Flieder
–Syringa vulgaris
Taxonomie
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Lamiales (Lamiales)
Familie
Oleaceae
Gattung
Syringa
Art
Syringa vulgaris
Wissenschaftlicher Name
Syringa vulgaris L.
Syringa vulgaris ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae), der ursprünglich auf felsigen Hängen der Balkanhalbinsel in Südosteuropa beheimatet ist. Die Art zeichnet sich durch einen aufrechten Wuchs, gegenständige herzförmige Blätter und große, stark duftende Blütenrispen aus, die im späten Frühling in Farbtönen von Lavendel bis Weiß erscheinen.[1] Im 16. Jahrhundert wurde die Pflanze über das Osmanische Reich in Westeuropa eingeführt und hat sich seitdem, insbesondere in Nordamerika, als Neophyt in gestörten Habitaten etabliert.[1][2]
Syringa vulgaris ist ein sommergrüner Phanerophyt, dessen phänologischer Zyklus mit dem Blattaustrieb im frühen Frühjahr beginnt und im Herbst mit der Seneszenz und dem Laubabwurf im Oktober oder November endet.[2] Die zwittrigen Blüten werden durch Insekten (Entomophilie), insbesondere Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, bestäubt, die durch das reichhaltige Nektarangebot angelockt werden. Nach der Befruchtung entwickeln sich trockene, ledrige Kapseln, die im Spätsommer aufplatzen und geflügelte Samen freisetzen, deren Verbreitung primär durch den Wind (Anemochorie) erfolgt.[2][1] Für die Keimung benötigen die Samen eine physiologische Dormanzbrechung durch Kältestratifikation, die unter natürlichen Bedingungen 40 bis 60 Tage bei Temperaturen zwischen 1 und 5 °C andauert. Die Keimung verläuft epigäisch, wobei Sämlinge eine juvenile Phase von drei bis vier Jahren durchlaufen, bevor sie die reproduktive Reife erreichen und erstmals blühen.[6] Neben der sexuellen Fortpflanzung vermehrt sich die Art intensiv vegetativ durch Wurzelausläufer, wodurch dichte, klonale Dickichte entstehen, die zur Koloniebildung beitragen.[2][1] Individuen weisen eine hohe Langlebigkeit auf und können bei günstigen Standortbedingungen ein Alter von 80 bis 100 Jahren erreichen.[2] Physiologisch ist Syringa vulgaris an kontinentales Klima angepasst und benötigt zwingend eine winterliche Kälteperiode (Vernalisation) zur Induktion der Blütenknospen. Die Pflanze ist kalkliebend und toleriert Trockenstress durch ein tiefreichendes Wurzelsystem, reagiert jedoch empfindlich auf anaerobe Bedingungen durch Staunässe.[1][2] In den meristematischen Geweben akkumulieren antioxidative Phenylpropanoide wie Verbascosid, während Pollen homologe Proteine zu Olivenallergenen (Beta-1,3-Glucanase) enthalten können.[2] Als Primärproduzent dient der Flieder als Wirtspflanze für die Larven verschiedener Lepidoptera-Arten sowie für den Fliederbohrer (*Podosesia syringae*), dessen Larven das Xylem der Stämme minieren und strukturelle Schäden verursachen. Phloemsaugende Ektoparasiten wie die Kommaschildlaus (*Lepidosaphes ulmi*) oder die Grüne Pfirsichblattlaus (*Myzus persicae*) entziehen der Pflanze Assimilate und können Rußtaupilze begünstigen. Zu den mikrobiellen Antagonisten zählen das Bakterium *Pseudomonas syringae*, das Triebsterben verursacht, sowie bodenbürtige Pilze der Gattung *Verticillium*, die das Gefäßsystem verstopfen.[2][7] Auf den Blättern parasitiert häufig der Echte Mehltau (*Erysiphe syringae*), ein obligat biotropher Pilz, der besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit das Photosynthesegewebe bedeckt.[2]
Entwicklung über die Jahre
EP-3687632-A1
Biological
Unbekannt
Kosmetische Verwendung von meristematischen Zellen aus Syringa vulgaris zur Anti-Aging-Behandlung der Haut
Laboratoires DE Biologie Vegetale Yves Rocher (2018)
Zusammenfassung
Die Erfindung konzentriert sich spezifisch auf die Nutzung von meristematischen Zellen (Stammzellen) des Flieders. Es wird beschrieben, wie Extrakte dieser Zellen in kosmetischen Trägern verwendet werden, um die Hautalterung zu bekaempfen. Die Methode nutzt die regenerativen Eigenschaften der Pflanzenzellen, um das Erscheinungsbild der Haut und der Schleimhaeute zu verbessern.
WO-2019063928-A1
Biological
Unbekannt
Kosmetische Verwendung von meristematischen Zellen aus Syringa vulgaris zur Vereinheitlichung des Teints
Laboratoires DE Biologie Vegetale Yves Rocher (2018)
Zusammenfassung
Dieses Patent spezifiziert die Nutzung von Syringa vulgaris Zellextrakten zur Reduktion von Pigmentflecken und zur Homogenisierung der Hautfarbe. Es nutzt die biologischen Eigenschaften der meristematischen Zellen, um die Ausstrahlung der Haut zu verbessern und sie zu glaetten. Die Anwendung ist hochspezifisch fuer diese Pflanze.
WO-2019063929-A1
Biological
Unbekannt
Kosmetische Verwendung von meristematischen Zellen aus Syringa vulgaris fuer eine beruhigende und weichmachende Wirkung
Laboratoires DE Biologie Vegetale Yves Rocher (2018)
Zusammenfassung
Hier wird die entzuendungshemmende und beruhigende Wirkung von Extrakten aus Zellwaenden oder Zellinhalten von Syringa vulgaris beschrieben. Die Innovation liegt in der spezifischen Aufbereitung der meristematischen Zellen fuer empfindliche Haut. Es ist eine direkte praktische Anwendung der pflanzlichen Inhaltsstoffe.
US-10456434-B2
Biological
Erteilt
Extrakte aus Zelllinienkulturen von Pflanzen der Familie Oleaceae (z.B. Syringa vulgaris), deren Herstellung und Verwendung
Dal Monte Renzo, Dal Toso Roberto, Minghetti Anacleto, Crespi Perellino Nicoletta, Pressi Giovanna (2010)
Zusammenfassung
Hier wird die Gewinnung von Extrakten aus stabilisierten Zelllinien von Syringa vulgaris beschrieben. Diese Extrakte zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Phenylpropanoiden (Verbascosid) und eine hohe antioxidative Kapazitaet aus. Das Verfahren ermoeglicht die standardisierte Produktion von Wirkstoffen fuer medizinische und kosmetische Zwecke, basierend auf der Biologie der Flieder-Zellen.
ES-2180407-A1
Biological
Unbekannt
Allergen Ole e 9 aus Olea europaea, dafuer kodierende rekombinante DNA sowie deren Herstellung und Verwendung
University of Madrid Complutense (2001)
Zusammenfassung
Der Fokus liegt primaer auf einem Allergen des Olivenbaums, jedoch werden homologe Proteine in Syringa vulgaris (Flieder) identifiziert und charakterisiert. Es beschreibt die Beta-1,3-Glucanase-Aktivitaet dieser Proteine. Dies ist relevant fuer das Verstaendnis der Kreuzreaktivitaeten und der biologischen Zusammensetzung von Fliederpollen.