Fakten (kompakt)
Hier sind einige Fakten über die Hausmücke (*Culex pipiens*) als Bullet-Liste: - *Culex pipiens*, auch bekannt als nördliche Hausmücke, ist eine kleine bis mittelgroße Mückenart aus der Familie der [Culicidae](/pages/lexikon/mucken). - Adulte *Culex pipiens* sind 4 bis 7 mm lang und von blass- bis hellbrauner oder graubrauner Farbe. - Die Art ist ursprünglich in der Alten Welt (Europa, Asien, Afrika) beheimatet. - Durch den Transport durch den Menschen hat sie sich weltweit in gemäßigten und subtropischen Regionen verbreitet. - *Culex pipiens* kommt heute mit Ausnahme der Antarktis und Polarregionen auf allen Kontinenten vor.[2] - Die Larven entwickeln sich in stehenden Gewässern, die reich an organischem Material sind, wie z. B. Abwassergräben, Altreifen und Vogeltränken. - Die Lebenszyklus von *Culex pipiens* umfasst die Stadien Ei, Larve, Puppe und Adult, wobei der gesamte Zyklus unter warmen Bedingungen 7–10 Tage dauert. - Weibchen legen Eier in Gruppen von 150–300 auf der Oberfläche von stehenden Gewässern ab. - Adulte *Culex pipiens* sind dämmerungsaktiv und halten sich tagsüber in schattigen Bereichen auf. - Weibchen benötigen Blut zur Eiproduktion und stechen hauptsächlich Vögel, im Spätsommer und Herbst aber auch Säugetiere, einschließlich Menschen. - *Culex pipiens* ist ein wichtiger Vektor von Krankheiten und überträgt das West-Nil-Virus (WNV) in den nördlichen Vereinigten Staaten und in Europa.[2] - Sie überträgt auch das St. Louis Enzephalitis-Virus (SLEV), das Sindbis-Virus (SINV) und filarische [Nematoden](/pages/lexikon/nematoden) wie *Wuchereria bancrofti*. - Die Art überwintert als befruchtetes Weibchen in Diapause. - Es gibt zwei Hauptbiotypen: *Culex pipiens pipiens*, der sich an gemäßigte Klimate angepasst hat, und *Culex pipiens molestus*, der in städtischen Untergrundumgebungen vorkommt.[2]
Die Art wurde 1758 von Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen *Culex pipiens* erstbeschrieben. Sie gehört zur Familie der Stechmücken ([Culicidae](/pages/lexikon/mucken)) und fungiert als Typusart der Gattung *Culex*. Innerhalb der Unterfamilie Culicinae bildet sie den *Culex pipiens*-Komplex, der eng verwandte Formen und Biotypen wie *Culex pipiens pipiens* und *Culex pipiens molestus* umfasst. Der taxonomische Status dieser Gruppen wird weiterhin diskutiert, wobei genetische Analysen teils eine Trennung auf Artebene nahelegen.[1]
Adulte Exemplare von *Culex pipiens* sind kleine bis mittelgroße [Mücken](/pages/lexikon/mucken) mit einer Körperlänge von 4 bis 7 Millimetern und einer Flügellänge von 3,5 bis 4,0 Millimetern.[1][3] Die Grundfärbung des Körpers variiert von blass- bis hellbraun oder graubraun. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die dunklen Beine, die ungebändert sind und keine hellen Ringe aufweisen. Auch der Rüssel (Proboscis) ist braun und besitzt keine distinktiven Zeichnungen, ebenso wie die beschuppten Flügel, die musterlos erscheinen. Der Hinterleib zeichnet sich durch basale weiße oder blasse Bänder auf den Tergiten aus, die aus seitlich breit abgerundeten Schuppen gebildet werden. Ein deutlicher Sexualdimorphismus zeigt sich an den Antennen: Während Männchen buschige, gefiederte Antennen zur Schallwahrnehmung besitzen, sind die Antennen der Weibchen weniger dicht behaart.[3] Die Larven durchlaufen vier Stadien, erreichen im letzten Stadium eine Größe von 5 bis 7 Millimetern und bewegen sich mit einer charakteristischen schlängelnden Bewegung durch das Wasser.[1] Ihr Atemrohr (Siphon) ist mäßig lang und im basalen Drittel mit 6 bis 13 Pecten-Dornen besetzt. Die Puppen sind kommaförmig und besitzen paarige Atemtrichter am Cephalothorax für den Gasaustausch an der Wasseroberfläche.[3] *Culex pipiens* ist Teil eines gleichnamigen Artenkomplexes und morphologisch kaum von der Schwesterart *Culex quinquefasciatus* oder den Biotypen *pipiens* und *molestus* zu unterscheiden.[1][3] Eine sichere Differenzierung dieser Formen sowie ihrer Hybriden erfordert oft genetische Analysen, beispielsweise des Acetylcholinesterase-2-Gens (*ace-2*).[3]
Culex pipiens besitzt eine herausragende medizinische Relevanz als Vektor für diverse Pathogene, wobei sie in Europa und den nördlichen USA als Hauptüberträger des West-Nil-Virus (WNV) fungiert. Seit der Einschleppung in die USA im Jahr 1999 wurden dort über 59.000 Infektionen verzeichnet, von denen etwa 40 % schwere neuroinvasive Verläufe zeigten. Zusätzlich überträgt die Art das St.-Louis-Enzephalitis-Virus, das Usutu-Virus sowie Filarien wie *Dirofilaria immitis*, den Auslöser der Herzwurmerkrankung bei Hunden.[4] Die ökonomischen Folgen dieser Erkrankungen sind beträchtlich; so verursachten hospitalisierte WNV-Fälle in den USA jährliche Kosten von geschätzt 56 Millionen Dollar.[1] Während der *pipiens*-Biotyp oft Vögel als Wirte bevorzugt, zeigt der an urbane Räume angepasste *molestus*-Biotyp eine Präferenz für Säugetiere und Menschen, was das Übertragungsrisiko in Städten erhöht.[3] Die Prävention setzt primär auf integriertes Schädlingsmanagement, insbesondere die Reduktion von Brutstätten durch das Entfernen stehender Gewässer in Regentonnen, Gullys oder Altreifen. Zur biologischen Bekämpfung der Larven wird das Bakterium *Bacillus thuringiensis israelensis* (Bti) verwendet, dessen Toxine spezifisch gegen Mückenlarven wirken, ohne die Umwelt breit zu belasten.[1] Die chemische Bekämpfung adulter Tiere erfolgt teils mit Pyrethroiden, ist jedoch durch weitverbreitete Resistenzen aufgrund von Pestizideinsätzen in Landwirtschaft und urbanen Räumen zunehmend erschwert.[3] Zur Überwachung der Bestände und des Infektionsdrucks dienen Fallen mit CO2-Ködern sowie spezielle Graviditätsfallen für eiablagebereite Weibchen. Zukünftige Bekämpfungsstrategien untersuchen genetische Ansätze wie CRISPR-basierte Gene Drives oder die Nutzung von *Wolbachia*-Infektionen zur Populationsunterdrückung.[1]