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Lexikon-Eintrag

Feuerameisen Solenopsis

Feuerameisen

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Hautflügler (Hymenoptera)
Familie Formicidae
Gattung Solenopsis
Art Solenopsis
Wissenschaftlicher Name Solenopsis Westwood, 1840
Akzeptierter Name

Einleitung

*Solenopsis* ist eine weltweit verbreitete Gattung der Ameisen (Formicidae), die taxonomisch zur Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae) gestellt wird.[1] Während die mehrheitlich kleinen und unauffälligen Vertreter der Gattung oft als „Diebsameisen“ in den Nestern anderer Arten leben, ist eine Gruppe aggressiverer Spezies wegen ihrer schmerzhaft brennenden Stiche als „Feuerameisen“ bekannt.[2] Insbesondere die Rote Feuerameise (*Solenopsis invicta*) gilt als bedeutender Schädling, der durch den Menschen fast weltweit verschleppt wurde.[1]

Fakten (kompakt)

- Neuartige Bekämpfungsansätze nutzen feste Köder auf Maismehlbasis mit Wirkstoffen wie Nitenpyram und Diflubenzuron, die durch den sozialen Futteraustausch (Trophallaxis) in das Nest getragen werden und dort die gesamte Kolonie inklusive der Königin abtöten. - Als umweltfreundliche Methode zur Vertreibung oder Tötung von *Solenopsis invicta* wird Isoeugenol-Methylether erforscht, eine für Menschen und Vieh ungiftige Gewürzkomponente. - Zur biologischen Abwehr werden Repellents auf pflanzlicher Basis entwickelt, die Emulsionen aus vietnamesischem Zimtrindenöl und Cinnamylacetat enthalten, um die Ameisen durch starke Geruchsstoffe fernzuhalten. - Moderne Überwachungssysteme ersetzen papierbasierte Methoden durch digitale Netzwerke und mobile Endgeräte, um Befallsdaten und Ausbreitungsmuster statistisch präziser zu erfassen.[12]

Name & Einordnung

Die Gattung *Solenopsis* wurde im Jahr 1840 durch den Entomologen Westwood wissenschaftlich erstbeschrieben.[1] Innerhalb der Systematik wird sie der Tribus Solenopsidini in der Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae) zugeordnet.[3] Der deutsche Trivialname „Feuerameisen“ bezieht sich primär auf eine Gruppe von etwa zwanzig amerikanischen Arten, darunter *Solenopsis invicta*, die für ihre schmerzhaft brennenden Stiche bekannt sind. Die übrigen Vertreter der artenreichen Gattung sind meist klein und werden aufgrund ihrer kleptoparasitären Lebensweise als „Diebsameisen“ bezeichnet.[4] Molekulare Untersuchungen bestätigten die Monophylie der Gruppe, was zur Synonymisierung der früher eigenständigen Gattung *Carebarella* mit *Solenopsis* führte.[5] Weitere historische Synonyme sind unter anderem *Synsolenopsis* Forel (1918), *Diagyne* Santschi (1923) sowie *Euophthalma* Creighton (1930). Auch die von Kusnezov in den 1950er Jahren beschriebenen Gattungen *Disolenopsis*, *Granisolenopsis* und *Paranamyrma* werden heute als Synonyme betrachtet.[6] Taxonomisch bilden die eigentlichen Feuerameisen eine abgesetzte Klade, die als *saevissima*-Artengruppe zusammengefasst wird.[3] Historisch war die Artabgrenzung umstritten; so schlug Edward O. Wilson 1952 vor, nur drei sehr variable Arten anzuerkennen, was jedoch durch die Hybridisierungsneigung vieler Arten widerlegt wurde.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Arten der Gattung *Solenopsis* sind überwiegend weißlich bis blass gelblich gefärbt, wobei die größeren Arten der eigentlichen „Feuerameisen“ gelb, rötlich, bräunlich oder sehr selten schwarz erscheinen. Während die Arbeiterinnen der sogenannten „Diebsameisen“ monomorph und meist unter zwei Millimeter klein sind, zeigen die Feuerameisen einen ausgeprägten Polymorphismus mit unterschiedlich großen Unterkasten im selben Volk.[4] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal sind die Antennen, die aus zehn Segmenten bestehen und in einer deutlichen, zweigliedrigen Keule enden. Der Kopf trägt stets Komplexaugen, die bei den kleineren Arten jedoch oft auf ein bis fünf Ommatidien reduziert sind. Die Mandibeln weisen in der Regel vier Zähne auf. Charakteristisch ist der Clypeus, der zwei Kiele trägt, aber keine Frontalkiele aufweist. Am Vorderrand des Clypeus befindet sich mittig zwischen den Kielen immer ein einzelnes abstehendes Haar oder eine Borste. Das Propodeum ist an der Hinterseite abgerundet und zeigt keine spitzen Dornen. Der Hinterleib ist durch ein Stielchen (Petiolus) und ein zweites verdicktes Segment (Postpetiolus) vom Rumpf abgesetzt. Die Körperoberfläche erscheint meist glatt ohne merkliche Skulpturierung, gelegentlich sind Kopf oder Mesosoma fein gestreift. Geflügelte Geschlechtstiere sind weitaus größer als die Arbeiterinnen, wobei Männchen Antennen aus 12 bis 13 Gliedern besitzen. Zur Abgrenzung von der Gattung *Carebara* dienen die fehlenden Propodeumdornen und das einzelne mittige Clypeushaar.[2]

