Goldregen –Laburnum anagyroides
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Taxonomische Klassifikation
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Fabales (Fabales)
Familie
Fabaceae
Gattung
Laburnum
Art
Laburnum anagyroides
Wissenschaftlicher Name:
Laburnum anagyroides Medik.
Akzeptierter Name
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Einleitung
Der **Gemeine Goldregen** (*Laburnum anagyroides*) ist ein kleiner, laubabwerfender Baum oder Großstrauch aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), der ursprünglich in Zentral- und Südeuropa beheimatet ist.[1][2] Die Art wird aufgrund ihrer auffälligen, hängenden gelben Blütentrauben weltweit als Ziergehölz kultiviert, enthält jedoch in allen Pflanzenteilen, insbesondere in den Samen, das stark giftige Alkaloid Cytisin.[3][2] In der botanischen Nomenklatur sind *Cytisus laburnum* und *Laburnum vulgare* als historische Synonyme bekannt.[2]
Fakten (kompakt)
- Die Laubblätter weisen eine spezifische Färbung auf, die als mattgrün bis graugrün beschrieben wird. - Die hängenden Blütentrauben erreichen eine Länge von 10 bis 25 cm. - Jede der linearen, kahlen Hülsenfrüchte misst 3 bis 6 cm und enthält zwischen 2 und 6 Samen. - Taxonomisch wird die Art innerhalb der Familie der Fabaceae der Tribus Genisteae zugeordnet. - In der höheren Klassifizierung gehört *Laburnum anagyroides* zum Phylum Tracheophyta und der Klasse Magnoliopsida. - Zum detaillierten natürlichen Verbreitungsgebiet zählen spezifisch auch Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Rumänien. - Als eingeführte Zierpflanze ist der Baum mittlerweile auch auf den Britischen Inseln, in Neuseeland, Teilen Nordamerikas und Asien zu finden. - Die Winterhärte der Pflanze entspricht den USDA-Klimazonen 5 bis 7. - In der Pflege erfordert die Art Schutz vor extremer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit sowie direktem maritimen Einfluss. - Gärtnerische Erhaltungsmaßnahmen umfassen häufig das Entfernen von Wurzelausläufern (Wurzelschösslingen).[10]
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name *Laburnum anagyroides* wurde im Jahr 1787 von dem Botaniker Friedrich Kasimir Medikus validiert und erstbeschrieben.[2] Die Art zählt zur Gattung *Laburnum* innerhalb der Familie der Fabaceae (Schmetterlingsblütler).[2][4] Etymologisch leitet sich der Gattungsname vom antiken lateinischen Begriff *laburnum* ab, den bereits der römische Naturalist Plinius der Ältere für bestimmte Arten der verwandten Gattung *Cytisus* verwendete.[4] Das Art-Epitheton *anagyroides* entstammt griechischen Wurzeln und bedeutet „*Anagyris* ähnelnd“, was auf die visuelle Ähnlichkeit zu dieser strauchigen Leguminosen-Gattung verweist. Historisch wurde die Pflanze unter Synonymen wie *Cytisus laburnum* (L., 1753) oder *Laburnum vulgare* (Bercht. & J.Presl, 1820) geführt, bevor sich die eigenständige Gattungszuordnung etablierte.[4] Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung „Goldregen“ für die Gattung gebräuchlich, was ebenso wie die englischen Trivialnamen „Golden chain tree“ oder „Golden rain“ auf die auffälligen, herabhängenden gelben Blütenstände anspielt. Diese bildhaften Namen finden sich vielfach in der gartenbaulichen Literatur, um den Zierwert der an Ketten erinnernden Blüten zu betonen. Taxonomisch ist die Art zudem als ein Elternteil der Hybride *Laburnum* × *watereri* relevant, die aus einer Kreuzung mit *Laburnum alpinum* hervorgeht.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Laburnum anagyroides wächst als sommergrüner, kleiner Baum oder Großstrauch, der typischerweise Wuchshöhen von 5 bis 7 Metern, selten bis zu 9 Metern erreicht.[2][4] Die Wuchsform ist aufrecht mit einer breiten, abgerundeten Krone und ausgebreiteten Ästen.[2] Die Rinde ist anfangs glatt, dünn und grau-braun gefärbt, entwickelt jedoch im Alter Furchen und Risse. Junge Zweige erscheinen grün und sind behaart.[4] Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind dreizählig gefiedert und bestehen aus elliptischen bis verkehrt-eiförmigen Teilblättchen. Diese Blättchen messen 3 bis 8 cm in der Länge sowie 1,2 bis 2,5 cm in der Breite und zeigen eine mattgrüne bis graugrüne Färbung.[2][4] Während die Blattoberseite glatt ist, weist die Unterseite eine Behaarung auf.