Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über die Gelbfiebermücke (*Aedes aegypti*) in kompakter Form: - *Aedes aegypti* ist eine kleine Mückenart aus der Familie der [Culicidae](/pages/lexikon/mucken). - Sie zeichnet sich durch einen dunklen Körper mit weißen, leierförmigen Markierungen auf dem Thorax und gestreiften Beinen aus. - Diese Mücke ist der Hauptüberträger von Arboviren, die Dengue, Chikungunya, Zika und Gelbfieber beim Menschen verursachen. - *Aedes aegypti* ist anthropophil und sticht bevorzugt Menschen während des Tages, besonders am Morgen und späten Nachmittag. - Die Weibchen benötigen Blutmahlzeiten, um Eier zu entwickeln. - Ursprünglich stammt die Art aus dem tropischen und subtropischen Afrika. - Durch den Handel und Reiseverkehr hat sich ihr Verbreitungsgebiet global ausgeweitet. - Sie hat Populationen in städtischen und vorstädtischen Gebieten in Amerika, Asien und anderen Regionen etabliert. - *Aedes aegypti* nutzt künstliche Wasserbehälter wie Reifen, Blumentöpfe und weggeworfene Behälter zur Fortpflanzung. - Die enge Verbindung der Mücke zu menschlichen Behausungen erleichtert die effiziente Übertragung von Krankheitserregern. - Die Larven entwickeln sich im Wasser und ernähren sich von Mikroorganismen und organischem Detritus. - Die Eier von *Aedes aegypti* sind resistent gegen Austrocknung und können bis zu 8–15 Monate oder länger unter trockenen Bedingungen überleben. - Die chemische Bekämpfung von *Aedes aegypti* wird durch weit verbreitete Insektizidresistenz erschwert.[3]
Die Art führt den wissenschaftlichen Namen *Aedes aegypti* (Linnaeus, 1762) und wird der Familie der Stechmücken ([Culicidae](/pages/lexikon/mucken)) zugeordnet.[2] Ursprünglich beschrieb Carl von Linné die Spezies im Jahr 1762 unter dem Basionym *Culex aegypti*, bevor Johann Wilhelm Meigen sie 1818 aufgrund morphologischer Merkmale in die Gattung *Aedes* transferierte.[2][1] Innerhalb der Art werden taxonomisch zwei Hauptformen unterschieden: die weltweit verbreitete, domestizierte Nominatform *Aedes aegypti aegypti* und die ursprüngliche, afrikanische Waldform *Aedes aegypti formosus*.[2][3]
Adulte *Aedes aegypti* sind kleine Stechmücken mit einer Körperlänge von typischerweise 4 bis 7 mm.[2] Der Körper ist überwiegend schwarz und mit Schuppen bedeckt, wobei markante weiße oder silbrig-weiße Flecken charakteristische Muster bilden.[3] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist die leierförmige Zeichnung auf dem Thorax, die aus einer mittleren Längslinie und zwei flankierenden geschwungenen Linien besteht. Dieses Muster unterscheidet die Art von der verwandten Asiatischen [Tigermücke](/pages/lexikon/asiatische-tigermuecke) (*[Aedes albopictus](/pages/lexikon/asiatische-tigermuecke)*), die stattdessen Längsstreifen aufweist. Die schlanken, schwarzen Beine tragen an den Gelenken weiße Schuppen, die quer verlaufende Bänder bilden und besonders an den Tarsen auffallen.[2] Das Abdomen wirkt durch verstreute weiße Schuppen an den Seiten und teils auf dem Rücken etwas gesprenkelt. Im Gegensatz zum Körper sind die Flügel einheitlich mit dunklen Schuppen bedeckt und zeigen keine auffälligen Muster.[3] Es besteht ein ausgeprägter Sexualdimorphismus: Weibchen sind generell größer, besitzen einen langen, geraden Rüssel zum Durchstechen der Haut sowie kurze Maxillarpalpen. Männchen hingegen zeichnen sich durch buschige, gefiederte Antennen und verlängerte, keulenförmige Maxillarpalpen aus.[2] Beide Geschlechter verfügen über große Facettenaugen und drei Ocellen zur Orientierung.[3] Historisch wurden morphologische Merkmale wie Schuppenmuster zur Unterscheidung der domestizierten Unterart *A. aegypti aegypti* von der sylvatischen Form *A. aegypti formosus* herangezogen.[2]
Die medizinische Bedeutung von *Aedes aegypti* resultiert aus ihrer Rolle als primärer Vektor für Arboviren wie Dengue, Chikungunya, Zika und Gelbfieber. Im Jahr 2024 führte die globale Verbreitung zu über 13 Millionen Dengue-Fällen und mehr als 9.600 Todesfällen, wobei urbane Ballungsräume besonders betroffen waren.[4] Die Art zeigt ein ausgeprägt anthropophiles Verhalten und sticht bevorzugt tagsüber, insbesondere am frühen Morgen und späten Nachmittag. Als Brutstätten nutzen die Weibchen künstliche Wasseransammlungen in menschlicher Nähe, wie Autoreifen, Blumentöpfe oder Wasserbehälter, was ihre Bekämpfung in Städten erschwert.[2] Eine effektive Prävention basiert auf der Reduktion dieser Brutstätten (Source Reduction), wodurch die Pupaldichte in Interventionsgebieten um über 71 % gesenkt werden kann. Die chemische Kontrolle mittels Larviziden wie Temephos oder Pyrethroid-Adultiziden wird zunehmend durch weitverbreitete Resistenzen, etwa *kdr*-Mutationen, limitiert.[3] Als biologische Alternative hat sich der Einsatz von *Wolbachia*-infizierten [Mücken](/pages/lexikon/mucken) etabliert, welche die Virenübertragung blockieren und Dengue-Inzidenzen lokal um bis zu 77 % reduzieren konnten. Ergänzend werden genetische Methoden wie die Sterile-[Insekten](/pages/lexikon/insekten)-Technik (SIT) oder selbstlimitierende transgene Stämme eingesetzt, um Populationen nachhaltig zu unterdrücken. Die Entwicklung der Mücke ist stark temperaturabhängig, mit einem Optimum zwischen 25 und 30 °C, während Temperaturen unter 15 °C oder über 35 °C die Überlebensraten drastisch senken.[2]