Beschreibung

Die Gattung *Solenopsis* gehört zur Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae) und lässt sich biologisch grob in die Gruppe der unscheinbaren „Diebsameisen“ und die der aggressiven „Feuerameisen“ unterteilen. Weltweit sind über 195 rezente Arten beschrieben, wobei die eigentlichen Feuerameisen eine Gruppe von etwa zwanzig ursprünglich amerikanischen Arten bilden. Ein zentrales biologisches Unterscheidungsmerkmal ist die Kastenbildung: Während die Arbeiterinnen der Diebsameisen monomorph (einheitlich groß) sind, weisen Feuerameisen-Kolonien einen ausgeprägten Polymorphismus mit unterschiedlich großen Arbeiterinnen und Unterkasten auf. Die geflügelten Geschlechtstiere (Königinnen und Männchen) sind in der Regel weitaus größer als die Arbeiterinnen. Anatomisch sind die Tiere durch Antennen aus zehn Segmenten (selten neun) charakterisiert, deren letzte beide Glieder eine deutliche zweigliedrige Keule bilden. Im Gegensatz zu vielen verwandten Gattungen wie *Carebara* ist das Propodeum (der hintere Abschnitt des Mesosomas) abgerundet und trägt keine spitzen Dornen oder Auseckungen. Der Hinterleib (Gaster) ist typisch für Myrmicinae durch ein zweigliedriges Stielchen aus Petiolus und Postpetiolus vom Rumpf abgesetzt. Die Färbung variiert je nach Gruppe stark: Diebsameisen sind überwiegend weißlich bis blass gelblich, während die größeren Feuerameisen gelb, rötlich, bräunlich oder sehr selten schwarz gefärbt sind. Die meisten Arten der Gattung leben unterirdisch, wobei Diebsameisen oft als Inquilinen (Einmieter) in den Wänden fremder Ameisennester nisten und dort Brut sowie Nahrung stehlen. Arten der *saevissima*-Gruppe legen hingegen oft große, oberirdische Erdnester im offenen Feld an. Eine bemerkenswerte Anpassung an ihren Lebensraum zeigen *Solenopsis invicta* und *Solenopsis geminata*, die bei Überschwemmungen fähig sind, sich mit ihren Körpern zu einem schwimmenden „Biwakfloß“ zu verketten, um Königin und Larven zu schützen. Das Gift der Feuerameisen besteht zu über 90 Prozent aus Piperidin-Alkaloiden (Solenopsinen) und unterscheidet sich damit von den proteinbasierten Giften vieler anderer Stechimmen.[11]

