Das **Heimchen** (*Acheta domesticus*) ist eine ursprünglich aus Südwestasien stammende Langfühlerschrecke aus der Familie der Grillen (Gryllidae), die heute weltweit verbreitet ist.[1][2] Während die Art in Gebäuden als Materialschädling auftreten kann, wird sie kommerziell in großem Maßstab als Futtertier und seit der Zulassung als neuartiges Lebensmittel in der EU auch für die menschliche Ernährung genutzt.[3][2] Die Erstbeschreibung erfolgte 1758 durch Carl von Linné unter dem Basionym *Gryllus domesticus*.[2]
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Biologie & Lebenszyklus
Das Heimchen (*Acheta domesticus*) durchläuft eine hemimetabole Entwicklung (unvollkommene Metamorphose) ohne Puppenstadium, die sich in die Phasen Ei, Nymphe und Imago gliedert.[1] Das Paarungsverhalten wird durch den männlichen Lockgesang (Stridulation) eingeleitet, woraufhin bei der Kopulation eine Spermatophore inklusive eines nahrhaften Spermatophylax an das Weibchen übergeben wird. Weibchen können Spermien bis zu zwei Wochen in ihrer Spermatheka speichern, was mehrere Eiablagen ohne erneute Paarung ermöglicht. Die Eiablage erfolgt einzeln in feuchte Substrate wie Erde, Sand oder Torfmoos, wobei die Eier etwa 1 cm tief mittels des Ovipositors versenkt werden.[2] Ein Weibchen produziert im Laufe seines Lebens bis zu 800 Eier, wobei die Fertilität stark von der Ernährung und Temperatur abhängt. Die Embryonalentwicklung im Ei dauert je nach Temperatur etwa ein bis zwei Wochen. Die flügellosen Nymphen ähneln den Adulttieren und durchlaufen 6 bis 12 Larvenstadien (Instare), bevor sie die Geschlechtsreife erreichen. Der gesamte Lebenszyklus dauert unter optimalen Bedingungen von 26–32 °C etwa zwei bis drei Monate.[1] Die Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig und verkürzt sich bei 36 °C auf 30–40 Tage, während sie sich bei kühleren 18 °C auf bis zu 200 Tage verlängern kann.[2] Adulte Heimchen haben eine Lebensspanne von ein bis drei Monaten, wobei sie im Gegensatz zu vielen gemäßigten Arten keine Überwinterungsdiapause einlegen.[1] Die omnivoren Tiere ernähren sich von organischem Material, Samen, Früchten sowie kleinen Wirbellosen wie Blattläusen und neigen gelegentlich zu Kannibalismus.[7] Für ein optimales Wachstum benötigen Larven und Adulte proteinreiche Nahrung (ca. 21 %) sowie eine konstante Feuchtigkeitszufuhr, um Dehydrierung zu vermeiden.[7] Frisch gehäutete Imagines sind kurzzeitig flugfähig, jedoch bilden sich die Flugmuskeln meist innerhalb weniger Tage zurück (Histolyse).[2] Zu den signifikanten Mortalitätsfaktoren zählen virale Erreger wie das *Acheta domesticus* Densovirus (AdDNV), das Lähmungen und hohe Ausfallraten in Zuchten verursacht.[1] Natürliche Feinde und Pathogene umfassen zudem den Pilz *Metarhizium anisopliae*, parasitäre Nematoden wie *Mermis nigrescens* sowie Protozoen der Gattung *Gregarina*, die den Darmtrakt befallen. Studien deuten auf die Bedeutung der Darmmikrobiota hin, wobei probiotische Bakterien und Hefen wie *Saccharomyces cerevisiae* die Krankheitsresistenz und das Wachstum fördern können.[2]
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
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