Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über den Gemeinen Speckkäfer (*Dermestes lardarius*) in einer kompakten Liste: - Der Gemeine Speckkäfer (*Dermestes lardarius*) ist eine weltweit verbreitete Art der Speckkäfer ([Dermestidae](/pages/lexikon/speckkafer)). - Ursprünglich stammt er aus Europa, wurde aber durch den Handel weltweit verbreitet. - Adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) sind oval, dunkelbraun und 7–9 mm lang. - Die Flügeldecken (Elytren) der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) haben an der Basis eine auffällige, gelbliche Binde mit sechs dunklen Flecken. - Die Larven sind länglich, bräunlich und erreichen eine Länge von 12–18 mm. - Larven sind dicht mit langen Haaren bedeckt und haben zwei markante, gebogene Stacheln am letzten Abdominalsegment.[1] - *D. lardarius* ist ein Aasfresser, der sich von tierischen Produkten ernährt. - Er gilt als Schädling in Lagerhäusern und Haushalten, kann aber auch in der Museumsarbeit und forensischen Entomologie nützlich sein. - Die Weibchen legen 100–135 Eier in der Nähe von Nahrungsquellen wie verdorbenem Fleisch ab. - Die Eier schlüpfen nach 4–12 Tagen. - Die Larven durchlaufen 5–6 Häutungen über einen Zeitraum von 30–80 Tagen. - Die Verpuppung dauert 5–12 Tage.[1] - Der gesamte Lebenszyklus dauert unter idealen Bedingungen (ca. 25 °C) 40–50 Tage. - Adulte [Käfer](/pages/lexikon/kafer) können bis zu 6 Monate leben und [fliegen](/pages/lexikon/fliegen), um neue Nahrungsquellen zu finden.[1] - *D. lardarius* kommt häufig in von Menschen veränderten Umgebungen vor, wie z. B. in Lagerhäusern, Häusern und Museen.[1]
Der Gemeine Speckkäfer (*Dermestes lardarius*) wurde 1758 von Carl von Linné im Rahmen seines Werkes *Systema Naturae* wissenschaftlich erstbeschrieben. Innerhalb der Familie der Speckkäfer ([Dermestidae](/pages/lexikon/speckkafer)) wird die Art der Unterfamilie Dermestinae sowie der Tribus Dermestini zugeordnet. Der Gattungsname leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet „Hautfresser“, während das Artepitheton *lardarius* auf das lateinische Wort für Speck („lardum“) verweist. Diese Namensgebung spiegelt die historische Assoziation des [Käfers](/pages/lexikon/kafer) mit Vorratskammern und Fleischprodukten wider.[1]
Die adulten [Käfer](/pages/lexikon/kafer) von *Dermestes lardarius* sind oval geformt, dunkelbraun bis schwarz gefärbt und erreichen eine Körperlänge von 7 bis 9 mm.[1][3] Ein zentrales Bestimmungsmerkmal ist das breite Band aus hellgelber oder gräulicher Behaarung auf der vorderen Hälfte der Flügeldecken, welches die dunkle Grundfärbung unterbricht. In diesem hellen Band befinden sich sechs dunkle Flecken, die jeweils zu dritt auf jeder Seite angeordnet sind. Die Unterseite des Körpers sowie die Beine und Antennen sind dicht mit feinen, samtigen gelben Haaren bedeckt. Die Antennen sind 11-gliedrig und enden in einer deutlich abgesetzten, dreigliedrigen Keule. Ein Sexualdimorphismus ist vorhanden, da Männchen auf den Bauchplatten (Sterniten) ein spezifisches Haarbüschel aufweisen, das den Weibchen fehlt.[1] Die Larven sind langgestreckt, zylindrisch und rotbraun gefärbt, wobei sie im ausgewachsenen Stadium eine Länge von 12 bis 18 mm erreichen.[1][3] Ihr Körper ist dicht mit langen und kurzen Borsten bedeckt, was ihnen ein stark behaartes Aussehen verleiht.[1] Am letzten Hinterleibssegment tragen die Larven zwei markante, nach hinten gekrümmte Dornen (Urogomphi).[1][3] Im Gegensatz zu einigen verwandten Arten bleibt der Körper der Larve im lebenden Zustand gerade und ist nicht gekrümmt. Die Puppen sind exarat (freie Gliedmaßen) und befinden sich oft in Kammern, die aus Larvenhaaren und Substratresten geformt wurden.[1]
Der Gemeine Speckkäfer (*Dermestes lardarius*) ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling, der primär tierische Produkte wie Trockenfleisch, Käse, Häute, Leder und Tiernahrung befällt. Die wirtschaftlichen Schäden werden hauptsächlich durch die Larven verursacht, die proteinreiche Materialien fressen und diese durch Kot sowie Häutungsreste verunreinigen, was die Produkte oft unbrauchbar macht.[3] Neben Nahrungsmitteln bohren sich verpuppungsreife Larven in harte Substrate wie Holz, Gips oder Kork, was zu strukturellen Schäden an Gebäudebalken oder Büchern führen kann. In Museen und Sammlungen stellt die Art eine ernsthafte Bedrohung für präparierte Exemplare und Taxidermien dar.[4] Gesundheitliche Bedenken bestehen aufgrund möglicher allergischer Reaktionen bei empfindlichen Personen, die durch die Häutungsreste und Exkremente der Larven ausgelöst werden können.[3] Trotz des Schädlingsstatus wird der [Käfer](/pages/lexikon/kafer) in der Taxidermie gezielt zur Skelettierung und in der forensischen Entomologie zur Bestimmung der Leichenliegezeit genutzt.[1] Zur Prävention sind strikte Hygienemaßnahmen entscheidend, darunter das Entfernen befallener Materialien und das gründliche Absaugen von Ritzen zur Beseitigung von Eiern und Nahrungsresten. Anfällige Waren sollten in luftdichten Glas- oder Kunststoffbehältern gelagert werden, um den Zugang für [Käfer](/pages/lexikon/kafer) und Larven zu blockieren. Als evidenzbasierte physikalische Bekämpfungsmethode hat sich das Einfrieren bei -18 °C für drei bis vier Tage oder das Erhitzen auf 60 °C für 30 Minuten bewährt, um alle Entwicklungsstadien abzutöten. Ergänzend können Pheromonfallen zum Monitoring eingesetzt werden, während chemische Mittel wie Kieselgur oder Pyrethroide nur als letzte Option in Rissen und Spalten Anwendung finden sollten.[3]