Verhalten

Ein zentrales Element im Sozialverhalten von *Solenopsis* ist der intensive Futteraustausch (Trophallaxis) zwischen den Individuen der Kolonie. Sammelameisen tragen feste Nahrungspartikel oder Granulate aktiv in das Nest ein, um sie dort an Artgenossen weiterzugeben. Durch diesen sozialen Mechanismus werden Nährstoffe und eingetragene Substanzen effizient innerhalb der gesamten Population verteilt. Dieser Transfer reicht bis zur Königin, was die starke Abhängigkeit der Kolonie von der zentralen Versorgung durch die Arbeiterinnen verdeutlicht. Das Eintragsverhalten ist darauf ausgelegt, Ressourcen tief in die geschützte Neststruktur zu transportieren, was auch bei der Einbringung von verzögert wirkenden Stoffen beobachtet wird. Neben der Attraktion durch Futterquellen zeigen Feuerameisen ausgeprägte Reaktionen auf chemische Umweltreize und Gerüche. Starke olfaktorische Signale, wie sie beispielsweise von Zimtrindenöl oder Cinnamylacetat ausgehen, lösen ein deutliches Abwehr- oder Meideverhalten aus. Auch Verbindungen wie Isoeugenol-Methylether wirken auf die Tiere abstoßend und führen zum Verlassen des betroffenen Areals. Diese Sensibilität gegenüber chemischen Barrieren beeinflusst die Orientierung und Raumnutzung der Ameisen maßgeblich. Die kollektive Nahrungsverteilung stellt sicher, dass auch tief im Nest befindliche Individuen erreicht werden, macht das System jedoch anfällig für die Weitergabe schädlicher Substanzen.[12]

Ökologie

Die meisten kleinen Arten der Gattung, bekannt als „Diebsameisen“, leben als Inquilinen (Einmieter) in den Wänden der Nester anderer Ameisenarten.[4] Sie ernähren sich kleptoparasitär, indem sie die Nahrungsvorräte und die Brut der Wirtsameisen stehlen.[4][2] Die Nester werden gewöhnlich unter Steinen oder im offenen Feld angelegt, wobei einige Arten ihre Kolonien direkt mit fremden Ameisennestern verbinden.[8] Innerhalb der Kolonie wird aufgenommene Nahrung mittels Trophallaxis (Futteraustausch) an andere Individuen weitergegeben, ein Verhalten, das auch zur Verteilung von Wirkstoffen genutzt werden kann.[12] In Regionen mit überlappenden Verbreitungsgebieten kommt es häufig zur Hybridisierung zwischen verwandten Arten, was die taxonomische Abgrenzung erschwert.[13] Eine spezifische Anpassung an Lebensräume mit Überflutungsgefahr zeigen *Solenopsis invicta* und *Solenopsis geminata*. Diese Arten sind befähigt, Überschwemmungen zu überleben, indem sich die weiblichen Einzeltiere und Larven körperlich zu einem schwimmfähigen Biwakfloß verketten.[8] Das Gift der Feuerameisen besteht zu über 90 Prozent aus Piperidin-Alkaloiden wie Solenopsin, die eine wichtige Rolle in der chemischen Ökologie spielen.[14] Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Isoeugenol oder ätherische Öle aus der Zimtrinde können auf *Solenopsis* abweisend wirken.[12]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Insbesondere die Rote Feuerameise (*Solenopsis invicta*) und *Solenopsis geminata* gelten als bedeutende Schädlinge, da sie weltweit verschleppt wurden und aggressives Verhalten zeigen. Neben ökologischen Schäden durch Verdrängung nativer Arten liegt die Hauptproblematik in der medizinischen Relevanz ihrer Stiche. Das Gift, das zu über 90 Prozent aus Alkaloiden wie Solenopsin besteht, verursacht brennenden Schmerz und pustulöse Hautreaktionen. Bei etwa zwei Prozent der Betroffenen treten systemische allergische Reaktionen auf, die bis zum anaphylaktischen Schock führen können, wobei Kreuzreaktionen mit Wespengift möglich sind. *Solenopsis invicta* ist weltweit die häufigste Ursache für ameisenbedingte Allergien. Kleinere Arten wie *Solenopsis molesta* treten zudem als Lästlinge in Häusern auf, wo sie in Wänden nisten.[11] Zur Bekämpfung werden vorwiegend Fraßköder eingesetzt, die sich das soziale Futterverteilungsverhalten (Trophallaxis) zunutze machen, um auch die Königin zu erreichen. Patentierte Verfahren nutzen beispielsweise Wirkstoffe wie Fipronil und Indoxacarb in Chitosan-Mikrosphären, um eine verzögerte Freisetzung zu garantieren. Auch Kombinationen aus Nitenpyram und Diflubenzuron auf Maismehlbasis werden zur Kolonievernichtung verwendet. Als präventive Repellents (Vergrämungsmittel) kommen pflanzliche Emulsionen mit vietnamesischem Zimtrindenöl oder Isoeugenol-Methylether zum Einsatz, die toxikologisch unbedenklicher sind. Das Monitoring von Befallsherden erfolgt zunehmend über digitale Netzwerke, die Fallendaten und Standorte mittels mobiler Endgeräte statistisch auswerten, um eine präzise Reaktion auf Ausbrüche zu ermöglichen.[12]