[4] Im Herbst verfärbt sich das Laub gelb. Die zwittrigen, leuchtend gelben Schmetterlingsblüten sind 1,5 bis 2 cm lang und verströmen einen Duft. Sie stehen in auffälligen, hängenden Trauben, die eine Länge von 10 bis 25 cm erreichen und zwischen Mai und Juni erscheinen.[2] Aus den Blüten entwickeln sich lineare, kahle Hülsenfrüchte, die 3 bis 7 cm lang und 0,7 bis 0,9 cm breit sind.[2][4] Jede Hülse enthält zwei bis acht schwarze Samen, die oft bis in den Winter am Baum verbleiben. Das Art-Epitheton anagyroides verweist auf die morphologische Ähnlichkeit mit der Gattung Anagyris.[2] Eine Verwechslungsgefahr oder Hybridisierung besteht mit dem Alpen-Goldregen (*Laburnum alpinum*), wobei *L. anagyroides* in der Regel in niedrigeren Höhenlagen vorkommt. Die Hybride aus beiden Arten ist als *Laburnum × watereri* bekannt.[2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Laburnum anagyroides wird primär als Ziergehölz klassifiziert, das durch symbiotische Stickstofffixierung die Bodenfruchtbarkeit erhöht, jedoch in gestörten Habitaten invasives Potenzial zeigen kann.[2] Das wesentliche Schadpotenzial für den Menschen und Haustiere resultiert aus der hohen Toxizität aller Pflanzenteile, insbesondere der Samen, die reich an dem Alkaloid Cytisin sind.[4][2] Eine Ingestion führt zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen, wobei für Hunde bereits Dosen von 2–7 g Samen pro Kilogramm Körpergewicht tödlich sein können.[3] Während Pferde und Ziegen empfindlich reagieren, tolerieren Wildtiere wie Hasen und Rehe den Verzehr der Pflanze.[8][2] Medizinisch relevant ist das isolierte Cytisin, das als Nikotinagonist zur Raucherentwöhnung dient und in WHO-Richtlinien aufgenommen wurde.[9][2] Als Präventionsmaßnahme gegen Vergiftungen wird von Pflanzungen in der Nähe von Spielplätzen oder Weideflächen abgeraten. Zur Risikominimierung im Gartenmanagement sollten herabgefallene Samenschoten und Wurzelausläufer regelmäßig entfernt werden.[2] Der Baum selbst dient als Wirt für Schädlinge wie Blattläuse und die Larven der Miniermotte Leucoptera laburnella, deren Befall durch Blasenminen auf den Blättern erkennbar ist.[7][4] Pilzliche Erkrankungen wie Wurzelfäule durch Armillaria-Arten oder Zweigsterben treten vor allem bei Staunässe oder schlechter Belüftung auf.[2] Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) erfolgt die Bekämpfung von Insektenbefall durch Monitoring und den gezielten Einsatz von Gartenbauölen oder insektiziden Seifen.[4] Bauliche Prävention umfasst die Sicherstellung einer exzellenten Bodendrainage, um Wurzelerkrankungen vorzubeugen. Pflegeschnitte sollten im Spätsommer erfolgen, wobei starke Eingriffe zu vermeiden sind, um die Wundheilung nicht zu gefährden.[2]
Goldregen Bilder und Fotos von echten Sichtungen
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Biologie & Lebenszyklus
Laburnum anagyroides ist ein laubabwerfendes Gehölz, dessen jährlicher Lebenszyklus den Blattaustrieb im Frühjahr, die Blüte am Holz des Vorjahres und die Fruchtreife im Herbst umfasst. Die zwittrigen Blüten erscheinen im späten Frühjahr von Mai bis Juni und werden vorwiegend durch Hummeln und andere Insekten bestäubt (Entomophilie), wobei Fremdbestäubung bevorzugt wird. Nach der Befruchtung entwickeln sich bis zum Spätsommer oder Herbst (August bis Oktober) schmale Hülsenfrüchte, die mehrere schwarze Samen enthalten. Die Samenverbreitung erfolgt primär durch die Schwerkraft (Barochorie), wenn die Hülsen aufplatzen, wobei die Früchte oft den Winter über am Baum verbleiben. Die Samen weisen eine physikalische Dormanz auf, die durch eine harte, undurchlässige Samenschale bedingt ist und in der Natur durch Kältestratifikation oder mechanische Einwirkung gebrochen werden muss. Unter optimalen Bedingungen bei 20 bis 30 °C und nach erfolgter Scarifikation erreichen die Samen Keimraten von über 80 % innerhalb von 7 bis 28 Tagen. Die Art wächst moderat schnell und erreicht die Geschlechtsreife typischerweise nach 5 bis 10 Jahren, woraufhin jährliche Samenerträge folgen.[2] Als Leguminose geht Laburnum anagyroides eine symbiotische Beziehung mit stickstofffixierenden Bakterien der Gattung Bradyrhizobium ein, die in Wurzelknöllchen atmosphärischen Stickstoff binden. Diese Symbiose ermöglicht das Gedeihen auf nährstoffarmen Böden, wobei die Pflanze neutrale bis alkalische, kalkhaltige Substrate bevorzugt.