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Hausmücke Culex pipiens

Hausmücke
Ungefährlich Nützling Kann beißen Physische Gefahr

Taxonomische Klassifikation

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Zweiflügler (Diptera)
Familie Culicidae
Gattung Culex
Art Culex pipiens
Wissenschaftlicher Name: Culex pipiens Linnaeus, 1758
Akzeptierter Name
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Einleitung

Die **Hausmücke** (*Culex pipiens*) ist eine kleine bis mittelgroße Stechmückenart aus der Familie der [Culicidae](/pages/lexikon/mucken), die ursprünglich aus Afrika stammt und heute als Kosmopolit in den gemäßigten Breiten weltweit verbreitet ist.[1][2] Sie ist die Namensgeberin des *Culex pipiens*-Komplexes, zu dem genetisch nahestehende und morphologisch schwer unterscheidbare Formen wie *Culex quinquefasciatus* sowie verschiedene Biotypen zählen.[3][1] Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit an urbane Lebensräume gilt die Art als bedeutender Vektor für Krankheitserreger, darunter das West-Nil-Virus und Fadenwürmer.[1]

Fakten (kompakt)

Hier sind einige Fakten über die Hausmücke (*Culex pipiens*) als Bullet-Liste: - *Culex pipiens*, auch bekannt als nördliche Hausmücke, ist eine kleine bis mittelgroße Mückenart aus der Familie der [Culicidae](/pages/lexikon/mucken). - Adulte *Culex pipiens* sind 4 bis 7 mm lang und von blass- bis hellbrauner oder graubrauner Farbe. - Die Art ist ursprünglich in der Alten Welt (Europa, Asien, Afrika) beheimatet. - Durch den Transport durch den Menschen hat sie sich weltweit in gemäßigten und subtropischen Regionen verbreitet. - *Culex pipiens* kommt heute mit Ausnahme der Antarktis und Polarregionen auf allen Kontinenten vor.[2] - Die Larven entwickeln sich in stehenden Gewässern, die reich an organischem Material sind, wie z. B. Abwassergräben, Altreifen und Vogeltränken. - Die Lebenszyklus von *Culex pipiens* umfasst die Stadien Ei, Larve, Puppe und Adult, wobei der gesamte Zyklus unter warmen Bedingungen 7–10 Tage dauert. - Weibchen legen Eier in Gruppen von 150–300 auf der Oberfläche von stehenden Gewässern ab. - Adulte *Culex pipiens* sind dämmerungsaktiv und halten sich tagsüber in schattigen Bereichen auf. - Weibchen benötigen Blut zur Eiproduktion und stechen hauptsächlich Vögel, im Spätsommer und Herbst aber auch Säugetiere, einschließlich Menschen. - *Culex pipiens* ist ein wichtiger Vektor von Krankheiten und überträgt das West-Nil-Virus (WNV) in den nördlichen Vereinigten Staaten und in Europa.[2] - Sie überträgt auch das St. Louis Enzephalitis-Virus (SLEV), das Sindbis-Virus (SINV) und filarische [Nematoden](/pages/lexikon/nematoden) wie *Wuchereria bancrofti*. - Die Art überwintert als befruchtetes Weibchen in Diapause. - Es gibt zwei Hauptbiotypen: *Culex pipiens pipiens*, der sich an gemäßigte Klimate angepasst hat, und *Culex pipiens molestus*, der in städtischen Untergrundumgebungen vorkommt.[2]

Namen & Einordnung (kurz)