Wirtschaftliche Bedeutung

Insbesondere die Rote Feuerameise (*Solenopsis invicta*) und *Solenopsis geminata* gelten als weltweit bedeutsame Schädlinge, da sie vom Menschen in viele Gebiete verschleppt wurden und dort massive Probleme verursachen.[15] Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz resultiert maßgeblich aus den gesundheitlichen Folgen, da die Stiche bei etwa zwei Prozent der Patienten ernsthafte systemische allergische Reaktionen auslösen, die in Einzelfällen tödlich enden können. *Solenopsis invicta* gilt weltweit als wichtigste Ursache für ameisenbedingte allergische Reaktionen.[16] Im häuslichen Bereich tritt zudem die Art *Solenopsis molesta* als Lästling auf, der in Gebäude eindringt.[17] Zur Bekämpfung der invasiven Arten entwickelt die Industrie spezialisierte Köderverfahren, bei denen Wirkstoffe wie Nitenpyram oder Diflubenzuron durch Futteraustausch (Trophallaxis) in die Kolonie eingetragen werden, um auch die Königin abzutöten. Moderne Ansätze nutzen Verkapselungstechnologien, beispielsweise Chitosan-Mikrosphären mit Fipronil, um eine verzögerte Freisetzung der Gifte zu gewährleisten und so die Nestausrottung zu sichern. Neben chemischen Mitteln werden auch Repellents auf pflanzlicher Basis, etwa mit Zimtrindenöl oder Isoeugenol-Methylether, zur Vertreibung der Ameisen erforscht. Für das Management der Ausbreitung kommen mittlerweile softwaregestützte Überwachungssysteme zum Einsatz, die Befallsdaten digital erfassen und statistisch auswerten.[12]

Biologie & Lebenszyklus

Die Koloniegründung erfolgt bei *Solenopsis* entweder selbstständig durch eine einzelne Königin oder in Pleometrose durch eine Gruppe weniger Königinnen. Viele Arten sind stark polygyn, sodass mehrere Königinnen in einem Nest koexistieren. Neue Kolonien wachsen rasant und können bereits nach wenigen Monaten mehrere tausend Individuen umfassen. Die meisten als „Diebsameisen“ bezeichneten Arten legen unterirdische Nester an, die außer beim Schwärmen der geflügelten Geschlechtstiere keine Verbindung zur Oberfläche aufweisen. Im Gegensatz dazu errichten Arten der *saevissima*-Gruppe auch oberirdische Erdnester. Einige Arten leben kleptoparasitär, indem sie ihre Nester direkt mit denen fremder Ameisenarten verbinden, um deren Nahrungsvorräte und Brut zu stehlen.[7] Innerhalb der Kolonie wird Nahrung durch Trophallaxis (Futteraustausch) weitergegeben, ein Verhalten, das auch zur Verteilung von Wirkstoffen in der Bekämpfung genutzt wird.[12] Als Anpassung an Notzeiten können Königinnen einiger Arten unbefruchtete, sogenannte „trophische“ Eier legen, die als Nahrungsvorrat dienen.[7] Eine besondere Überlebensstrategie bei Überschwemmungen zeigen *Solenopsis invicta* und *Solenopsis geminata*, deren Arbeiterinnen und Larven sich zu schwimmfähigen Biwakflößen verketten.[8]