[4] Eine physiologische Besonderheit ist die Synthese von Quinolizidin-Alkaloiden, insbesondere Cytisin, das in allen Pflanzenteilen, vor allem aber in den Samen (bis zu 3 % Trockengewicht), akkumuliert wird.[2] Diese Toxizität dient der chemischen Abwehr gegen Herbivoren, weshalb der Weidedruck durch Säugetiere in natürlichen Habitaten gering ist.[4] Dennoch wird die Pflanze von spezifischen Schädlingen befallen, darunter die Larven der Miniermotte Leucoptera laburnella, die Blattminen verursachen und zur Entlaubung führen können.[7] Auch Blattläuse und Raupen wie die des Ginster-Bläulings können auftreten und junge Triebe schädigen. Zu den pathogenen Bedrohungen zählt der Hallimasch (Armillaria spp.), der Wurzel- und Stammfäule auslösen kann.[7] Die Art ist kältetolerant und an gemäßigte Klimazonen angepasst (USDA-Zonen 5–7), benötigt jedoch Schutz vor extremer Hitze und Staunässe.[2]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Laburnum anagyroides* erstreckt sich über das südliche Mittel- und Südosteuropa. Es reicht von Frankreich und Italien im Westen über den Alpenraum, einschließlich Österreich und der Schweiz, bis zu den Karpaten und der Balkanhalbinsel.[1][2] Dort besiedelt die Art vorwiegend gebirgige Lagen, lichte Wälder und Buschland. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich bis in Höhenlagen von 1.800 Metern. *Laburnum anagyroides* zeigt eine deutliche Präferenz für kalkhaltige Böden und wächst häufig an felsigen Kalkhängen. Die Pflanze bevorzugt gut durchlässige, neutrale bis alkalische Substrate und meidet Staunässe. Als Leguminose lebt sie in Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien (*Bradyrhizobium*), was die Besiedlung nährstoffarmer Standorte begünstigt.[2] Außerhalb des ursprünglichen Areals wurde die Art weltweit in gemäßigte Klimazonen verschleppt, darunter nach Nordamerika, Asien, Australien und Neuseeland. In diesen Regionen sowie auf den Britischen Inseln verwildert der Goldregen gelegentlich und etabliert sich in gestörten Habitaten.[1][2] Klimatisch ist die Art an Zonen mit mäßig warmen Sommern angepasst und toleriert Wintertemperaturen bis etwa -29 °C.[2]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Saisonalität & Aktivität
Laburnum anagyroides ist ein sommergrünes Gehölz, dessen phänologischer Zyklus durch eine ausgeprägte Ruhephase im Winter und einen Neuaustrieb im Frühjahr geprägt ist. Die primäre reproduktive Aktivität findet im späten Frühling statt, wobei die Blütezeit von Mai bis Juni andauert.[4][2] Die einzelnen hängenden Blütentrauben bleiben dabei für etwa 2,5 bis 4 Wochen erhalten.[2] In diesem Zeitraum erfolgt eine intensive Interaktion mit Bestäubern, da die duftenden Blüten vorwiegend Hummeln und andere Insekten anlocken. Nach der Bestäubung reifen die Hülsenfrüchte vom Spätsommer bis zum Herbst, spezifisch zwischen August und Oktober, heran. Die samentragenden Schoten verbleiben häufig über den gesamten Winter am Baum, bevor sie sich öffnen. Für die Keimung der Samen sind Temperaturen zwischen 20 und 30 °C erforderlich, wobei eine harte Samenschale oft eine physikalische Dormanz bedingt.[4][2] Parallel zur Vegetationsperiode treten spezifische Schädlinge auf; so minieren Larven der Motte *Leucoptera laburnella* in den Blättern, während Raupen anderer Arten junge Triebe fressen können.[4] Die Art ist winterhart und toleriert in der Ruhephase Temperaturen bis etwa -29 °C (USDA-Zonen 5–7).[2][3] Das öffentliche Interesse spiegelt diese Phänologie wider, mit einem deutlichen Maximum der Suchanfragen in den Monaten Mai und Juni.
Quellen & Referenzen
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:501428-1
- https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=280634
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/laburnum-anagyroides/
- https://floranorthamerica.org/Laburnum_anagyroides
- http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&taxon_id=20833
- https://pubs.rsc.org/en/content/articlehtml/2022/np/d1np00069a
- https://pnwhandbooks.org/insect/hort/landscape/hosts-pests-landscape-plants/golden-chain-laburnum-leafminer
- https://poisonousplants.cvmbs.colostate.edu/plant/129
- https://cdn.who.int/media/docs/default-source/2025-eml-expert-committee/expert-reviews/a.8_cytisine_review1.pdf?sfvrsn=a38b5732_1
- Literaturzusammenfassung: Laburnum anagyroides