Die Art wurde 1758 von Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen *Culex pipiens* erstbeschrieben. Sie gehört zur Familie der Stechmücken ([Culicidae](/pages/lexikon/mucken)) und fungiert als Typusart der Gattung *Culex*. Innerhalb der Unterfamilie Culicinae bildet sie den *Culex pipiens*-Komplex, der eng verwandte Formen und Biotypen wie *Culex pipiens pipiens* und *Culex pipiens molestus* umfasst. Der taxonomische Status dieser Gruppen wird weiterhin diskutiert, wobei genetische Analysen teils eine Trennung auf Artebene nahelegen.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Adulte Exemplare von *Culex pipiens* sind kleine bis mittelgroße [Mücken](/pages/lexikon/mucken) mit einer Körperlänge von 4 bis 7 Millimetern und einer Flügellänge von 3,5 bis 4,0 Millimetern.[1][3] Die Grundfärbung des Körpers variiert von blass- bis hellbraun oder graubraun. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die dunklen Beine, die ungebändert sind und keine hellen Ringe aufweisen. Auch der Rüssel (Proboscis) ist braun und besitzt keine distinktiven Zeichnungen, ebenso wie die beschuppten Flügel, die musterlos erscheinen. Der Hinterleib zeichnet sich durch basale weiße oder blasse Bänder auf den Tergiten aus, die aus seitlich breit abgerundeten Schuppen gebildet werden. Ein deutlicher Sexualdimorphismus zeigt sich an den Antennen: Während Männchen buschige, gefiederte Antennen zur Schallwahrnehmung besitzen, sind die Antennen der Weibchen weniger dicht behaart.[3] Die Larven durchlaufen vier Stadien, erreichen im letzten Stadium eine Größe von 5 bis 7 Millimetern und bewegen sich mit einer charakteristischen schlängelnden Bewegung durch das Wasser.[1] Ihr Atemrohr (Siphon) ist mäßig lang und im basalen Drittel mit 6 bis 13 Pecten-Dornen besetzt. Die Puppen sind kommaförmig und besitzen paarige Atemtrichter am Cephalothorax für den Gasaustausch an der Wasseroberfläche.[3] *Culex pipiens* ist Teil eines gleichnamigen Artenkomplexes und morphologisch kaum von der Schwesterart *Culex quinquefasciatus* oder den Biotypen *pipiens* und *molestus* zu unterscheiden.[1][3] Eine sichere Differenzierung dieser Formen sowie ihrer Hybriden erfordert oft genetische Analysen, beispielsweise des Acetylcholinesterase-2-Gens (*ace-2*).[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Culex pipiens besitzt eine herausragende medizinische Relevanz als Vektor für diverse Pathogene, wobei sie in Europa und den nördlichen USA als Hauptüberträger des West-Nil-Virus (WNV) fungiert. Seit der Einschleppung in die USA im Jahr 1999 wurden dort über 59.000 Infektionen verzeichnet, von denen etwa 40 % schwere neuroinvasive Verläufe zeigten. Zusätzlich überträgt die Art das St.-Louis-Enzephalitis-Virus, das Usutu-Virus sowie Filarien wie *Dirofilaria immitis*, den Auslöser der Herzwurmerkrankung bei Hunden.[4] Die ökonomischen Folgen dieser Erkrankungen sind beträchtlich; so verursachten hospitalisierte WNV-Fälle in den USA jährliche Kosten von geschätzt 56 Millionen Dollar.[1] Während der *pipiens*-Biotyp oft Vögel als Wirte bevorzugt, zeigt der an urbane Räume angepasste *molestus*-Biotyp eine Präferenz für Säugetiere und Menschen, was das Übertragungsrisiko in Städten erhöht.[3] Die Prävention setzt primär auf integriertes Schädlingsmanagement, insbesondere die Reduktion von Brutstätten durch das Entfernen stehender Gewässer in Regentonnen, Gullys oder Altreifen. Zur biologischen Bekämpfung der Larven wird das Bakterium *Bacillus thuringiensis israelensis* (Bti) verwendet, dessen Toxine spezifisch gegen Mückenlarven wirken, ohne die Umwelt breit zu belasten.[1] Die chemische Bekämpfung adulter Tiere erfolgt teils mit Pyrethroiden, ist jedoch durch weitverbreitete Resistenzen aufgrund von Pestizideinsätzen in Landwirtschaft und urbanen Räumen zunehmend erschwert.[3] Zur Überwachung der Bestände und des Infektionsdrucks dienen Fallen mit CO2-Ködern sowie spezielle Graviditätsfallen für eiablagebereite Weibchen. Zukünftige Bekämpfungsstrategien untersuchen genetische Ansätze wie CRISPR-basierte Gene Drives oder die Nutzung von *Wolbachia*-Infektionen zur Populationsunterdrückung.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von *Culex pipiens* ist holometabol und umfasst die Stadien Ei, Larve, Puppe und Imago. Die Weibchen legen 150 bis 300 Eier in schwimmenden Schiffchen auf die Oberfläche stehender, oft nährstoffreicher oder verschmutzter Gewässer wie Regentonnen oder Gräben ab.[1] Die als „Wrigglers“ bekannten Larven filtern mit spezialisierten Mundwerkzeugen Mikroorganismen, Algen und organischen Detritus aus dem Wasser. Sie durchlaufen vier Larvenstadien und atmen über ein Atemrohr (Siphon) an der Wasseroberfläche.[3] Das anschließende, nicht fressende Puppenstadium dauert bei warmen Temperaturen etwa 1 bis 3 Tage.[1] Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zum erwachsenen Tier beträgt unter optimalen Bedingungen bei ca. 25 °C etwa 7 bis 10 Tage. Dieser Prozess ist stark temperaturabhängig und kommt unterhalb von 10 °C zum Erliegen.[1] Während sich beide Geschlechter zur Energieversorgung von pflanzlichem Nektar ernähren, benötigen die Weibchen für die Eiproduktion in der Regel eine Blutmahlzeit von Vögeln oder Säugetieren.[3] Die Paarung erfolgt häufig in Schwärmen während der Dämmerung, wobei Männchen die Weibchen anhand der Flügelgeräusche akustisch orten.[1] In gemäßigten Breiten überwintern befruchtete Weibchen in einer Diapause an geschützten Orten wie Kellern oder Höhlen.[3]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Zum Unterdorf, Leuna, Saxony-Anhalt, Deutschland