Vorkommen & Lebensraum

Die Gattung *Solenopsis* ist weltweit auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Antarktika verbreitet und besiedelt auch zahlreiche ozeanische Inseln.[1] Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt in der Neotropis (Südamerika), wo gut 80 Prozent der Arten indigen vorkommen.[2] In der Alten Welt sind die Artenzahlen deutlich geringer; so sind beispielsweise aus Ägypten vier und von der arabischen Halbinsel sechs Arten bekannt.[10] In Europa kommen nur wenige Arten vor, wobei nördlich der Alpen lediglich die Gelbe Diebsameise (*Solenopsis fugax*) bekannt ist.[7] Einige südamerikanische Vertreter, insbesondere die Rote Feuerameise (*Solenopsis invicta*) und *Solenopsis geminata*, wurden vom Menschen weltweit verschleppt und gelten als bedeutsame Schädlinge. In Nordamerika existieren neben eingeschleppten Arten auch indigene Vertreter wie *Solenopsis xyloni*.[1] Der überwiegende Teil der Arten lebt in tropischen Regenwäldern, bevorzugt in Bereichen mit ausgeprägter Streuschicht. Die meisten dieser „Diebsameisen“ legen ihre Nester unterirdisch, oft unter Steinen oder im offenen Feld an, ohne eine direkte Verbindung zur Erdoberfläche zu besitzen. Fast alle kleinen Arten leben als Inquilinen (Einmieter) in den Wänden der Nester anderer Ameisenarten, um dort Nahrung und Brut zu stehlen. Arten der *saevissima*-Gruppe bilden hingegen auch oberirdische Erdnester.[2] *Solenopsis invicta* und *Solenopsis geminata* besitzen zudem die Fähigkeit, Überschwemmungen zu überleben, indem sich die weiblichen Einzeltiere und Larven zu einem schwimmenden Biwakfloß verketten.[8]

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivität der meisten *Solenopsis*-Arten, insbesondere der sogenannten Diebsameisen, findet weitgehend verborgen in unterirdischen Nestern statt, die normalerweise über keine dauerhaften Zugänge zur Oberfläche verfügen. Lediglich für das Schwärmen der geflügelten Geschlechtstiere öffnen sich die Nester temporär zur Außenwelt.[7] Bei Überschwemmungsereignissen zeigen Arten wie *Solenopsis invicta* und *Solenopsis geminata* ein spezifisches Überlebensverhalten, indem sich die weiblichen Einzeltiere und Larven zu lebenden, schwimmfähigen Flößen verketten.[8] Die Entwicklung neuer Kolonien verläuft dynamisch, wobei innerhalb weniger Monate bereits Populationen von mehreren tausend Individuen heranwachsen können.[7] Aggregierte Suchanfragedaten weisen auf eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit für diese Gattung in den Monaten Mai und Juli hin, was mit den wärmeren Aktivitätsphasen in der nördlichen Hemisphäre korreliert. Das Interesse fällt in den Wintermonaten Februar und Dezember auf die niedrigsten Werte ab.[9]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-113598184-A Chemical Anmeldung

Fester Köder zur Vorbeugung und Behandlung von Solenopsis invicta

University of Huazhong Agricultural, Hubei Plant Prot General Station (2021)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft einen festen Köder auf Maismehlbasis, der die Insektizide Nitenpyram und Diflubenzuron enthält. Die Ameisen tragen die Granulate in ihr Nest, wo die Wirkstoffe durch Futteraustausch (Trophallaxis) verteilt werden. Dies führt zur Abtötung der gesamten Kolonie, einschließlich der Königin, und bietet eine langanhaltende Wirkung.

CN-113016797-A Chemical Anmeldung

Medikament zum Töten oder Vertreiben von Solenopsis invicta

University of South China Agricult (2021)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Dieses Patent nutzt Isoeugenol-Methylether als aktiven Wirkstoff zur Bekämpfung oder Vertreibung von Feuerameisen. Der Stoff, der auch als Gewürzkomponente bekannt ist, gilt als ungiftig für Menschen und Vieh. Er bietet eine umweltfreundliche Alternative mit langer Wirkungsdauer für die großflächige Anwendung.

