Käfer sind saisonal gestaffelt und spiegeln sich in ihren Trivialnamen wider: *Melolontha*-Arten schwärmen als Maikäfer im Mai, während der Gerippte Brachkäfer (*Amphimallon solstitiale*) als Junikäfer um die Sommersonnenwende aktiv wird. Im Hochsommer folgt der Kleine Julikäfer (*Anomala dubia*), dessen Imagines im Juli auftreten. Die tageszeitliche Aktivität variiert ebenfalls; so schwärmen Maikäfer und Junikäfer vorwiegend in der Dämmerung, wohingegen Rosenkäfer (*Cetonia aurata*) tagaktiv sind und Sonnenlicht bevorzugen.[3] Das öffentliche Interesse an Engerlingen korreliert stark mit diesen biologischen Aktivitätsphasen und erreicht seine Höchstwerte in den Monaten April und Mai, wenn die Larven bei der Bodenbearbeitung gefunden werden oder die Käfer schlüpfen. In den Wintermonaten Dezember und Januar ist die Aufmerksamkeit hingegen am geringsten.[5]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CH-272172-A Mechanical Unbekannt

Vorrichtung zur Vernichtung von Engerlingen im Erdreich

Keller Fritschi Jos (1949)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt eine mechanische Vorrichtung, die spezifisch für die Vernichtung von Engerlingen im Boden konzipiert ist. Die Kernidee liegt in der physischen Bekämpfung der Larven direkt im Erdreich, ohne den Einsatz von Chemikalien. Dies wird durch eine Apparatur erreicht, die in den Boden eingreift, um die Schädlinge mechanisch zu eliminieren. Die Methode ist besonders für landwirtschaftliche Flächen relevant, die starkem Befall ausgesetzt sind.

CH-269994-A Mechanical Unbekannt

Vorrichtung zur Erzeugung von Löchern in einer Wiese zwecks Bekämpfung von Engerlingen und zur Aufnahme ausgestreuter Grassamen

Kilchenmann Hans (1948)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Diese Erfindung kombiniert die Schädlingsbekämpfung mit der Rasenpflege. Die Vorrichtung stanzt Löcher in Wiesenböden, was primär der Bekämpfung von Engerlingen dient (vermutlich durch mechanische Einwirkung oder Belüftung) und gleichzeitig die Aufnahme von Grassamen ermöglicht. Dies macht das Verfahren effizient für die Wiederherstellung geschädigter Grünflächen. Es handelt sich um einen dualen Ansatz aus Bodenbearbeitung und Nachsaat.

CH-253891-A Chemical Unbekannt

Vertilgungsmittel für Pflanzenschädlinge im Boden, wie Engerlinge, Werren und dergleichen

Arnold Karl (1947)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Hier wird ein chemisches Vertilgungsmittel vorgestellt, das speziell gegen bodenbewohnende Schädlinge wie Engerlinge und Maulwurfsgrillen (Werren) wirkt. Das Mittel wird in den Boden eingebracht, um die Larven in ihrem Lebensraum abzutöten. Die Innovation liegt in der spezifischen Formulierung für den Einsatz im Erdreich, um Wurzeln vor Fraßschäden zu schützen. Es bietet eine direkte toxische Wirkung auf die Zielorganismen.

CH-140348-A Chemical Unbekannt

Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur Bekämpfung von im Boden befindlichen Engerlingen und andern Pflanzenschädlingen

Koenig Christian (1930)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt den Herstellungsprozess eines Bekämpfungsmittels gegen Engerlinge. Es fokussiert sich auf die chemische Zusammensetzung oder Extraktion von Wirkstoffen, die in den Boden eingebracht werden können. Ziel ist es, eine effektive Substanz bereitzustellen, die tief genug eindringt, um die an den Wurzeln fressenden Larven zu erreichen. Es handelt sich um eine klassische Pflanzenschutzlösung der damaligen Zeit.

CH-124956-A Mechanical Unbekannt

Fahrbare Maschine zur Vernichtung von Engerlingen

Furter Widmer Hans (1927)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird eine fahrbare Maschine, die zur großflächigen Vernichtung von Engerlingen eingesetzt wird. Die Mobilität der Maschine erlaubt eine effiziente Bearbeitung größerer landwirtschaftlicher Nutzflächen. Die Methode basiert auf rein mechanischer Einwirkung auf den Boden, um die Larven physisch zu zerstören. Dies stellt eine Alternative zu chemischen Mitteln dar und zielt auf eine Reduktion der Population durch Bodenbearbeitung ab.

Quellen & Referenzen

  1. Beutel, R. G., & Leschen, R. A. B. (Hrsg.). (2005). Coleoptera, Beetles (= Handbuch der Zoologie. Band 4: Arthropoda: Insecta). 1. Auflage. Volume 1: Morphology and Systematics. de Gruyter. ISBN 3-11-017130-9
  2. https://patents.google.com/patent/CH272172A/en
  3. Lexikon der Biologie, S. 171, Eintrag 'Engerlinge'
  4. CH-253891-A: Vertilgungsmittel für Pflanzenschädlinge im Boden, wie Engerlinge, Werren und dergleichen (1947)
  5. Suchinteresse-Zeitreihe (aggregiert)
  6. Wikipedia: Blatthornkäfer - Sektion Larven (siehe Source PDF: engerlinge)
  7. Lexikon der Biologie: Eintrag Melolontha, S. 293 (siehe Source PDF: engerlinge-scientific)
  8. Rolf G. Beutel, Richard A. B. Leschen (Hrsg.): Coleoptera, Beetles (= Handbuch der Zoologie. Band 4: Arthropoda: Insecta). 1. Auflage. Volume 1. de Gruyter, 2005, ISBN 3-11-017130-9.
  9. Wikipedia: Blatthornkäfer. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2024. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Blatthornkäfer
  10. Wikipedia: Blatthornkäfer (Images 1-4)
  11. Keller Fritschi Jos: Vorrichtung zur Vernichtung von Engerlingen im Erdreich. Patent CH-272172-A, 1949
  12. Furter Widmer Hans: Fahrbare Maschine zur Vernichtung von Engerlingen. Patent CH-124956-A, 1927
  13. Google Search Console Aggregated Data: Search Queries for 'Nematoden gegen Engerlinge', 2025
  14. Kilchenmann Hans: Vorrichtung zur Erzeugung von Löchern in einer Wiese zwecks Bekämpfung von Engerlingen. Patent CH-269994-A, 1948
  15. Oswald Heer (1865): Die Urwelt der Schweiz, S. 90 und Tafel VIII