    18.01.2026

  • Zum Unterdorf, Leuna, Saxony-Anhalt, Deutschland

    02.01.2026

  • Pforzheim Nordstadtschule, 75177 Pforzheim, Deutschland

    30.12.2025

  • Deutschland

    28.12.2025

  • Deutschland

    22.12.2025

Daten: iNaturalist

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Culex pipiens* umfasst die Alte Welt mit Europa, Asien und Afrika, wobei die Art heute weltweit in gemäßigten Zonen etabliert ist und lediglich in polaren Regionen fehlt.[1][3] Sie besiedelt bevorzugt urbane und suburbane Lebensräume, kommt jedoch auch in ländlichen Gebieten vor.[3] Die Larven entwickeln sich in stehenden Gewässern mit hohem organischen Gehalt, wie etwa in Regentonnen, Gullys, Gräben oder verschmutzten Teichen. Innerhalb der Art werden ökologisch unterschiedliche Biotypen unterschieden: Der *pipiens*-Biotyp nutzt oberirdische Gewässer, während der *molestus*-Biotyp an unterirdische Habitate wie Kanalisationen und U-Bahnschächte angepasst ist.[3][1] Adulte [Mücken](/pages/lexikon/mucken) ruhen tagsüber in schattiger Vegetation oder Gebäuden und überwintern in frostfreien Unterschlüpfen wie Kellern.[2] Bedingt durch den Klimawandel wird eine weitere Ausbreitung der Populationen in nördliche Breiten prognostiziert.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivität von *Culex pipiens* ist stark temperaturabhängig, wobei die Entwicklung der Larven unterhalb von etwa 10 °C zum Erliegen kommt.[1] Adulte Tiere sind vorwiegend dämmerungsaktiv und suchen ihre Wirte bevorzugt in den Abend- und Morgenstunden auf.[3] Das digitale Suchinteresse in Deutschland spiegelt diesen biologischen Rhythmus wider und verzeichnet saisonale Höhepunkte im Juni sowie im September.[1] In den Wintermonaten Februar und März fällt die Aufmerksamkeit auf ein Minimum, da begattete Weibchen des *pipiens*-Biotyps in eine reproduktive Diapause eintreten und an geschützten Orten wie Kellern überwintern.[3] Im Gegensatz dazu kann der an urbane Lebensräume angepasste *molestus*-Biotyp in warmen unterirdischen Strukturen, wie etwa U-Bahn-Schächten, ganzjährig aktiv bleiben und sich fortpflanzen.[4] Aktuelle Modelle zum Klimawandel prognostizieren eine Verlängerung der saisonalen Aktivitätsphasen sowie eine weitere Ausbreitung der Art in nördliche Breiten.[1]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-112889844-B Biological Erteilt