CN-113111986-A Monitoring Anmeldung

Verfahren zur Darstellung von Überwachungs- und Untersuchungsergebnissen für Solenopsis invicta

Jinhua Hengan Biotechnology Company Ltd. (2021)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Vorgestellt wird ein softwarebasiertes System und Netzwerk zur Überwachung von Feuerameisen-Populationen. Es nutzt mobile Endgeräte und Fallen, um Daten über Befall, Ort und Ausbreitung digital zu erfassen und statistisch auszuwerten. Dies ersetzt papierbasierte Methoden und ermöglicht eine schnellere, präzisere Reaktion auf Ausbrüche.

CN-111202099-A Chemical Anmeldung

Insektenabweisendes Wasser gegen Solenopsis invicta und Verfahren zu dessen Herstellung

University of South China Agricult (2020)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Hier wird ein Repellent (Abwehrmittel) auf pflanzlicher Basis vorgestellt, das aus einer Mischung von vietnamesischem Zimtrindenöl und Cinnamylacetat besteht. Diese ätherischen Öle werden emulgiert, um eine stabile Lösung zu schaffen. Das Mittel dient dazu, Feuerameisen durch den starken Geruch und die chemischen Eigenschaften des Zimts effektiv zu vertreiben.

CN-110771619-A Chemical Unbekannt

Medikament zum Töten von Solenopsis invicta und Verfahren zu dessen Herstellung

Shenzhen Weibida Harmful Biological Control Company Ltd. (2019)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt ein hochentwickeltes Ködermittel, das Fipronil sowie Indoxacarb in Chitosan-Mikrosphären (Slow-Release-Technologie) enthält. Diese Verkapselung sorgt dafür, dass das Gift verzögert freigesetzt wird, sodass die Ameisen es tief in die Kolonie tragen können. Dies erhöht die Effizienz bei der Ausrottung des gesamten Nests.

Quellen & Referenzen

  1. Solenopsis Westwood, 1840. AntCat, an Online Catalog of the Ants of the World, by Barry Bolton.
  2. José A. Pacheco, William P. Mackay: The systematics and Biology of the New World Thief Ants of the genus Solenopsis (Hymenoptera: Formicidae). Edwin Mellen Press, Lampeter 2013.
  3. James P. Pitts, Joseph V. McHugh, Kenneth G. Ross (2005): Cladistic analysis of the fire ants of the Solenopsis saevissima species-group. Zoologica Scripta 34 (5): 493–505.
  4. C. A. Collingwood, J. Kugler (1994): Solenopsis dentata (Hymenoptera, Formicidae), new species from Israel. Israel Journal of Entomology 28: 119–122.
  5. Philip S. Ward, Sean G. Brady, Brian L. Fisher, Ted R. Schultz (2015): The evolution of myrmicine ants: phylogeny and biogeography of a hyperdiverse ant clade. Systematic Entomology 40: 61–81. doi:10.1111/syen.12090
  6. Bert Hölldobler, Edward O. Wilson: The Ants. Springer (1990) ISBN 3-540-52092-9
  7. Bernhard Seifert: Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas. Lutra Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Görlitz/Tauer 2007, ISBN 978-3-936412-03-1
  8. C. Anderson, G. Theraulaz, J.-L. Deneubourg: Self-assemblages in insect societies. In: Insectes Sociaux, Band 49, Nr. 2, 2002, S. 99–110
  9. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), 2026
  10. Mostafa R. Sharaf, Brian Taylor, Christiana Klingenberg (2009): Ants of the Genus Solenopsis Westwood, 1840 (Hymenoptera: Formicidae) in Egypt. Zootaxa 2004: 49–58.
  11. Wikipedia: Feuerameisen (OCR Page 1)
  12. https://patents.google.com/patent/CN113598184A/en
  13. James P. Pitts et al. (2005): Cladistic analysis of the fire ants of the Solenopsis saevissima species-group. Zoologica Scripta 34 (5): 493–505.
  14. PubChem: Solenopsin A (https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/Solenopsin-A)
  15. James C. Trager (1991): A Revision of the Fire Ants, Solenopsis geminata Group. Journal of the New York Entomological Society 99 (2): 141–198.
  16. Carole Guillet et al. (2022): Part I: Insect stings and bites—Beyond the realm of bee and wasp allergies. AllergoJournal International 31: 183–193. doi:10.1007/s40629-022-00199-5
  17. José A. Pacheco, William P. Mackay (2013): The systematics and Biology of the New World Thief Ants of the genus Solenopsis. Edwin Mellen Press.