Verfahren zur Vorbeugung und Behandlung von Culex pipiens pallens unter Verwendung von Beauveria bassiana

(2021)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Dieses Patent kombiniert den insektiziden Pilz Beauveria bassiana mit Lockstoffen (Braunzucker, Hefe) und Trägermaterialien. Es werden schwimmfähige Partikel hergestellt, die auf Gewässer ausgebracht werden. Die Methode lockt Larven von Culex pipiens pallens an und infiziert sie mit dem Pilz. Dies stellt eine innovative Kombination aus biologischer Bekämpfung und Attract-and-Kill-Strategie dar.

RU-2701502-C1 Biological Erteilt

Kristallbildender Bakterienstamm Brevibacillus laterosporus mit breitem antagonistischen Wirkungsspektrum und dessen Verwendung

Federalnoe Gosudarstvennoe Byudzhetnoe Uchrezhdenie Gosudarstvennyj Nauchno Issledovatelskij Institute GE (2018)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Es wird ein neuer sporenbildender Bakterienstamm (Brevibacillus laterosporus) beschrieben, der als Biozid wirkt. Der Stamm zeigt spezifische Aktivität gegen Larven von Diptera-Mücken, einschließlich Culex pipiens. Neben der insektiziden Wirkung besitzt er auch fungizide und algizide Eigenschaften. Dies ermöglicht die Herstellung effektiver biologischer Bekämpfungsmittel.

KR-20180050245-A Biological Unbekannt

Bacillus thuringiensis subsp. israelensis Stamm CAB575 mit insektizider Aktivität und dessen Verwendungen

Iac IN National University of Chungnam (2017)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Das Patent schützt einen spezifischen Bakterienstamm (B.t. israelensis CAB575) mit starker insektizider Wirkung. Er zielt effektiv auf Diptera-Schädlinge ab, wobei Culex pipiens pallens explizit genannt wird. Die Zusammensetzung ist umweltfreundlich und minimiert Auswirkungen auf Nutzpflanzen. Sie bietet eine schnelle Wirkung zur biologischen Kontrolle von Mückenpopulationen.

KR-20180050244-A Biological Unbekannt

Bacillus thuringiensis subsp. kyushuensis Stamm CAB464 mit insektizider Aktivität und dessen Verwendungen

Iac IN National University of Chungnam (2017)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Ähnlich wie das vorherige Patent wird hier ein anderer spezifischer Bakterienstamm (Subspezies kyushuensis) vorgestellt. Dieser zeigt ebenfalls eine starke Wirkung gegen Culex pipiens pallens und andere Mückenarten. Es handelt sich um ein umweltfreundliches Produkt zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Die Innovation liegt in der Isolierung und Anwendung dieses spezifischen Stammes.

RU-2674615-C1 Mechanical Erteilt

Verfahren zur Bekämpfung der städtischen Kellermücke Culex pipiens pipiens forma molestus

Federalnoe Gosudarstvennoe Byudzhetnoe Nauchnoe Uchrezhdenie Yakutskij Nauchno Issledovatelskij Institute (2016)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt eine mechanische Falle zur Bekämpfung von Kellermücken ohne den Einsatz von Insektiziden. Ein Gefäß mit einer klebrigen Flüssigkeit wird auf eine Temperatur von 10°C über der Umgebungstemperatur erwärmt. Dies nutzt das natürliche Verhalten der Weibchen aus, die zur Eiablage Wärme und Wasser suchen. Die Methode ermöglicht eine ganzjährige Bekämpfung in Wohn- und Kellerräumen.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/1652991
  2. https://edis.ifas.ufl.edu/publication/IN1324
  3. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6950815/
  4. https://parasitesandvectors.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13071-016-1333-8